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das Oberhaupt verantwortlich sei, so beweist unS Mute» rika mit seinem unveranwortlichen Prâstdeirten daS Ge­gentheil. Und gerade die Nnverantwoillichltit des deut­schen ReichsverweserS setzt die konstitutionellen Staaten in größere Gefahr, als es bei einem verantwortlichen der Fall gew 'se», der aus der Wahl des ganzen Volkes hervorgegangen wäre. Gerade die Wahl des Reichs- Verwesers aus einer Fürstenfamilie, bedrohe die konsti­tutionellen Staaten des übrigen Deutschlands mit der Hegemonie einer einzigen Familie, und nur dadurch wird die Selbstständigkeit derselben gesichert, daß kein Einzel­ner gegen die Beschlüsse der dentschen Nationalversamm- lung dazwischen treten kann.

Der Abg. ParisiuS, der jetzt der getreue Phylar deS Ministeriums, beantragt die Verkragung des An­trags auf morgen; sie wird angenommen. Heute haben 14 Redner gesprochen, noch 75 sind eingeschrieben.

Potsdam, 8. Juli. (B. N.s Zur Feier des Ge­burtstages des Kaisers von Rußland war gestern ein großes Diner auf Sanssouci, zu welchem die k. russische Gesandtschaft, so wie auch der Graf Benkendorf, Flü- geladjutant des Kaisers, eingeladen waren. Der König, so wie sämmtliche Prinzen des k. Hauses, waren in der russischen Uniform der ihnen ertheilten Regimenter er­schienen. Der König brachte die Gesundheit deH Kai­sers aus, welchen Toast der russische Gesandte, Frhr v. Meyendorf, erwiederte, worauf durch rin Musikchor des 1. Garde-Regiments die russische Nationalhymne gespielt wurde. Sämmtliche Wasserkünste waren in Be­wegung. Am Abend machte der Hof vom Marmor­palais im neuen Garten auS, eine Wafferfahrt nach der Pfaneninscl.

9t i e d e r l a « d e.

Haag, 8. Juli. Die Mitglieder der Commission der lurrmburgischen Ständekammer , welche beauftragt ist, den Eid des König Großderzogs auf die neue Ver­fassung entgegenzunehmen, sind am 7. Juli im Haag angekommen. Der König Großherzvg hat den vorge- schriebenen feierlichen Eid auf die neue Constition ge­leistet. (RH. u. M-Z.)

Fr a n k r e ich.

Paris, 12. Juli. Die Nachrichten aus dem Nor­den machen hier Sensation; das Minister - Con­seil war gestern lange versammelt. Man sagt, Bu- geaud würde das Portefeuille des Krieges erhalten und Lamoriciöre das Ober - Commando der Rhein-Armee übernehmen. Leiver scheint man in gewissen Kreisen zur Ueberzeugung gelangt zu sein, daß der Krieg unvermeidlich ist, ein trauriges Loos für Deutsch­land, wenn es dazu kommen sollte'. (F. 3)

Paris, 12, Juli. (K. Z.) Die Leit. - Artikel der Tagespresse beschäftigen sich lediglich mit der Sitzung der Nationalversammlung vom 11., in welcher der Ge­setzentwurf in Betreff der Presse vorgelegt wurde. Das Journal des Debats" erklärt sich im Vorbeigehen mit dem Entwürfe, welcher die Beibehaltung der Caution beantragt, einverstanden. DasBien Public" widmet dem Gegenstände einen besonderen Artikel, und zwar um die Maßregel der Negierung in Schutz zu nehmen. Das Verlangen einer Bürgschaft in Geld", meint das Organ Lamartine'S,würde immer verhüten, das Blät­ter wie derPere Duchene" und dasJournal de la Canaille" entständen, würde nicht den Gebrauch, sondern den Mißbrauch der Presse verhindern."Galignani's Messenger" meint, der Tag werde kommen, wo da ge­sunde Urtheil des Publikums genügen werde, um den Uebeln einer verbrecherischen Aufwiegelei vorzubeuge»; allein man sei noch nicht dahin gelangt. Es thue jetzt noth, die Interessen der Gesellschaft mit der Freiheit der Erörterung auszugleichen.

Der Repräsentantenzirkel des Palais National

hielt gestern eine Versammlung, welcher fast 200 Mit­glieder beiwohnten und worin man sich vor allem mit der dringenden Frage zu beschäftigen beschloß, durch welche legislative Mittel eS möglich sein werde, die Quellen der Arbeit, des Credits wieder zu eröffnen und dem Staate die zur unmittelbareu Erzielung die­ses Resultats nöthigen Capitalien zu verschaffen. Au­ßerdem beschloß die Versammlung, alles aufzubieten, um die Nationalversammlung zur Annahme des Ver- fassungskutwursS in seinen Grundlagen und seiner Ge­sammtheit zu bestimmen. Endlich erklärte sie, dem Ge­neral Cavaignac, dessen früheres Leben und bekannte Grundsätze gewiß der Sache der Repulik jede Bürg­schaft böten, aufrichtigen Beistand leisten zu wollen, ohne sich übrigens hinsichtlich der Zukunft zu binden. Das Finanzkomite beschäftigte sich gestern mit dem Vorschläge J. Favre's, daß die Nationalversammlung alle Mobilar- und Jmmobilargüter, welche die Pnvat- domänen Ludwig Philipp's. bildeten, für den Staats­domänen anheimgtsallen erklären und die Prinzen des Hauses Orleans, welche Immobilien auf französischem Gebiete besitzen, zwingen solle, dieselben innerhalb sechs Monaten zu verkaufen. Das Comite beschloß, über diesen Vorschlag erst dann, wenn die Regierung ihr Gutachten darüber abgegeben habe, einen bestimmten Beschluß zu fassen.

Unter den ersten 7000 Angeschuldigtn, deren fiühereö Leben man schon genau ermittelt hat, befinden sich nur etwa 100 früher gerichtlich verurtheilte Per­sonen, und unter diesem nur 45, die zu entehrende» Strafen verurtheilt wurden. E. Girardi» soll auf Anrathen seiner Freunde der Herausgabe seiner ange­kündigten Rechtfertigungsschrift vorläufig entsagt haben. Die französische Akademie will Beranger, an des verstorbenen Chateaubriand Stelle, zum Mitglied? er­nennen. Das Cultusdepartement ist dem Unterrichts- minister Vaulabclle belassen worden. Man hat falsche Bankbillcts von 100 Fr. entdeckt und schon mehrere verdächtige Personen verhaftet. Cavaignac hat durch- ein D-cret die Einsetzung von vier Kriegsgerichten an- geordnct, welche auf Grund der Untersuchungs-Akten rc. darüber entscheiden sollen, welche Gefangene frei zu lassen, zur Transportation zu vcrurtheilcn^ oder an die permanenten Kriegsgerichte der 1. Division zu über­weisen sind.

Auf Befehl Cavaignac's sollen Bildsäulen der in den Junikämpfen gefallenen Generale im Museum zu Versailles ausgestellt werden. Der Polizeipräfect hat den hiesigen Polizeicommiffaren anbefohlcn, genau zu ermitteln, ob und welchen Antheil die vielen unter Aufsicht stehenden entlassenen Sträflinge an dem Auf­stande genommen haben. Wegen ihres Verhaltens bei den Junikämpfen haben sieben Mobilgardisten, wor­unter vier erst 18 Jahre alt sind, den Orden der Eh­renlegion, so wie eine Pension von 250 Fr. erhalten und sind zugleich in die Militärschule von St. Cyr ausgenommen worden. Auf einer Mauer an der Barriere du Combat liest man folgende Inschrift: Ehre den Tapfern, die Mr die Freiheit zu plündern starben."

Nach Berichten auS Algier drohte ein Aufstand unter den Stämmen im Osten. Mehrere Schiffe mit Truppen waren schon dahin abgcschickt worden und ein Infanterie-Bataillon sollte sich am 2. nach Bugia ein- schiffen. Zu Algier hieß es, daß ein Theil Kabyliens im Aufruhr, und daß bei Bugia ein Treffen vorgefallen sei, worin die Eingebornen bedeutende Streitkräfte ent­wickelten. Im Westen waren seit Pelissier's Erpedition gegen deu Stamm der Flittaö keine Ruhestörungen vor­gefallen.

Ueber daS Complott, dessen Entdeckung die Leichenbegleitung nur bis zur Madelein rathsam machte, erfährt man jetzt nähere Umstände. Zwei Höllenma­schinen sollten den Besiegten als Rachewerkzeuge dienen.

Sie waren im Innern zweier Forteptano's angebracht und die Polizei kennt die Häuser, von wo aus die Todeswerkzeuge beim Vorüberschreiten des Zuges ihre Ladungen entsenden sollten.

Um den Verruchten, welche den hinterlistigen Mord­plan ersannen, Zeit zu lassen, genau zu zielen, und ins­besondere Cavaignac, auf den es vornehmlich abgesehen war, sicher zu treffen, sollte ein anscheinend aus Wei­bern in Trauerkleidung, zum Theil aber aus verkleide­ten Männern mit Pistolen und Dolchen unter den Klei­dern bestehende Gruppe dem Zuge entgegentretcu. Na­türlich hätte der Zug bei diesem Anblicke Halt gemacht; dann sollten die Maschinen ihre Ladungen abfeuern und die verkleideten Insurgenten zugleich durch Pistolenschüsse und Dolchstiche das Blutbad vergrößern.

In der heutigen Sitzung der Nationalversamm­lung schlug das Bureau einen Gesetzentwurf vor, wel­cher erklärt, daß General Duvivier und Oberst Char- bonnel, die im Kampfe für die Republik sielen, sich um das Vaterland wohlverdient gemacht haben und daß Duvivier's Leiche in den Invaliden beigesetzt werden soll. Ohne Erörterung genehmigt. Der Commisstons- bericht über den Decretentwurf, welcher die Häuser, deren Bau vor dem 1. Jan. 1849 beginnt, auf zehn Jahre von Thür-, Fenster- und Grundsteuer befreit, wurde übergeben; die Commission hat bei Art. 2 hin­zugefügt, daß für Häuser, welche vor Ablauf dieser Frist in Paris erbaut werden und zu Arbeiterwohnun- ge» bestimmt und eingerichtet sind; eine Prämie von 6 Prozent des abgeschätzten Werthes bezahlt werden soll. Der Gesetzentwurf wurde für dringlich erklärt.

Mehrere Mitglieder des Centrums klagten laut, daß sie von dem, was auf der Tribune gesprochen werde, kein Wort verstehen könnten. Die vorgenöim menen akustischen Verbesserungen scheinen also wenig gefruchtet zu haben. Ueber eine Menge Bittschriften ward nun Bericht erstattet; lautes Gelächter erregte der Antrag eines gewissen Chatard, daß Belgien und Frankreich sofort vereinigt werden sollten. Die Sitzung wurde zeitig geschlossen.

Das Lager bei St. Maur, ungefähr eine halbe Stunde von Vincennes, auf demselben Fort, wo die Oppositionspresse vor einigen Jahren das phantastische Canonville hatte entstehen lassen, ist bereits heute auf­geschlagen und enthält 15,000 Mann Truppen.

Großbritannien.

Die Anruhen der Chartisten, denen die Lon­doner Polizei oft keine ausreichende Macht entgegen setzen konnte, haben das Verlangen nach einer Ver­mehrung der Polizeimannschaft rege gemacht. Diese beträgt 4910 Mann. Freilich ist London auch jetzt in einer Weise vergrößert, wozu anderswv'beb Maßstab fehlt. Vom September 1845 bis zum März 1847 wurden 11,137 neue Häuser gebaut, und 3567 waren im Bau begriffen. Indessen werden Versammlungen gegen jede Vermehrung der Polizei gehalten, weil die Gemeinde-Auflagen ohnehin schon sehr hoch sind. Al- Handelshafen ist London im letzten Jahre bereits von Liverpool an Zahl der beladen ein- und auslaufenden Schiffe übertroffen worden. Liverpool ist der Hafen Amerika's.

Amerika.

Ein Privatbn'ef von Aur Capes auf Hayta berich­tet, daß der französische Consul dort von den Schwar­zen auf offener Straße geschlagen und mißhandelt wor­den ist. Den Truppen der Regierung war, wenn sie einen dortigen Aufstand unterdrückten, von ihrem An­führer Soleque die Plünderung der Stadt versprochen! Nur durch ein amerikanisches Kriegsschiff wurden sie hieran gehindert. (K. Z.)

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Verantwortlicher Redacteur : Dr. F. Möller.

Bekanntmachungen.

Gesellschaft für âeiheit, Gesetz und Ordnung.

(925) Montag den 17. Juli, Abends 7 y2 Uhr, Versammlung im Nonnenhof bei Hrn. Bücher.

Wiesbaden, den 14. Juli 1848. Der Ausschuß.

(916) Sehr guten gaffte von 20 48 kr. per Pfund; Melis, feinsten, von 1924 kr. per Pfund; alle Arten Gewürze, feinste Taia- 8f Suppenwaaren aller Art, Destertfrüchte, Thee, Chocolade, Oel, Lichter, Stearin- und Talg-, Spirituosen in sehr großer Aus­wahl, Cigarren 8f Tabak, ebenfalls; ächten Burgunder Essig, sehr gute Tapezirerstärke, fÜlsenfrüchte aller Art, Göttinger- 8» ungenwürste, Schinken und noch viele andere in dieses Fach schlagende Artikel sind billig zu haben bei

Carl Cramer,

Langgaffe No. 19, am Kranz, in Wiesbaden.

(931) Wehrmannssäbel in jeder beliebigen Größe, vorzüglich Damas­zenerklingen in ausgezeichneter Qualität und billigsten Preisen sind zu haben bei

Kalla«,

Schwerdtfeger in Wiesbaden.

(028) K. Willer'sches Schweizer-Ärânter- Oel; Rowlands Macassar-Oel; Äalydor lWaichwaster) und Odvutv (Zahnpulver); Cölnisches Haaröl; Chinesischer Seifen- spiritus (Waschwasser); Sirop Capillaire für Brustleidende; Schweizer Haar-Sohlen; Huhneraugenpfläsierchen von Gebrüder Leutner; Orientalische Rheumatismus- Amuletten ; Aromatisch-medizinische Seife fx Bernhardt in Berlin; Cölni- Wasser von Johann Anton Farina; Haarbalfam von Prof. Hamillou ; verschie­dene Zahnpulver; Zahnlinktur v Bürchle; Zahn Masttr von Ravizza; Herren- Ls Frauenhemden u. A. m.

J. h. Neibew,

in der Langgasse in Wiesbaden.

(901) 10,000 fl. sind gegen gerichtliche Sicherheit auf Güter auSzuleihe».

Näheres in der Erpedition die­ses Blattes.

(929) Montag den 17. d. Mtö. beginnt die von dein nassauischen Verein für bildende Kunst veranstaltete

Gemätde-Ausstelürng j -

in den oberen Sälen des Theater-Gebäudes.

Die Allsstellung findet statt täglich von 912 Uhr und Mittags von 16 Uhr.

Eintrittspreis 5 12 Kreuzer für die Person.

Personalkarten für die ganze Dauer der Ausstellung sind an der Caffe für 1 ft zu haben.

Wiesbaden, den 14. Juni 1847.

Die AusstelMnAS^Sommission.

(930) Alle diejenigen Mitglieder des Turnvereins, welche mit dem in der letzten Generalversammlung ausgesprochenen Princip der Aufstellung eines po° Utifcheu Glaubensbekeuntniffes nicht einverstanden sind, werden ersucht, näch­sten Montag den 17. d. Mts., Abends um 8 Uhr, in der Bierbrauerei zum Nonnenhof (Eingang links) zu einer Besprechung sich einzufinden und gilt dieses noch besonders für die in der Generalversammlung nicht erschienenen Mitglieder.

Wiesbaden, den 14. Juni 1848. I, Port.

von der Nahmer. Beckel.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'scheu Buchdruckerei.