gewesenen griebenSgerii^te sich jc^t in bfe klingende Münz? des Thaisächlichen — mmbcflen# eines bevorstehenden Waffenstillstandes — verwandeln? Und dennoch : es »nag ein zu weit gehendes, trotzdem aber wohl zu rechtfertigendes Gefühl des Mißtrauens sein-- wir sind sehr argwöhnisch, hinsichtlich der Schritte Dä- nemarks. Fügt es sich augenblicklich den Weisungen der Großmächte, so ist sehr zu vermuthen, daß dadurch die Deutichland gegenüber geltend zu machenden Ansprüche nur an Zähigkeit gewinnen sollen. Wir resu- miren kurz: der Friede scheint uns in ernstlicher Anbahnung, aber sicher ist das Ziel der diplomatische»» Verhandlungen keineswegs. Daß aber kein 28. Mai den Deutschen wiederkehre, dafür wird Wrangels Feld- Herrn-Auge Sorge tragen. Sein Abzug aus Jütland hatte übrigens einige Aehnlichkeit mit dein jetzigen der Dänen aus Nordschleswig.
— Wahrend die Dänen sich in der Nacht auf den 30. in aller Eile bis hinter Kolbings -Au zurückzogen, ist es, wie der Hamb. Corr, erzählt, nur den holstei- mscheii Jägern und einigen Abtheilungen preußischer Husaren gelungen, den irn Rückzüge bewunderungs- weith schnellen Feind einzuholen und ihrn einige Gefangene abzunehmen. Die jül'sche Grenze beabsichtigt der General v. Wrangel nicht zu überschreiten, weil ihm bisher nur ein sehr geringer Theil der vom deutschen Bunde verheißenen. Unterstützungen zugegangen ist, dagegen aber wird er eine solche Vertheilung seiner Truppen vornehmen, daß dadurch das nördliche Schleswig gegen erneuete Unternehmungen der Dänen geschützt sein dürfte.
Hadersleben, 1. Juli. Der Postenlauf nach dem Süden ist wieder geöffnet und so eile ich, durch einige Zeilen Sie von unserm Zustande zu unterrichten. So wären wir denn unsere dänischen Plagegeister wieder los, aber werden sie nicht Wiede» kehren? werden sie dann nicht arger als je vorher hausen? Das sind die Fragen, die einen bittern Tropfen in den Freudenbecher werfen, das sind die Besorgnisse, die die Freude über die Ankunft unserer deutschen Brüder bedeutend trüben. Schon »vâhrend der letzten 14 Tage hatten die Dänen unablässig daran gearbeitet, die Stadt zu verschanzen und eine Reihe Kanonen am südlichen Ausgange der Stadt aufglpflanzt, Tag und Nacht hielten Kanoniere mit brennenden Lunten dabei Wache; übrigens machten sich die Haderslcbener nicht viel daraus, da sie beim letzten Hiersein schon dergleichen Schanzen aufgeworfen hatten, und als eines Morgens ein unbedeutendes Vor- postengefecht eine halbe Stunde von hier vorfiel, Schanzen und Alles im Stich gelassen hatten und spornstreichs davon gelaufen waren; diesmal kamen die Freischaaren der Deutschen aber näher, trieben die feindlichen Vorposten in die Stadt hinein, worauf die Kanonade von beiden Seiten begann. Die Kugeln flogen in bie Dächer der Häuser; bei der Brücke zündeten die Dänen mehre Häuser an, die lichterloh brannten. Das Schießen dauerte von 1 % Uhr Mittags bis 9 Uhr Abends, wo es stiller ward; in der Mitternachtsstunde flohen die Dänen eilig aber leise nach Norden und bald da-
i rauf zogen die holsteinischen Jäger ein; setzten diese nebst den Dragonern ihnen auch nach, so konnten sie doch nur einzelne wenige erreichen, da eine Meile von hier schon Schiffe zur Aufnahme in Bereitschaft lagen, die sie wie's hieß nach Alsen übersetzen. Von dort aus sollen sie beabsichtigen im Sundewittschen zu landen und sind eine Menge unserer Truppen, die nach Nordei» marschirt waren, zurückgekommen; wir sind nicht weiter denn zuvor, wie der Status quo zeigt. Wann und wie wird das Ende sein? Während des Hierseins der Dänen verging fast kein Tag, daß nicht Deutschgesinnte gefangen genommen wurden. (W-Z.)
Berlin, 3. Juli. Die Verhandlungen mit Dänemark sind, wie aus guter Quelle versichert wird, nunmehr gänzlich abgebrochen. Dänemark verweigert die Rückgabe der genommenen Schiffe 'iinb will die Blockade der preußischen Häfen nicht eher aufheben, als bis das preußische Heer Schleswig räumt. Natürlich konnte man diesen Bedingungen sich nicht unterwerfen und brach die Verhandlungen ab. Der Krieg wird von jetzt an wieder mit der größten Energie geführt werden.
— Diejenigen der gegenwärtigen Minister, welche gleichzeitig Abgeordnete sind, haben in Folge des von Windhorst eingebrachten und von der Sammer angenommenen Gesetzes, wonach jeder Abgeordnete durch Annahme eines besoldeten Staatsamtes re. Sitz und Stimine als solcher verliert, sofort ihr Mandat niedergelegt und werden sich also einer neuen Wahl unterwerfen. Der Minister Milde schrieb noch während der vorgestrige»» Sitzung unmittelbar nach der Abstimmung über den Windhorst'schen Gesetzentwurf dieserhalb an seine Wähler. (W. Z.)
Italien.
Turin, 28. Juni. Noch dauern in der Deputirten- kammer die Verhandlungen über den Anschluß der Lombardei und der venetianischen Provinzen an Sardinien fort. Es handelt sich um Annahme oder Verwerfung des vom Ministerium vorgebrachten freiheitsfeindlichen Amendements. Die von der Kammdr erwählte Com- miffton hat vorgeschlageu:
„Einziger Artikel."
„Die sofortige Union der Lombardei und der Provinzen Padua, Vicenza, Treviso und Rovigo ist so, wie sie von jenen Völkerschaften votirt worden, angenommen. Die Lombardei und besagte Provinzen bilden mit den sardinischen u. den andern bereits vereinigten Staaten ein einziges Königreich. Mittelst allgemeiner Wahlen wird eine gemeinsame konstituirende Versammlung zusammenberufen werden, welche die Grundlagen und Forinen einer neuen konstitutionellen Monarchie mit der Dynastie von Savoyen, gemäß der von den Lombarden im Gesetze der provisorischen Regierung Mailands vom 12. Mai c. abgegebenen Erklärung, zu erörtern und festzustellen hat."
Trotz der nicht geringen Opposition, welche der Kommissionsvorschlag findet, wird er doch schließlich,
wie wir hoffen, bei der Abstimmung angenommen werden.
Großbritannien.
London, 30. Juni. Die Zuckerfrage, welche den Sturz der Rüffelschei» Verwaltung drohte, ist endlich gestern Abend entschieden worden. Das Ministe- hat »Nit einer Mehrheit von Stimmen $ V ' 260 bejahten, 245 verneinten die Frage, ob ber Regierung angenommen worden sei, welcher eine allmähliche Zollgleichheit für alle Zucker Ä unk ^ ^'en oder Sklavenländern kommen, an- bahnt und den britischen Colonien, deren Ruin ^stklt erscheint, als ganze Entschädigung eine Zufuhr freier Neger von der afrikanischen Küste sichert. Sir m ^r Vor der Abstimmung eine seiner meisterhaften Geschastsreden. Er beklagte das Elend der Colomen, welches niemand mehr ableugnen könne »venu er sich aber frage, ob er den Unterschied zwischen frelkln Zucker ober Sklavenzucker wieder zur Geltung bringen könne, so müsse er mit Neill antworten. Indessen könne man durch Ersparnisse in den Budjets der Kolonien, durch eine Herabsetzung des Unterscheidungs- zolles auf Rum bis zu 4 d per Gallon und endlich durch Abschaffung der Schifffahrts-Gesetze den westin- dlichen Pflanzern viel Erleichterung gewähren.
Frankreich.
Paris, 4. Juli. Auf Begehren des Ministers des Innern hat der Kriegsminister bis zur Herstellung des Generals Damesme dem Obersten Lafont de Villiers den Oberbefehl der Mobilgarde übertragen. — ES heißt, daß Lamoriciere sich mit völliger Umgestaltung der Kriegsverwaltung beschäftige und den Befehl aller Truppen der 1. Division (Paris) mit den persönliche»» Befugnissen des Kriegsministers vereinigen wolle. — Man beschäftigt sich hier viel mit den schon ergriffenen oder noch z»» ergreifenden Maßregeln, um der Hauptstadt eine Erneuerung der jüngsten Kämpfe zu ersparen. Der „Constitutione!" glaubt die Richtigkeit der nachstehenden Angaben verbürgen zu können.
Die 2. Divission der Alpenarmee unter General Magnan hat ihren Marsch auf Paris fortgesetzt; schon steht die 1. Brigade unter General Renault in geringer Entfernung von hier. Die Masse von 11 Bataillonen würde ein beständiges Lager b t St. Maur bilde»»; eine Stellung, die sehr glücklich gewählt wäre, um im Rücken des Ausstandes zu agiren, falls er wieder sein Haupt erhöbe. .
— Das Arbeitscomite der Nationalversammlung will die Aufhebung des Dekrets der provisorischen Regierung beantragen, wodurch die Arbeitszeit verkürzt wurde.
— Wie es heißt, will man die Mobilgarde künftig „junge Garde" nennen.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.
Bekanntmachungen.
(889) Auf die Aufforderung in Nro. 119 der „Freien Zeitung", die Thüren aufzulassen, bis cs unsern Gehülfen beliebt, Nachts nach Hause zu kommen, diene als Entgegnung, daß nach wie vor die Häuser um 10 Uhr geschlossen, Schlüssel aber nicht verabreicht werden, und daß der, welcher sich der häuslichen Anordnung nicht fügen mag, nicht mehr bei uns zu arbeiten braucht.
Im Namen sämmtlicher Meister von Wiesbaden.
(885) Zur Ueberwachung eines HauSthorS auf dem Lande wird ein Frauenzimmer von mittlern Jahren gesucht, welche nebst freier Woh- nung uud Heitzung auch monatlich etwas Zulage erhält; nur solche, welche ganz unbemittelt sind, und über ihre Moralität sich vollständig auSweisen, dürfen sich bei der Erpedition dieses Blattes inelden.
Gemeindegefetz.
(888) Fortsetzung der Besprechung darüber: Samstag den 8. Juni 1848, Abends 8 Uhr, auf dem Neuen Geisberg.
Wiesbaden, den 7. Juli 1848.
Fr. Bertram. Fresenius.
(891) Sonntag den 9. dieses Monats Dcutschkathölischer Gottesdienst um halb 10,Uhr im Saale des Schützen- Hofs. Wiesbaden, 8. Juli 1848.
' - Der Vorstand.
(887) Herrn Secretâr Metzler ersuche ich hiermit, um alle weiteren Unannehmlichkeiten zu verbnlen, den mir contractlich znstehenden Wafferkarren sofort heranszugeben. Wiesbaden, den 5. Juli 1848.
PH. Menges.
Zur Berichtigung
des Artikels in No. 69 der „Freien Zeitung" über die Ergebnisse der Iten Versammlung Nassauischer Forstmänner.
(8861 Wenn in dem, von dem Herrn Secretâr unserer Versammlung zu Himburg am Schluffe der -2kn Sitzung zu seiner Rechtfertigung aufgesetzten und uns zur Unterschrift vorgelegten Reverse die Worte „auf völliger Unwahr» Heit" enthalten sind, deren wir uns nicht n^hr erinnern, so wollen wir diese hiermit, als nicht dahin gehörig, zurückgenommeuhaben.
Speck. Muller.
Nachtrab. Scheuch II.
Anzeige.
(890) Im Locale von H. Aßmann in der Langgane ist zu haben gutes Bayrisches Bier die Flasche zu 8 ft. Wilh. Jung.
(87C) 1-5 — 20,000 ft. find gegen gerichtliche Sicherheit auf Güter auSzuleiheu.
Näheres in der Redaction dieses Blattes.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritt er'schen Buchdruckerei.