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„Dreiheit und NerÜt!"
.U 124* Wiesbaden. Montag , 10» Juli IMS.
Die „Freie Zeitung" erscheint täglich in einem Bogen. - Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H Wischer und A auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. — Der Abonnements-Preiö vom 1. Juli an beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 ff 45 fr ' baftftLa a « p' r die Post bezogen innerhalb des ganzen Hcrzogthnms Nassau, deS Großherzogthums Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft dessen' ^onwur»^ â, .' Hanau halbjährig 4 ff. 30 kr, innerhalb aller übrigen Thurn- und TariS'schen Postbezirke 3 fl. - ö r ' -anogranipast ^egen -Homburg, sowie der Kurhesstschen Provinz Inserate werden bereitwillig ausgenommen. - Die Jnserations-Gebühren betragen für die vierspalttge Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer.
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ÄLZ°° Vielseitig geäußerten Wünschen zu entsprechen, haben wir uns entschlossen, außer Sein halbjährigen nunmehr auch ein vierteliâbriaeS Abonnement zum verhâltuißmâßigeu Preise eintrete» zu lassen. 8
Die unglücklichen bassenheimischen Ortschaften
Schmitten, Neife-iberg, Seelenberg, Ar- noldshain, Amts Usingen, und^die vergeblichen Versuche zu ihrer Rettung.
(Sämmtlichen Landtagsabgeordneten zur Beachtung empfohlen.)
II.
Die zur Erledigung der Gemeindepetitionen abgeordnete gräfliche Commission
■ an
die Ortsbürger der Gemeinden: Cransberg, Pfaffenwiesbach, Wernborn, Ober- und Niederreifenberg,
Seelenberg, Schmitten, Arnoldshain.
Wir Untei zeichnete wollen Usingen nicht verlassen, ohne vorher an Euch, Ihr Ortsbürger, unsern Scheive- gruß zu richten.
Unter ungünstigen Umständen, unter großen Schwierigkeiten haben wir unser Geschäft begonnen und besorgt, aber wir sind dadurch nie kleinmüthig geworden, und ruhig kehren wir zu unserem erlauchten Sender zurück.
Wir trafen an bei Euch Verstimmung gegen Euren Standesherrn, und, wie es scheinen mußte, zum Theile dieLuversicht, dasjenige mit Gewalt erringen zu können, was nüt frei g«währt Euch Segen bringen kann:
Man hat Euch gesagt und in Zeitungen verbreitet, der erlauchte Graf ziehe aus Euren „armen Nestern" jährlich dreißigtausend Gulden. Obgleich nun auch nicht insgesammt Eure Wohnhäuser arme Hütten, Eure Dörfer „Nester" sind, so bliebe es doch immerhin schrecklich, eine so große Summe Euch jährlich abzunehmen. Aber dem ist nicht so. Wir haben die Herren Depn- tirten des Wiesbader-Sicherheitseomite aktenmäßig überzeugt, daß Euer Rentamt von allen ihm, in und außer den Herrschaften Cransberg und Reifenberg angehörigen Einwohnern, nicht mehr als jährliche fünfzehnhundert Gulden beziehe, und Ihr wißt alle selbst, welche weit belangreichere Vortheile Ihr entgegen durch die Gelegenheit des bedeutenden gräflichen Eigenthumes unb aus demselben genießet, und stets genossen habt.
Man hat gesagt. Euer Standesherr habe auf alle Eure Beschwerden nie geantwortet. Wir bitten Euch, Ihr Ortsbürger, Zeugniß abzulegen,
wie häufig vor dem 4. März l. I. selbst die kinHekommeuen reinen Gnadengesuche eine entsprechende Erledigung gefunden haben;
ob Ihr die sogenannten Beschwerden, welche für Euch am 13 v. Mts. nach München verzeichne t wurden, je und wann früher gestellt hattet?
Wenn dieses allerdings zum Theile zwischen dem 4. März und 13. Apiil geschah, so ist ein solcher Zeitraum wohl zu kurz, um der Anklage dienen zu können, aber wir befragen Euch auch wegen dieses kurzen Zeitraumes,
ob nicht die bis zum 23. April eingekoinmenen Petitionen mit Drohungen verbunden waren; ob es zum Bor würfe gereichen könne, einer bewaffneten Bitte nicht aUsogleich zu entsprechen, und ob Euch nicht demungeachtet schon vor dem 13. April bedeutende Bewilligungen gemacht worden sink?
Ihr Ehrenmänner in den Gemeinden, tretet jetzt auf, gebt der Wahrheit Zeugniß, und wenn ihr irgend eine gegründete Beschwerde wegen harter Behandlung haben konntet, so bezeichnet sie genau!
Die andere Schwierigkeit für uns war, daß man behauptete, dasjenige, was Ihr verlangt, werde mit dem Nachdrucke der Gewalt verlangt.
Diese Anklage gegen Euch war, wir hoffen es, nicht gegründet, für den erlauchten Grafen aber höchst betrübend. Sie ist übe,wunden. Seit dem Erscheinen des landesherrlichen Sicher! eitsgesetzes vom 3. I. M, ist in dem Herzogthume jede Bcsorgmß einer verbrecherischen Gewalt verschwunden, und kein Beschluß auf Eure gesammelten Bitten wurde vorher verkündiget. Was Euch gewährt wurde, ist also freier Akt Seiner Erlaucht, und jetzt erst möget Ihr Euch aller Zugeständnisse wahrhaft und gerecht erfreuen!
Die gräflichen Lokalbehörden und die Herren De- putirten des Sicherheitscomite werden Euch, so weit eS noch nöthig ist, die gnädigsten Beschlüsse Seiner Erlaucht eröffnen.
Die Unterzeichneten gehen nach erfüllter Mission über Wiesbaden nach München zurück.
Wir danken recht herzlich dem Herrn Justizrathe Spieß, den Deputaten des Wiesbader-Sicherheits- com te, Herrn Dr. Leisler sen., Herrn Regierungsre- visor Dietrich, Herrn Gutsbesitz r Thon, dann unseren werthesten Herrn Mitbeamt n Rentmeister Schauder und Oberförster Schott, für die freundliche Unterstützung und warme Theilnahme, die sie zu Euerem Wohle der Förderung unseres Geschäftes gewidmet haben.
Herr Dr. Leisler hat uns von weiteren Aussichten gesagt, die er für Begründung Eines besseren Wohlstandes habe. Es ist dem erlauchten Grafen, der Euch
noch heuer besuchen will, nicht möglich, alle Uebelstände zu beseitigen, an deren Entstehung er keinen Antheil genommen hat, deren Umsichgreifen er nicht verhindern konnte, als z. B. den Druck, welchen die Fabriken auf die Handgewerbe ausüben, die allzu große Erleichterung der Ansäßigmachungen. Darum ergreift nun mit weiterem Vertrauen auch andere Euch zur Hülfe gebotene Hände. Vor Allem richtet dieses Vertrauen auf Euren Landesherrn und Seine Regierung. Was Ihr aber mit gutem Gewissen, mit Arbeit und Gesinnungstüchtigkeit selbst vollbringen könnt, das erwartet nicht von fremder Hülfe.
Und nun lebt wohl. ■ Wir haben für Eure großen- theils bedrängte Lage eine warme und aufrichtige Theil, nähme mitgebracht — hierin stehen Wir wohl Niemanden nach — und mit solchen Heyen treten wir die Heimreise an.
Euer Standesherr hat aber zu Euch am deutlichsten durch Seine Handlungen gesprochen.
Usingen, den 11. Mai 1848.
Die gräflichen Domänencanzleirâthe :
Dr. Klèment Hellmuth.
Karl Schauder.
Nassauischer Landtag.
XIII. Sitzung, vom 6. Juli.
(Fortsetzung und Schluß.)
Noch nachzutragen ist, daß wie alle früheren Anträge, so auch der zur Verwilligung von 8000 fL behufs der dießjährigen Erbauungskosten für eine Brücke über den Elbbach bei Hadamar genehmigt wurde. Er wurde von Siebert lebhaft unterstützt.
Nach Beendigung dieses Gegenstandes geht Siebert die Regierung an um Vorlegung eines Planes und Kostenüberschlages einer Eisenbahn durch das Hcr- zogthum, und zwar wie er später erläuterte, zur Verbindung der Kölner- und Taunus-Eisenbahn. Er habe schon seit zwei Jahren die Negierung darum gebeten. Wenn ein auf genauerer Nivellirung beruhender Plan da wäre, fände sich auch eher eine Gesellschaft, welche den Bau der Bahn unternähme.
Reg.-Coinm. Bertram: Die Regierung hat ein Gutachten Ungezogen was aber nicht auf ganz genauer Messung und auf Angabe einer genau bestimmten Richtung beruht. Einen solchen Plan jetzt anfertigen zu lassen, halte die Regierung nicht für zweckmäßig, da keine Aussicht zur baldigen Erbauung
Der Fluch.
Aus Gèrstackcr's Mississippi-Bildern.
(Fortsetzung.)
Ungefähr dreißig englische Meilen über Arkansas Poft ergießt sich ein kleiner Fluß in den Arkansas, der ob= gleich er an der Mündung unbedeutend aussieht, doch Hunderte von Meilen durch ein herrliches , fruchtbares Thal, an beiden Seiten durch steile, fisten gefrönte Berge begrenzt, dahin strömt, und dessen Walker in früheren Zeiten von Wild wimmelten. Auch jetzt noch schreitet manch stattlicher Hirsch durch den Fichtenwald, und der wilde Truthahn wiegt sich Nachts in den hohen gewaltigen Eichen des Thals; ja der listige Panther treibt sogar dort noch sein Unwesen und schleicht sich, in tüki- schcm Hinterhalt lauernd der arglosen Beute nach, die seine Nähe nicht eher ahnt, bis ihm nicht die tvdtbriugcn- den Fänge die warmen Lebensadern aufreißen.
An einem Arme dieses Flusses lagerte im Frühjahre nach den Begebenheiten, die wir im letzten Kapitel erzählten, eine Schaar von Indianern aus dem Stamme Chocktaws, und ein eigenes Bild lieferten diese bunt ge- schmücktcu inkiauhcheu Gruppen, die stets das Lager belebten.
Hier zogen Männer mit ihren Büchsen und Hunden, ja noch manche von ihnen mit Bogen nnd Pfeilen bewaffnet, zur Jagd aus, dort schafften andere das er
legte Wild herein und hingen es auf, vor allen waren die Frauen geschäftig, die Beute abzustreifen, die Felle aufzuspancu und zum Trocknen alifznhängcn, daS Fleisch zu räuchern, Bärenfell anszulassen und in eigens dazu bereitete Hirschfelle zu füllen. Zuweilen sah man auch wohl einen Haufen von Männern, Frauen und Kindern hinauszichen, die Männer mit ihren Tomahawks und Beilen, die Frauen mit hölzernen Trögen versehen, um einen in der Nähe gefundenen wilden Bicnenbaum um- zuhaucn, den Honig in den Trögen zum Lager zu nehmen und dort wie das Bärenfett in Häute zu füllen, und lustig war es dann anznschaucii, wie die kleinen, halbnackten Gestalten der Jungen und Mädclwn, wenn der Baum stürzic, mit geschäftiger Eile den mit faulem Holz unter- hallcuen Ranch vor bie Ceffmmg, die den Ein- und Ausgang der Bienen bildete, blumigen, ja und dort unterhielten trotz mancher, vom Ra uw nicht vertriebenen ärgerlichen Biene, die den scharfen Stachel tief in ihr Fleisch tingrub. Oder wenn sie, im Fall die Bienen im ersten Augenblick zu bösartig waren , wie dies manchmal bei recht reichhaltigen Stöcken der Fall ist, in jauchzender Lust von den kleinen rachsüchtigen Feinden verfolgt, die Flucht ergriffen, und dann, um die Lästigen los zu werden, mit einem Sprunge durch die dicksten Büsche setzten oder oft, wenn es beim Wasser war, sich hiueinstürzend und untertauchten.
Doch nicht alle gehörten zum Stamme der Ebock- taws: drei Fremdlinge, von der ankern Seite des Ar
kansas, weilten unter ihnen. ES waren die drei Söhne deS grauen Falken welche sich, die Rache der weiße« Rachbarn der gemordeten Familie fürchtend, in diese wilden Berge zurückgezogen hatten. Waren sie aber auch im Allgemeinen freundlich mit dem fremden Stamme, so hielten sie sich doch lieber zusammen und jagten fast stcttS allein.
So wanderten sie and) eines Morgens an der Südseite der Hügel entlang, als die beiden Hunde, die sie bei sich hatten, aus einem • Dickicht einen ungeheuren Panther aussagten. Doch ehe ihm einer von ihnen eine Kugel zusendeu konnte, war das Thier außer Schuff weite, und von den Hunden verfolgt, verschwunden. Gleichen Schritt mit der Jagd zu halten, war nun wohl nicht möglich, doch behielten die Jäger die Richtung bei, alles kleinere Wild verschmähend, und horchten nur den Lauten der Rüden, die sie dann und wann, bald entfernter, bald näher, wie sich gerade die ^agD wandte, hören konnten. Endlich gegen Abend, als die Sonne nur noch die obersten Wipfel ver Bäume vergoldete, die Staare schon ihren Ruheplätzen zuflvgen und hier unb da ein schwerfälliger Truthahn in bic Zweige einer Fichte buu aufflappte, hatten die Hunde den Panther gestellt und bellten und heulten gegen ben Baum, der ihnen ihren Feind verbarg.
Fast ganz erschöpft von der ungeheuren Anstrengung, kaineu zwei der Jäger zuerst auf den Platz. Der Ael- teste legte an, um zu schießen, aber von dem Laufen