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Krâften Ht zu vc.hinknn, daß wir wie­der in die alten Zeiten der Knechtschaft und Bevormundung zurückgcbi ängt werden.

8) Bon einer Rückkehr nach Heidelberg kann nicht eher die Rede sein, alS bis daS freie AssociationS- recht wieder bergestellt, oder überhaupt, nach Er­greifung aller geschlichen Mittel, vor der letzten Instanz über die Sache entschieden ist.

^m Namen der Heidelberger Studentenschaft der Aueschuß: Gravelius. v.Schremk. Schuler. Rothärmel. O. KleinpeÜ. Ed. Haas. Böhringer. Bacher. Krümmel. Leutz. Teuner. Herder. Pietsch. Diehl.

B. May. Hirsch. Lautz. Spengler.

Entgegnung.

(Don HofgcricbtS-Präsidenten Rabt in Dillenburg) (Schluß.)

WaS lehren aber hierüber die allein vorkommenden verbrauchten SchlagworteBureaukrat" undPapier- despot," welche vielmehr im Munde des, wie der In­halt des Artikels zeigt, bâreaukratischen, d. h. die- reauus und Registraturen beherrschenden Einsenders zum Lobe werden! Da übrrdieß die Wahl, um welche ich mich allein beworben habe, wie man längst weiß, gar nicht stattffndet, eine Warnung der Wähler daher übcr- stüsng ist, so könnte der ganze Aussatz blos als ein Ausfluß peisönlicher Bosheit erscheinen, wenn nicht die kostspielige Verbreitung desselben in zahlreichen be­sonderen Abdrücken ein Partei - Maneuvre gegen eine andere Wahl verriethe, um die ich mich aus nahe lie­genden Gründen auf keine Weise beworben habe.

Dieses periodische Erscheinen lärmender Artikel je* desmal, wenn von einer politischen Thätigkeit, in die ich eiutreten könnte, die Rede ist, welche dann ganz von selbst verstummen, wenn die Gefahr vorüber ist, zeigt ein organistrtes Parteiwesen an. Welche Partei es sei, welche sich so thätig für meine Ruhe zeigt, ob dir republikanische, ob die konstitutionell- monarchische, oder welche Schattirung einer dieser beiden, lassen die wohl verkappten Einsender, welche immer nur das alte bequeme Steckenpferd Büreaukrat oder Despot reiten, in völligem Dunkel. Da übrrdieß nicht ein einziger Fall von Herrschsucht, Geringschätzung oder Mißach­tung der persönlichen und Vermögens- Rechte, welches doch wohl der deutsche Ausdruck für jene beliebten Floskeln ist, aufgeführt werden kann, der mir in Be­ziehung auf einen Bürger zur Last fiele, vielmehr stris nur von durch nach, man sieht nicht wie, geknech­teten und, wie eS scheint, selbst durch Recurse an die Oberbehörden nicht frei gewordenen, Unterrichtern und Anwälten die R-de ist, so kehrt sich die Waffe gegen die offenbar allein diese Artikel schreibenden. reaukraten oder Advokaten und deren Genossen, welche mir durch ihren Zorn ein Zeugniß ertheilen, wodurch die vielfältigen öffentlichen Anerkenntnisse meiner volks- freundlichen, gegen büreaukratische Anmaßungen schützen­den Wirksamkeit, von Seite der Bürger des Bezirks die unverwerflichste Bestätigung und sicherste Controle erhalten.

Allein hinter Viesen persönlichen Motiven ist noch ein anderer Einfluß wirksam. Die ReactionSpolitik ist nicht überall dem Fortschritte abhold. Haben die höch- 8en Proklamationen und der Zusammentritt der con» Kituirenden Nationalversammlung die Bestrebungen für

die deutsche Reichseinheit für erlaubt erklärt und als einziges Mittel zur Abwendung äußerer und innerer Gefahren des Vaterlandes, sowie zur Begründung dauernder Freiheit und Ordmmg zur Pflicht jedes recht­schaffenen Deutschen gemacht, sind daher die alten Handlanger der HochverrathSpolizei, Denuncianten und Untcrsuchungekünfiler, nicht mehr brauchbar, so schickt die Partei den deutschen Männern, welche sich öffent­lich und redlich dieser größten Angelegenheit des Vater­landes, sowie der Bekämpfung dagegen reagirender Elemente wiedmen, eine Meute von Preßklopffechtern, alS modernes Surrogat der abgängig gewordenen Po­lizeileute, auf den Hals, um ihnen daS Werk zu ver­leiden.

Da treten denn persönliche Leidenschaft und Egois­mus von Menschen , die gerne etwas werden oder ha­ben wollen, als willige Werkzeuge in den Bund mit der Reaction und mit bem Interesse einer bei uns ziemlich zahlreichen Partei, welche ich wegen ihrer pri- vilegienartigen Anmaßung nicht anders als mitHer­zoglich Nassauische Demagogen" zu bezeichnen weiß. Diese, selbst ofne rin festes Glaubenobckenntniß, ereifert sich außerordentlich, wenn man an ihrem unbe­dingten Liberalismus zu zweifeln oder selbst einen sol­chen, vielleicht gar einen reineren und ächteren, zu haben sich vermißt. Statt sich über eine vollkommen uneigen­nützige Miiwirkuug in der Leitung der Bewegung zur Einheit in der Bahn der gesetzlichen Freiheit und Ord­nung zu freuen und anderen Vaterlandsfreunden die Hand zu bieten, wird eine Ausschließlichkeit gesucht, die wenig Beruhigung über das endliche Ziel gewahrt. Oder was ist es anders, wenn man, wie in dem Artikel von der Lahn, einem Manne blos deshalb, weil er in den Fünfziger Jahren ist, oder wcl er sich nicht schon frü­her, zur Zeit als die Mainzer und andere Commissionen noch zur Hand waren, durch fruchtlose Einheitö- und Freiheisbestrebungen in Volksversammlungen eine Ün- tersuchung wegen Hochverraths zugezogen und sich da­durch zu Grunde gerichtet hat, die Besugniß bestreitet, ein Herz für's Vaterland zu haben und ebenso gut, wie alle Helden des Tages, die doch alle früher nicht mehr und wohl noch weit weniger alS er gethan haben, an dem, wahrlich aller Kräfte bedürfenden, Aufbau der neuen Verfassung und dessen Begründung in den Ge­müthern des Volks mit Hand anzulegen?

Bedürfe eS noch eines Belegs, welche Hindernisse dein Siege der Einheit und der Freiheit als Gegensätzen des Egoismus und des Partieularismus bei uns noch entgegen stehen so ist eS die Eristenz einer Klasse von Meirichen, welche so wenig Achtung von einem vater­ländischen Gefühle haben, daß sie, wie die Verfasser der mir feindlichen Artikel, zu einer politischen Thätigkeit und zu einer freundlichen und herzlichen Verständigung mit den achtbarsten, von wahrer Vaterlandsliebe beseel­ten, Bürgern ein anderes Motiv alö den niedrigsten Egoismus sich gar nicht möglich denken können, so daß sie ohne allen andern Beweis bloS hierauf die Verdäch- tigung eims unbescholtenen Mannes gründen, und so­gar mit dieser Gesinnung vor daS Publikum zu treten wagen.

Ist es nöthig, schließlich noch EtwaS gegen den Vor­wurf des Eigenlobs gn sagen, womit mir der Einsen­der jenes Artikels selbst die Nothwehr gegen die bös­artigsten Verleumdungen entziehen will?

Er weiß, trotz seinem angegebenen entfernten Wohn­

orte, recht wohl, in welche Lage mich Verdächtigungen und Verleumdungen aller Art hier gebracht hatten und daß es mehr als bloße Ehrenrettung war, wenn ich in meiner Mrttherlung an die hiesigen Wahlmänner aus meinem in Akten begrabenen Dienstleben und Wirken meine stets werkthätig bewiesene Vaterlands- und Frei- hkitSlikbe m:t einigen Belegen aus der Erinneruna nachzuweifen suchte. 9

f. ^^brAtttkelschreiber, der sich es doch gewiß bei seiner Durchsuchung der von mir seit mehr als 32 Jabren

Acten recht sauer hat werden lassen, w y da""" widerlegen und nicht das Mindeste Nachthkilige gegen mich aufbringen kann, so wird daS Publikum über erneu Menschen urtheilen, welcher, ohne politischen Vorwurf und namentlich ohne den deS Mangels an achter Freifinnigkeit vorbringen, vielwe- Niger begründen zu können, einen unverleumdeten Mann bloß deßwegen schmäht, weil er in der großen Ent. scheidungSzeit für das Volk und mit dem Volke für die größten vaterländischen Zwecke thätig ist

Nasfnuifch-r Landtag.

Sitzung vom 20. Juki.

(Fortsetzung.)

Vollpracht: In der vorigen Sitznng ist schon die Aufklärung in der Kammer gegeben worden; die Untersuchung wird fortgesetzt, allein es läßt sich doch nicht verlangen, daß die Regierung vorher bei einer dringenden Maaßregel die Genehmigung der Kammer einholen soll, inbem dann die Maaßregel selbst zu spät kommen könnte. Wenn der Herr Abgeordnete einen besonderen Antrag im angegebenen Sinn stellen will so kann er es thun, doch rathe ich ihm alsdann, X die Akten nachzulesen.

Raht: In diesem Fall ist die Zustimmung nach­träglich einzuholen; die Untersuchung ist aber nicht durch die Polizei, sondern durch die Kammer zu ver­anlassen. Die Untersuchung gegen Einzelne kann fortgeführt werden, aber den ganzen Gang müssen wir genau kennen, um darüber urtheilen zu können, ob die Maaßregel der Regierung gerechtfertigt sei.

Wirth klärt die Reg.-Commissäre, welche den Antrag Raht's mißverstehen und glauben, er wolle die Untersuchung gegen die einzelnen Excesse und Tu- multuanten der Kammer anheimstellen, in dem eben angegebenen Sinne Raht's auf.

Keim: In einer allgemeinen Ausschuß-Sitzung ist schon eine Stunde lang die Sache besprochen wor­den, jetzt sollte sie noch einmal vorkommen, das halte er für überflüssig.

Die Sache wird nicht weiter erörtert, da Raht erklärt, einen selbstständigen Antrag demnächst über die Niederfitzung einer besondern Unterfuchungscommission einreichen zu wollen.

Wenkenbach I. gibt noch die Erklärung ab, daß er in der letzten Sitzung nicht wie die Zeitungen sag­ten, bei der Leisler'schen Aufforderung aufgestanden sei, er habe tiefem Antrag am Fenster stehend, mit dem Rücken zugehört und sich nur deshalb uicht gesetzt, well kein Stuhl da gewesen sei, dies habe er auch schon in den Zeitungen erklärt.

(Fortsetzung folgt.)

Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

(944) Montag den 31. Juli d. JS. werden, unmittelbar nach der Pferde­versteigerung, eine Anzahl noch brauch­barer Geschirre von Artilleriepferden im Hof der Artillerie -Caserne an den Meistbietenden öffentlich versteigert.

Wiesbaden, den 20. Juli 1848.

Der Berwaltungsrath der Artillerie.

Anzeige.

f94ö) In dem Wirthschaftrlotal von H. Aß­mann in der Langgaffe ist ;u haben »guter Aepfekwein 2 fr. per Schovven, Bayrisches Dier ver Flasche 8 kr.Diese« Winhichastr- Lskai ist auch sogleich zu vermielhen.

Wiesbaden, den 21. Juni 1848.

Wilhelm Jung.

(946) Um da« hohe Gebuftsfest Seiner Hoheit re« Herzogs aus eine feierliche Weise zu bege­hen, findet auf dasselbe bei dem Unterzeichneten Harmoniemusik statt, wozu ergebenst einladet Sonnenberg, 't 4. Juli 184«.

« Brwmhnrrtt.

(935) Bei der israelitischen Gmrnnd» zu Sing- Hosen, Amt« Nassau, ist die Lehrer- und Bor- sLngersteüe vacant. Daraus Reflekfirendt wollen $6 an unterzeichneten Vorsteher alsbald wenden.

H. H. Morgeufter«.

Frankfurt.

Cours der Staatspapiere.

1 Uhr.

Den 20. Juli 1848.

pCt.

Papier

Geld

Den 20. Juli 1848.

pCt.

Papier

Geld

Oesterreich

Metalliques Obligationen . . .

5

67%

67%

Darmstadt

Obligationen........

4

89

88

4

56

Lotterie-Anlehen von 50 fL . . .

65%

64%

,, ,,

A

3

40%

39%:

25 fl. Loose........

22%

21%

2%

35%

35 *

Kurheffen

Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

4

40%

39%

Wiener Bank-Actien

1200

1295 1

ff

40 Thaler Loose bei Rothschild . .

27%

26%

500 fl. Loose . . . .

110%

109%

Nassau

Obligationen bei Rothschild . . .

3%

81%

82

250 fl. Loose von 1839

74%

73%l

ditto 25 fl. Loole . . .

22%

21%

Bethmäunische Obligationen . .

4

56

55

Frankfurt

Obligationen........

3

82%

82

4%

63%

63

ditto von 1839 ....

3%

95

94%

Preußen

50 Thaler Prämien-Scheine . .

89%

»ö%

ditto von 1846 ....

«%

89%

89%

Staats-Schnld-Scheine â 405 ,

3%

76

Tannuo-Eisenbahn-Actien â 250 fl..

287

282

Bayern

Obligationen . . . .

3%

77%

76%

ff

per ultimo

Llldwig-Kaual-Acticu incl. d. v.

6.

Holland

Jntegr.-Obligatiouen .' . . . .

2%

45%

Bexbacher lLiseubabn-Aclicn . .

69%

68%

Syndicats.........

3%

-^ -

69

SBürtemt'.

Obligationen . . . .

3%

Spanien

Innere Schuld neue Obligationen .

3

18%

17%

4%

95

94%

ff

Ardoins incl. 14 Coup.....

----------------------------------------

Baden

Obligationen . . . .

3%

77%

76%

Polen

Lotterie-Loose 300 ......

88

Lotterie-Anlehen a 50 ff. von 1840

49%

49%

ditto 500 ......

64'%

35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .

28

27%

Sardinien

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

2 51/4

24%

Darmstadt

Obligationen . . . .

3%

79%

78%

Cours der Wechsel.

Kurze

Sicht

Zwei

Monat

Gold- und Silber-Sorten.

M

Amsterdam, lOu fl. Cn.

Briefe

101

loo1/

n

11

5

Augsburg, 10) fl. Crt. .

119%

9

54

Berlin, 60 Tblr.

105

*

5

36

Bremen,

50 Rthlr. in Loutèd'or

mV.

20 Frank-Stücke .........

9

37

Hamburg, loo Mrk. 8«. .

8

87%

Holländische 10 fl. Stücke......

10

4

Leipzig,

60 Thlr. . .

104»/.

12

2

in der Messe . . ,

Laubihaler . . ..........

2

43%

London,

10 Livr. St.....

, 120 V,

120%

1

45

Lyon, 200 Fr.......

94%

_

Hochhaltiges Silber . ........

24

24

Paris, 200 Fr.......

94%

94%

Gering-nttttelhaltiges Silber , . . . .

*

24

18

Mailand

250 Lir. Austr. . . .

101

Wien, in 20r 100 fl. C -M. . .

105

_

Disconto

........

T'

2

Vertag von H. Fischer und «. Ritter. - Druck der C. Ritter'schep Dn-hdruckerei.