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meinen Völtercongreß, um den Weltfrieden herzustellen und aufrecht zu erhalten, durch europäische Entwaffnung."

Folgen die Unterschriften.

Ruge hat das Wort: Die Parteien der Völker sind sich einander freundlich gestimmt. Glauben Sie nicht, wir beantragen ein Utopien; der Menschengeist ist das Utopien, das alle Hindernisse besiegt. Durch die Ideen der Revolution haben die Völker die Herrschaft an sich gerissen; eben so gut aber bis jetzt die Fürsten ihre Congresse hielten (heilige Allianz, Quadrupel-Allianz ?c.), so sollen auch die Völker nun ihre Congresse halten; und das deutsche Volk soll die Initiative ergreifen und die andern Völker zu einem Völker-Congresse einladen.

(Schluß folgt.)

Berlin, 18. Juli. Der Student Moneke, wel­cher gestern auch in zweiter Instanz verurteilt wurde, soll bereits nach der Festung Stettin abgeführt worden sein, wo er dem Richterspruche gemäß eine 2^ jährige Haft verbüßen soll. Die jüngst verurteilten HH. Urban, Lövinsohn, Korn^und Siegerist haben Appel­lation angemeldet. Ersterer ist bereits vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Das Amtsblatt der kön. Regierung zu Köslin enthält Folgendes:

Auf den Antrag vom 7. Mai d. J. will Ich zur Beförderung des Schiffbaues auf inländischen Werften für den Bau und für die Ausrüstung hölzerner See- schiffe Prämien bewilligen und ermächtige Sie, den Fi­nanz-Minister, demjenigen, welcher im Jnlande ein solches Schiff erbaut und ausrüstet, nach der Trag­fähigkeit desselben 6 Thlr. für jede Normallast, wenn das Schiff groß ist, von 25 bis 50 Normallasten, und überdies bei größeren Schiffen

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Thlr. für jede weitere Normallast üb. 50 bis zu j75 .

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Begünstigung, von welcher

zahlen zu

Fahrzeuge von weniger als 25 Normal - Lasten Trag­fähigkeit ausgeschlossen bleiben, soll auch auf die bei Bekanntmachung dieser Meiner Oidre bereits in den Bau genommenen Schiffe, so wie auf diejenigen Schiffe Anwendung finden, welche zu dieser Zeit zwar schon

gebaut, aber noch nicht vollständig ausgerüstet sind. Ist das zu dem Bau des Schiffes zu .verwendende Stangen-Kupfer zollfrei abgelassen, so ist für jeden Centner des letzteren der Betrag von 1 Rthlr.20Sgr. von der Prämie in Abzug zu bringen.

Sanssouci, den 24. Mai 1848.

Friedrich Wilhelm.

(W. Z.) Hansemann. v. Patow.

Berlin, 19. Juli. Hr. Rektor Müller tritt heute in der Bossischen mit schwerem Geschütz gegen die au­ßerordentlichen Professoren und Privatdocenten auf, die sich"erfrecht haben, gleiches Stimmrecht mit den ordent­lichen Professoren bei den Berathungen in Anspruch zu nehmen. Solchen Forderungen fehle es an dertiefe­ren, sittlichen Begründung"; übrigens könnten jene Querulanten sich nicht als Vertreter der gesummten außerordentlichen Professoren und Privatdocenten anse­hen (die Zahl derselben beträgt 113), da in ihrer Ver­sammlung nur ein Fünftel gegenwärtig gewesen. Ganz so wie das alte Regime; das sagte auch zur Opposition: Ihr seid nur in der Minderzahl, mein Solf im Gan­zen ist gut und brav, eS verabscheut Euer Treiben!"

(N. Nh. Z.)

Rendsburg, 18. Juli. Die provisorische Regie­rung verfügt hierdurch, daß den schleswig-holstn'nischen Schiffen statt der königl. Namenschiffre und des Zei­chensDansk Eiendom" künftig das schleswig-holstei­nische Landeswappen einzubrennen ist. Die den schles­wig-holsteinischen Schiffen früher eingebrannten Zeichen sind entweder sofort oder, falls die Schiffe abwesend sind, bei der ersten Ankunft in einem inländischen Ha-

Jch bitte Dich, Amelie, sprich nicht Worte aus, die ich kaum zu denken wage."

O, wie wünschte ich, das es nur leere Schreckbilde meiner Phantasie waren! Allein immer mehr macht sich bei mir der Gedanke geltend, es sei Wahrheit I"

Gnädige Frau," meldete der eben eintretende Die­ner,der Wagen steht bereit!"

Komm, meine gute Amelie," sagte Frau von Mv- reitle zu ihrer Tochter,eine Spazierfahrt wird Dich etwas zerstreuen!" Und zehn Minuten später rollte eine von zwei prächtigen Rappen gezogene Equipage zum Thore hinaus.

V.

Der Morgen des 14. Juli 1789 war angebrochen. Die Sturmglocken von Paris tönten weit in Die Ferne, untermischt mit dem Donner den Kanonen, welche die Straße St. Antoine von den Bastille aus bestrichen.

Die ganze Stadt hallte wieder von dem Rufe:Zu den Waffen! Zu den Waffen! Nieder mit der Bastille!"

Schon eine Stunde vorher hatten sich die Bürger von Paris die 12,000 Gewehre, welche ihnen der Bür­germeister Flesselles zwar Tags vorher versprochen nicht gehalten hatte, mit Gewalt aus dem Jnvali- denhanu geholt, und mit furchtbarer Wuth drang jetzt ' "f^ dn' Bastille, dem Zwing-Uri Frankreichs.

vierstündigem furchtbaren Kampfe, während vesjcil Die Besatzung gegen 100 ihrer Mitbürger theils

fen auszuhauen und durch das Landeswappen zu er­setzen. Im übrigen behält es hinsichtlich der Einbren­nung und Aushauung des Zeichens bei den bevorste­henden Vorschriften sein Verbleiben. (WZ.)

Wien. (Nachrichten vom Kriegsschauplatz.) DasEcho del Po" vom 8. Juli berichtet den Ab­marsch von 4 bis 5000 Piemontesern aus Parma nach Modena, um den daselbst ausgebrochenen Unruhen kräf­tig zu begegnen.

Aus Venedig wird unterm 5. gemeldet, daß nach einiger Discussion der Versammlung die Bestätigung der gegenwärtigen Regierung beschlossen wurde. Diese hat sich jedoch bedankt, und erklärt, daß sie abzutreten willens sei. Darauf wurde für eine neue Regierung abgestimmt. Manin erhielt 79 Stimmen von 136, Paleocapa 47, Castelli 9 u. f. w. Manin hat sich je­doch aus's Bestimmteste für die Nichtannahme ausge­sprochen und erklärt, in's Privatleben zurücktrcten zu wollen. Die Versammlung beschäftigte sich darauf mit einer neuen Wahl, deren Resultat noch nicht bekannt ist.

Bern, 16. Juli. Der badische Ministerresivent hat wiederholt auf Entfernung der politischen Flüchtlinge Von der Gränze und auf bessere Überwachung ange­tragen und wird darüber in der nächsten Sitzung de- batliit werden.

DaS Anlehen der Eidgenossenschaft von 3,300,090 schweiz. Franken â 5 pCt. nimmt wenig Fortgang und sind die Anmeldungstermine verlängert.

Von Chur meldet ein Blatt,daß der öster­reichische Spion und ehemalige österreichische Ge­schäftsträger, Hr. von Philippöberg, seiner Haft ent­lassen und durchgereist sei."

Italien.

Ancona, 7. Juli. Hier wie in der ganzen Pro­vinz und den übrigen Theilen des Kirchenstaates dauert der frühere anarchische Zustand fort, und hat sich seit der Rückkehr der anmaßenden und wahrhaft unverschäm- ten Freischärler von Vicenza und Trevsio noch gesteigert. Ueberhaupt giebt sich eine große Unzufriedenheit kund, denn während man einerseits in Folge der Siege der öster­reichischen Armee immer muthlosec die Flügel sinken läßt, wollen die Grundbesitzer, so wie der Handels- und Gewerbstand in die von. ihnen zur Bestreitung der Kriegskosten 'geforderten Geltopser sich nicht gutwillig fügen. In Rom sieht man mit Bangen einem offenen und gefahrdrohenden Bruche b?r beiden nun feindlich gegenüberstchenden Parteien entgegen. Der CleruS hat außer den Vorstädten auch einen großen Theil der Stadtgarde auf seiner Seite. Er benutzt jeoe Gelegen- hcit, um den säculären Ministern seine Nichtachtung zu ti kennen zu geben und am Vorabende des Peiruslages lud der Cardinal Scoglia sämmtliche in Rom resi- direude Diplomaten, mit Ausnahme d«s römischen welt­lichen Ministeriums, zu einem Feste ein. Das Mi­nisterium hat indeß im Einklänge mit den meisten D - putirten eine Aushebung von 24,000 Mann zur Ver­stärkung der italien schen Armee in der Lombardie be­schlossen. Zur Bestreitung der nöthigen Ausgaben sol­len 20 Procent vom Ertrage sämmtlicher unbeweglicher Güter erhoben werden. Die Gutsbesitzer werden sich aber wohl kaum hierzu verstehen können, da sie ohnehin mit andern Abgaben schwer belastet sind. In einigen Theilen des Kirchenstaates ist Straßenraub jetzt an der Tagesordnung, was nicht minder zur Unzufriedenheit der Landbewohner beiträgt, welche mit wenigen Aus­nahmen im gegenwärtigen Regierungschsteur den Be­ginn eines Unheil bringenden Terrorismus erblicken.

(O. L.)

Paris, 19. Juli. Die vier von Cavaignac ernann­ten Militärcoinmissionen haben heute im Justizpalaste

ihre Thätigkeit angetreten. Sie werden sich zuerst mit den Eingesperrten beschäftigen, gegen welche nur leichte Anschuldigungen vorliegen, die wenigstens eine vorläu­fige Freilassung rechtfertigen können. Gegen jene Ge­fangenen, welche von den Commissionen in die Katego­rie der Abzuurtheilenden gestellt werden, beginnen die zwei Kriegsgerichre noch in dieser Woche das gericht­liche Verfahren.

D.e Ernennung des Hr». Ducour zumPolizei- Präfecten an die Stelle Trouve.ChauveUs, der seiner­seits A. Marrast als Maire von Paris ersetzen wurde, soll, nach Versicherung derPatrie", gewiß sein. Da Die neulichen baulichen Veränderungen im Saale der National- Versammlung die Akustik nicht verbessert haben, so fplicht man wieder stark Von Verlegung der Versammlung nach den Tuilerien. Gestern wurde die­ser Palast von einer Architecten- Commission besichtigt, welche einen Plan ausarbeiten und dein Arbeitsmiiiistcr sofort vorlegen soll.

Täglich treffen Abtheilungen der Älpenarmce hier ein, um die Lager der Umgegenb zu beziehen. Gestern zogen drei Bataillone durch die Hauptstadt nach Versailles.

Fast alle Organe der Presse berichten tadelnd über die in der gestrigen Sitzung vorgefommenen Un­ordnungen, als deren Ursache dieRiforme" die Mit­glieder des Thiers-Club bezeichnet mit welchem Nechte, laßt die Farve des Blattes schon vermuthen. DerConstitutionnel" tadelt das Benehmen einiger Obersten der Nationalgarde, welche sich geweigert haben, auf fragen Der Regierung die Namen derjenigen zu bezeichnen, Die sich in Den Juni-Kämpfen hervoraethan haben und weiche General Cavaignac mit der Ehren­legion zu belohnen gesonnen ist. DerConstitutionnel" wag Recht haben, wenn er sagt: diese Obersten seien nicht berufen gewesen, für ihre Legionen und ohne Hinzuziehung der ihnen untergebenen Officiere zu ent­scheiden; allein man kann nur bedauern, daß General Cavaignac auf den Gedanken gekommen ist, diejenigen mit Auszeichnungen zu belohnen, welche die schreckliche Pflicht zu erfüllen gezwungen waren, französisches Blut zu vergießen. _ Die Juni-Tage sind und bleiben die Tage des Bürgerkrieges, deren Andenken man nicht durch Ehrenzeichen verherrlichen sollte. (K. Z.)

Lyon, 17. Juli. Die National-Werkstätten sind aufgelöst. Ein Beschluß des Präsecten brachte gestern diese neue Verfügung mit den Worten:daß Den bedrängten und beschäftigungslosen Arbeitern von nun an bu.ch die Sorgfalt des Maires Unterstützungen verabreicht werden sollen". Man macht sich keinen Be­griff von der allgemeinen Bestürzung, welche diese Maß­regel hervorgebracht hat. Der Cardinal-Erzbischof ist durch Bltischrlsten angegangen worden, in den Kirchen Sammlungen veranstalten zu lassen. Auf der Straße bildeten sich gestern Abend Gruppen, welche eine beun­ruhigende Haltung anuahmen. Zeüungsverkäufer wur­den in den Straßen verhaftet, weil sie Unheil verkün­deten. Einige derselben riefen :Vous y verrez les nouvclles barricades, qui viennent d*èlre faites da ns le Faubourg 8t. Antoine! (K. Z.)

Großbritannien.

London, 19. Juli. (K. Z.) DerSpectateur de Londics", welcher seine Eingebungen von Guizot und von Metternich erhalten soll, ist höchst erbauli v. Cs wird darin Viel von Religion und göttlicher Ordnung geredet, gegen die Einheit Italiens und Deutschlands geeifert, und versicheit, die Hand Gottes wüde die eit­len Bemühungen, eine deutsche Einheit zu schaffen, alle vernichten. Für Deutschland wird vor Allem Kräfti­gung des monarchischen Prinzips gefordert, und zwar durch einen starken Adel und eine besitzende GcistlichkUt. Ob auch von Rußland besoldete Minister dazuerforder­lich sind, ist nicht näher entwickelt.

London, 19. Juli. Die gestrigen Parlamentsver- Handlungen waren von wenig Bedeutung. Der Her-

zu Krüppel schoß, war enlüd) das seit Jahrhunderten bestehende Triumph-Gebäude der Tyrannei erstürmt und nach Freilassung der Gefangenen, welche großentheils aus freisinnigen Schriftstellern, Buchdruckern je., welche sich die Mißgunst der Despoten zugezogen hatten und hier spurlos verichnnmdcn waren,geschleift und die ganze Besatzung ohne Barmherzigkeit niedergemacht.

Der Sieg der Freiheit über Die Zwangsherrschaft erfüllte Paris mit Jubel. Doch das Stöhnen und Röcheln der Sta'bendcn und Verwundeten erinnerte nur zu häufig an Di: Opfer, welche jener Kampf gekostet hatte.

Unter den vielen Tragbahren, welche die Straße St. Antoine hcrabgctragcn wurden, erregte hauptsächlich eine Die Aufnurksamkeit der Volkömassen. Auf derselben lag ein junger Mann , bis unter die Arme mit einem weißen Tuche bedeckt, das Hic und da mit Blut befleckt war; auf seiwr Stirn zeigte sich eine Wunde, das blonde Haar war nit Blut gefärbt; Die Wangen, vor wenigen Wochcii noch so blüyenv, bedeckte Todtenblässe, und das Auge, aus dem früher der Glanz Der Begeisterung für Freiheit mit Vaterland leuchtete, es war geschlossen!

Es wat Louis T o u r o n n e!

Kaum seiner, Niemand mit Gewißheit bekannten Haft, aus der Bastille entlassen, traf ihn Die mörderische Kugel eines königlichen Soldaten.

Neben der Bahre gingen zwei Männer, von welchen der Eine, Namens Liancourt, sich bereits früher durch

seine Freimüthigkeit gegen den König bekannt gemacht halte.

Freund Voltey, " begann der Letztere,wir vcrlic- ren in Touronne einen wackern Kämpfer für Die Freiheit i Frankreichs!"

Seine freien, seine wahren Worte waren stets der genaue Ausdruck seines freiheitglühcndcn Herzens," erwiederte Volley.Er wirkte des Guten im Verbor­genen schon viel, doch Größeres würde er noch vollbracht haben, hätte die Kugel eines seinen Stand verkennenden Soldaten seinem jungen Leben nicht zu früh ein Ende gemacht!

VI.

Mehrere Jahre hintereinander bemerkte man auf dem Kirchhofe Pöre Lachaise in Paris an dem Todestage Touronne^ eine junge, schwarz gekleidete Dame; an ihrem Arme hing ein frischer Kranz, mit welchem sie den einfachen Leichcustcin Touronne s schmückte, auf web chcm die wenigen Worte mit Goldschrift standen:

Hier ruht

Louis Touronne 1

ein Vorkämpfer der Freiheit.