ungebührlichen Gicichgültigkeit zur Verantwoitung ge- zogen werde.
Der Kriegsminister verspricht es zu thun. _
Sirakswskp wünscht morgen das Resultat zu erfahren. _
Mak r: Nachdem es gewissen Menschen ungewiß scheint, ob der Nklchstag frei berathen könne, so müssen wir durch eine Proclamation die Völker Oesterreichs davon unterrichten, namentlich die Tproler. (Einstimmig angenommen.) (O. 3)
Lübeck, 30. Juli. E'n erfreuliches Zeichen der Anerkennung der Ocffcntlichkeit bringt ein ossicielles Protokoll unseres Bürger-Ausschusses, welches den mit 15 gegen 10 Stimmen gefaßten Beschluß des Bürger- Ausschusses enthält, „nach jeder seiner Sitzungen das in derselben aufgenommene Protokoll zu veröffentlichen", wodurch der Uebelstand, namentlich von den Senatsanträgen nicht allgemein unterrichtet zu sein, wegfällig wird und der Ausschluß eine größeres Vertrauen erweckende Stellung erlangt hat. Wir verdanken dies dem Anträge des Dr. Thcod. Dehn. — Nicht alle drei Monate, wie neulich mitgetheilt, sondern alle zwei Monate tritt die Bürgerschaft verfassungsmäßig zusammen. (B.-Z.)
Lübek, 31. Juli. (B-H) Schorr gestern brachten Passagiere von Stockholm Gerüchte mit, daß der König von Schweden unverzüglich nach Stockholm zurückkebren werde und den Reichstag schließen, daß die schwedische Nation durchaus keinen Krieg mit Deutschland wolle, daß die schwedischen Truppen zurückgehalien, daß Dänemark Frieden schließen werde. In Kopenhagen waren ebenfalls friedliiche Gnüchtenndist man keineswegs derAnsicht, daß der Krieg fortgesetzt werden würde. DieGerüchte ausSchwe- den sind dahin näher zu bezeichnen, daß die schwedischen Truppen von Malmö tn Cantonnements weiter ins La: d verlegt werden, daß der König nach Stockholm geht, und daß nun Geldbewilligungen erforderlich sind, wenn die Truppen im Felde bleiben sollen.
Bremen, 31. Juli. In Folge des unterm 15. d. M. an den Senat ergangenen Aufforderung der provisorischen Centralgewalt ist Herr Bürgermeister Smidt als bremischer Bevollmächtigter bei derselben accreditirt worden. (Wcs.-Ztg.) Hamburg, 31. Juli. (W-Z) In Rendsburg ging heute das Gerücht, daß 12000 Schweden in Kölding eingerückt waren; es stehen aber kaum 6000 au Fühnen.
9t i e d e r l a n d e.
Amsterdam, 29. Juli. Auch wir werden uns binnen Kurzem einer Vermögens- und Einkommesteuer erfreuen. Gestern Abends traf vom Haag die tröstliche Nachricht ein, daß die einzuführende Vermögenssteuer % Prokcnt, die Einkommesteuer auf Besoldungen, Pensionen rc. 5 Procent betragen soll, wogegen die Mahl- und die Sch'achtsteuer (letztere jedoch nur theilweise)
aufgehoben werden. Der einzige noch nicht besteuerte Gegenstand in Holland ist jetzt die Luft; Wir sind aber auf gutem Wege, um in ein paar Jahren auch eine Nord- und Westwindtare zu bekommen, eine Aussicht, die jedenfalls recht befriedigend ist. — , ■ (Allg. Oster.-Ztg.) Rußland.
Aus St. Petersburg, 25. Juli. Die Cholera ist sehr im Abnehmen; es kommen täglich kaum noch
150 Krankheitsfälle vor. (B.-H.)
Nassauischer Landtag.
Sitzung vom 3. August.
(Fortsetzung.)
Der Redner stattet weiter Bericht ab über die Art und Weise der Feststellung des 20fachen Betrages als Ablösungskapital und rechtfertigt die Billigkeit der früheren Maßregel. Der Grund einer jetzigen verminderten Ablösungssumme liegt in der Veränderung des Zinsfußes, welche gegen früher «'»getreten ist; er hält ane Rückzahlung an die Interessenten der abgclösten Zehnten für unstatthaft, weil jetzt der 15fache Betrag denselben Werth habe, wie früher der 20>ache.
Es wird hierauf die Berathung über die einzelnen §§. des Entwurfs, den wir be-eits mitgetheilt haben, begonnen. §. 1 wird angenommen, ebenso §. 3, dagegen die Berathung über §. 2 bis nach § 10 aufgescho- ben. Bei §. 4 trägt die Commission an, zu „Sachverständigen" noch das Wort „vei pflichteten" beizufügen, Wenkenbach 11. will „inländischen" zugesetzt haben, Eck ist dagegen, weil dadurch die persönliche Freiheit beeinträchtigt und der Unterschieb zwischen Ausländern und Inländern ausgestellt werde. Keim: Man solle dann nicht nassauischer Staatsbürger sagen. Wenkenbach!. macht auf unnötige Wortglauberei aufmerksam. Vollpracht ist der Ansicht, daß sich der Fall nicht leichter- eignen dürfte, wo ein sogenannter Ausländer zu diesem Geschäft zugezogen werden würde, und daß dies größere Kosten verursachen würde.
Der Commissionsantrag wird angenommen.
Zu 8- 6 bemerkt Vollpracht: Ich glaube wohl, daß man bei Staatszehnten den Betrag eher willkürlich festsktzen kann, allein bei Privatzehnten muß doch darauf gesehen werden, daß die Summe dem wirklichen Werth entspricht.
Wèilbächer hat eine Abänderung des §. beantragt , die, weil sie nicht schriftlich eingereicht ist, die Ursache einiger Mißverständnisse ist. Der Vorsitzende Wirth macht darauf aufmerksam, daß jeder Antrag schriftlich eingereicht werden müsse, um diese künftig zu verhüten. Weilbacher beantragt, den Durchschnittspreis 1 zu ermitteln: „mit Weglassung der 2 Jahre, wo die £ö$ften"'^fffirWrTfffji^
haben."
Das Amendement wird gegen 9 Stimmen verworfen. Ein Minoritätsantrag der Commission beantragt daß die Durchschnittspreise der Ablösung gleich ermittelt und sogleich mit dein Gesetz publicirt werden sollten.
Wirth: Dann müßte aber das Gesetz wieder an die Commission zurückgehen und nochmals geändert werden.
v. Eck: Das könnte in 3 Tagen geschehen.
Voll Pracht: Ich gebe zu bedenken, ob es nicht besser wäre, die Aufstellung des Preises selbst zu lassen, da ja der Grundsatz, wie es geschehen soll, festgesetzt wird.
Der Minoritätsantrag ist abgelehnt (gegen 6 Stimmen).
Die Weinzehntenpreise sollen aus dem Durchschnitt der Jahre 1810—1839 ermittelt werden, da die Preise in den letzten Jahren sehr hoch waren und man gerade bei den wechselnden Weltpreisen eine größere Reihe von Jahren festsetzen muß.
Der §. 6 wird in der von der Commission vorgeschlagenen Fassung fast einstimmig angenommen.
Die Berathung des §. 7. wird ebenfalls aufae- schoben. °
§. 8 ohne weitere Diskussion angenommen.
Bei 8- 9 schlägt Schmidt vor, die Worte „unter der Leitung des Steuerkommissärs" zu streichen und dafür zu setzen: „das Spezialablösungskataster soll unter der Prüfung des betreffenden Steuerkommissärs aufgest llt werden, wofür derselbe keine besondere Vergütung in Anspruch zu nennen hat." Der Antrag wird angenommen.
Bei §. 10 beantragt Wenkenbach I. statt der Worte „nach dem Landeskreditkassengesetz vom 22. JanE 1840" die Worte „des Gesetzes selbst" zn^seßen. Wir würden ohnehin schon genug vom Gesetz auf Gesetz, von Rescript auf Rescript oder um deutlicher zu sprechen, von Pontius bis zn Pilatus verwiesen, man sollte in dieser Weise nicht noch weiter sortfahren.
Bertram trägt darauf an, auch die Diskussion über diesen §. aufzuschieben. Großmann unterstützt ihn. Schmidt ist dagegen. Die Majorität der Versammlung (22) entscheidet sich dafür, daß'der §. 10 nach dem §. 2 und 7 vorgenommen werde.
Es wird auf §. 2 übergegangen.
( Fortsetzung folgt.)
Berichtigung.
Bei Auszählung der Namen, welche für die Ablösung des Zehntens im 12 fachen Betrage gestimmt haben, sind zwei irrthümlich angegeben: Professor Bellinger und Lotichius. An ihre Stelle sind Schultheis Bellinger und Wehrfritz zu setzen
Verantwortlicher Redacteur : Dr. F. Möllen
Bekanntmachung.
(1011) Dienstag, den 8. August d. J. Nachmittags 2 Uhr kommen in deni Hinterhause von Georg Dannecker'S Erben in der Wilhelm- straße dahier allerlei Mobilien, namentlich ein . nußbaumeneS Kannapee mit 6 Stühlen, ein nuß- baumeues Eonsolschränkchen , ein kirschbanmen Glasschränkchen, ein Kleiderschrank, eine Bettstelle, einige Tische, ein Ofen mit Platte, und mehrere Küchengeräthe wegen Wohnungsveränderung zur Versteigerung.
Wiesbaden, den 3 August 1848.
Der Stadtschultheißerei-Verwalter Christmann.
Für die Seidenzrichter.
(W06) Diejenigen Büdner, welche ihre EoconS wollen abbaspeln lassen, werden hierdurch ersucht, solche alsbald in der Filanda abzugeben.
(1017) Ein junger Hühnerhund, weiß mit braunem Behäng, ist zu- gelaufen. Der Eigenthümer kann «3Siö denselb n gegen Erstattung der Kosten in Empfang nehmen. Näheres bei der Erpedi- Uon d Bl. zu erfragen.
(1017) Am 31, Juli ist Abends auf dem Wege vom ChauffeehanS über Georgenborn nach Schlangenbad ein Armring von Dukatengold, in Schleifenform, die Schleife grün und weiß emaillirt, verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, es in der Erpedilion dieses Blattes oder in Schlangenbad im Hotel Victoria gegen eine gute Belohnung zurück zu geben.
D (1010) SOO, 1000,1200 fL d * sind sogleich auszuleihen. Die ^ Erpedilion sagt wo?
Frankfurt. Cours der Staats Papiere. 1 Uhr.
Den 31. Juli 1848.
pEl.
Papier
Gelb 1
Den 31. Juli 1848.
pEt.
Papier |
Geld
Oesterreich
Preußen Bayern
Würiemb.
Baden
Darmstadt
Metalliques Obligationen ....
Wiener Bank-Actien ..... 500 fl. Loose........
250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .
50 Thaler Präinien-Scheine . . . Staatè-Schn.lr-Scheine â 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kaual-Actieu incl. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Action . , . Obligationen........
Obligationen........
Lotterie-Anlehen â 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen ........„
5
4
3 2%
4
4%
3% 3%
3% 4% 3%
3%
63% 52% 38
33%
1070
108
71% 53% 57%
66
74% 91% 74%
27
76
62%i
33%!
1057 1 107 1 70%i 52% 56%| 86 %' 73 %!
75 1 45 i 65%
91 %1 ” 1 26%l 75%'
Darmstadt
Kurhessen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien
Polen
Sardinien
Obligationen........
Lottcrie-Aniehcn von 50 fl. . . . 25 fl. Loose ........ Fricdrich-WilhelmS-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei giolhschild . . Obligationen bei sttothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . .
Obligationen........
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .
„ „ „ per ultimo
Jntegr.-Obligatioucn..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. . . . . Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 .... ^.^
36 FrS. Loose bei Gebr. Bethmann
4
4
3%
3 3% 3%
2% 3%
3
85%, 63 21% 38% 25% 81% 21 81% 93% 87%
275
44
ü%
63% 25
85 62% 20% 38% 24% 80% 20%
92% 86%
271
43% 68% 16%
87 63
Cours der Wechsel. Den 27. Juli.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
^
Briefe
Geld
Briese
Geld
Neue Louisd'or.......... .
Friedrichsd'or............. Du raten..............
20 Frank-Stücke ...........
Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains.......... Laubthaler .............
Preußische Thaler...........
Hochhaltiges Silber..........
. Gering-mittel haltiges Silber...... .
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
5 55 36 37
5
2 43% 45 24
18
Amsterdani, Wo fl. Ert. . . . Augsburg, WO fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Nlhlr. in Louisd'or . Hamburg, WO Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr ....... Paris, 260 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r WO fl. C.-M. . . Disconto........
121%
101
103
wo78 119% 105
99% 89
105
95% 95%
- —-
106%
88%
120%
2
(997) Ein noch sehr gut erhaltener Flügel steht billig zu verkaufen. Wo? sagt die Erpe- dilion d. Bl.
(1013) Herr Wèüller beehrt sich anzuzeigen, daß er mit seiner Gesellschaft nächsten Sonntag Montag und Dienstag, Sonntag Abends 5 Uhr, die andern Abende um 6% Uhr große Vorstellungen auf dem Schulplatz in 3 Abtheilungen, i te Abtheilung "auf dem Spann-' und Tanzscil, 2te Abtheilung auf dem hohen Schwungseil, worauf sich Herr Müller von 82 Jahren mit vieler Geschicklichkeit produciren wird, und 3te Abth. auf dein 200 Fuß langen und 50 Fuß hohen Ascensionsseil, worauf Madame Weikert und Madame 61 a ch mit dem Schiebkarren auf- und abfahren werden, geben wird.
Preiße der Platze: Erster Platz: 12 fr. Zweiter Platz: 6 kr. AußerB dem Kreise zahlt man je mehr je lieber.
(995) Vorzügl ch gutes Bairisches Bier zu 7 Kreuzer die Flasche verzapft G. Hahn, im Nerothal.
(1011) Ein Flügel ist billig zu vermiethen bei F. Lehmann, Eck der Golegasse.
(1009) Donnerstag, den 10. August, des Vormittags um 9 Uhr, soll die Langenschwalbacher Jagd auf 0 Jahre in drei Abtheilungen auf dem RathanS daselbst an den Meistbietenden vergeben werden.
Stadlschultheißerei-Verwalter
. Eh. Diefenba ch.
(10;.7) Bei meinem Umzug von Berlin nach der Rackeèmühle bei Erbach, Amts Idstein, im Herzog- tbum Nassau, habe ich ein paar Neufouiirländer Hunde, achte 9ta^e, welche
gegenwärtig JunKn haben, mitgebracht. Sollten Liebhaber hierauf resiectiren, so bitte ich mir das Nähere sobald wie möglich franco zu- gehen zu lassen. PH. W. KrâlNkr,
Mühlenbesitzer.
Aimonce.
(W W) Ein ehemaliger Oberkellner, durch die schlechten Zeiwerhâltnisse gezwungen eine Saal- kellnerstelle dahier anzunehmen, suhlt sich izi seiner Lage nicht ganz behaglich; er sucht deßhalb einen Bedienten, welcher den ihm unangenehmen Theil seiner Arbeiten verrichten soll. Derselbe erhält außer 10 fl. monatlich, Livree and Soft. Näheres bei R. Baltus.
K$> (1018) Den Mitgliedern der hiesigen Turn- und Gesangvereine, welche an der pro- jeciirten Fahrt nach St. Goarshausen u. s. W. Theil nehmen wollten, wird hiermit angezeigt, daß diese Fahrt bis auf weiteres ausgesetzt bleibt
Verlag von H. Fischer und E. Ritter. - Druck der C. Nitter'schen Buchdruckerei.