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denen der BundeKäsidentpräsident sicht. Die Verfas­sung Deutschlands soll die rein dcmokratl'sch-rkpubllkam- sche sein. (Baol. Z.)

Bern, 7. August. (Fr. I.) Der Vorort Pat heute von dem Tessin'schen Stadtrath aus Lugano vom 5. August verschiedene Nachrichten halten:

Am Vormittag.Karl Albert steht mit 40 000 Mann unter den Mauern von Mailand den Orsterreichern gegenüber. Die Mailänder sind furcht­bar gerüstet, entschlossen, das Aeußerste zu wagen. Die Emigration der Mailänder nach Tchsin dauert fort. Wir haben 20 Mann an die Gränze beordert, um Ord­nung zu halten."

Abends 11 Uhr.Dyndik von Chiasso meldet uns durch eine Estaffette: Die Oesterreicher sind zufolge einer Kapitulation in Mailand ein« gerückt. Karl Albert hat sich zurückgezogen. (Wohin?) Ein Kampf hat nicht stattgefunden. _ Die Oesterrcicher sind nach Como und weiter vor­gedrungen."

Mitternacht. Die so eben angekommenePost be­stätigt die stattgehabte Kapitulation. In Mailand herrscht große Bestürzung. Alles war verbarrikadirt, Alles zur äußersten Gegenwehr gerüstet. Die einzige bekannt ge­wordene Bedingung der Kapitulation ist die:Es sicht Jedem frei, von.heute Morgen an bis heute Abend sechs Uhr die Stadt Mailand zu verlassen." Welche Aussicht!

Gestern wurde hier mit großer Mehrheit die neue Bundesverfassung angenommen.

Großbritannien.

London, 5. August. Hr. d'JSraeli erkundigte sich in der gestrigen Unterbaussitzung bei dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, in Betreff eines neuen Aktes der Aggression von Seiten jener Macht, die man, wie er glaube, aus Höflichkeit das deutsche Reich nenne!! Die deutsche Nationalversammlung in Frankfurt habe nämlich vor Kurzem erklärt, daß sie die wegen Limburg und Luremburg im Jahre 1839 geschlossenen Verträge seiner Zeit mitunterschricben. Die Notionalversammlung mache aber nichtsdestoweniger Miene, mit dem Herzogthum Limburg gerade so zu verfahren, wie mit Schleswig und Holstein. Der Friede Europa's sei daher aufs Neue durch dieses verderbliche Eroberungsspstem des deutschen Reiches gestört und er erkundige sich daher, ob von englischer Seite nicht Schritte gethan werden würden, um geschlossene Ver­träge aufrecht zu erhalten.

Lord Palmerston erwiederte darauf, daß das Gou­vernement bereits einige Mittheilungen in Betreff dieser Angelegenheit erhalten habe, daß man über die Sache indeß noch nicht aburtheilen könne, ehe nicht einige an das holländische Gouvernement gerichteten Anfragen be­antwortet seien. Dies sei noch nicht geschehen, und es bleibe daher unbestimmt, in wie weit sich England in diese Differenz einzumischen habe.

Eine ähnliche Interpellation richtete Herr Christy wegen Schleswig-Holstein an Lord Palmerston, welcher sich aufs Neue dahin aussprach, daß er die Feindselig­keiten bald beendigt hoffe und den Verzug im Abschluß eines Friedensvectrages mehr einigen Formfehlern als wirklichen Differenzen zuschreibe.

Die übrigen, äußerst mannichfachen Verhandlungen des Unter Hauses waren ohne Interesse. (N. Nh. Z.)

Fr ankreich.

Paris, 6. August. Sämmtliche Minister und Hr. A. Marrast waren bei General Cavaignac zu einer Be­rathung versammelt, welche angeblich die italienischen Angelegenheiten, die Aufhebung des Belagerungszustan­des und den Proceß der Juni-Insurgenten betraf. Der Herzog von Osuna und ein Sekretär der hiesigen spanischen Gesandtschaft sind mit Depeschen des Ma­drider Hofes eingetroffen. Hr. Lucien Murat soll in Rom wegen eines NebercinkommenS mit der päpstlichen Negierung unterhandeln. (K. Z-)

N a eh sch r è f t.

Berlin, 4. August. Mit der gespanntesten Er­wartung blickt Alles dem nächsten Sonntage entgegen Die Bürgerwehr ist durch ihren permanenten Ausschuß zur Abstimmung darüber aufgefordert, ob sie sich Sonn­tag früh zu einer Parade versammeln und bei dieser Gelegenheit dem Reichsverweserals freiwilliges Zei­chen der freudigen Anerkennung und Huldigung, un­beschadet des Eides der Treue für König und Verfassung in Preußen, den diese Hul­digung nicht stört, ein dreifachesHoch" bringen wolle. Von 114 BezirkS-Kompagnien haben sich 102 dafür erklärt. Betreffs der Armee ist, wie wir hören, beschlossen, den Armeebefehl Sr. Majestät des Königs als genügenden Ansdruck der dem Reichsverweser schul­digen Ehrerbietung und Anerkennung zu betrachten und von weiteren Huldigungsäußerungen abzuseheu. Herr v. Griesheim soll in Folge seiner Schrift so­wohl aus seiner Stellung im Kriegsministerium ent­lassen, als auch von der Vertretung des Ministers in der Kammer entbunden sein; derselbe war jedoch heute in der Kammer anwesend. Die Versetzung des 2. Garderegiments, welches an den Gewaltthaten gegen die Studenten tu Charlottenburg vorzugsweise Antheil gehabt, ist beschlossen worden. Vorläufig ist demsel­ben das Stäbchen Nauen als Standort angewiesen. Herr v. Schreckenstein, sagt man, habe wegen der Ereignisse von Dienstag erst gar keine Untersuchung veranlassen wollen. Den Studenten, welche ihm ihre Beschwerde vortrugen, soll er gesagt haben: Es sei dunkel gewesen üud es würde nicht möglich sein, die Schuldigen herauszufinden, sie möchten künf­tig Demonstrationen unterlassen, welche die Auf­merksamkeit des ohnehin gereizten Militärs auf sie lenken müßten. Hauptsächlich, versichert man, sei es der entschiedensten Forderung des Herrn Kühl­wetter zuzuschreiben, daß dennoch eine Untersuchung verhängt ist. Insbesondere soll ein Lieutenant schwer gravirt sein. (Br. Z.)

Frankfurt, 9. Aug. Ein eben einlaufendes Schrei­ben unseres Berliner (I- Correspondenten meldet, daß der viel besprochene 6. Rumst im Ganzen ruhig vor­über gegangen ist. Die beabsichtigte Bürgerwehrpa­rade unterblieb; dagegen kam der von den Studenten veranlaßte Festzug nach dem Kreuzberge zu Stande. Er mochte wohl 1012,000 Theilnehmer zählen. Hr. Held brachte demeinigen untheilbaren Va- terlaube" ein donnerndes Hoch aus. Der con- stitutionelle Club hatte am Vormittage im Thiergarten eine eigene Feier mit Rede und Gesang veranstaltet. Der übrige Theil der Bevölkerung Berlins verhielt sich gänzlich thcilnahmlos. (Fr. I.)

Berlin, 6. Aug. Gestern Abend war es wieder lebendig unter den Linden. Große Massen standen und sangen, bis um 10 Uhr die Schutzmänner anrückten. Einer derselben trat unter die Gruppen und rief mit Stentorstimme:Meine Herren, Sie",werden aufge- fordert, Sich zu entfernen, da Sie hier nicht stehen dürfen." Darauf verliefen sich die Haufen, aber nur allmälig und langsam. Inzwischen rückten Bürger- wehr-Bataillone an, um die sich etwa Weigernden 'ein­zuschließen. Die Ruhe ward indeß nicht weiter ge­stört. Heute früh warv, eine halbe Meile von der Stadt, eine Parabe gehalten, an welcher die bewaffne­ten Studenten, Hanblungsdiener und Mitglieder des großen Handwerker-Vereins, wie etwa zehn Bezirke Bürgerwehr Theil nahmen. Auf dem Parabeplaße wurde Erzherzog Johanns Ansprache an oas deutsche Volk verlesen, der Einheit Deutschlands dreimal ein Lebehoch gebracht, dann paradirt und mit Musik nach der Stadt gezogen, wo vor der Universität die Stu- direnden die andern Theilnehmern mit einem Hoch ent­ließen. Mittags veranstaltete der konstitutionelle Club eine besondere Feier, weil er sich dem großen Zuge nicht anschließen wollte, indem ein Beschluß des demo­kratischen Clubs den constitutionellen zurückhielt. Wäh­rend der Sonderfeier, bei welcher die Herren Prutz, Cauer, Oldenberg, Freese und Wottheim sprachen, auch viele Lieder gesungen wurden, erschienen Abgeordnete der Stadirenden mit dem Berichte, daß letztere, welche ihre Theilnahme von der Verwerfung jenes Beschlusses der Demokraten abhängig gemacht, zufrieden gestellt seien, der Club sich nun anschließen möge; was aber dennoch abgelehnt wurde. Ein Hoch auf das preußi­sche Heer und die Anstimmung des dessauer Marsches schloß die Feier, nach deren Beendigungder Kcstz)lg zu Ehren des einigen und freien Deutschlands" vegann.

(K. Z.)

Rendsburg, 6. August. Die provisorische Regie­rung hat durch ein von gestern datirtes Dekret diezur Feststellung der schllswig-holsteinischen Staatsverfassung erwählte Versammlung", auf den 15. August nach Kiel einberufen. (W-Z.)

Apenrade, 3. August. Heute um die Mittagszeit kam auch von Norden her durch einen schleswig-holstek- nischen Dragoner die Nachricht ins Hauptquartier, daß die Schweden von Fühnen abgezogen und nach Schwe­den zurückgekehrt seien. Man vermuthet, baß diese Nachricht von einem aus dem dänischtn Hauptquartier zurückgekehrten preußischen Offizier, der einen dänischen Offizier zur Auswechselung dahin gebracht hatte, her- rühre. (W-Z.) -

Venedig, 28. Juli. Die provisorische Regierung wurde von der Niederlage der Italiener zuerst nach Weiden benachrichtigt, der die Aufforderung^M^kPer- gabe hinzufügte, indem er auf das Unnütze emeS^-MD^ gesetzten Kampfes und die jetzige Möglichkeit günstiger Bedingungen aufmerksam machte. Es wurde Weiden zur Antwort gegeben, Venedig könne für sich allein keine Unterhandlungen anknüpfen; dies sei eine Sache, die auch bas übrige Italien angehe und an eine Uebergabe sei nicht zu denken. (W-Z.)

Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.

Bekanntmachungen.

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(977) Die Ausspielung der in der Jnduftriehalle angekauften Gewerbcgegcn- stänben findet unwiderruflich

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Bekanntmachung.

(1035) Dienstag, den 15. August 1. I., Mit-

2 Uhr, wird die Jagd in der Braubacher Gemarkung auf dem Rathhause daselbst auf drei oder sechs Jahre verpachtet.

Braubach, den 7. August 1848.

Friedrich, Stadtschulthc-ß.

Jagdverpachtung.

(1038) Samstag, den 19. d. Mts., Mittags 12 Uhr, wird die Jagd in der Gemarkung Auringen auf dem dortigen Rathhaus auf 3 Jahre an den Meistbietenden verpachtet. Auringen, den 9. August 1848.

Herzog!. Schultheißerei. David.

^'"f^t last neue Ladeneinrichtung Zu verkaufen. Nähere« bei ter Expe­dition d. Bl.

^ ^ «s- »---«.- -^»e« ---

Iagdverpachtung.

(1031) Mittwoch, den 16. August l. I., Vor- mittag io Uhr, wird auf hiesigem Rathhause , Jagd in der hiesigen Feld- und Waldgemar- ung von etwa 1^s)<> Morgen Feldgnt und 1500 .Würgen Waldung in zwei Abtheilungen auf drei Jahre ogentiich verpachtet.

Cronberg, den 7. August 1848.

Dieichenbach, Stadtschultheiß.

Iagdverpachtung.

(1039) Montag, den 21. d. Mts., Morgens 10 Uhr, wird die Jagd in der Gemarkung Nau­rod auf dem dortigen Gemeinde-Schulhaus an den Mciftbieienden verpachtet. Naurod, den 9. August 1848.

Herzogl. Schultheißerei Schreiner.

Zu vermiethen.

(1034) Die elegante Wohnung in meinem hie- figeu Hause, welche gegenwärtig Herr Regierungs­rath Graf v. Bismark noch inne hat, w rd bis zum 1. October d. I. leihfällig. Wiesbaden, im Augnst 1818.

J. G. Ruß.

(1015) Ein gut gehaltenes Mährisches Elavier von 5/2 Octav ist billig zu verkau­fen. Wo? sagt die Erped. d. Bl.

(1028) Ein Wohnhaus mit Seitenbau und Garten und ein Wohnhaus nebst Garten steht aus freier Hand zu verkaufen. DaS Nähere Taimusstraße Nr. 14.

(1010) 800, 1000,1200 fL sind sogleich auszuleihen. Die Erpedition sagt wo?

Immer noch der alte Zopf!

(1012) Zu Westerburg scheint man, was Anstand betrifft, feil den Märztagen große Krebs­schritte gemacht zu haben. Während man über­all von jeher anständigen Fremden in geselligen Zirkeln bereitwillig Zutritt gestattet, wurde da­selbst am zweiten Kirchweibtage am 31. Juli d. I., im Gasthanse der Wittwe Färger, wo Musik und Tanz war, ein zufällig ankommeuder Freinder M t dem Bedeuten, hier sei eine ge­schlossene Gesellschaft, vor der Thüre abge­wiesen.

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Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Nittrr'schen Buchdruckerei.