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Blanc bittet sie, den Ausdruck seiner tiefsten Dankbar­keit zu genehmigen; zu gleicher Zeit glaubt er aber auch bemerken zu müssen, daß es seine Absicht ist, Alles zu vermeiden, was dem englischen Gouvernement Miß­trauen kinstösen könnte. Ruhig und zurückgezogen will Hr, Louis Blanc abwarten, daß bessere Tage über seinem Baterlande aufgehen, und es würde ihn schmer­zen, wenn sein Gesuch um die Gastfreundschaft Eng­lands auch nur vorübergehend zu einer Störung Ver­anlassung gäbe."

London, 4. Sept. DemGlobe" wird aus dem Buckingham-Palaste mitgetheilt, daß die Königin mor­gen nm 1 Uhr im Oberhause eintreffen werde, um daS Parlament in Person zu prorogiren.

Aus Dublin wird unterm 2. Sept, gemeldet, daß Lord I. Russell Tags zuvor dort angelangt war. Eine Mass?Volkes aus den mittleren und unteren Classen war versammelt. Sobald man ihn erkannte, erschollen einzelne Beifallsrufe; ein Versuch, ihn auszugrunzen, fth!ug fehl. Der Minister bestieg mit seiner Gattin die bereitstehende Equipage des Lordstatthalters und fuhr nach dessen Wohnung. Am 2. machte er mit Lord Clarendon eine Fahrt durch die Stadt, die Ein­fachheit der Equipage verhinderte jedoch alles öffentliche Aufsehen. Der Herzog von Leinster hat sich gegen die periodische Abhaltung der Parlaments-Sessionen in Irland ausgesprochen. Die in Dublin eingegange- nen neuesten Ernte-Nachrichten lauten in Bezug auf Masse und Güte des Ernte-ErtragS recht befriedigend.

Im Oberhause wurde heute die irische Spar- kaffenbill angenommen und einer Anzabl Bills die köntgl. Genehmigung ertheilt. Das Unterhaus genehmigte bezüglich mehrerer Bills die vom Ober- Hause darin vorgenommenen Abänderungen. In bei­den Häusern dauerte bei Abgang der Post die Sitzung noch fort.

Nachschrift.

Altona', 5. Sept. Der Graf Karl Moltke hat die Frechheit gehabt, inS Land zu kommen. Er hat sich nach Itzehoe in der Nähe seines Gutes, begeben. Dorthin hat er die vier Männer, welche mit ihm die Regierung bilden sollten, beschieden. Alle vier haben umgehend geantwortet, daß sie nicht unter ihm in einer Negierung sitzen könnten, und zwar jeder für sich, ohne vorherige Verabredung. Von den Supplcianten, an welche nun die Aufforderung ergehen wird, haben be­reits zwei öffentlich erklärt (Graf R ventlow-Jersbeck und Warnstâdt), daß sie unter keiner Bedingung eine solche Ernennung annehmen würden.

Karl Moltke beginnt schon die Früchte seiner Frech­heit zu ernten das Volk hat daS Gut, auf dem er sich aufhält, umstellt und förmlich in BelagerungSstand erklärt. Er hat die Hilfe der provisorischen Regierung nachsuchca müssen dieselbe hat ihm einen Paß aus­gefertigt, damit er frei und ungehindert die Grenze passire. Ein Mitglied der provisorischen Regierung hat sich gleichzeitig nach Itzehoe begeben, um ihn wo mög­lich aus den Händen des Volkes zu befreien. In Itze­hoe selbst hat die Bürgerwehr Moltke's Sekretäre (wie es scheint zwei Dänen) gefangen gesetzt. In Kiel hat das schleswig-holsteinische Militär den preußischen Offizieren, welche sie zum Ererzieren haben zur Stadt hinausführen wollen, bereits den Gehorsam aufgekün­digt sie haben besorgt, man wolle sie aus der Stadt führen, um dicse dann durch preußisches Militär be­setzen zu lassen.

In den Städten sind überall sehr ernste Bewegungen so namentlich in Toudern. Man erklärt allgemein, den Krieg allein, auf die Gefahr hin, von Deutschland verlassen zu werden, sortsitzen zu wollen. Die preußische Regierung hat ihrerseits einen Commissarius, die Waf­

fenstillstandsbedingungen zu überwachen, den Major Wilvenbruch, der die bekannte Note erlassen, ernannt; derselbe ist bereits in K.kl eingetroffen. Der Präsident Beskler hat ihm indeß den freundschaftlichen Rath er­theilt, sich sofort wieder zu entfernen, indem die Regie, rung nicht für seine persönliche Sicherheit einstehen könne. Der Geist der Aufregung fängt bereits an, sich auch den Bundestruppen mitzutheilen.

Hamburg, 5. Sept. Bis um 2 Uhr Nacht dauer­ten in Altona und St. Pauli die Unruhen. Das Auf- ruhrmandat wurde verlesen. Der Volkshaß wendete sich vorzüglich gegen das HauS deS See-Controllirungs- chefs Schuhmacher, welcher dem Befehle der provisori­schen Regierung nicht Folge leisten will und seine Ab- setznug durch dieselbe nicht anerkennt. Die Republik wird offen ausgerufen. Das Volk will sie und verlangt sie. Man spricht von einigen Getödteten und Verwundeten. Gestern Abend wurde vom Altan deS Eisenbahnhofs in Altona der Beschluß der konstituirenden Versamm­lung in Kiel verlesen. Er lautet ungefähr so: 1)Die Constituirende ist permanent und souverän. 2) Eine Verordnung der Landesregierung kann nur mit Zustim­mung der Constituirenden stattfinden. 3) NurdieConstitui- rende darf die Verordnungen der prov. Regierung aufheben. 4) Ohne Zustimmung der Constituirenden darf kein neues Gesetz gegeben und keine Steuer auferlegt wer­den. 5) Alle Steuern bestehen bis zum 31. Dczemb. fort. 6) Die provisorische Regierung hat diese Be­schlüsse sogleich zu veröffentlichen. 7) Der Reichver- weser erhält sogleich Kunde davon. Während der Nacht, gleich nach dem Schluß der ersten Versammlung, ist eine Deputation von Seiten der constituirenden Versammlung nach Frankfurt abgereist.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

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Bekanntmachungen

Turnverein.

(1186) Sonntag, den 10. September, Nachmittags 3 Uhr findet Schauturnen auf dem Turnplätze statt. Eingetretener Hindernisse wegen kann die Abendunter­haltung des Turnvereins nicht im Gasthausc zurRose" stattfinden, dieselbe wird daher auf demNeuen Geisberg" am 10. d. M. abgehalten, wozu Turner und Turnfreunde eingeladen werden. Eintrittskarten sind im Gasthause zurWeiHen Taube" Samstag den 9. von 710 Uhr Abends und Sonntag den 10. von 1012 Uhr Morgens zu haben.

Der Vorstand.

Weinversteigerung.

(1134) Montag den 11. September I. I., Morgens 11 Uhr, als Fortsetzung der Wcinvcrstcigcrung der Michael Stoll Erben zu Geisenheim, lassen die Erben des verlebten Franz Blum ir allda in deren Behausung ihre selbst erzielten Weine, als:

1 Stück 1846r Asmannhäuser Berg,

1 1846r Geisenheimer Gemarkung,

1 Zulast 1846r Stalle,

1 1846r Kilsberg

1 1846r Auslas und

1 Stück 1847r abtheilungshalber öffentlich meistbietend versteigern. Geistnhrim, den 28. August 1848.

Müller, Oberschultheiß.

(1187) Es wird ein Mädchen von 13 bis 15 Jahren zum Monatdienst, 3 fl. per Monat in der Neuen Colonade Nr. 16 gesucht.

Frankfurt. * Cours der Staatspapierc. 1 Uhr.

Den 7. September 1848.

pCt.

Papier

Geld II

Den 7. September 1848.

pCt. I

Papi er

Geld

Oesterreich

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Darmstatä

Metalliques Obligationen .... fr ff » » *

ff ff ....

Wiener Bank-Actien .....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Berhmânnische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Scheine . . . Ttaats-Tchnld-Scheine st 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .

1 Obligationen........

5

4

3

2%

4

4%

N

3% 4% 3%

3%

72 60

42

374

1190

177 78% 61

68 87% 75% 77%

65% 744 91 74 46

25% 75%

71 %

59 i

41

37 !

1170 :

116 78%

59

66 87

74% 77

65% 74% 90% 73

24% 75

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

ff

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 . . . .

ditto von 1846 ....

Taunus-Elsenbahn-Actien â 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. .... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

84/4 62% I 20% | 41%! 24% 80% 204 79 90% 85%

273

44%

18

66

25

41%

244 -

894 85

270

44%

68

17%

914 654

24%

Cours der Wechsel.

Den 7. September.________

Kurze Sicht

Zwei Monat 1

Gold- und Silber-Sorten.

Neue Louisdor ............

Friedrichsd'or.............

Ducaten.............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Hochhaltiges Alber ..........

Gering-mittelyaltiges Silber . .......

^

11

9

5

9

10

12

2

Ji

24

24

SGI.

5

55 36

37

3

2 43% 45 24 18

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Amsterdam, WO fl. Crt. . . . Augsburg, 109 fl. Crt. . . > Berlin, 60 Thlr. ..... Bremen, 50 Rthlr. in Loutsd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bc-o. . . . Leipzig, 60 Dhlr......

' in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 20V Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20t 100 fl. C.-M. . . Diskonto ........

1194

994 89

95

94%

110

100%

105%

105% 120%

101 =

100%

88% I

119% 2

Verlag von H. Fischer und «. Ritter. - Druck der L. Rttter'schen Buchdruckerei.

(ass) Abgeschlagen!

JVeuf -Chateier Talglichter

per Pfund 20 kr. bei F. L Schmitt,

Taunusstraße N r o. 17.

Weinverfteigernng.

(1191) Herr Baron von Ziegesar in Schierstein läßt nächsten Mittwoch, den 13. September, Morgens 10 Uhr durch den Unterzeichneten 11 Stück 1846r rein und gut gehaltene Rheingauer Weine, worunter sich

7 Stück Oestricher,

1 Zulast Oestricher,

2 Stück Niederwallufer und

2 Stück Rauenthaler befinden, in seiner Behausung freiwillig an den Meistbietenden ver­steigern.

Die Proben können Samstag den 9. und Montag den 11. September und bei der Ver­steigerung im Locale selbst genommen werden.

Schierstein, den 8. September 1848.

Dreßler, Schultheiß.

Bekanntmachung.

(1195) Freitag den 15. September l. J. Nachmittags 3 Uhr werden in hiesigem Rath­hanse auf freiwilliges Anstehen der Erben der Christian Kopp Eheleute von hier die denselben zugehörigen Immobilien nämlich:

Ein zweistöckiges Wohnhaus und ein Keller, letzterer unter dem Gebäude der Johann Georg Junker Wittwe, auf der Hochstätte neben Georg Conradi und Jo­hann Georg Junker Wittwe und 23 Rth. 88 Sch. Acker am neuen Kirchhof neben Ludwig Burk und Heinrich Heuser, Herrsch. 1 Kpf. Korn versteigert.

Wiesbaden, den 7. September 1848.

Herzogl. Nass. Landoberschultheißerei, Westerburg.

(1194) Es wird ein Militär-Einsteher gesucht.

An die

Gewerbetreibenden Wiesbadens.

(1190) In der Versammlung am 4. Septem­ber wurde eine Adresse an die Nationalversamm­lung zu senden beschlossen, um derselben die hier sich allgemein geltendmachende Ansicht auszusprechen, daß des deutschen Gewerbe- standeS ganzes Heil einzig und allein von einem zweckmäßigen Schutz gegen die Ueber- macht des Capitals und die Eingriffe pfuschen- hafter Untüchtigkeit zu erwarten sei.

Es ist im Interesse des Gewerbestandes dringend zu wünschen, daß diese Adresse mit möglichst zahlreichen Unterschriften versehen wird, weil zu erwarten steht, daß bei Bera­thung der zukünftigen Gewerbegesetze in der Nationalversammlung viele Stimmen mit großer Bestimmtheit für unbedingte Gewerbefreiheit sich erheben werden, weil dieselben letztere nicht allein für daS allgemeine Wohl, sondern auch für den Gewerbestand selbst für allein Vortheilhaft halten.

Zeigt nun der Gewerbestand nicht in seiner großen Mehrheit, daß er damit nicht überein- stimmt, so wird er die Folgen davon Niemand, als ganz allein sich selbst zuzuschreiben haben.

Die Adresse, welche noch bei Herrn Kauf­mann Käsebier, Herrn Buchhändler LouiS Friedrich, Herrn Buchhändler Kreidel, Herrn Buchhändler Schellenberst und im Gewerbe­vereinslocale aufliegt, ist bis jetzt aber noch mit so wenig Unterschriften versehen worden, daß die Nationalversammlung, wenn sie die­selben sieht, fast glauben muß, die Mehrzahl der Wiesbadener Gewerbetreibenden wäre nicht für den Schutz sondern für die unbedingte Freiheit der Gewerbe.

Wir laden daher die hiesigen Gewerbetrei­benden nochmals dringend ein, sich an der Adresse zu betheiligen.

Wiesbaden, 7. September 1848.

Der Vorstand des GewerbeveretuS.