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gerate an dem Tage nach Homburg abgercif! twreu (um nicht wieder zu kommen) als der eigentliche Ab­schluß einesVertrags" stattfinden sollte, dessen heil'ge Bande den Volksstamm an das Grafenhaus von neuem knüpfen sollten. Vorder batte man nochin gebroche­nem Deutsch" eine wahrhaft sublime Proklamation der Commissäre den Unterthanen der Standesherrschaft zu­gesendet, die den grösten Effekt machen mußte, weil rarin zuerst an die Biederkeit und dann an die Eitelkeit der G 'birasbewobner appellirt war, denen man zu verstehen neben wollte, daß der Ausdruckarme Nester" für ihre Dörfer eine Beleidigung enthalte, die sodann die rührendsten Erclamalionen über die eben stattfindenden Ausflüsse der hohen gräflichen Gnade enthielt und wo­rin'man sodann mit deutlicher Hantbewegung auf den Inhalt des Nassauischen f. g. Sichechkitsgesitzes Hin- wies, Kraft dessen die ganze Gemeinde für nicht ver­ankerte Eigenthumsbeschädigungen erhaltpflichtig ist.

Die Abgeordneten der Bassenheimischen Gemeinden erschienen am bestimmten Tage, um zu hören, zu bitten, zu wrdern und zu unterhandeln. Man machte ihnen gar wenige Konzessionen. Die Wernborner allein ga­ren sich zufrieden, sie ließen den Grafen hoch leben. Man hatte ihnen den Kaltoffelzdhnten, Heuzehnten, Gülten, das Recht des Fortzehntens von einem- Acker zum andern nachgelassen, so daß die Bauern hin­sichtlich der Freiheit ihres Grundeigenthums den übri­gen Landleuten in nicht standeohenlichen Gemeinden so ziemlich gleichgestellt erscheinen. Den Cransbergern gab man weniger, die von Schmitten, Reiffenberg, Seelenberg und Arnolshain waren gänzlich unzufrieden: Zum Theil mit alten Urkunden über ihre Berechtigun­gen und Verpflichtungen dem Grafen gegenüber ver­sehen, erklärten sie Nachweisen zu können, daß sie nach den ihnen eben gemachten Vorschlägen nur Nachtheil hatten und mehr bezahlen sollten als bisher geschehen. Und ich habe von sachverständigen Leuten gehört, die von den Urkunden Einsicht genommen haben, daß dem so sei.

Die Unterhandlungen, welche in Usingen stattfan- ten, zerschlugen sich, die Bevollmächtigten der 4 letzt­genannten Gemeinden verweigerten den vorgelegten Re­vers zu unterzeichnen, versammelten sich auf dem Marktplatze, riefen unter Schwingung einer schwarz- roth-goldnen Fahne und Trommelschlag dm Herzog von Nassau als ihren alleinigen Herrn aus und sagten sich los von dem Grafen von Baffenheim.

Bald zeigten sich die Wirkungen. Troß Sicher. Heitsgesetz, Ermahnung und Drohung soll in mehreren Wochen in den Bassenheimischen Waldungen, nament­lich auch durch Feuer, ein Schaden von 900010,000 fl. augerichtet worden sein. So hoch wird derselbe wenigstens von Bassenheimischen Angestellten angegeben. Was halfen da die Bestimmungen jenes Gesetzes, die in Anwendung zu bringen inan auch gar keinen Ver­such machte, bei Gemeinden, die neben nur einigen mittelmässig Bei mögenden durchaus von so armen Leu­ten bewohnt sind, daß ihnen nichts mehr zu nehmen ist, als der Rest des menschlichen Gefühls aus der Brust?

Der herzogliche Beamte zu Usingen versäumte nicht, der Negierung zu Wiesbaden ausführliche Nachricht zu geben von dem Stand der Sache. Sofort erschien von dorther als Kommissar der Re^ierungsaff ssor Hmdel, bereiste die Gebirgsorte unt versprach im wohlverstan­denen Interesse des Grafen von Bassenheim selbst daß die von Gemeinden gemachten, als billig und bescheiden erkannten Forderungen erfüllt werden sollen. Die Ge­nehmigung des Grafen ist hierzu erforderlich, hoffentlich wird sie bald eintreffen. Das Gegentheil wäre nicht gut: man dürfte sagennichts gelernt und nichts ver­gessen." U-brigenS mag es bereitts 7 Wochen sein, daß die Genehmigung auf sich warten läßt.

Nun ist es mir nicht möglich, anzugeben, was den Gebirgsorten eigentlich zugesichert worden ist. Jeden­falls neben Milderung mancher drückenden Verpflichtun­

gen auch noch größere Berechtigungen, namentlich in den Waldungen, z. B. Streulaub holen, Sammeln des dür­ren Holzes rc. Die Gemeinde Schmitten soll aber ein ganzes Stück Wald, das sie seit 30 Jahren versteuerte und der Graf benutzte, eigenthümlich erhalten.

Klug ist es, wenn der Graf die gemachten Zu­sicherungen baldigst genehmigt, und nothwendig ist es. Was ist denn die Aufgabe unserer Zeit in der socialen Frage? Es muß durch gesetzliche Bestimmungen dafür gesorgt werden, daß jedes Menschenkind bei fleißiger Arbeit eristiren kann das gewiß. Aber da wir längst aus diesem normalen Zustande herausgetreten sind, so muß dafür gesorgt werden, daß ein Theil des in eini­gen Händen angehäuften Reichthums an die Armen nach und nach zurückgeht. Das ist nicht leicht zu ma­chen. Von dem eignen Willen der Reichen wird es zum größten Theile abhängrn, ob sich nicht einst furcht­bare Scenen erneuern. Möge also der Graf Bassenheim mit seiner Genehmigung nicht zaudern.

Bei allem dem werden aber die armen Leute am Feldberg noch lange nicht erlöst sein. Es bleibt die schwierigere Aufgabe zu lösen und zwar von unserer Verwaltung, nämlich auf die Dauer Arbeit zu verschaf­fen. Durch die Fabriken ist jenen Kolonien von Hand­werkern , hauptsächlich Drahtarbeitern, ihre Arbeit und ihr Verdienst entrissen worden sie verfluchen die Fabriken. Wie anders? Können diese Leute die wohl­thätigen Folgen der wachsenden Manufakturkraft ein- schen? Unter solchen Zuständen unmöglich! Welcher Jammer, daß in den eben vergangenen finstern Zeiten der Unterdrückung es selbst für hohe Staatöklugheit galt, den Gewerben nicht aufzuhelfen, das wachsende Proletariat nicht zu berücksichtigen, obwohl doch manch­mal diese Herren, die so viel mit dein europäischen Gleichgewichte zu thun hatten, bei einem unfreiwilligen Blick wie vor einem Gespenst erschrecken mußten, wenn ihnen diese aus allem Gleichgewicht gekommenen Zu­stände vor die Augen traten. Und hatte doch die Nas­sauische Regierung überdies so gar wenig mit dem eu­ropäischen Gleichgewichte zu thun! Nun, möge man endlich und bald den Mann finden, der das große Nechenerempel von Kapital und Arbeit vollendet und aussührt.

Jetzt beschäftigt sich die Regierung mit der Lage der Gebirgsorte allerdings. 2200 Gulden sind bereits aus Staatsmitteln zur Herstellung des über das Ge- birg nach Königstein ziehenden VicinalwegS verwilligt und im Nu von den Bewohnern von Schmitten, Ar­noldshain, Ober- und Nieder-Reiffenberg und Seelen- berg verarbeitet worden. Auch ist vor einiger Zeit der Mechanikus Braun von Wiesbaden erschienen, um die Lage der arbeitenden Klassen zu untersuchen und ein Hülfsmittel ausfindig zu machen. Das erste that er; an dem Gelingen des letzteren zweifelt er nicht. Möge der Erfolg bald bekannt werden!

Nassauischer Landtag.

XIV. Sitzung, vom 8. Juli.

Nach Eröffnung der S tzung zeigt der Vorsitzende den Eingang einer Anzahl Petitionen an. Wimpf übergibt eine Petition eines seit März entfetten För­sters um (Übertragung einer Dienststelle, und befür­wortet dieselbe, wobei er die traurige Lage dieser Leute erwähnt.

Werren erklärt, daß die Regierung gern helfen wolle, übrigens durch (Übertragung von Försterstellen nicht helfen könne, da die Förster bekanntlich von den Gemeinden erwählt würden. Hehn er beantragt nun, unter weiterer Darstellung der Lage der entsetzten För­ster, die entweder vor Hunger sterben oder zu Verbre­chen schreiten müssen, der Regierung baldigst eine Summe zur außerordentlichen Unterstützung dieser För­ster zur Verfügung zu stellen, indem die Local-Armen-

Behörden nicht für sie sorgten und eine Versetzung der­selben in Domanial-Walvungen nicht wohl thunlich sei.

Wirth erklärt, daß, wenn die Versammlung da­mit einverstanden sek, der Antrag Hehners als Wunsch der Versammlung ins Protecoll aufzunehmen und Hr. RE. zu ersuchen sei, baldigst eine detaillirte Anforderung für die fragliche Unterstützung vorzulegen.

Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden.

Reg.-Cvm. Bertram eröffnet nun, daß das Jagd- Sef0 mit einigen Modifikationen, die indessen lediglich unbedeutende Revactions-Aenderungen sind und wozu die Kammer sogleich zustimmt, von der Regierung ange- nomnikn worden sei, und übergibt die Instructionen zu dlksem Gesetze, welche der früher zur Begutachtung des Jagd-Gesetzes gewählten Commission überwiesen werden. Bertram fordert weiter einen Zuschuß von 7212 ff. zu den für den Chaussee - Neubau schon verwilligten Summen an und gründet diese Anfordermig darauf, daß bei Aufstellung der Budjets noch die Chausseefrohn- den in Aussicht genommen gewesen, diese aber bekannt­lich im März aufgehoben worden seien, weßhalb denn für die weggefallenen Dienstleistungen die angeforderte Summe nothwendig geworden sei.

^Die Versammlung bewilligt sofort die angeforderten

Keim stellt eine Anfrage an die Reg.-Commissäre, ob und welche provisorische Maßregeln zur Sicherstel­lung der diesjährigen Staats- und Domänen-Zehnten von der Regierung getroffen seien.

Reg.-Com. Ler: Da in Kurzem der definitive Be­schluß der Regierung über diesen Gegenstand zu erwar­ten ist, hat dieselbe jetzt darüber der Kammer keine Vor­lage mehr machen zu müssen geglaubt. Die Staats- Zehenten sollen dieses Jahr nicht erhoben werden7 und zwar unter der Bedingung, daß die Entschädigungen später nach dem Maßstabe der festzuseßendcn Ablösungs­summe statt finden. Bei den Dekanen sei ungefragt, ob sie hinsichtlich des Pfarrzehntens dasselbe thun woll­ten, denn einen Beschluß über den Pfarr- und Privat- Zehnten könne die Regierung nicht fassen, doch hoffe sie, daß von deren Seite bis zur definitiven Entschei­dung der von der Regierung eingeschlagene Weg auch angenommen werde.

Keim: Ich habe besonders deßhalb die Anfrage gestellt, weil die Commission, welche die Zehentfrage zu bearbeiten hat, auf unvorhergesehene Schwierigkeiten gestoßen ist und nicht wohl vor 45 Wochen ihre Ar­beit der Kammer vorlegen kann.

Es kommt nach der Tagesordnung der Regierungs- crigenzetat zur Sprache.

L Regierungscollcgien. Für Besoldungen werden nach Abzug der Fruchtmehrbeträge und Standesauf- wandsgetver bewilligt 76,795 fl. Für Canzleiauf- wand 15000 fL Für Inventar 500 fl., ein hier noch vom Ausschuß beantragter Depositenschrank für 650 fl. wird auf Langs Antrag nicht verwilligt, in­dem die Regierung gar keine Anforderung deshalb ge­macht habe. Dik'Zweckmäßigkcit einer derartigen siche­ren Vei Wahrungsart für Papiere wird übrigens aner­kannt und deshalb eine Anforderung von der Regierung erwartet. Für Reifen 8000 fl.

Bei dem Titel Besoldungen wurde von der Commission beantragt, daß die Regierung sofort den Mißstand beseitigen möge, daß der Negierungsreferent in Mevicinalsachen, Dr. von Franque, die Besoldung als Referent beziehe und doch 5 Monate des Jahres in Ems verweile. Hierbei könnten die Geschäfte nur leiden.

Weiter wünscht 'die Commission, daß die Regierung keine Besoldungszulagen an die höher besoldeten Staatö- diener vorläufig mehr ertheile, welchen Wunsch der Neg -Com. Werren nur dahin gehend annehmen will, daß der Regierung Sparsamkeit anempfohlen, nicht aber eine bestimmte Vorschrift darüber gemacht werde. Die Regierung sei für die richtige Verwendung der Gelder den Ständen verantwortlich, eine solche Vor-

er sprang auf und floh in wilden Sätzen durch den dichten Wald, wohin? galt ihm gleich, nur fort, fort von den, an so Schauderhaftes mahnenden Tönen.

Endlich zum Tode erschöpft, sank er nieder. Es war 2lileé Hill wie im Grabe. Er rollte sich in seine Decke uni» war bald entschlafen ; doch auch im Traume hob die Atte wieder die Dürren Hände empor, sprach die Worte des fluche über ihn, und hohnlachte über das Schicksal seiner Brüder.

Es war einer jener wunder-lieblichen Herbstabende in der Zeit, die im nördlichen Theile von Amerikader ' indianische Sommer" genannt wird, und die gewöhnlich nach den Aeguluoctialstürmen bis Ende November, in den südlichern Staaten oft noch bis tief im Dezember hinein dauern. Zwar konnte der Herbst sich nicht mehr ver­leugnen, d e reifen Eicheln fielen überall raschelnd in das trockene Laub, die Sassafrasblätter bekamen jene feucr- rothcn und hellgelben Flecke, die ein Zeichen des baldigen Absterbens sind. Der wilde Wein hing in schweren, blauen Trauben von den schlanken gewaltigen Eichen herunter, und die Muscatine-Beeren, überreif abgefallen, bedeckten überall den Boden.

Eben sank die Sonne in das grüne Blättermeer, als vier Ren r an einem kleinen Bache am Fuße einer gewaltigen Rothciche hielten.

Der Erste, ein hoher stattlicher Mann , wie die

Ucbrigcn in ein Zagdhemd, Leggins und Moccasins ge­kleidet, trug ungleich den Andern eine blaue schottische Mütze ohne Schirm, weiß, grün und roth um den Rand herum gewürfelt, unter der das schneeweiße Haar in einzelnen starken Locken hervorschaute und dadurch dem ernstfreundlichen Gesicht einen milden Ausdruck gab. Die Büchse vor sich auf den Saitclknvpf legend, wendete er sich zurück zu den Gefährten und sagte:

Dies scheint ein guter Platz zu sein, das Wasser ist klar; dort jener umgestürzie, trockene Baum wird herrliches Brennholz liefern, diese dichte Eiche den Thau abhalten, und sollte es die Nacht noch regnen, so sind hier Büsche genug, in wenigen Minuten unsere Decken aufzuspannkn und ein behagliches Lager zu machen.

Gut, Stevens ! Du hast ein richtiges Auge für der­gleichen, sagte ein kleiner, wohlbeleibter ältlicher Mann, der wie die übrigen jetzt vom Pferde stieg und Sattel und Decke herüntcrnahm; lieber wär's mir freilich, ich hätte auf der verdammten Hetze nicht meine Whiskey­flasche zerbrochen. Was fingen wir jetzt aber an, wenn wir keine Lebensmittel mitgenommen hätten, wie Ihr alle wolltet? ja, jeyt könnten wir Sassafrasblätter kauen und Eicheln fressen, mit ein paar sauern Weintrauben dazu. Ein recht gesundes Essen, wie der botanische Apo­theker in Paduka sagen würde na, mein Bärenspeck und Brod wird mir nicht übel schmecken! Er zog bei tiefen Worten einen langen Sack unter der Decke her­vor, der an beiden Seiten gefüllt war, um bequemer auf

dem P erde zu liegen, ging dann zu einer kleinen Eiche, bog sie herunter und hing den Sack daran so jetzt sollen die verdammten Hunde mir nicht wieder, wie das letzte Mal, meinen Speck herausstehlen, Dein Pluto, Stevens, ist doch ein niederträchtiges Vieh, erst holt er mir den Speck, und wie ich ihn wieder haben wollte, legt sich die Kröte mit beiden Pfoten braus und knurrt mich an!

Die Provisionen waren jetzt alle aus dem Bereich der Hunde gebracht, die Sättel und Decken an den Fuß der Eiche geschafft, um als Kopfkissen und Betten zu dienen; den Pferden die Vorderbeine so gebunden, daß sie nur kleine Schritte machen konnten, und die Holz­stücke aus den Schellen, die sie umhängen hatten, genom­men, daß diese wieder laut tönend den Jägern den Atifenthalt ihrer Thiere . am nächsten Morgen anzeigen konnten. Die Gesellschaft machte sich nun in aller Eile daran, Holz genug zusammenzutragen, um sowohl ihr rohes Fleisch etwas zu braten, als auch ein behagliches Feuer die ganze Nacht hindurch zu unterhalten, und bald loderte eine freundliche Flamme höher und höher empor, bis sie züngelnd die nicderhängendcn Zweige der Eiche schwärzte und dörrte.

Einer der beiden jungen Leute, ein; von der Sonne verbrannter, schwarzlockiger Bursche, mit schneeweißen Zähnen und feurigen Augen, kam ebenfalls zum Feuer und warf sich auf seine Decke.

Er trug ein. ledernes, gefranztes Jagdhemd, und