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chung gegen die Soldaten eingeleitet ist. Jnbesondere soll ein Lieutenant schwer gravirt sein. Als bei dem­selben einige gemißhandelte Studenten beschwerdeführend Schutz gegen die Brutalität der Soldaten suchten, äußerte er:Ihr kommt vom Spandauer Berge, da kommt ja die deutsche Einheit her; der kann es nicht schaden, wenn sie in den Dreck geschleift wird." Dre Soldaten haben nämlich die den Studenten entrissene deutsche Fahne in den Koth getreten.

__Von dem Abgeordneten Krackrüge ist bei der National-Versainmiung ein Antrag, die bekannte west- phâ lische Staatsschuld betreffend, eingebracht, welcher für die Inhaber der Obligationen eine Anerkennung derselben, oder doch jedenfalls die Zulassung zum Rechts­wege verlangt. Von der vormaligen Regierung wur­den desfallsige Ansprüche, welche höchst gerecht erschie­nen, immer durch eine bloße Minister-Verfügung von der Hand gewiesen. (N. R. Z.)

Berlin, 4. August. (Wes.-Ztg.) Die Zahl der Buchdruckergehülsen, welche in Folge der Wei­gerung der Prinzipale, den Mainzer Beschlüssen Folge zu geben, mit dem gestrigen Tage ihre Arbeiten einstell- ten, soll 464 betragen. Daß den größeren hiesigen Zeitungen eine Einigung mit ihrem Drucker-Personal gelungen ist, beweist genugsam deren heutiges ungestör­tes Forterscheinen.

Prag, 28. Juli. (Pr. 3 ) Es wird ernstlich dazu geschritten, ein Geschwornengericht für Preßprozcsse zu creircn. Die Geschworenen werden gewählt, die active und passive Wahlfähigkeit ist au dieselben Bedingungen wie bei den Reichstagswahlen geknüpft, nur Geistliche und k. k. Beamte sind nicht wählbar, weil ihre Stan­despflichten mit denen eines Geschworenen collidiren könnten. Zum Behufe der Wahl, die auf den 9. August festgesetzt ist, wird die Stadt, ganz wie bei den Reichs- tagöwahlen, in 44 Bezirke eingetheilt : in jedem sollen 14 Geschworene gewählt werden.

Wien, 2. August. (Brcsl. Z.) Nachdem vorgestern Morgen der Palatin mit seinen ungarischen Ministern nach Ofen zurückgekehrt war, hat Abends auch der Ba­nus von Kroatien seine Rückreise nach Agram angetre­ten. Es ist in der kroatisch-ungarischen Frage nichts Definitives zu Stande gekommen. Erzherzog Johann hatte den Erzherzog Palatin und den BanuS Baron Jellachich freundlich aufgefordert, sich die Hände zu reichen. Allein die ungarischen Minister, welche sich in ein so tiefes Labyrinth eingelassen haben, scheinen nach den rechtskräftigen Gründen des Banus rathlos gewor­den zu sein. Beide Parteien haben jetzt Kommissärs zurückgelassen, welche weiter verhandeln sollen. Unter­dessen bleibt bis zum 6. August Alles im Status quo. Allein der Sturm wird schon heute im ungarischen Reichstage beginnen, denn es ist sicher, daß der unga­rische Minister-Präsident nach seiner Rückkehr von der Reickskammer in Pesth interpellier werden wird. Wie sich die ungarischen Minister aus diesem Dilemma heraus­winden, dies steht zu erwarten. Der Banus Baron Jellachich hat kein Jota von seinen Anforderungen in Betreff der Trennung der ungar. Ministerien des Krie­ges, des Aeußern und der Finanzen, die sich wieder an das Central-Ministerium in Wien «»schließen sollen, nachgelassen.

Wien. Von unserm Hochadel wird der letzte Schlag versucht werden, um unser demokratisches Staatsgebäude zu stürzen. ES wird ihm nach den letzten Vorgängen in unserer Reichsversammlung sonnenklar, daß ihm das Sterbeglöcklein bald läuten dürfte. Er liegt in den letzten Zügen, und krampfhafte Zuckungen werden er­folgen. Er hält es für eine Schändung seiner ahnen- reichcn Namen, gleicher Bürger mit den übrigen zu werden. Sein Grundsatz: wo eine Monarchie ist, dort muß eine Aristokratie die Stütze dersilben sein, wuchert noch immer im Verborgenen fort. Der ganze Adel muß abgeschafft werden; wozu hätten wir sonst für eine Demokratie gekämpft. Die Aemterschleicherei, der Kastengeist, die Privilegiensucht unter neuem Namen, und alle andern früher bestandenen Mißbrauche und empörenden Ausrisse der menschlichen Gesellschaft werden fortbefteheu, so lange der Adel nicht gefallen ist. Unter Einen Fürsten will ich mich gerne fügen, aber Tausen­den von kleinen Despoten könnte ich nimmermehr ge­horchen ; daher nur muthig im Namen des befreiten Vaterlandes vorwärts geschritten ihr Männer auf un­serm Reichstage. Schauet weder rechts noch links, sondern gradaus aufs Volk, auf die Demokratie. Ver­folget klare Grundlätze, die auch in sturmbewegten Zei­ten sicher zum Ziele führen. Nach Innsbruck sind jetzt aller Augen gerichtet, wo Großes vorbereitet wird. Kömmt der Kaiser nicht, was dann? Und man behaup­tet, daß, wenn er nicht schon vor Ankunft der zu ihm ^gegangenen Deputation von Innsbruck nicht abge- rcist ist, er auf die Adresse vom 30. Juli nicht kommen wird. Die Gründe liegen auf flacher Hand. Seine persönliche Rückkunft ist der Tod der Camarilla und der Reaktion. Man sucht aber Anarchie, um aus dem Schiffbruche noch zu retten was möglich ist.

, (AUg. Oestr. Ztg.) ust. Der Kaijer kommt nicht! merkt nirgends Traurigkeit ob dieser der Entrüstung. Der Kaiser will ob er noch ein Recht hätte, nicht zu sollen ihn bitten, als ob wir tu der Die souveränen Völker Wien, um aus eigener Macht- und 1 ^ Vaterland zu konstituiren, und

Wien, 1. Aug Auch gut! Man be Bostchaft, wohl a nicht kommen, als wollen. Und wir Lage wären bitten Oestreichs tagen in Ntchtövollkommenhe

der Kaiser erklärt, er könne nicht zu seinen Völke.n kommen, weil sie ihm keine Sicherheit garantiren. Die­ser Gedanke ist an und für sich schon ein Schicksal ein welthistorisches. So schreibt die Konstitution, ein Wiener demokratisches Blatt. Dasselbe Blatt sagt über südslavische Demonstration vom 28. Juli bei Ge­legenheit der Anwesenheit deS Barons Jellachich in Wien:

Es ist sonnenklar, daß bie ganze Sache von der Reaktion, wenn auch vielleicht nicht geradezu eingeleitet, so doch auf das emsigste unterstützt worden, da sie bei dem Zustande von Spannung zwischen der slavischen und deutschen Nationalität nichts anders erwartete, als der hingeworsene Slavenhandschuh werde aufgenommen und ein blutiger Krawall die Straßen Wiens röthen. Anarchie in Wien! ist das heiße Morgen- und Abendgebet der Camarilla, um die Freiheit der Wiener mit Bomben niederzustrecken, da sie allen Waffen bisher widerstand. Die Demonstration vom 28. Juli war nicht blauweißroth, sie war durch und durch schwarz- gelb. Wir achten Blauweißroth, so lange es sich nicht auf Kosten des deutschen Banners erhebt, aber wir hassen Schwarzgelb tu der traurigen historischen Deu­tung, die ihm das Jahr 48 zusichert. (N.RH.Z)

Triest, 28. Juli. Durch Erlaß des Finanzministe­riums vom 23. lst die Aus uhr und der Transit von Waffen nach der Schweiz, den von östreichischen Trup­pen nicht besetzten Landestheilen des lombardovenetiani- schen Königreichs und nach den andern italienischen Staaten bis auf weiteres verboten werden.

Das DampfbootVenezia", welches vorgestern die Venetianer Geiseln nach Venedig führte, ist heute mit den unsrigen hier angelangt. (N.RH.Z.)

Hamburg,30. Juli. (Deutsche Kriegsflotte.) Es ist eine für jeden Sachkenner sehr erfreuliche Er­scheinung, den ersten Anfang der deutschen Kriegsmarine hier zu sehen, der sich bereits recht respektabel aus- nimmt. Es liegen nämlich im Hafen von Hamburg von den Handelsschiffen abgesondert, bereits sechs Schiffe vollständig ausgerüstet und mit dem schmalen langen Wimpel, dem Zeichen der Kriegs­schiffe, vom Hauptmast wehend, unter dem Commando eines englichen Marine-Offiziers, bereit, sich mit Deutsch­lands Feinden zu messen. Die Seele dieser für Deutsch­land so unendlich wichtigen Unternehmung ist der hiesige Kaufmann Godesroi, ein reicher und unternehmender Handelsherr, der mehrere Kauffahrer besitzt, womit er seine Handelsgeschäfte im Großen nach allen Wcltthei- lcn betreibt. Unter andern besitzt er einen Ostindien­fahrer von Tcckholz, dem berühmten unverwüstlichen Holze; nun sind die Ostindienfahrer gewöhnlich nach Art der Kriegsschiffe gebaut, und dieses Schiff hat Hr. Godefroi der deutschen Marine geschenkt, welches einen Werth von gegen 40,000 Rthlr. darstellt. Er ging selbst nach England, und der gute Stern Deutschlands führte ihn zu einem englischen Marine-Offizier, der eben die Meinung ausgesprochen hatte, daß jetzt tu Deutsch­land ein Seeoffizier einen bedeutenden Schauplatz grö­ßerer Wirksamkeit finden könne; kurz dieser erfahrene Seemann ward für die deutsche Marine gewonnen. Er hat den Ostindienfahrer als eine F egatte mit 30 Ka­nonen ausgerüstet, und vom Mastbaume weht die deutsche Reichsflagge, am Hintertheile aber die hamburgische Admiralitätenflagge, sein Name ist Deutschland. Ein zweites Schiff ist als Brigg mit 12 Kanonen kriegs­mäßig ausgerüstet und drei starke Dampfboote, welche sonst zwischen Hull ung Hamburg gingen, sind jetzt mit den schwersten Kanonen besetzt. Dazu kommt noch ein großes Transportschiff. Wenn der Krieg, wie man er­wartet, wieder anfangs, glaubt man, mit dem eben ab- geiaufenen Kanonenboot S. Petri den Kreuzzug zu er­öffnen. Alles, was hier geschehen, verdankt Deutschland außer dem Hrn. Godefroi dem Kaufmann Hrn. Schlott­mann und mehreren freiwilligen Beiträgen. An tüchci- gen Seeleuten fehlt es in diesen Gegenden nicht und eben so wenig an erfahrenen Steuerleuten, welche die Aussicht haben, Offiziere zu werden. Die Uebungen werden täglich fortgesetzt und an Artilleristen hat es den Hamburgern nicht gefehlt, deren treffliche Bürger-Artil­lerie schon lange im Feuer erereirt. Die Dänen haben im Seegefecht nicht mehr Erfahrung als die Beman­nung der hiesigen Flotte. Von den aufgelösten Frei­corps erhält diese Flottille tapfere Seesoldaten für das kleine Gcwehrfemr. (Voss. Z.)

Eckernförde, 3. August. Heute Morgen um 6 Uhr lief die DampffregatteHekla" in unsern Hafen ein, entfernte sich aber wieder, nachdem die Offiziere des Schiffes sich von dem Räderkasten herab mit Fern­röhren gehörig orientirt hatten. Daö Schiff kam der Stadt nicht völlig so nahe wie der Aegir um vorigen Mittwoch. (N. Rh. Z.)

Limburg, 1. August. DaöJournal de Limbourg" von diesem Datum meldet: Der Stadtrath hatte am 25. Juli eine zweite Adresse an den König Vomt, be­treffend die Angelegenheiten von Limburg und die Er­haltung seines Grundgebietes. Darauf ist nun eine Antwort des Königs erfolgt. Dieselbe lautet im We­sentlichen, daß die von Sr. Majestät früher gehegten und geäußerten Gesinnungen sich nicht geändert ten, und der Stadtrath aus den bereits getroffenen ' Maß­regeln wohl werde ersehen haben, wie sehr Sr. Maj. an der Erhaltung der Provinz mit sammt ihrer Haupt­stadt gelegen ist. Die Antwort ist vom Münster de Kempenaer contrasignirt.

Rußland und Polen.

Aus dem Königreich Polen, 24. Juli. Folgende zwei Verordnungen sind hier bekannt geworden:Man hat die Nachricht erhalten, daß zwei zum Begehen eines schrecklichen Verbrechens erkaufte Polen, die sich gegen­wärtig in Breslau aufhalten, die Brüder Stanis­laus und An ton Wigowski, von denen der Erste 40, der zweite 32'Jahre alt ist, die Absicht haben, sich heimlich nach Rußland zu begeben, um daselbst ihre Pläne zur Ausführung zu bringen und sich sogar schon Pässe verschafft haben, die ihnen auf der Reise durch ganz Rußland dienen sollen. Auf ihren Tüchern werden die erwähnten WigowSki die Zei­chen st/r haben, und außer diesen beabsichtigen noch zwei andere Polen, deren Namen unbekannt sinb, sich nach Rußland in de-selben Absicht zu begeben; auch sind aus Paris zwei gefährliche Emmissâre abgeschickt wor­den, Pociej nach Litthauen und Jolowiecki nach Volhynien. Indem dies zur Kenntniß gebracht wird :c. rc." 2,Der allergnädigste Kaiser hat auf An­frage des Fürsten Stellvertreters:ob galizische Bür­ger, die in den Grenzen des Königreichs Schutz suchen, aufzunehmen seien?"" zu bestimmen gerüht,sie nur dann aufzunehmen, wenn sie sich vor dem Tode flüch­ten, oder wäheend der Dauer eines Kampfes auf dec Grenze, und namentlich Frauen und Kinder; in allen andern Fällen aber die Aufnahme zu verweigern." Nach allerhöchstem Willen hat der Stellvertreter auch befoh­len, sich mit den aus dem Großherzogthum Posen herüber­kommenden Bürgern zu bequemen, die Deutschen aber aus dem Großherzogthum, wenn sie in unseren Grenzen Schutz suchen sollten, in jedem Falle aufzunehmen!! Endlich versteht es sich von selbst, daß diese höchsten Verordnungen nicht veröffentlicht werden dürfen." Man ersieht wohl hieraus einerseits, welche trefflichen Spione Rußland im Solde hat, und sodann, daß es seine Gier auf Galizien richtet. (Br. Z.)

Schweden.

Stockholm, 28. Juli. Man erwartete hier nach dem Aftonbladet, in einigen Tagen den König Oskar zurück, da von Schließung des Reichstags in der ersten Woche des August die Rede war. Dies würde sich in­deß noch länger hinziehen, da mehrere Stande an ihre Bewilligungen die Bedingung knüpften, daß die beab­sichtigte, Vereinfachung des Schatzwesens bamit zugleich verbunden werde. Diese Sache ist erst im Bauern­stand vor gewesen, während Adel und Geistlichkeit ihre Verhandlungen ausgesetzt haben. Sonach kann der Reichstag schwerlich vor Mitte August geschlossen wer­den. In Kopenhagen hieß es dagegen der König werde erst am 1. August abreifen. In Schonen werden Er­kundigungen eingezogen wie viel Truppen den Winter über dort verpflegt werden können. (N.RH.Z.)

Italien.

Turin, 30. Juli. Italien hat gegenwärtig fol­gende Streitkräfte wider die Oestreicher zur Verfügung; die piemontesische Armee, die unmittelbar unter dem Befehle Karl Alberts steht und 45,000 M. zählt (Rech­ter Flügel). 15,000 Lombarden und Toskaner (Cen­trum). Der linke Flügel ist 10,000 Mann stark; im Ganzen 70,000 Mann. Freilich sind hierbei die Trup­pen in Parma, Modena, Venedig, Pavia und Piacenza mitgerechnet. Radetzky hat augenblicklich wenig über 60,000 Mann zur Verfügung. In Piemont betragen die jüngsten Aushebungen 21,000 Mann. (N. R. Z.)

Neapel, 25. Juli. Alle neapolitanischen Freiwil­ligen, die aus dem Norden Italiens zurückkehrten, sind verhaftet und in die Gefängnisse der Vicaria oder des Forts St. Elmo geworfen worden. Es ist Mehrern, die vorher Kunde davon erlangten, gelungen, sich auö dem Staube zu machen und an Bord eines französischen Kriegsschiffes zu flüchten. Diese begeben sich nach der Lombardei zurück. Aus Palermo erfahren wir daß Ruggiero Scttimo unter dem stürmischen Beifall des Volkes von der Deputirtenkammer zum Mitglied und Präsidenten des Senats auf Lebenszeit ernannt und ihm, wie einst Washington von den Repräsentanten der Union, Portofreiheit bewilligt worden. Beim Volke hat er den Namen:Der erste Bürger Italiens."

Spanien.

Madrid, 29. Juli. Der Herzog v. Sotomayor leidet so stark an der Gicht, daß er daS Ministerium des Auswärtigen niedergelegt hat. Es gilt für gewiß, daß Pidal ihn ersetzen und daß dann auch Hr. Mon inS Cabinet rintreteu werde. Wahlscheinlich wird So­tomayor später Gesandter in Paris. Der bekannte Gonzales Bravo ist, angeblich wegen eineS ComplottS zum Umstürze des jetzigen Ministeriums, verhaftet und nach Cadir abgeführt worden, von wo er über See transpoAirt werden soll. DemClamor Publico" zu« fulge waren Er-Mimster, hohe Beamte, Gcncrale, Höf­linge und sogar fremde Diplomaten in das Complott verwickelt; schon hatte man den Sturz des Cabiuets Narvaez als' in drei Tagen vollbracht angekündigt. Der hiesige politische Chef hat nach demHeraldo" da­hier eine Montemölinisten-Verschwö' ung entdeckt, deren Zweck dahin ging in Madrid lind im Dorfe Viealbaro Banden zu e:richten, zu bewaffnen und an Cabrera ab­zusenden. Die Verschwörer hielten am Abend des 26. an mehreren Punkten der Haupstadt Versammlungen, wurden aber von den Behörden ergriffen und in enge Haft gebracht; Gleiches geschah zu Vicalbaro mit 7