daß eine Beschlaglegung auf die Diäten ter Repräsentanten unstatthaft sei. 3m Nebligen zeigte sich die V»r- sammlung sehr sparsam und verwarf alte vorgejchlage- «cn Gehaltserhöhungen für die Beamten und Angestellten, obgleich diese ff^ weit mehr Arbeit haben, als früher. Auch das kleine Buffet im Innern des Palastes, wo seit 1830 den Deputieren unentgeltlich Er. frischungen verabreicht wurden und dessen Kosten im Jahre 1847 aus 47,000 Fr. sich beliefen, jetzt aber 60,000 Fr. Übersteigen winden, ist abgeschafft worden.
— Cs ist gew.ß, daß die Mehrzahl in den Bn- reaur der Rational-Versammlung sich für eine einzige Kammer ausgesprochen hat. — Um die Aufstehung gewisser Candidaten für die Präsidentschaft der Republik zu verhüten, beabsichtigt man, in die Verfassung einen Artikel er fzunehmen, welcher bestimmt, daß Niemand Präsident werden kann, der nicht mindestens zehn Jabre lang vor der Wahl auf französischem Gebiete gewohnt hat. (Köln. Z.)
Amerika.
New-Aork, 27. Juni. Die äußerste Partei der Demokraten, welche von ihren Gegnern Barnburners (Scheuuenbrenner) genannt werden, hat in einer Versammlung in Utica beschlossen, ihre Stimme für die Präsidentschaft dem ehemaligen Präsidenten von Bmen zu geben. Dieser hat aber e-lläit, von jeder Bewerbung abzustehen. Das Eigenthümlichste dieser Partei ist ihr Abscheu gegen die Sklaverei. Sie hat beschlossen, sich der Einführung von Sclaven in freie Gebiete aufs kräftigste zu widersetzen, und man nennt sie daher auch „Frei-Boden-Partei."
— Die amerikanischen Truppen landen bereits in den Vereinigten Staaten. In New-Orleans bilden sich Freischaaren, um Iucatan zu Hülfe zu eilen, wo die Adianer die Hauptstadt Merida bedrohen.
— In Mexico beginnt schon der Bürgerkrieg, indem Diejenigen, welche in Verdacht stehen, mit den Amerikanern in zu nahe Verbindung getreten zu sein, von der zurückkehrenden mexicanischen Soldadeska mißhandelt werden. Die Demokraten in den Veretnigten Staaten rechnen auf baldige Erneuerung des Krieges, oder hoffen wenistenö, daß die einzelnen, Merfto bildende
Staaten sich von einander trennen und die nördlichen um Anschluß an den amerikanischen Bund bitten werden. — Die Aufhebung der englischen Schifffabrts - Ges tze erregt große Aufmerksamkeit in New - Mrk; wenn sie zeitig genug in Ausführung käme, so würde auch der Congr.ß die amerikanischen Beschränkungen noch vor August aufheben.
— J. Mitchell ist auf den englischen Straf-Inseln, den Bermuden; sein Bruder ist hier angekommen und findet viel Theilnahme. (K. Z.)
Zur Berichtigung der Ansichten des Publikums über den in Nr. 123 der Freien Zeitung erschienenen meine Person betreffenden Aufsatz, bemerke ich einfach,-daß ich mich wegen des sogenannten Standesaufwands weder au Seine Hoheit den Herzog, noch auch an das Herzogliche Staatsministerium beschwerend gewendet habe. *)
Die Injurien, welche es dem mir bekannten Verfasser beliebt hat, mit dieser Anzeige zu verbinden, halte ich keiner Erwiederung werth. Sollten wider Erwarten sich solche Erscheinungen wiederholen, so würde ich mich ohne öffentliche Antwort an die Gerichte wenden.
Usingen, 11. Julius 1848.
Flach,
Hof - und Appellationö-Gerichts-Direktor.
*) Ist unserm )1-Csrrespondent direkt von einem höheren Angestellten mitgcthcill worden. Die Dieb.
Nassauischer Landtag.
XVI. Sitzung, am 14. Juli, Vormittags 11 Uhr.
Der Sitzungssaal hat schon vor der Eröffnung ein sehr lebhaftes Ansehen. Die wenigen Zuhörerbänke sind schon eine halbe Stunde von Anbeginn vollkommen besetzt, wahrend sie sonst gewöhnlich in der Mitte der Verhandlungen kaum halb ungefüllt sind. Ueberall gespannte Gesicht, r und lebhaftes, halb lautes Gespräch. Die Sitzung wird eröffnet, Hergenhahn selbst ist anwesend, es werden die eingelaufenen Petitionen an- gezeigt, darunter eine wegen einer gestörten Volksversammlung in Oranienstein, welche die Kammer um Schutz des gestörten Vereinigungsrechtes bittet. Es sollte dort eine Versammlung der Demokratenabgeord-
neten in Nassau gehalten werden, welche aber von auf» gereizten Schiffsknechten rc. rc. durch die Drohung, die Ankommenden mit Gewalt zu vertreiben, verhindert wurde. — Hergenhahn: Ich werde anordnen, daß die Sache untersucht wird. — Wirth schlägt vor, die Petition sofort an die Regierung und nicht an die Pelitionskoimnission zu übergeben,' waS angenommen wird.
E cf bittet die Kammer, eine Petition sogleich in Er- wâgunq zu ziehen mit Umgehung des Weges, den die Geschäftsordnung vorschreibt, weil sonst ein Beschluß zu spät koinmen würde. Die Petition ist von den Orten Schmitten und Reifenberg. Dieselben haben trotz mehrmaliger dringender Berichte der nass. Regierung immer noch keine Antwort von dem Grafen von Bassenheim erhalten. Es liege hierin auch eine Geringschätzung der Regierung von Seiten des Hrn. Grafen. — Reg.-Com. Werren gibt die Erklärung der Regierung ab, daß am 27. Mai dahier die Bedingen festgestellt worden seien, welche die Dorfschaften von dem Grafen erfüllt haben wollten, diese seien am 3. Juni an den Grafen abgeschickt, und ihnen am 3. und 8. Juli Ernennungsschreiben nachgesandt worden, aber bis auf den heutigen Tag noch keine Antwort erfolgt. Es bleibe jetzt uns noch übrig, einen Commissär nach München zu schicken und die Antwort persönlich einholen zu lassen. Der Abgeordnete Leisler könne, als Anwalt des Grafen, wohl die beste Auskunft geben.
(Die Fortsetzung morgen, einstweilen nur das Ergebniß des Wenkenbachischen Antrages. Lang hatte den weiteren Antrag in dieser Angelegenheit gestellt, denselben sofort in Betracht zu ziehen, weil er für die Stellung der Kammer maßgebend sei. Großmann beantragte, ihn bis zu dem Zeitpunkt, wo die Ve^aft sang berathen werden würde, zu verschieben. — LangS Antrag fiel mit 15 Stimmen durch, der vom Abg Großmann wurde angenommen. Bei dieser Abstimmung hat der Abgeordnete Dekan Keim von Hachenburg wirklich Erstaunliches geleistet, er hat nämlich nach einander für jeden dieser beiden sich wechselseitig ausschließenden Antträge gestimmt !!)
Verantwortlicher Redacteur : Dr. F. Möller.
Bekanntmachungen.
Versteigerung.
(927) Montag den 31. Juli, Nachmittags 2 Uhr, läßt die Hohen» Heiner Berg- und Hüttengrwerkschaft: W _
4 Stuck 3 Ohn, 1847r selbstgezvgenen weißen Wein ohne Faß, eine zweispännige Droschke und 5 Stück Pfcede-Wasserkammet auf der Geschäftsstube der Gewerkschaft in Hohen rhein öffentlich versteigern.
Niederkahnstein, den 13. Juli 1848. Breitenbach, Oberschultheiß.
Versteigerung.
(915) Mittwoch den 19. d. Mts., und die darauf folgenden Tage ^Morgens 9 Uhr anfangend, läßt der unterzeichnete Vormund der Reinhard Genth'schen Erben auf der Petersau bei Castel die zur Hinterlassenschaft gehörenden Mobilien, als: 6 Kühe, 3 Pferde; viele Occonomiegeräthschaften, als: Wagen, Karren, Pflüge, Eggen, Walze :c., sowie eine durch Pferde zu betreibende Oel- und Mahlmühle, das Haus^ und Weißgeräthe aller Art, mehrere Nachen und eine Nähe mit dem dazu gehörenden Geschirr, mehrere Bütten und Fässer, sodann 15 Malter Korn, Stroh, Heu, gedörrter Klee, viele Zentner altes Eisen rc., öffentlich an den Meistbietenden versteigern.
Mosbach, den 12. Juli 1848. Christian Genth.
(923) Gewisse Leute gehen darauf aus, mich zu verdächtigen, indem sie behaupten, ich sei Republikaner, weil ich durch das Eramen gefallen und deshalb keine Anstellung erhalten könne. Ich antworte hierauf, daß ich Republikaner bin, weil ich die Republik für die beste Staatsverfassung halte, und theile zugleich das mir gestern zugestellte Decret mit, um zu zeigen, wie wahrheitsliebend die Vermeintlichen sind:
Dem Gnnbibaten des Straßen-, Brücken - und Wasserbaues, Oswald Dietz von Wiesbaden wird auf seine Vorstellung,
UM Zulassung zur Prüfung, unter Rückgabe der Anlagen zur Entschließung eröffnet, daß derselbe, als in der mit ihm vorgenommenen Prüfung nach dem Gutachten der PrüfungScommisfion gut bestanden, in die Zahl der geprüften Candidaten des Straßen-, Brücken- und Wasserbaues anfge- nommen worden ist.
Zu seiner Legitimation wird ihm hierüber gegenwärtiges Decret ertheilt.
Wiesbaden, den 27. Juni 1848. Herzog!. Nass. Staatsministerium.
In Auftrag: Vollpracht.
Dies meine Erklärung zur Beruhigung meiner auswärtigen Freunde und Bekannten.
Wiesbaden, den 13. Juli 1848. Oswald niet».
(024) Dor zwei Jahren ließ sich der Herzog einen Garteninspector aus Rußland verschreiben, roe l man nicht einmal in Deutschland, viel- weniger in dem kleinen Herzogthum Nassau so brauchbare Leute finden kann. Dieser russische Gärtner wollte die Sache noch mehr verbessern und ließ einen zweiten Gärtner von dort Herkommen, dessen Ankunft in die verhängnißvolle Zeit des Märzmonats fiel, wo das Biebricher Gartenpersonal glaubte, sich freier bewegen zu können und vrotesiirte gegen die Annahme eines zweiten Russen.
Der Garteninspector gerieth deßhalb in Verlegenheit und wendete sich an den RegierungS- rath Albrecht, den bekannten volksfreund- lichen Mann, um die erledigte Gärtnerstelle auf rem Geisberge, wo sein Wunsch sogleich erfüllt wurde: weil natürlich der tiefeenkende Director deS Instituts alles fremdartige liebt. Trotzdem, daß sich mehre Nassauer, welche der Stelle hinKiiglitv gewachsen waren, darum bewarben, nahm Herr Albrecht nicht nur keine Notiz davon, sondern beinerkte sogar, daß da« Her- zögthum keine Leute habe, die dazu verwendet werden könnten. Es ist traurig, daß Männer jetzt noch Einstuß haben, die, triftiger Gründe halber, längst entfernt sein sollten: die, ihrem Eigensinn fröhncnd, längst sich überlebt haben. Es sei nur kurz noch bemerkt, daß weder Herr Albrecht, noch der Biebricher Garteninspector von der Banmzncht gediegene Kenntnisse haben, und ferner zweifeln wir, daß der Russe, welcher jetzt auf bem GeiSberge die Stelle angenommen hat, mehr Kenntnisse der Baumcultur mitgebracht hat, als wie uns bekannt ist.
Wiesbaden, den 13. Juni 1848.
Mehrere Gärtner.
(926) Eine noch ganz neue Chaise ist billig -n verkaufen. Näheres bei J. Wagner, Taunus- straße No. 26, dahier zu erfragen.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. i Uhr.
Oesterreich
Preußen Bayern
Würiemb.
Baden
Darmstadt
Den 13. Juli 1848.
Metalliques Obligationen ....
Wiener Bank-Actien . . , . . 500 fi. Loose........
250 fl. Loose von 1839 .... Bethmänuische Obligationen . . .
50 Thaler Prämien-Scheine . . . Staats-Schnld-Scheine a 105 . . Obligationen........
Ludwig-Kanal-Actien ind. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........
Obligationen........ Lotterie-Anlehen â 50 sl. von 1840 35 fi. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen........
pCt.
5
4
3
27-
4
4%
3% 3%
3%
4%
3%
3%
Papier 67% 57 41 34%
1210 111
74% 57
64% 88% 77 76%
66% 79% 93% 77% 48 26%
Geld 1 67%,
34%;
1200
110
73% 56
63% 87% 75
75%
65% 78% 92% 76% 47
26% 78
Darmstadt
Kurhessen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien
Polen
Sardinien
Den 13. Juli 1848.
Obligationen........
Lottcrie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fi. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .
ditto 25 fi. Loose . . .
Obligationen...... .
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
Taunus-Eisenbahn-Actie» â 250 fl. .
„ „ „ per ultimo
Jntegr.-Obligationen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 ......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
pCt.
4
4
3%
3 3% 37-
2% 3%
3
Papier
88% 64% 21% 37%) 25%;
82% 21% 82% 95
90%
285
46
17%
89
64’% 25%
Geld 87% 64 20% 36% 25 82 20% 82 94 89% 281
45% 69
17%
63% 24%
Cours der Wechsel.
__________Den 1 , Juli.__________
Amsterdam, loo ft. Erl.
Augsburg, 10:) fi. (5rt Berlin, 60 Thlr.
Bremen, 50 Nthlr. in Louisd'or.
Hamburg, 100 Mrk. Bco. . .
Leipzig, 60 Thlr......
„ in der Messe ....
London, 10 Livr. St.....
Lyon, 2M Fr. . . .
Paris, 200 Fr.....; I H
Mailand, 250 Lir. Anstr. . . .
1 Wien, in 20r 100 fi. C.-M. . .
f Disconto........
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
...........................
20 Frank-Stücke ...........
Holländische 10 fi. Stücke .........
Laubthaler .............
Preußische Thaler...........
Hochhaltiges Silber ..........
Gering-mittelhaltiges Silber........
-F
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
M
5
55 36
40
5
2 43% 45 24 18
.Briese
119%
120%, 94% 94%
107
Geld
101
105 99% 88
104%
104%
2
Briese
120%
Geld 100%
87%
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.