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âeiheit und Recht!,"

jjg FAI Wiesbaden. Montag, 17. Juli KKM.

DieSreie Zeitung" erscheint täglich in einem Bogen. Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer und H W Ritter- auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. - Der Abonnements-Preis vom 1. Juli an beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 fl. 43 kr., halbjährig 3 fL 30 kr.; auswärts durch die Post betonen innerhalb des ganzen Hcrzogthums Nassau, des Großh.rzogthums Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgraffchast Hessen-Homburg, sowie der Kurhessischeu Provinr Hanau halbjährig 4 fl. 30 fr, innerhalb aller übrigen Thurn- und Taris'schen Postbezirke 5 fl. -

' Inserate werden bereitwillig ausgenommen. Die Jnserations-Gebühren betragen für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer.

Vielseitig geäußerten Wünschen zu entsprechen, haben wir uns entschlossen, außer dem halbjährigen nunmehr auch ein vierteljähriges Abonnement zum verhältnißmâßigen Preise eintreten zu lassen.

Nassauischer Landtag.

XVI. Sitzung, am 14. Juli, Vormittags 11 Uhr.

(Fortsetzung.)

Leisler. Der Herr Graf hat die Bedingungen, welche er den Gemeinden zugestehen will, der Regierung übergeben, diese hat den Herrn Assessor Hendel und der Herr Graf mich in die Orte geschickt, um sie den Ge­meinden mitzutheilen. Diese haben mehr verlangt und Assessor Hendel dieses auch vorbehaltlich der Geneh­migung des Herrn Grafen zugesagt. Diese Genehmi­gung ist aber bis jetzt allerdings noch nicht eingetroffen und ich stimme der Ansicht des Hrn. Reg.-C. Werren bei, einen Cvmmiffär nach München zu senden. Es eignet sich dazu aber Niemand besser^ als der Herr Assessor Hendel, welcher die Verhältnisse genau kennt, ein Anderer kann nichts in der Sache ausrichten.

Reg.-Com. Ler. Von Seiten der Regierung ist alles geschehen, was wir thun konnten, um die Orte zu unterstützen. Wir haben Wegebauten angeordnet, die Regierung hat Alles versucht, um den Hrn. Grafen zur Annahme der Bedingungen der Orte zu bewegen, aber vergebens. Inzwischen hat besonders Schmitten sich faktisch in den Besitz von Waldungen gesetzt und be­deutende Verwüstungen angerichtet, weßbalb wir in den ittzten Tagen selbst Militär zu requiriren gezwungen waren.

Wimpf. Wenn wir auch einen Commiffär nach München schicken, so kann doch die Sache noch sehr lange dauern, wenn der Herr Graf denselben, wie die großen Herren bisweilen chyn, warten läßt.

Hergenhähn. Hat derHr. Abgeordnete Leisler selbst den Hrn. Grafen gesprochen?

LeiSler. Ja, ich habe ihn gesprochen, und damals dje ersten Zugeständnisse von Seiten des Hrn. Grafen bewirkt, später kam der Hr. Regierungs-Assessor Hendel und theilte ihm die weiteren Anforderungen der Ge­meinden mit.

Hergeuhahn: Dann könnte man wenigstens die ersten Zugeständnisse verwilligen.

Leisler: Das haben die Gemeinden abgelehnt, sie wollen die sämmtlichen Anforderungen gewahrt wissen.

ES wird der Antrag LeiSler'S, eine besondere Com­mission nach München zu schicken, angenommen.

Wenkenbach zeigt an, als zur Tagesordnung âber- gegangen werden sollte, daß er eine Erklärung von fast 500 nassauischen Staatsbürgern wegen seines Antrages hinsichtlich der Nichtanerkennung des Veto, der Kammer mitzutheilen habe. Er verliest dieselbe. (Wir haben sie in der gestrigen Nummer bereits mitgetheilt.)

Nach der Tagesordnung kommt der Regterungs- erigenzetat Cap. IX., Industrie und Gewerbe, zur Be­rathung.

Im Ganzen wurde angefordert, ein Mehrbetrag ge­gen daS vorige Jahr um 14,782 fl. Diese ist haupt­sächlich bedingt durch die seit dem ersten Juli d. J. angetretene Selbstadministration dieses Instituts. Die Anforderungen für diesen Theil werden größtentheils gestrichen oder bedeutenn verringert, indem das Institut in der bisherigen Weise nicht fortbestehen wird. Zu dem gestrichenen Posten gehören 4000 fl. zur Anschaf­fung neuer Hengste. Statt 3600 fl. zur Herstellung der Stallungen in Weilburg werden nur 500 fl. be­willigt. Statt 600 fl. für Sattelzeug und Decken wer­den 100 fl. zur Bestreitung der Miethe dieser Gegen­stände vom Schultheißen Petri genehmigt.

Zu Preisen für Viehzucht werden 500 fl., ferner 2000 fl. Beitrag zur Vereinskaffe bewilligt, 600 fl. zur Unterstützung von Wiesesbauzöglingen werden ge­strichen, da dieser Unterricht gegenwärtig gar nicht er­theilt wird. 1500 fl. für Regilirung der Bücher und Nivellirung der Thalgrânde werden als ihrem Zweck nicht entsprechend, gestrichen Preise für Ge­meinden, die zuerst consolidirer lasse« werd"» gestrichen, »M Betrag von 500 fl., oa dieses ohnehin im Jnte- reffe der Gemeinden liegt-; Wimpf glaubt, diese Summe könnte besser zur Belohnung für Geometer, welche Con- solidationen gut ausgeführt hätten, verwandt werden, da man auch schlechte Consolidativuen gesehen habe und diese hauptsächlich einzelne Gemeinden abschreckten.

Für Maßregeln gegen Verbreitung der Seuchen des Rindviehes werden 9000 fl. dies Mal noch be­willigt, doch die Regierung ersucht, anderweitige Vor­schläge in dieser Beziehung künftig zu machen.

Wenkenbach I.: ES ist mir hinterbracht worden, daß ein Mitglied der Landesregierung 1000 fl. für Ge­stütsinspektion beziehe; ich weiß nicht, ob daS Gerücht wahr ist und bitte hie Hru. Reg. - Commiffarien um Auskunft.

Die Commiffarien wissen nichts davon, es müßte in dein Fall der Richtigkeit desselben eine Anforderung im Budjet vorkommen.

(Fortsetzung folgt.)

Deutschland

Wiesbaden, 14. Juli. Gestern fand hier eine Ge­neral-Versammlung der Turner statt, um darüber zu

berathen, ob der Turnverein an die Spitze der Statu­ten ein politisches Glaubensbekenntniß stellen solle. Es waren 115 Mitglieder des Vereins anwesend, von denen nach ziemlich hitzig geflogenen Debatten 89 für die Auf­stellung des Glaubensbekenntnisses sich aussprachen. Das Bekenntniß war dem Sinne nach ungefähr folgendes: Der Zweck des Turnvereins ist die Erstrebung der demokratischen Republik", und es wurde dasselbe von den 89 mit Stimmeneinheit angenommen.

Aus dem Wahlbezirke Königstein. Höchst, 14. Juli. Eben lesen wir in Nr. 128 der Freien Zeitung die Insertion der Wahlmännerversammlung in Kronberg und müssen uns gegen eine in derselben ausgesprochene Beschuldigung dringend verwahren. Es heißt nämlich dort: 13 kleinere Gemeinden hatten an der Versamm­lung keinen Antheil genommen, theils aus Lauheit, theils durch die Geistlichkeit oder durch persönliche Rücksichten abgehalten."

So weit unsere Kenntniß reicht, waren nicht dies die Abhaltungsgründe der erwähnten Gemeinden, viel­mehr ist die Ursache zu suchen in dem Mangel an Ver­öffentlichung jener Versammlung; denn in unserer Ge­meinde wurde Nichts jene Zusammenkunft Betreffendes publizirt â wir haben selbst Inrereffenten aus Kron­berg gesprochen, welche keine Kunde davon hatten. Das thut indessen zur Sache nichts, wir kommen nach.

Mögen sich die 4 Hrn. Abgeordneten nur nicht ein­bilden, daß wir durch unser Nichterscheinen eine still­schweigende Zustimmung zu ihrer Wirksamkeit gegeben hätten mit vollem Herzen unterschreiben wir alles Dasjenige, was auf der Zusammenkunft gegen sie un­ternommen wurde und werden es stets nach Kräften unterstützen. Wir hätten ihnen die Kenntniß des Bo­dens zugetraut, der sie trägt er wankt unter ihren Füßen, möge er nicht die trügerische Eisdecke für sie sein, von der heuer so viel geredet wird. Noch steht es in chrer Macht, das Damoklesschwert der öffentlichen Meinung von sich abzuhalten.

Schließlich bitten wir die Herren Vier, unsern Aus­spruch gegen ihr bisheriges Wirken blos auf Rechnung unserer Bürgerpflicht zu schreiben und die zartfühlende resp. Privatseite nicht allzuarg davon berühren zu lassen. Für das Zartgefühl des Herrn Großmann haben wir zwar keine große Besorgniß, da er öffentlich erklärt hat, daß er es nicht so stark damit treibt indessen, nicht Jeder hat eine Haut, wie Hr. Dr. Großmann.

Wir wünschen, daß die übrigen Gemeinden den Vor­wurf der Lauheit und des Einflusses fremder Machlj in

Der Fluch.

Aus Gerstäcker's Mississippi-Bildern.

(Fortsetzung.)

Endlich hatte das gehetzte Thier das Dickicht, nach dem es trachtete, gewonnen, aber die Hunde, vorzüglich Pluto, waren ihm zu nahe auf den Fersen, und Päy beschloß, sich auf einer Eiche ein wenig anszurahen.

Wüthend umsprangen die Hunde den Fuß des Baums, oft vor Bosheit über den entgangenen Feind in die Rinde der Wurzeln beißend; nur Pluto lag ein kleines Stück vom Baume ab. und betrachtete ruhig mit seinen großen, klugen Augen den gefangenen Feind, der sich da oben, wo sich die ersten Aeste theilten, recht behaglich festgesetzt hatte.

, Stevens kam zu derselben Zeit an die äußere Grenze des Rohrdickichts. Am Bellen der Hunde hörte er augen- blicklich-, daß der Bär aufgebäumt sei, sprang, deshalb vom Pferde und versuchte sich zu Fuß durch das Rohr einen Weg zu bahnen; in dem Augenblicke fiel ein Schuß und gleich darauf vernahm sein scharfes Ohr den Schmer­zensschrei mehrer Hunde.

Hölle und Teufel, rief der alte Jäger, hat denn der Böse schon einen von den Jungens vor mir auf dem Platze? und wieder drang der Klageschrei eines Hundes an sein Ohr. Mit aller Kraft, die ihm zu Gebote stand,

drängte èr sich da durch das Dickicht und stand zur selben Zeit auf dem Kampfplatz, als Jim von der andern Seite herzusprang. Der Bär, durch eine erhaltene Kugel gelähmt, konnte nicht fort, vertheidigte sich aber ritter­lich gegen die Hunde, von den einer schon verendet, ein anderen von seiner furchtbaren Taye znm Tode getroffen war; doch hatte sich noch ein fremder Hund des Kamp­fes angenommen und focht tapfer und brav. Pluto, der den,Bär bisher mehr geneckt und beschäftigt als ernstlich angegriffen hatte, fuhr jetzt, als er die aufmunternde Stimme seines Herrn hörte, mit wahrer Wuth auf ihn zu und suchte ihn an der Gurgel zu fassen. Das ge­hetzte und verwundete Thier stand auf den Hinterfüßen, die struppigen Haare alle aufgerichtet, die Ohren zurück­gelegt , den Rachen mit der lechzenden Zunge offen, die weißen, blutigen Zähne zeigend, und seine dunkeln, rothunterlaufenen Augen traten fast aus ihren Höhlen. Mit einem Schlage der rechten Tatze schlug er hier, mit der andern dort einen der Hunde zu Boden und erfaßte dann den treuen Pluto in seine gewaltige Umarmung, daß das gepeinigte Thier laut aufschric.

Der alte Stevens hatte ruhig seine Büchse schußfertig gehalten, bei der ersten Gelegenheit der Bestie eine Kugel durchs Hirn zu jagen, aber immer noch fürchtete er, einen der Hunde zu treffen; als er aber seinen treuen Pluto in solcher Gefahr sah, konnte er sich nicht mehr halten, warf die Büchse fort, riß das Messer aus der Scheide und eilte feinem Hunde zu Hülfe.

Der Bär that einen gewaltigen Schlag nach dem greisen Jäger, der ihn, hätte er ihn recht getroffen, aller weitern Jagden überhoben haben würde, der Alte war aber darauf vorbereitet und sprang behende zur Seite, konnte jedoch nicht verhindern, daß ihm die Bestie den Aermel des Jagdhemdes aufriß und den Arm nicht ge­rade ganz leicht verwundete. Das zur Verzweiflung ge­brachte Thier versuchte einen zweiten Anlauf, aber Jim's Messer fuhr ihm durchs Herz, stöhnend stürtzte cs nieder und verendete unter den wüthenden Bissen der Hunde.

Jeyt kamen auch Harper und Henry, gerade zur rechten Zeit, die leyten Zuckungen des Erlegten mi( an­zusehen, und erstaunten nicht wenig, noch eine fünfte Person zu finden, die Stevens und Jim bis dahin ganz übersehen hatten.

Es war ein Indianer, der, auf leine Büchse gelehnt, pnhig dem Kampfe zusah, und gar nicht that, als ob ihn die Sache etwas anginge. Sobald der Bär ver­endet war, batte sich auch der fremde Hund dem rothen Sohne der Wildniß wieder zugesellt. Es war ein großes, schlankes Thier mit klaren, dunkeln Angen; ungeheure Warben aber, die fast den ganzen Körper bedeckten und von denen einzelne selbst noch bluteten, entstellten es auf das ärgste, und gaben ihm ein wildes widerliches Anselm.

Nun bei Gott, rief Harper verwundert, der Bursche ist als Zuschauer mit auf die Hatz gekommen; hattest Du kein Stückchen geschliffenen Stahls bei Dir, guter