überreicht, nach welchem die Cauti'on wegfallen würde und welchen die Commission gestern in Berathung nehmen wollte. —
St. Petersburg, 11. J"l>. (Oesterr. Z.) Se. Mai der Kaiser hat für die Cholera verwaisten Farm- lien und Personen ein Comite unter dem Vorfttze des Gen eral-Kriegs-Gouverneurs von St. Petersburg ein- a.'setzt, das beauftragt ist, Individuen, die durch die Epidemie ihrer natürlichen Stützen beraubt sind, aufzusuchen und zu unterstützen. Dieses Comite hat am 6. Suh' seine Wirksamkeit begonnen. Zum 8. Juli waren in St. Peterburg 3790 Ehvlerakranke in Behandlung verblieben; im Verlaufe dieses Tages kamen hinzu 85-3, es genasen 172 und starben 574 (darunter in den Wohnungen 328), Zum 9. verblieben in Behandlung 3897 Kranke.
Am 7. Juli verstarb hier der Arzt des Hos-Hospl- tals, wirklicher Staatsratb H. Witt.
In Moskau hat die Epidemie nach dem 19. Juni den höchsten Grad ihrer Jntrsitât erreicht und sich in der ganzen Woche in bedeutender Höhe erhalten, während jedoch die Zahl der Eikrankungen allmählig abnahm, wie folgende Angaben darthun:
Am 20. Juni erkrankten 372 und starben 170 Personen.
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Im Ganzen
2007
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975
II
Im Gouvernement St. Petersburg hat sich die Epidemie mit großer Schnelligkeit ausgebreitet, und greift noch fortwährend rasch um sich. Außer Neu-Badoga und Schlüsselburg sind auch die Kreise St. Petersburg (am 23.) und Zarekoje Selo (am 27. Juni) hcimgc- sucht. In Kroustadt zeigte sich die Cholera am 23. Juni: von 4 Erkrankten starben hier 2. Am 26. kam ein Cholerafall in Oranienbaum vor. Ueber den Gang der Epidemie in der Hauptstadt St. Petersburg selbst gibt die hiesige Polizei-Zeitung täglich Nachricht. Der erste Cholerafall wurde hier am 16. Juni bemerkt, wo ein aus Neu-Badoga zu Wasser hier angekommener Diakonus erkrankte, der jedoch genaß. Am 17. und 18.
kamen keine Erkrankungen vor, aber am 19. erkrankten mehrere Personen, und von diesem Tage an nahm die Krankheit einen epidemischen Charakter an. In den ersten zwei bis drei Tagen wurden fast ausschließlich nur Bewohner des Liteinaja und des Roschdastwenskaja StadttheilS und der benachbarten Gegenden auf dem linken N.waufer davon befallen und meistens Schiffs- arbeiter auf den Barken. Sodann verbreitete sie sich mit ungewöhnlicher Schnelligkeit über alle Stadttheile und erreichte in kurzer Zeit als Epidemie einen hohen Grad der Intensität. Im Ochtaschen und im Peters- burgifchen Stadtthelle brach sie spater als in den übrigen Stadttheilen aus. In Betracht der Schnelligkeit ihrer Verbreitung und gestützt auf die Erfahrungen, die man beim früheren Erscheinen der Cholera gemacht hat, gibt man der Hoffnung Raum, daß sie auch rasch wieder abnehmen und überhaupt nicht lange dauern werde. Seit dem Ausbruche der Cholera bis zum 1. Juli sind in St. Petersbug überhaupt 3474 Personen daran erkrankt und 1682 gestorben.
Nassauischer Landtag.
Sitzung vom 22. Juli.
(Fortsetzung.)
Hergenhahn: Ich höre den Aufsatz zum erstenmale und kann seiner Vange wegen nicht auf alles sogleich antworten. Es sind Widersprüche darin, die ich Nachweisen werde. — Ich muß mich wundern, daß der Abg. Naht die Sache nochmals zur Sprache bringt, über die allerdings ein Beschluß gefaßt worden ist, denn wenn die Kammer der Regierung einen Dank votirt, so ist dies noch mehr als die bloße Anerkennung, daß die Maßregeln nöthig waren. Auch heute siud Aufklärungen gegeben worden, die der Hr. Abgeordnete hätte berücksichtigen sollen. Ich glaube weiter nicht, daß ein v e r- ständiger (sic!) Mensch fordern kann, daß ein Gericht binnen 24 Stunden entscheiden muß.
Der Abg. Raht hat selbst zugestimmt, daß eine Jndemmtätsbill nöthig sei, aber was ist ein Dankoo- tum anders?
Ich kann keine Verfassungsverletzung finden, wenn, nachdem die Regierung sieht, daß sie nicht mehr im Stande ist die Ordnung zu handhaben, und Gefangene fest zu halten, andere Hülfe herbeigezogen wird.
Der Hr. Abg. Naht ist Chef eines Gerichtshofes und weiß, daß die Unabhängigkeit des Gerichtes von
allen Einflüssen heilig gehalten werden muß, hier ist sie durch Gewalt gestört worden.
Er hat weiter gesagt, daß er das Streben nach Einheit Deutschlands anerkenne und denn spricht er von dem Einrücken nicht nassauischen Militärs, die Regierung hat die nassauischen Truppen nicht für stark ge. nug gehalten,— ich will hier diesen Truppen keinen Vorwurf machen,—da bei Häuseruntersuchungen bekanntlich größere Massen nöthig sind. — Aus Rücksichten der H«. manität ist eine große Masse von Truppen herbeiae- holt worden. —
Ich habe schon erklärt, daß die Reichstruppen schon nächsten Montag, wenn die Bürgerwehr wieder bewaffnet ist, Wiesbaden verlassen wird.
Sie haben übrigens durch die Adresse deS Stadt- Vorstandes gesehen, daß die Mehrzahl der Bürger mit der Herbkiziehung einverstanden war, ja sie mit Freuden begrüßt hat. — Kein Blut ist geflossen, sie sehen keine trauernden, sondern heitere Gesichter auf den Straßen. Die Regierung hat sich mit der Reorganisation durchaus nicht befaßt, sondern sie der Stadt überlassen.
Die Regierung hat nicht mit der Bewaffnung ab- warten wollen, bis die Untersuchung geschlossen ist, die Bürger, welche unbetheiligt bei den Vorfällen sind, wer- ihre Gewehre sofort wieder,erhalten.
Was die Untersuchungskommission betrifft, so halte ich es für überflüssig, nochmals darauf zurückzukommen. Die Kammer werde eine große Inkonsequenz begehen, wenn sie einen schon gefaßten Beschluß nochmals in Untersuchung bringen wollte.
(Schluß folgt.)
Herr Gustav Querfeld, Maurermeister und Mitglied des Staotvorstanveö dahier, soll in einer der jüngsten Sitzungen des Sladtoorstandrs mich der lerei und Aufreizung des Volkes beschuldigt haben. —
Ich fordere diesen Herrn auf, diese Beschuldigung, falls er sie wirklich ausgesprochen hat, öffentlich zurück zu nehmen, widrigenfalls ich ihn so lange für einen Verleumder erkläre, bis er diese Anschuldigung durch vollgültige Beweise begründet hat.
Wiesbaden, den 25. Juli 1848.
(960) Heinrich Fischer,
Buchhändler und Mirverleger der Freien Zeitung.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Moller.
Bekanntmachungen.
Grziehungs- §5 Unterrichtsanstalt in Mainz, unter Leitung von Äikückm SgscnLurst.
(958) Der Zweck dieser Anstalt ist, den ihr anvertrauten Zöglingen eine Erziehung zu geben, wie sie die Anforderungen der gebildeten Gesellschaft im Allgemeinen und die des Kaufmannsstandes im Besondern erheischen. Es wird daher hauptsächlich den neuern Sprachen und den Handelswipenschaftcn, sowie auch allen andern Unterrichtsgegenständen, welche darauf abzielen können, den angedeuteten Zweck zu erreichen, die größte Aufmerksamkeit zugewandt.
Da der größte Theil der Pensionäre aus Söhnen guter Englischer Familien besteht, und die Englische Sprache gründlich gelehrt wird, so dürfte diese Anstaltt auch solchen Eltern, die in der Erziehung ihrer Söhne diese Sprache vorzüglich berücksichtigen, besondere Vortheile bieten.
Die Anzahl der Pensionäre sowohl, als auch der andern Schüler, soll auf eine kleine beschränkt bleiben.
Näheres über Lehrgegenstände, hänsliche Einrichtung, sowie anderweitige Bemerkungen ertheilen Programme, für welche man sich an den Vorsteher (im neuen Kästrich, Mainz) zu wenden bittet.
Bekanntmachung und Bitte
—— an dir MitgNkder dès thierärztlichen Lesekreises im Herzogthum Nassau. — (961) Sielen verehrlichen Mitgliedern des fraglichen Lesevereins ist es vielleicht noch unbekannt, daß ich als Rechner dieser Gesellschaft gewählt worden bin. Ich bringe deshalb solches hiermit zur Kenntniß mit bem Ersuchen, daß diejenigen Herrn, die ihren Beitrag von 2 Gulden noch nicht entrichtet haben, denselben mir alsbald franko gefälligst übersenden wollen.
Niederzeuzheim, Amts Hadamar, den 24. Juli 1848. Hatzfeld,
Bezirks-Thierarzt.
(962) Vorzüglicher Aepfelweiu, per Schoppen Zwei Kreuzer, bei Wilh. Juny im Aßmann'schen Lokale neben der Hofapotheke.
(939) In den Buchhandlungen von H. Fischer $> H. W. Ritter in Wiesbaden ist vorräthig: Die Gegenwart. Eine encyklopädische Darstellung der neuesten Zeitgeschichte für alle Stände. Ein Supplement zu allen Ausgaben des Conver- sytions-Lerikon, sowie eine neue Folge des Conversations-Lerikou der Gegenwart. Zweites Heft, Bog. 5 — 8 des ersten Bandes. Preis des Heftes: 5 Ngr. = 18 Kr. Rh. = 15 Kr. C.-M.
Bekanntmachung. (944) Montag den 31. Juli d. Js. werden, unmittelbar nach der Pferdeversteigerung, eine Anzahl noch brauchbarer Geschirre von Artilleriepferden im Hof der Artillerie - Caserne an den Meistbietenden öffentlich versteigert.
Wiesbaden, den 20. Juli 1848.
Der Berwaltungsrath der _____________ Artillerie.________ (916) Sehr guten Gaffte von 20 — 48 kr per Pfund; Melis, leimten, von 19 — 24 kr. per Pfund; alle Auen Gewürze, feinste Taig' K Suppenwaaren aller Ari, Eeffertfrächte, Thee, Chocolade, Oel, Lichter , tetearin- und Talg-, Spirituosen in sehr großer Auswahl, Cigarren S Tabak, ebenfalls-, achten Burgunder Essig, iw gute Tapezirerstärke, t ülsenfrüchte aller Art, Gvtiinger- ungenwürste, Schinken und noO) viele untere in tie|c« Fach schlagende Artikel sind billig zu haben bei
Carl Cramer^ Langgaffe No. 19, am Kranz, in Wiesbaden.
(933) 20,000 fl. sind gegen gerichtliche Hypothek anstuiechen.
Für 17,000 fl. werden Steigschillinge zu kaufen ge;ua)t.
(Kommissionär Friedr. Schaus.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. 1 Uhr.
Den 24. Juli 1848.
pCt.
Papier
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Den 24. Juli 1848.
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Papier
Geld
Oesterreich
Metalliqueö Obligationen ....
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Darmstadt
Obligationen........
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25 fl. Loose........
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Kurhessen
Friedrich-Wilhelnw-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . .
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Nassau
Obligationen bei Rothschild . . . vitro 25 fl. Loose , . .
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Bethmannische Obligationen . . .
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Frankfurt
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bitte von 1839 ....
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Preußen
50 Thaler Prämien-Scheine . . .
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bitte von 1846 ....
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Ttaate-Schnld-Tcheine â 105 . .
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285
284
Bayern
Obligationen........
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Holland
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Spanien
Innere Schuld neue Obligationen .
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Baden
Darmstadt
Obligationen........ Loiterie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen........
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Polen
Sardinien
Lotterie-Loose 300 ......
bitte 500 ......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
633/4 25%
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(948) Auf dem Michelsberg in den 3 Kronen sind zwei vollständige Logis zu vermielhen, eines im ersten, das andere im zweiten Stock, und können gleich auch später bezogen werden.
Georg Philippi.
Cours der Wechsel. Den 24. Juli.
Knrze Sicht
Zwei Monat
• Gold- und Silber-Sorten.
261.
Briese
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Briefe
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Berlin, 6) Thlr.
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Bremen, 50 Mir. in Lemsd'or '
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37
•Vantburg, Ion Mck. Bco
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87%
Holländische 10 fl. Stücke........
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Leipzig, go Thlr.
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Englische Souvcrains..........
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Lanbthaler .............
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London, io Livr. St.....
Lyon, 200 Fr. . . '
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120% 94% 94%
—
120%
Preußische Thaler...........
Hochhaltiges Silber..........
1
24
45
24
Paris, 200 Fr.......
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Gering-mittelhaltiges Silber........
24
18
Mailand, 230 Lir. Anitr. . . , Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . .
105%
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DiScönto ........
—
2
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Bnchdruckcrei.