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verstopft und erstickt werden, und wir Ung« « müssen demnach zunächst uns auS den Annen des Ablolutw- mus koswinden, um jene Freiheit zu begründen, welche die Grundlage einer jeden Entwickelung ist.

bin überzeugt, das Haus wird nicht säumen mit seiner Billigung des uns vom Ministerium vorge- zeichneten Beispieles, und das Gefühl der Gememfchast- lichkeit welches zwischen Deutschland und Ungarn herr cht ist so ausgesprochen, daß Deutschland nicht unterließ seine Sympathien für Ungarn als einem selbstständigen Lande an den Tag zu legen; darum ist es unsere Pflicht, Deutschland dem unabhängigen einigen Reiche gegenüber dasselbe zu thun. Ich mag nicht e>st auf die AuSeinanderletzung der zwischen Un­garn und Deutschland obwaltenden Interessen näher eingehen, - ich mag nicht erst von unsern Handels- interefsen sprechen und nicht von jener Unterstützung, welche Deutschland von uns und wir von Deutschland erwarten; z. B. daß die Donau von jenem mächtigen Feinde bis zu ihr herangeschlichen befreit werde. Ich mag die geistigen Vortheile nicht zergliedern, welche aus einer freundschaftlichen Berührung der beiden Na- honen entspringen. ',Jch will das Haus blos einfach auffordern, daß selbes billigend die bisher in dieser Augelegenhei. geschehenen Schritte unsers Ministeriums sich feierlichst für einen'an Grundlage der gegenseitigen Interessen Ungarns und Deutschlands als zweier selbstständiger Reiche zu schließenden Bund erkläre. (Bei­fall und Zuruf.)

Hierauf nahm Graf Ladislaus Teleky (äußere Linke) das Wort. Ich will nur ganz kurz zur Sache sprechen, denn ich glaube, es ist unmöglich, das Amen­dement des Redners vor mir nicht zu unterstützen. Auch ich verlange, daß so wie die Vertreter jenes gro­ßen Reiches durch Erhebung von den Sitzen ihre Zu­stimmung zu einem Bunde mit Ungarn an den Tag lebten, auch wir in gleicher Begeisterung unsere gleiche Bereitwilligkeit kund geben. (Alles erhebt sich von den Sitzen). Mich freut diese Einstimmigkeit der Gesin­nung, denn ich glaube, daß im Bunde Ungarns mit Deutschland die möglichst großen Garantien, sowohl für die Freiheit, als auch für die Civilisation zu finden sei. Der Sechste dieses Monats wird der große Tag für Wien fein, an welchem sich dasselbe ich hoffe, es wird nicht anders kommen vollkommen an Deutsch­land anschließen wird. Dies muß geschehen, denn so will es die Freiheit; dies muß geschehen, denn so erheischt es die Civilisation; dies muß geschehen, denn dies for­dert das Interesse der österreichischen Dynastie. Ich weiß, es ist ein Ministerium in Wien, das die Inter­essen des Volkes nicht gehörig aufzusassen wußte, und sich nach verschiedenen Richtungen hin vorwärts treiben lief;: sba6 mit seiner Abdankung drohte, und doch nicht abdankte; ein Ministerium der Freiheit, das mit solchen conquetirte, denen die Freiheit zu viel ist. Doch ich glaube, daß dem eine Gränze gesetzt ist, ein solcher Fehler kann über einen gewissen Grad hinaus nicht fort­gesetzt werden. Es ist unmöglich, daß das Ministe­rium am Sechsten die Nationalfarben nicht ausstccken wird, denn wer Mitglied eines deutschen Ministeriums ist, und dies nicht thut, der ist wider die deutsche Ein­heit, und nach meiner Ansicht ein dreifacher Verräther.

Ein Verräther als Deutscher, denn er wäre in glei­cher Lage mit einem Ungar , der es wünschte, daß in Ungarn keinerlei Centralisation er stire, sondern daß jedes Comitat souverän sei. einen solchen Menschen müssen wir Verräther nennen, weil er machiavelistischen Grundsätzen huldigt, und wünscht, daß Ungarn aus der Reihe selbstständiger Staaten gestrichen werde. Ich betrachte Denjenigen als Verräther, der jetzt, wo die Morgenröthe der deutschen Freiheit anbricht, dahin zu arbeiten sucht, daß diese vernichtet werde, und Deutsch­land auch fernerhin in mehr als dreißig Monarchien zerstückelt bleibt, damit Alles hübsch beim Alten bleibe,

wo die Souvveräne die Völker als Schafe betrachteten, und Jeder die Sorge über eine Heerde auf sich nahm. Diese Zeit war die Zeit der Tyrannei. Doch wenn sich die Völker einmal vereinigten, wenn die Mor­genröthe der Freiheit herangebrocheu, dann wäre es eine unbegreifliche Unverschämtheit, wenn ein Deutscher da­hin agitirte, daß Oesterreichs Vereinigung mit Deutsch­land nicht zu Stande komme; ein solcher Mensch müßte vor der ganzen Welt als Verräther dastehen. Ich betrachte diesen aber auch der österreichischen Monarchie gegenüber als Verräther, denn was war denn eigentlich bisher die österreichische Monarchie? Sie war ein Haus, das mehrere Besitzer hatte; und die verschiedenen Provinzen hatten einen gemeinschaftlichen Herrscher, aber keinerlei Interesse knüpfte sie aneinander. Die Folge hiervon war die Schwäche der österreichischen Monarchie, denn es gab keinen österreichischen Patriotismus. Ehe­dem hätte Oesterreichs Patriotismus so viel geheißen, als wenn Jemand für die verschiedenen Güter des Für­sten Esterhazy verschiedenen Patriotismus gefühlt hätte. Solche Gefühle eristiren nicht in der menschlichen Brust. Einheit in Centralisation müssen daher sowohl der österreichischen Dynastie als den Erbländern will- kounnmen sein. Indem Redner erklärt, daß während bisher keinerlei Verband zwischen den einzelnen Provin­zen bestand, wünscht er jetzt durch die Verschmelzung Oesterreichs mit dem deutschen Reiche zum Theile in Frankfurt, das Band der centralisirten deutschen Frei­heit zu begrüßen, und anderseits werden aber in dem mit souveräner Gewalt beherrschten Ungarn 14,000,000 Menschen, im unzertrennlichen Interesse der Freiheit und des Thrones einander gegenseitig verbunden sein.

Kronstadt, 26. Juli. So eben erhalten wir die verbürgte Nachricht, daß die Russen ihr Lager bei Ber- lard und bei Jassy geräumt und über den Pruth zu­rückgezogen sind. Glückliche Reise! Von ihren Anhän­gern haben wir erfahren, daß Kaiser Nicolaus in sei­nem Unmuche ausgerufen haben soll: man solle die Moldau und die Wälachai ihrem Schicksale überlassen, denn binnen Kurzem würden sie sich unter einander selbst ausreiben! (A. O. Z.)

Belgrad, 21. Juli. Die Ruhe in Serbien wird von den Intriguen der Obrenowitschen Partei stark be­droht, was die serbische Regierung zu überstrengen Maßregeln nöthigte. Von den Emissären dieser Par­tei wird viel Geld unter das Volk vertheilt.

(Allg. Ocstr. Ztg.)

Galizien.

Lemberg, 1. August. Der gefürchtete 31. Juli ist nun auch vorüber und ruhig vorübergangeu. Ein Maueranschlag, vom commandirenden General Hammer­stein unterzeichnet, warnte die Einwohner vor allen öffentlichen Demonstratiopen, und gab die Versicherung, daß das in den Casernen consignirte Militär erst dann einschreiten würde, wenn es dem Bemühen der Akade­miker und Garden nicht gelänge, die Ordnung zu hand, haben. Mit Tagesanbruch besetzten nun die National­garden sowie das Bürgercorps den Nichtplatz, wo sich nun wohl den ganzen Tag über eine große Menschen­menge, besonders Frauen, einfanden, das Grab mit Blumen schmückten uud.beteten; desgleichen war in den meisten Kirchen Trauergottesdienst, wobei zu einem Monumente für WiszniowSki und Kapuszinski gesam­melt wurde; im Uebrigen jedoch herrschte vollkommen Ruhe nnd Ordnung.

Die Cholera, die bereits auf dem Lande arg hanSt, hat sich auch bereits hier gezeigt. (A. O. Z.)

Rußland.

Petersburg, 1. August. Das heutigeJournal de St. Petersbourg" meldet, daß der Kaiser dem dä­nischen General-Major Orholm durch Ukas vom 20. Junizum Zeichen Seines besonderen Wohl­wollens" den St. Annenorden erster Klasse verliehen habe.

Italien.

Neapel, 30. Juli. Gestern Abend ist, schon seit einigen Tagen erwartet, das englische Geschwader auf unserer Rhede vor Anker gegangen, und zwar zum Erstaunen der Bevölkerung und dem bestehenden k. Ge­setze zum Trotz, in seiner ganzen Stärke von 8 Segel­schiffen und 2 Dampfschiffen; jedenfalls ist also die Absicht keine sehr friedliche, sei es nun die Eintreibung der von den Mesfineser Kaufleuten geforderten Ent­schädigungen, sei es die Verhinderung der keineswegs, wie man sagte, aufgegebenen Unternehmung gegen Si- eilten. Das Geschwader, aus 7 Linienschiffen, 3 Fre­gatten , 2 Dampfern bestehend (eben läuft noch ein weiterer Dreidecker ein), kommt von Parlermo. Der Gruß des hiesigen Admiralschiffs wurde von Admiral Sir W. Parker erwiedert, die Begrüßung vom Hafen und den Kastellen dagegen, obschon diese Flaggen auf­zogen, unterlassen. (S. M.)

Frankreich.

Paris, 7. August. Die Abgesandten von Turin, Mailand und Venedig haben förmlich eine bewaff­nete Intervention Frankreichs in Italien verlangt, die Regierung sie aber nur für den Fall zugesagt, daß das österreichische Heer in Sardinien einrücken sollte; für eine solche Wendung der Dinge hat, wie man ver­sichert, General Oudinot Befehl, mit der Alpen-Armee Karl Albert zu Hülfe zu eilen. Bis dahin will das französische Cabinet vereint mit dem englischen eine Vermittelung zwischen den Höfen von Wien und Turin versüchen. In den hierüber mit Lord Nor­manby gepflogenen Conferenzen soll dieser dem Minister des Aeußern vorgeschlagen haben, auch den König von Preußen zur Theilnahme an der Vermittlung einzuladen. Hr. Bastide soll jedoch diesen Vorschlag abgelehnt haben. Wie die Sachen nach den letzten Nachrichten stehen, denen zufolge Radetzky in Mailand bereits eingerückc wäre, dürfte jeder Vermittlungsversuch zu spät" kommen, und der Wiener, ich will sagen der Innsbrucker Hof schwerlich einen Zoll breit von seinen vertragsmäßigen, durch eine Reihe von Siegen bekräf­tigten Rechten aufzugeben geneigt sein.

Die Resorme" tadelt in den bittersten Aus­drücken die peremptorische Art und Weise, mtt welcher man in der Untersuchung und Verurtheilung der In­surgenten der Juni-Tage verfährt. DasJournal des Debüts" wünscht, es möge die zunehmende Hoff­nung in Erfüllung gehen von einer Vermittlung zwi­schen Wien und Turin, unter französischer und engli­scher Einwirkung: auf diesem Wege würde viel Blut gespart, das Recht über die Gewalt gestellt, der Zeit- raum, in welchem wir leben, geehrt und die Welt für Jahrhunderte mit Krieg und Schlachten verschont wer­den. (K, Z.)

Großbritannien.

London, 7. August. Die heute angelangte Nach­richt von Smith O'Brien's Verhaftung hat einen gu­ten Eindruck gemacht. Man hofft, nächster Tage auch die Festnehmung der anderen Führer des Aufstandes zu erfahren, dessen Scheitern jetzt, für die nächste Zeit wenigstens, als gewiß zu betrachten ist.

Heute Nachmittag wurde im Ministerium des Auswärtigen CabinetSrath gehalten, nachdem Lord I. Russell gestern bei der Königin auf Wight gewesen war. Am Freitag ist zu Osborne Geheimrathssitzung. Nach demChronicle" soll das Parlament dieses Jahr nur von Zeit zu Zeit auf kurze Zeit prorogirt werden, da­mit es für den Fall einer etwaigen Erneuerung des irischen Aufstandes sogleich zur Hand ist.

Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Fischer.

Bekanntmachungen.

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Ziehung der Großherzoglich

(1002) Badischen -l. 33 Loose

am 31, August.

Hauptgewinne: ß. 50,000. ß. 15,000. ft. 5000. - 13 ä ff. 1000. re.

Loose zu dieser Ziehung möglichst billig bei

Hermann Strauss.

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Julius Stiebel junior, Banquier in Frankfurt am Main.

N. 8. Alle von mir bezogenen Loose nehme bis zum 15. October, im Falle solche in dieser Ziehung nicht herauskommen sollen, jederzeit zu fl. 30 zurück, daher die Einrichtung getroffen ist, daß zur Portoersparung nur der CourSverlnst von fl. 1 pr. St. einzusenden ist. Solide Männer, die sich mit dem Debit befassen wollen, erhalten einen annehmenbaren Rabatt. Auf meine Firm» bitte genau zu achten. (1044)

Bekanntmachung.

Mittwoch den 16. August l. I., Morgens 8 Uhr anfangend, werden auf freiwilliges An­stehen folgende zu dem Nachlasse des H. Medi- cinalrathS Kraft von hier gehörige Mobilien versteigert, nämlich: 'l) Möbel, namentlich: Tische, Kleiderschränke, Bettstellen, Cauapöen mit Stühlen, Com- mode, Spiegel, 1 Sessel, 1. Standuhr ic.

2) Küchengeräthe;

3) Weißgerâthe;

4) Gartengeräthschaften und

5) Bettwerk, darunter verschiedene Roßhaar­matratzen rc.

DaS BersteigerungSlocal ist in dem zu dem fraglichen Nachlasse gehörigen, in der Friedrich­straße dahier gelegenen Hause.

Wiesbaden den 8. August 1848.

Herzog!. Nass. Landoberschultheißerei.

(1045) Westerburg,

(1043) Ein gesittetes Mädchen, welches allen Hausarbeiten gut vorsteht, im Kochen geschickt ist, bei hohen Herrschaften gedient hat, und mit guten Zeugnissen versehen ist, wünscht bei einer anständigen Herrschaft alsbald oder bis Michäli eine Stelle. Dicj Redaction sagt wer.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der E. Rittrr'schrn Buchdruckerei.