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früher unter Frankfurter und überdies noch fürstlich thurn- und tarischer Censur stehend, zu seinem Organe gemacht hat. Eine Zeitlang war diese Zeitschrift unter der Redaction des wackern Wiesner von Wien, ein Blatt entschiedenen aber ruhigen Fortschrittes, aber bald sah die Generaldirektion ein, daß Wiesner für ihre Prin­zipien nicht kämpfen konnte und wollte, und so wurde er von der Redaction entfernt. Indessen möchte sich die O.-P.-A.-Z. doch wohl besser noch als des hiesige Journal dazu eignen, ein offizielles Organ abzugeben, da man hier wenigstens eine Farbe kennt, wogegen das Letztere durchaus ohne irgend eine Tendenz ist.

Frankfurt. Beim Handwerkercongreß in Frank­furt sind bis jetzt folgende Städte und Terretorien vertreten: Rastatt, Fürth, das Hezogthum Nassau, die Stadt Erfurt, die Provinz Brandenburg, Provinz Sachsen, die Städte Fulda, Schleiz, Schmalkalden, Schwaben-Neuburg, Offenbach, Detmold, Neubaldens- leben, Herz. Sachsen, die sächs. Städte, Nürnberg, Limburg, Innsbruck, Berlin, Fürstenthum Reuß (Gera) Mecklenburg, Strelitz, Breslau, Gießen Köln, Koblenz, Baden, Stettin, Frankfurt a. M., Bremen, Danzig, Westphalen, Offenburg, Lübeck, Erlangen, Freiburg, Mecklenburg, Schwerin, Ehrenbreitstein, Provinz Schle­sien, Laar/Herz. Braunschweig, Altenburg, Holstein, Dessau, Minden, Hamburg, Augsburg, Würzburg, Regierungsbezirk Oberpfalz (einige Siädte und Pro­vinzen sind auch durch mehre Abgeordnete vertreten).

(F. I.)

DasBittet, so wird Euch gegeben" werden der preußische Landtag und auch die deutsche National­versammlung in ihren gegenwärtigen Sitzungen schwer­lich zu einer Wahrheit machen können. Bei der ersteren waren bis zur Mitte dieses Monats 6000 Petitionen eingegangen. Bei der Frankfurter Nationalversamm­lung bisher 1500.

Rheinprovinz. Der DüsseldorferVerein für demokratische Monarchie" hat einen Aufruf an alle Deutschen, insbesondere an alle politischen Vereine jeder Farbe, erlassen, um zur Feier des 6. Augusts, deS Ta­ges der Feier des Reichöverbandes durch das Heer, aufzufordern. Der Verein willdahin wirken, daß jener Tag zu einem Vereinigungsfest zwischen Militär und Bürger benutzt werde." (B- Z-H.)

Hannover, 27. Juli. (Wes.-Z.) Die vorgestern erfolgte Freilassung des seit Mitte April d. I., also seit länger denn 3 Monaten, in ungewöhnlich strenger Un- tersuchuugshaft gehaltenen Advocaten Weinhagen aus Hildesheim beschäftigt das Publikum in hohem Grade. Die eigenthümlichen Umstände, welche der Haftnahme vorangingen und dieselbe begleiteten, noch mehr die un­glückseligen Folgen, welche für die Bewohner Hiloes- heims daraus erwuchsen, verliehen dieser Angelegenheit schon der Zeit ein allgemeineres Interesse. Jetzt, wo statt der Verurtheilung Weinhagens, die nach geflissent­lichen oder zufälligen Gerüchten und tn Folge der omi- uöscsten Entstellung der bezüglichen Thatsachen zweifel­los schien, plötzlich dessen Freilassung erfolgt, sieht daS Publikum sich natürlich verwundert an und wünscht vor Allem einiges Licht über die gravirenden Thatsachen, die eine Haft wie jene veranlassen und deren Dauer rechtfertigen möchten im freien Deutschland. Hoffentlich werden Hr. Weinhagen und seine Freunde nicht allzu­lang darauf warten lassen.

Berlin, 26. Juli. (WefeZtg.) Gegen die Con- centcirung der Gewalt zu Frankfurt spricht sich hier immer entschiedener die Meinung eines Theiles der Be­völkerung , vor Allem aber des Militärs, aus. In einzelnen Compagnien der hiesigen Garnisonstruppen haben sämmtliche Unteroffiziere und Soldaten die bestimmte Weigerung ausgesprochen, dem Reichsver- wcser den Huldigungseid zu leisten. Auch die Presse bleibt dieser Gesinnung nicht fremd: Nicht nur die deutsche Wehrzeitung", auch die durch die einflußreich­sten Personen des alten Regime geleiteteNeue Preuß. Ztg." .spricht dieselbe unumwunden aus. Sie nennt denkühnen Griff" Herrn v. Gagern einenvorher wohl überlegten Pfiff", und schreibt die Anweisung, welche der Reichskiiegöminister an die Landeskriegsmi- uister erlaßt,einer sonderbar benebelnden Kraft der Frankfurter Luft" zu.

Berlin, 28. Juli. (Amtliche Eiklärung über den Fortgang des dänischen Krieges.) Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten macht amtlich Folgen­des bekannt: Die Verhandlungen über den Ab­schluß eines Waffenstillstandes, welche zwischen dem Oder-Befehlshaber der deutschen Truppen in Schles­wig und dem dänischen Ober-Befehlshaber stattfanden, haben zu keinem Resultate geführt. Nachdem die Verhandlungen dänischer Scits am 24. d. M. ab­gebrochen worden, hat die einstweilen kingetretene Waf­fenruhe am Abend desselben Tages aufgehört. Das un­terzeichnete Ministerium setzt die preußischen Rheder und den betheiligten Handelsstand von dieser Lage der Dinge hiermit in Kenntniß. Berlin, den 27. Juli 1848.

Berlin, 25. Juli. Ueber das Erkenntniß, welches vom Kriegsgerichte gegen die bei der Preisgebung deö Zeughauses betheiligten Officiere gefällt worden ist, sind gegenwärtig, nachdem dieses Erkenntniß lediglich betätigt worden ist, sichere Nachrichten vorhanden. DaS e I lautet gegen den Hauptmann v. Natzmer S gegen den Lieutenant Techow auf ^ den ältesten Lieutenant in der i * H°rr" v. Natzmer auf 2 Jahre Fe- stungsarrest, außerdem gegen alle drei auf Entlassung

aus dem Offizterftande. Es gehen täglich Denun­ciationen wegen Wort und Schrift gegen einzelne Männer ein, und was das Unsittlichste dabei ist, diese Denunciationen sind fast alle anonym. Der Staats­anwalt kann schon nicht anders, als amtlich näher da­rauf kiiigkhen, weil er sonst riskirt, wie es Herrn Temme ergangen ist, daß zahllose Beschwerden, mit und ohne Namen, an den Justizminister abgehen.

(Publicist.)

Kiel, 26. Juli. (C.-B.) Der Redaction ist soeben ein Schreiben aus Frankfurt zugekommen, nach welchem die Herren Claussen, v. Ncergard und Esmarch in die schleswig-holsteinische Ländesveisammiung gewählt zu werden wünschen und. zu diesem Zwecke einen Urlaub erhalten können. Diese Herren sagen selbst, daß unsere Landessache in Frankfurt auch ohne sie aufs beste ver­treten sei, indem die National-Versammlung für Schles­wig-Holstein Alles thun wird.

Rendsburg, 26. Juli. (Hb. Corr.) Dem Ver­nehmen nach soll uns bald ein Garnisonswechsel be- vorstehcn, indem die jetzt hier liegenden Truppen wei­ter vorrücken und durch andere ersetzt werden sollen.

Wie man hier allgemein vermuthet, wird nunmehr auch das neunte Bundes - ArmeecorpS mobil gemacht werden. (General Wrangel hieß es, wollte gleich nach Ablauf des Waffenstillstandes in Jütland ein- rücken.)

Eckernförde, 26. Juli. Nachdem schon in der verflossenen Nacht durch Anzünden der Allarmfeuer ver­kündet war, daß der Feind in der Nähe sei, kam diesen Morgen um 5 Uhr ein dänischer Kriegödampfer (ver­muthlich derAegir",') in unseren Hafen, augenschein­lich nur in der Absicht zu recognoscwen, da er densel­ben nach allen Richtungen durchkreuzte. Er näherte sich der Stadt auf circa 150 Schritt, filierte auf einen Posten des hier in Cantonnement liegenden 4, Batail­lons zwei Kartätschenschüffe ab, wodurch ein in der Nähe des Postens stehender Privatmann gclödtet wurde. Eine allgemeine Entrüstung sprach sich darüber aus, daß unser Hafen nicht längst durch Batterien gesichert sei. Hätten wir nur einige Kanonen von entsprechen­dem Caliber gehabt, so wäre derAegir" sicherlich nicht davon gekommen, da er eine lange Zeit dem Strande so nahe lag, daß einige auf denselben abge- feuerte Musketenschüsse weit über das Schiff hinaus­gingen. Da man allgemein annimmt, daß derAegir", der uns in diesem Augenblick bereits wieder verlassen hat, noch im Laufe des heutigen Tages mit andern in der Nähe befindlichen Schiffen zurückkehren wird, so wurde vielfach der Wunsch laut, die Stadtcollegien möchten eine Deputation nach Rendsburg senden, um die schleunige Herbeischaffung von Artillerie zu erbitten. Sachkundige behaupten indeß , daß das KriegSdeparte- ment unmöglich noch einer Anspornung dazu bedürfen werde. (S.-H. 3 )

Wien, 25. Juli. Doblhoff fährt fort, den Augias­stall der Büreaukratie zu säubern, und werden dem­nächst Bayonsky in Brünn, Salm in Triest, Skrbensky in Linz und Welfersheim in Laibach dem Grafen Leo Thun iit'ö Eri! folgen, nur Stadion in Lemberg und Wicken bürg in Gratz dürften bleiben; Graf Brandis ist gleichfalls'abgefetzt und soll die Ausführung nur so lange ve> zögert werdens bis der Kaiser Innsbruck ver­lassen hat. Dann werden die Kreishauptleute an die Reihe kommen, und schon hat der ^relthauptmann Meyerhoffer des Viertels unter dem Mannhansbeig in Nieder österreich, gegen welchen mehrfache Klagen vorliegen, den Anfang gemacht. Dodthoff ist gesonnen in dem Säuberungswerk unverdrossen fonzufahren und im Laufe dieses Jahres mindestens die Hälfte der- reauch fs von ihren Posten zu entfernen. (F. I )

Wien, 27. Juli. Der Courier, der vom Mini­sterium nach Innsbruck gesandt wurde, ist bcrcitö hier angelangt. Der Kaiser kommt nicht zurück! Man sieht daher der Zukunft mit banger Erwartung und Besorgniß entgegen. Das Ministerium, das be­reits voraus seine Abdication angekündigt, für den Fall, baß der Kaiser nicht wieder kehren sollte, wird wahr- sch'inlich sein Wort auch halten, was die Verlegenheit der Residenz noch mehr vermehren würde. Sv eben wurde in der Kammersitzung vom Kriegsminister eine telegraphische Depesche" vorgelefen, die er heute Mor­gen erhalten. Die Oesterreicher haben über die Pie­montesen bei Rvolr' einen bedeutenden Sieg er­rungen. Das Nähere morgen. (F. J>)

Wien, 27. Juli. Also der Kaiser will wieder heimkehren in seine Hauptstadt, in den nächsten Tagen wird er schon hier sein, und doch wie stumm und still ist Wien bei dieser Nachricht. Dieses Innsbruck liegt wie eine tiefe Kluft zwischen einst und jetzt, und kein Entgegenkommen füllt sie mehr. Innsbruck nahm Oesterreich den letzten Nest seiner patriarchalischen Zei­ten, denn patriarchalisch war es auch noch in seiner Freiheit. Der Promenade nach Innsbruck folgte eine Revolution, eine stille, unsichtbare Revolution, die in den Gemüthern vorging und welche jetzt nichts wieder ungesch hen macht. Oesterreich brach mit seiner Ver­gangenheit, mit seiner Liebe, mit seinen Traditionen, und trat umgewandelt tu die neue Zeit. Je größer die Ereignisse waren, desto mehr mußten sie vereint von Volk und Kaiser getragen werden: es wäre ein Band zwischen ihnen geworden, während jetzt l iefe Er­eignisse zwischen ihnen wie eine Barrikade stehen. Aber der Kaiser, sagt man, will entsagen. Nun, um so ge­wisser stehen wir dann am Ende der patriarchalischen

Aera; denn ein Knabe taugt doch zu einem Patriarchen nicht recht. Wenigstens wird dann Wien wieder die Residenz; denn ich denke, es hat sich nun gezeigt, daß Wien die Hauptstadt auch ohne Kaiser bleibt. (K.Z.)

Ungarn.

Pesth, 25. Juli. (Br. Z.) In der gestrigen außer­ordentlichen Abendsitzung erklärte sich das Unterhaus mit einer ministeriellen Majorität von 233 gegen 36 Stimmen für die Bewilligung des ungarischen Militärs in dem Kriege gegen Italien. 79 Deputirte haben sich der Abstimmung durch Wegbleiben entzogen. Schon Heute gehen von Ofen Kürassiere und Husaren nach Italien ab, während der illyrische Aufstand noch im vollen Brande ist. Wie man versichert, wird der Fi- nanzminifter in einigen Tagen dem Landtage auch die U bernahme eines verhältnißmäßigen Theils der öster­reichischen Statsschuld vorschlagen.

Italien.

Mailand, 27. Juli, 2 Uhr. (Provisorische Regierung der Lombardei. Außerordent­liches Bülletin.)Wir erhalten offizielle Berichte über die in den drei letzten Tagen gelieferte Schlacht. Der durch neue Truppen verstärkte Feind versuchte einen Angriff auf der ganzen Linie, wobei er sich auf die 3 Festungen Mantua, Legnago und Verona stützte. Am Sonntag (23. Juli) mußten die vorgeschobenen Heeres­abtheilungen bei Rivoli und Sommacampagna, durch die Zahl überwältigt, diese festen Stellungen nach ehren­vollem Widerstände räumen. Am Montag (24.) eilte König Albert von Marmirolo nach Villafranca herbei, und die Unsrigen eroberten aufs Neue die Stellungen von Somiuacampagna. Der Kampf war langwierig und blutig, die Verluste des Feindes bedeutend größer alö- die unsrigen, und der Tag endigte mit Aussichten auf einen vollständigen Sieg für den nächsten Tag. Aber am Dienstag, während unsere Artillerie von den Höhen von Sommacampagna herabdonnerte, kam ein neues feindliches Corps, das unter Radetzky's Anfüh­rung von Verona, wo es sich von Legnago und Vi­cenza aus gesammefl hatte, aufgebrochen war, hinzu und fiel den Unsrigeu in den Rücken. Nach einem für den Feind mörderischen (miniâulk) Widerstände erkannte man es als gefährlich, diese so bloßgestellten und aus­gedehnten Stellungen zu behaupten, und das Heer zog sich nach Villafranca zurück, von wo es in der Nacht 2500 Gefangene mit sich führend, ohne daß der Feind es zu verfolgen wagte, sich auf Goito zurückzog, um sich von den außerordentlichen Anstrengungen dieses drei­tägigen Kampfes zu erholen und sich mit den Reserve- corps auf der Linie des Mincio wieder zu vereinigen. Pcöchiera wird von dem linken Flügel des Heeres un­ter dein Befehl des General Soinnaz tapfer .vertheidigt. Diè Eiiizeluheiten der Schlacht und im Hauptquartier noch nicht zusammengesteUt."

Bei diesem Büllelin darf man nicht vergessen, daß es ein italienisches ist. Radetzky schreibt in dem nach Wien abgesandten sich den Sieg zu. Danach wird wohl die Schlacht nicht eutichieden und nicht entscheidend sein.

Großbritannien.

London, 24. Juli. (Parlaments-Verhand- lun gen.) Oberhaus. Das Oberhaus hat in seiner heutigen Sitzung die Bill, wodurch die Habeas-Corpus« Akte in Irland suspendirt wird, ganz in der Gestalt, wie sie im Unterlaufe durchgegangen war, nach drei­maliger Lesung einstimmig angenomm n. Lord Lands- downe empfahl dem Hause, es ganz so zu machen, wie das andere Haus und die Bill sofort und während der gegenwärtigen Sitzung anzun hmen.

Unterhaus. D^e Sitzung des Unterhauses war ohne besonderes Interesse. Dieselbe wurde hauptsächlich durch die vertagte Debatte über die irische Jury ausgefüllt.

(Vorbereitung wegen Irlands.) Die beiden Garderegimenter haben Befehl erhalten, sich jeden Augenblick zum Abgang nach Irland bereit zu halten. Die Regierung ist im Stande, binnen 24 Stunden 15,000 Mann Verstärkungen nach Irland zu senden, wenn die Insurrektion daselbst zum Ausbruch kommen sollte. Auch die Londoner Behörden haben seit ein paar Tagen Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Die Polizeiwachen und die Truppenpiqucts sind verdoppelt worden.

o (B. Ztgs.-H)

Loudon, 27. Juli. Der Präsident des Minister- Rathes, Lord Landsdowne, erklärte in der heutigen Sitzung des Oberhauses, daß er Ursache habe, die heute hier verbreiteten Nachrichten von einem Ausstande in Irland für ganz ungegründet zu halten. Die De- Peschen, welche der Lord-Statthalter Mittwoch Nach­mittags um 3 Uhr an die Regierung schrieb, melden nichts davon; andere Briefe, die gestern um < Uhr Abends abgingen, schweigen ebenfalls. (K. Z.)

London, 26. Juli. (K. Z.) Duich die neue Acte des Parlamentes wird der Lord-Statthalter von Irland berechiigt, Personen, welche des Hochverraths verdächtig sind, ohne Weiteres zu verhaften. Doch müssen sechs Gebeimräthe den Hastbefehl mitunttWeichnen. So ver­haftete Personen dürfen weder ihre Freiheit gegen Bürg- sch^ft noch die gerichtl che Untersuchung ihrer Sache vor dem 1. März 1849 verlangen. Für die Schnelligkeit, mit welcher diese wichtige Bill durch beide Häuser des Parlamentes getrieben worden, wissen die Engländer nur ein Beispiel aus dem Jahre 1803 anzuführen, wo