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neueste franz. Note, welche der hiesige französische Geschäftsträger, de la Cour, in Betreff der Pacifika- ion Italiens überreichte, nachstehende Antwort theilt:Oesterreich sei stets bereit gewesen, tie Ver- -ittlu ig Frankreichs und Englands in den itaf. Ange- aenhetten anzuerkennen, allein obgleich sich durch d,e matten Ereignisse in Italien die Basis der Unter- < ndlunven gewaltig verändert, und Oesterreich im Be­iss sei, mit dein König von Sardinien einen Separat- iedenSvertrag zu verhandeln, so sei cs trotzdem ferner neigt, in alle Verhandlungen in Betreff der Pacifi- tion Italiens die Vermittlung der franz. Regierung : dieser Frage anzunehmen." Der franz. Geschafts- nger hat diese befriedigende Antwort des österreichischen abinets mittelst eines Couriers nach Paris geschickt, s geht daraus hervor, daß Oesterreich die lombardi- chr Frage als eine innere betrachtet. Der Kaiser Nikolaus hat erklärt, daß, sobald die Franzosen die Upen überschreiten, er mit 200,000 Mann gegen den Rhein inarschiren würde. (Br. Z.)

Italien.

Rom, 28. August. Die Kammern wären also vertagt, und der augenblicklichen Noth wäre durch Ein­schränkung der Vielherrschaft sonnt einiger Maßen ab- geholfen. Zur Kraft scheint das Ministerium bei allem dem nicht zu gelangen, da Fabbri in Farini bereits wieder einen Concurrenten hat und letzterer durch den Cardinal Soglia begünstigt wird. Das RegierungS- gefchäft bleibt daher eine getheilte Wirthschaft, und der Min'sterial-Zustand ist fortwährend ein precärer. Es darf daher nicht Wunder nehmen, wenn die Opposition, auch da, wo sie radikal ist und zu illegalen Mitteln greift, immer noch höchst rücksichtsvoll behandelt wird. Leute von Talent versagen den Dienst und schaffen Schwiegkeiten, statt sie beseitigen zu helfen. So hatte Galletti allerdings Recht, sich dem durch den Papst erlassenen Verhaftbefehle, welcher Serbini, Mamiani und Consorten betraf, deßhalb zu widersetzen, weil er der konstitutionellen Form ermangelte; es hätte ihm aber wohl angestanden, dem keineswegs eitlen Wunsche Pius IX. durch Nachweisung des zu beobachtenden Verfahrens entgegenzukommen. Der Papst ist daher hart mit ihm an einander gerathen und hat erklärt, daß er ihn zwar nicht für so schädlich wie Mamiani halte, daß er aber auch nicht viel Gutes seit seinem Eintritte in das Ministerium von ihm rühmen könne. Die französischen Truppen, welche sicherem Vernehmen nach von hier auS verlangt worden find, wollen noch nicht erscheinen, und man hat es daher nicht wagen können, die römische Legion aufzulösen, sondern man hat sich genöthigt gesehen, sie nach Ancona^zu beor­

dern, wo ihr ein Theil des Garnisöndiensies übertragen werden soll. Briefe auS Bologna schildern die dor­tigen Zustände schreckhaft. Kein Besitzender ist seiner Habe sicher, und die Unordnungen Haufen sich, statt sich zu mindern.-Alle Anfeindungen, die PiuS IX. zu erleiden hat, halten den Vergleich nicht aus mit denen, welche ihm die jesuitische Partei bereitet, die rund heraus erklärt, daß alles Uebel, was über Ita­lien gekommen sei, in ihm seine einzige Quelle zu suchen habe. Der öffentliche Credit sinkt mit reißender Schnelligkeit. Baares Geld ist kaum mehr zu haben und ist mit 3 5 Procent Agio belastet. Wird nicht bald Rath geschafft, so stehen die größten Unordnungen bevor.

K r aNkreich.

Straßburg, 6. Sept. Die Frage über Krieg und Frieden beschäftigt alle Gemüther. Die großartigsten Rüstungen dauern fort. Den Truppcnmärschen nach dem Süden folgen noch weitere Militär-Sendungen nach den der Alpen-Armee zunächst gelegenen Depar­tements. Bis j?£t sind keine Anordnungen für Ver­stärkung der Garnison in Elsaß und in Lothringen ge­troffen; doch werden dieselben unverzüglich erfolgen, falls es zu einem Uebergange der Alpen-Armee nach Italien kommt. Die von hier, Colmar, Weissenburg uud Schlettstadt abmarschirten Truppen werden wohl demnächst durch andere ersetzt werden. Die Mobili­sation der 300 Bataillone Nanonalgarde wird mit dein größten Eifer betrieben. Hier wird die Organisation zu Anfang der nächsten Woche erfolgen. Ein Krieg käme um so ungelegner, als sich bereits im GeschäftS- leben große Beperung zeigt und das so tief erschütterte Vertrauen allmalig zurückkehrt. Bei dem hiesigen Bank- Comptoir gingen in den letzten Tagen deö vorigen Monats nicht weniger als 1 % Mill. Frs. an baa- rem Gelde ein. Für den Austausch von Banknoten wird kein Aufgeld mehr bezahlt; dieselben haben ihren regelmäßigen Umlauf wie vor der Revolution.

Ueber die angcb.iche Ernennung Lamoriciere's zum Oberbefehlshaber der Alpenarmee ist noch nichts Ge­wisses bekannt.

Ungarn.

Pesth, 2. Sept. (Neue Niederlage der Ungarn. Anerkennung der Selbstständig­keit Ungarns. Man will eine französisch­britische Intervention.) Gestern kam der könig­liche Regieruligs-Colninissar von Beötp vom Kriegs­schauplätze an und brachte die Nachricht von einer neuen Niederlage der Ungarn bei denrömischen Schanzen" zwischen Termerin und Jarek mit. Der Kampf ging

am 28. und 29. August vor sich, am ersteren Tage bei persönlicher Anwesenheit des Kriegsutinisters M e ß a r o s und ohne Nachtheil für die Ungarn, am 29. aber mit großem Verluste der letzteren. Temerin und Jarek, ersteres durch Verrath des magyarischen Oberlieutnants Mäthe, sind von den Insurgenten genommen und den Flammen übergeben worden. Die Ungarn flohen bis Altker, wo sie der FeldmarschaU- Lieutenant Graf Bechthold wieder sammelte. So haben die Insur­genten ihre bisherige Defensivstellung mit der Offensive vertauscht. Der Kriegsminister Meßaros, welcher am 28. August von Temerin nach der Festung Peter- wardein rciete, wäre auf dem Wege bald von Insur­genten aufgehoben worden. Der Minister Kossuth, welcher in der eben beendigten Sitzung des Unterhauses die Einzelheiten dieser Affaire mitcheilte, sprach selbst von dem offenen Verrath eines Theils der Offiziere in dem ungarischen Lager. Auf den Antrag Kossuths verwandelte sich dann das Haus in ein geheimes Eo- mite, um wichtige Eröffnungen des Ministers anzu­hören. Erfreulich war für das Haus die Mittheilung des Ministers, daß am 26. August der deutsche Reichs­verweser, Erzherzog Johann, den ungarischen Ge­sandten in Frankfurt, Herrn Ladislaus von Sza­lai, als solchen offiziell empfangen hat. Der Mini­ster fügte hinzu, daß binnen wenigen Tagen auch ein deutscher Gesandte hier eintreffen werde, so wie auch die Anerkennung der ungarischen Selbstständigkeit von Seiten Frankreichs und Englands in Kurzem zu erwar­ten sei. Ueber den Stand der Unterhandlungen in Wien versicherte der Minister, noch nichts Gewisses mit­theilen zu können. Die ungarischen Minister Balhyanyi uud Deak haben eben heute eine zweite Audienz beim Könige und sollen morgen schon wieder hier eintreffen. Aus guttr Quelle erfahren wir, daß das Ministerium, im Falle die Unterhandlungen in Wien sich zerschlagen, von dem Landtage ein Manifest an die europäischen Re­gierungen unterzeichnen lassen wird. Bei der geringen Aussicht, daß Ungarn allein die östereichischen Ränke und Waffen werde besiegen können, würde die Aufre­gung der Intervention Frankreichs, Englands und Deutsch­lands kaum auöbleiben.

Am 8. d. soll auf dem berühmten FeldeRakos" bei Pest-, auf welchem in alten Zeiten die Magyaren ihre Reichsversammlungen zu Pferde abzuhalten pfleg­ten, eine große Volksversammlung zusammentreten, zu welcher aus allen Comitaten Abgeordnete ein treffen wer­den. Auch diese Versammlung ist jedoch nur für den Fall bestimmt, daß die diplomatische Unterhandlung in Wien erfolglos bleibt.

Verantwortlicher Redacteur: J. Oppermann.

B e k a n « l m a Ay « n g e n.

(1205) Dringende Mahnung!

Mehrere Bürger Wiesbadens ersuchen das betreffende Comit« aufs dringendste, die Theatervorstellungen recht bald wieder beginnen zu lassen, indem wie zuverlässig verlautet ein längeres Aussetzen der Vorstellungen viele Kurgäste veranlassen wird, die Stadt zu verlassen.

d« Abgeschlagen!

Neuf-Chateter TalglicMer per Pfund 20 kr. bei F. L. Schmitt,

'T aunusstraße N r o. 17.

Steinkohlen.

(1207) Schiffe mit Ofenkohlcn und Schmiede- gerieS aber nur der vorzüglichsten Qualität treffen gegen Ende dieses und in dem nächsten Monate für mich ein, welche ich ohne Preiser­höhung für den Winter zu billigen Preisen ab­geben würde. Geehrte Bestellungen beliebe nun direkt an mich zu senden.

Biebrich im September 1848.

Jean Blees Sohn u. Comp.

(1206) Ein junger Mann , der mehrere Jahre auf dem Comptoir gearbeitet hat, mit allen vorkominenden Arbeiten vertrant ist, und gute Zeugnisse besitzt, sucht in einer Handlung oder auf einem Bureau in Wiesbaden, bei billigen Ansprüchen eine Stelle. Näheres in der Er- Pedition dieses Blattes.

(1209) Die Commission zur Berathung der gewerblichen Zustande des Herzogthums und deren Verbesserung im Wege der Gesetz­gebung ladet sämmtliche Gewerbtreibenden der hiesigen Stadt zu einer Besprechung über diesen hochwichtigen Gegenstand, insbesondere auch zu einer Berathung über die von dem Hand­werker- und Gewerbecongreß zu Frankfurt ent­worfene Gewerbeordnung auf nächsten DvU» nerstag, den 14. l. M., Abends 7 Uhr in dem Scheerer'schen Lokal (Gasthaus zur schonen Aussicht) ein.

Die Commissionsmitglieder fügen den Wunsch bei, daß sich ihre Mitbürger und Gewerbege­nossen recht zahlreich einfinden mögen, damit die Commission in der Lage ist, die Ansichten und Wünsche der Gewerbetreibenden vollständig kennen zu lernen und auf dieselben bei ihren demnächstigen Anträgen an die Landes-Regie­rung entsprechend Rücksicht zu nehmen.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. 1 Uhr.

Den 11. September 1848.

pCt.

Papiers

Geld II

Den 11. September 1848.

pCt.

Papier |

Geld

Oesterreich

j Preußen

1 _ "

Bayern

Würtemb.

Baden

iDarntstadt

Metalliques Obligationen ....

Wiener Bank-Actien.....

500 ft. Loose .........

250 fl. Loose von 1839 ....

Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Tcheine . . .

Staars-Schnld-Tcheine a 105 . .

Obligationen......

Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. C.

Bexbacher Eisenbahn-Actien .

Obligationen......

Obligationen.......

Lotterie-Anlchen ä 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

Obligationen . ......|

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3%

1 4%

3%

1 3%

73%i 60% 42% 38

1190

118% 81

60%! 68% 87

75

77

67% 75% 92% 73%

46

25% 73%'

72%; 59%;

42

37%'

1180 : 117%

80 1 59% 67 %! 86%'

74

76%

67%' 74%' 91% 73

25

75

Darmstadt

Kurhessen

Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

. Polen

Sardinien

Obligationen........

Lottcrie-Aniehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

bitte von 1839 ....

bitte von 1846 . . . .

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syudicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. .... Lotterie-Loose 300 ......

bitte 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

4-

4

3%

3 3-/2 3%

2% 3%

3

62/J 20% 41% 25 8oy2 20% 79

91 85% 276

45%

18%

67

25

87

41% 24% 80

19%

904 85

273

44%

68

18

92

66% 24%

Cours der Wechsel. Den 11. September.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

^7-r

Briefe

Geld

Briefe

Geid

Amsterdam, wo fl. Crt. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . - Berlin, 60 Thlr......

1 Bremen, 50 Rthlr. in Loutèd'or .

1 Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . .

- Leipzig, tzü Thlr......

in der Messe ....

1 London, 10 Livr. St.....

! Lyon, 200 Fr.......

Paris, 200 Fr.......

; Mailand, 250 Lir. Austr. *.

] Wien, in 20t 100 fl. C.-M.

i Disconto . . , , .

ll93/t

99% 89

94%

94%

109%

100% 105%

105% 120%

101

looy.

88%

119%

2

Neue Lonisd'or............

Friedrichsd'or.............

Ducaten . . ...........

1 2 > Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

1 Englische Souverains..........

Laubthaler . . ......

1 Preußische Thaler...',.......

Hochhaltiges Silber..........

Gering-mittelhaltiges Silber ......

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

5 55 36 37%

3

2 43% 45 24 18

Verlag von H. Fischer und E. Ritter. Druck der C. Rrtter'schen Buchdruckern.

(1208) Es ist uns ein, angeblich von meh­reren Bürgern in Dillenburg unter dem 4. d. M. erlassener Aufruf an die Bürger Nassau'S zu Gesicht gekommen, welcher in Beziehung auf die Verhandlungen der Stândeverfammliing über die Theaterangelegenheit und die Schritte der Stadt Wiesbaden das Theater zu erhalten, eine Schilderung der perfidesten und gemeinsten Lügen, namentlich eine Verläumdung des Stadt­vorstandes und eine Aufreizung der Nassauer gegen die hiesige Bürgerschaft liefert.

Wenn auch Jeder, welchem der wahre Sach­verhalt bekannt ist, und dem die unlauter» 9lb< sichten, welche durch den Verfasser jener Schmäh­schrift verfolgt werden, nicht fremb sind, nur mit Indignation dieses saubere Machwerk lesen wird; so sind doch viele unserer Nassauer Mit­bürger da, welchen die Wahrheit noch nicht beka int ist und welche jenen Verlâumdungen Glauben schenken könnten.

An diese ist daher die Benachrichtigung ge­richtet, daß der Stadtvorstand bei dem zustän­digen Gericht wegen der strafbaren That, welche sich der Verfasser und Verbreiter jener Schrift hat zu Schulden kommen lassen, Klage erhoben hat und daß er von der strengen Gerechtigkeit der Gerichte die gebührende Bestrafung des Schuldigen, wer immer dieser auch sein mag, erwartet.

Das Resultat unserer Klage werden wir demnächst veröffentlichen.

Wiesbaden, 11. September 1848.

Der Stadtvorstand.

(1210) Graue Bukskin ir Quali­tät zu Wehrmannshosen, lästern bei mir in Commission und werden zum Fabrikpreise abstesteden.

B. M. Tendlau.