Agram Mück. Im Sauft dieser Woche wrrd der An- artff beginnen. Man schätzt die Gesammtmacht des Banus auf 80-90,000 Mann. (Brest. Z.)
Donau-Mrstenthümer.
Jassy 28. Juli. Die Russen haben die Moldau nicht verlassen und werden es auch nicht thun. Vor zwei Tagen, also am 26., war in Jassy aus St. Petersburg ein Feldjäger angekommen, der den Befehl überbrachte, daß die Russen in der Moldau bleiben sollen, und daß in der kürzesten Zeit noch vier Divi- sionen zu ihnen einrücken würden. Ucberall im Lande werden Lebensmittel und Fouragen von den Russen gewaltsam hinweggenommen aber kein Geld dafür gegeben, sondern nur eine Bestätigung der ^Wegnahme ausgestellt. Dieses willkürliche Verfahren trifft nicht nur die moldauischen Unterthanen, sondern auch österreichische, deren Kaiser und König mit dem Czaar in Frieden lebt. Der k. k. Agent, Hr. August von Eisenbach, hat energisch gegen die Anmaßung der Russen an österreichischen Unterthanen protestirt und hofft in den nächsten Tagen eine befriedigende Antwort zu erhalten. — 3600 Mann Türken mil 6 Kanonen haben bei Cziglina die Quarantäne überstanden, und sind nun in und bei Galaß, wo man sie wegen ihrer Ercessen auch nicht gerne sieht. Namentlich ist das weibliche Geschlecht vielen Anfechtungen von ihnen ausgesetzt. Der bekannte General Duhamel und General Vogt, beide Russen, sind in Jassy, Fürst Scourdza, unter dem die Erde jeden Tag lockerer wird, hält sich noch immer auf dem Throne.
Der Berichterstatter befürchtet den Ausbruch eines russisch-türkischen Krieges, denn in Bessarabien stehen 50,000 Mann Russen jeden Augenblick schlagfertig.
(N. Oest, Z.)
Türkei.
Die Nachrichten aus Syrien lauten im Allgemeinen sehr beunruhigend. In Aleppo sollen in letztererer Zeit im Durchschnitt täglich 200 Personen an der Cholera gestorben sein. Das Uebel greift immer mehr um sich und hat sich bereits bis nach Antiochia ausgebreitet, wo die Zahl der binnen 10 Tagen Verstorbenen auf 300 Personen angegeben wird. Die egyptische Regierung hat sich veranlaßt gesehen, die Quarantaine für die von Syrien anlangenden Reisenden um einige Tage zu verlângeru.
Großbritannien.
Loudon. 30. Rug. Die Königin ist gestern nach Osborng ziirückgekehrt. Im auswärtigen Amte wurde gestern Cabinetsrath gehalten. Der neapolitanische Gesandte stellte gestern Lord Palmerston den neapolitanischen Gesandten in Rom, Graf Ludolf, welcher mit einer besonderen Sendung an die hiesige Regierung beauftragt ist, vor. Der österreichische Botschafter, Graf Dietrichstein, ist mit Familie nach München abgereist, wo er einige Monate zubringen will, bevor er nach Wien reist. Baron Keller fungirt als Geschäftsträger, bis Dietrichsteins Nachfolger kintrifft. Ritter Bunsen hat aus Berlin hieher geschrieben, daß dringende Geschäfte bisher seine Abreise nach London verhindert hätten und daß er wahrscheinlich länger in Berlin werde bleiben müssen, als er ursprünglich beabsichtigt habe. Der sardinische Gesandte arbeitete heute im auswärtigen Ministerium.
Außer den 14 bewaffneten Chartisten, die man vorgestern früh festnahm und bei denen man 95 Pakete mit Patronen fand, wurden Nachmittags noch 18 meistens bewaffnete Personen verhaftet. Nachts drang die Polizei mit gezogenem Säbel in eine Taverne, wo viele bewaffnete Chartisten und Isländer waren, welche nach Wegwersung der Waffen entflohen. Vier, die Widerstand versuchten, wurden festgenommen. Alle Truppen waren gestern in den Casernen consignirt, und alle Polizei-Agenten aus ihren Stationen unter Waffen. Angeblich beabsichtigten die Chartisten, bewaffnet die ihnen bezeichneten Gebäude anzugreifen. — Zu Manchester hat die Polizei 14 Rädelsführer der Chartisten verhaftet. — Auf der nordwestlichen Eisenbahn sind zwei Bahnzüge auf einander gestoßen; mehrere Waggons wurden zertrümmert Und viele Personen verletzt.
Dublin, 16. Aug. Der Prozeß des Redakteurs des „Irish Felon", Jahn Wartin, ist zum Schluß gediehen, doch ist das Verdick der Geschwornen noch nicht heraus. In Armagh sind fünf Personen verhaftet worden, von denen der Northern Whig behauptet, sie seien Amerikaner und seien im Besitz von 17,000 Psv. St. gewesen. — Auch im Süden sind wieder mehrere Verhaftungen vorgekommen. — Die Ernte steht erbärmlich schlecht im ganzen Lande. Der anhaltende Regen und die schwere, feuchte Luft werden sie wohl vollends ruiniren. Dazu die Kartoffelkrankheit, und man braucht kein Prophet zu sein, um Irland abermals einen Winter voll Hungersnoth, Typhus und
Elend vorherzusagen. Inzwischen fährt die Aristokratie mit der größten Kaltblütigkeit fort, die irischen Bauern massenweise aus ihren Pachtungen zu werfen. Tau- fcnbejicßen^fn den Chausseegräben und kommen elendig um. (N. Rh. Z.)
Fr a n k r e ich.
— Ein Tagsbefehl Changarnier's an sämmtliche Officiere der 12 Legionen von Paris enthält allerhand Verhaltungsvorschriften für den Fall eines Kampfes. Zum Schlüsse heißt es, die Nationalgarde solle nie zahlreichen Gruppen, wenn sie auch nicht bewaffnet seien, die Annäherung auf weniger als 150 Schritt gestatten. (K. 3 )
Auf meiner Reise zur Dombauftier und während meines Aufenthalts in Cöln habe ich von der gcsamm- ten Bevölkerung deS Rheinlandes so lebendige Beweise ihres Vertrauens und ihrer Liebe zu mir erhalten, daß ich mich frcudig aufgefordert fühle, dafür meinen herzlichsten Dank auszusprechen.
Ich habe aber in der Weise in der man mich empfing, nicht allein Anhänglichkeit für mich, ich habe darin den bestimmten Ausspruch klar erkannt, wie daS Gefühl für Deutschlands Einheit und Freiheit das deutsche Volk tief und mächtig durchdringt.
Diese Gesinnungen, sie verbürgen, daß dns Ziel, was wir erstreben, zu unserem Heile erreicht werden wird.
Ich ersuche Sie daher, den biedern Bewohnern an dem vaterländischen Strome bekannt zu geben, wie freudig und hoffnungsreich die Eindrücke sind, die ich von meiner Reise bewahre.
Insbesondere hat aber die Haltung und der Geist der Bürgerwehre, vor Allem jener in Koblenz und in Cöln, die ich näher zu besichtigen Gelegenheit hatte mich überzeugt, daß sie entschiedene Bürgschaften für die Wahrung der Freiheit, der Gesetzlichkeit und Ordnung gewähren.
Frankfurt a. M., am 10. August 1848.
Der Reichsverweser: Erzherzog Johann.
Der Reichsminister des Innern: Schmerlin g.
Verantwortlicher Redacteur: J. Oppermann.
Bekanntmachungen.
(1104)
Arbeiter-V ereilt.
300 Frimken BeloWnW^d**^-
General -Versammlung
Mittwoch den 23. August, Abends 8 Uhr.
WmiVtBWMM^^
Großherzoglich Badische st. 35 Loose $
Ziehung am 31. August M â mit Treffer von st. 50,000, st. 15000, st 5000 u. â M s. w. sind coursmäßig zu erhalten bei D
8 Raphael Herz Sohn H
W (1051) Taunusstraße Nro. 30. è
♦mseatmmmotms^
(1099) Es wurde am Samstag Abend verloren vom Kursaal oder auf dem Weg vom Kursaal nach den vier Jahrszciten: ein Medaillon von Gold, mit Perlen und Turquoise-(Steinen eingefaßten Buchstaben A. V., einer gräfliche» Krone von Edelsteinen, Turquoise und Brillanten. Das Medaillon enthält ein Kindespvrtrait nebst einigen Haaren.
Der redliche Finder wird gebeten, das Medaillon in den vier Jahrszeitcn an Matt. 1« Comtesse ViUaray abzugeben.
300 Frs. de récompense.
(1100) II a été perdu Samedi soir 19 Aoüt dans les solens du Cursaal au en revenant â l’hètel des quatre saisons, un médaillon eu or entouré de perles fines et turquoises et orné des initiales A. V. et couronne de comte en perles fines, turquoises et brillants a médaillon contant un por- trait d’enfant et du cheveux. — Le rapporter â littst. tu Comtesse <te Tillartey hètel des quatre saisons.
Jagdverpachtung.
(1101) Montag den ;28. d. MtS., Morgens 10 Uhr, soll auf hiesigem Rathhause die Jagd in hiesiger Gemarkung auf 3 Jahre, im Ganzen, auch auf Verlangen getheilt, an den Meist- dietenden verpachtet werden.
N edernhausen, 21. August 1848.
Engel, Schultheiß.
(1105) Ich mache hiermit bekannt, daß der seither chei mir gewesene Scribent Wilhelm Erkeljnicht^mehr in meinen Diensten ist.
Landsrath, Gerichtsvollzieher.
(1102) Ein junger Mann, Israelit-, welcher im Waaren- und sonstigen Geschäften erfahren und wegen seines Betragens Zeugnisse ablegen kann, sucht in diesem Fach, eine Stelle. Nähere» bei der Expedition d. Dl.
Verloren.
(1103) Eine Lorgnette von der Taunusstraße bis zur Wilhelmstraße. Bei Abgabe derselben im deutschen Haus eine angemessene Belohnung.
(1092) Als Verwalter einer Filialapotheke des Herzogthums Nassau wird ein in demselben geprüfter Candivat der Pharmacie gesucht.
DaS Nähere zu erfragen bei Amlsapotheker Hergt in Hadamar._____________________
Nuhrkohlen.
(1088) Dom 21. bis 29. d. MtS. lade ich zu Bwbrich Ofen- und Schmiedkohlen vorzüglicher Qualität aus, und stelle bei dieser Ladung memen geehrten Kunden die billigsten Preise: O enkohlen 1 jl. 50 fr., Schmiedekohlen 2 fl. 6 kr. per Maller am Schiff genommen.
Zahlung comptant.
Wiesbaden, den 18, August 1848.
A. Gleis.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere.1 Uhr.
Den 21. August 1848.
pEt.
Papier
Gelb 1
Den 21. August 1848.
pEt.
Papier
Gelb
Oesterreich Metalliques Obligationen ....
5
72
71 %!
Darmstadt Obligationen........
4
86%
85%
4
62
60 1
„ Lotterie-Anlehen von 50 ft. . . .
63%
——
3
45
44
„ 25 fl. Loose........
21%
20%.
2%
37%
37%'
Kurhesseu Friedrich-WilhelmS-Nordbahn . .
4
44%
46%
„ Wiener Bank-Actien.....
1210]
1190
„ 40 Thaler Loose bei Rothschild . .
26
25%
„ 500 Loose........
118%
—
Nassau Obligationen bei Rothschild . , .
3%
83
82
„ 250 fl. Loose von 1839 ....
81%
80%’
„ ditto 25 fl. Loose . . .
21%
20%
„ Bethmännische Obligationen . . .
4 4%
67
65
Frankfurt Obligationen ........
„ ditto von 1839 ....
3 3%
79
91%
Preußen 50 Thaler Prâmien-Scheine . . .
88
87
„ ditto von 1846 . . . .
3%
86
85
„ Staats-Schnld-Scheine â 105 . .
3%
75
74
„ Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .
281
278
Bayern Obligationen........
„ Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. C.
3%
—
77%
45
„ „ „ „ per ultimo
Holland Jntegr.-Obligatiouen.....
3%
45%
45
„ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . .
70%
70
„ Syndicats....... .
3%
—
69%
Würlemb. Obligationen........
3%
75
74%
Spanien Innere Schuld neue Obligationen ,
3
18%
18%
4%
92%
92
„ Ardoins incl. 14 Coup. . . . ’.
—
•—.
Baden Obligationen........
3%
74%
74
Polen Lotterie-Loose 300 ......
92%
91%
„ Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840
46%
46
„ ditto 500 ......
67%
67
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .
27%
27 %l
Sardinien 36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
24
26%
Darmstadts Obligationen . .- . . . . . .
3%
77%
76%!
Cours der Wechsel. ___r_ Den 21. August
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
Neue Louisd'or............
Friedrichsd'or.............
Ducatcn..............
Holländische 10 fl. Stücke ........
Englische Souverains..........
Preußische Thaler...........
Hochhaltiges Silber ..........
Gering-mittelhaltiges Silber........
Nach der Börse: Desi. 2%v6t. ®let. — G.; 3°/„ spa
F.-W.- Nordb. — G.; Ludwigsh.-Bexbach — G.
^
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
n. Jul.
5
55
36
38
5
2
43%
45
24
18
— G.;
Briefe |
Geld
Briefe
Geld
Amsterdam, loo ft. (irt. Augsburg, 103 fl. Ert. '. ' Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Äthlr. in Louisd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Disconto........
101%
89%
120%
95%
108%
100% 119% 105
99%
105
91%
100%
120
100%
88%
2
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdtuckerei.