Erlangen und mehreren andern deutschen Gelehrten, welche diese Colonie bereits zu den ihrigen zählt. Die ersten Nummern bringen interessante mineralogische Notizen, so wie auch einen Brief an Herrn Professor Breithaupt in Freiburg über australische Mineralien, i ferner Mittheilungen über die neu entdeckte Seidenraupe, welche weit größer ist,-wie die bisher bekannte, und Seide sowohl innerhalb als außerhalb der Cocon? hat. Die australische Seidenraupe gehört zu den wichtigsten Vorzügen dieses Landes und wird die bekannte chinesische ganz und gar verdrängen, wenn sie auch in andern Climaten eristiren kann. Im Winter birgt sich daS Insekt in der Rinde des Gummibaums, der jährlich seine Rinde wechselt. Wir laden Freunde der Naturkunde ein, uns ihre Bestellungen auf diese Zeitung, welche wöchentlich einmal in groß Folio erscheint einzusenden. Der Preis ist 1 Pf. St. jährlich pränumerando zahlbar und der Transport auf den englischen Postämtern frei.
(Wcs.-Ztg)
Nassauischer Landtag.
XIII. Sitzung, vom 4. Juli.
(Fortsetzung.)
Die Tagesordnung führt zur Fortsitzung des Re« j gierungserigenzetatS. — Der Centralstudiensonk fordert einen Zuschuß aus Staatsmitteln von 49,308 ft. Der erste Posten der beanstandet wird, ist ein Gehalt von 900 fl. für einen Professor der Statistik der Landes« Universität Göttingen, diese Professur eristirt aber zur Zeit gar nicht, da der frühere Professor gestorben ist, die 900 fl. werden daher gestrichen, weil ohnedieß auch die Wahl der Universitäten künftig ganz frei gelassen werden soll. Weitere angesorderte 540 fl. für den Prorektor in Göttingen als Entschädigung für die Aufsicht der nassauischen Studenten will die Regierung nur noch dießmal bewilligt haben, da der Conträkt gekündigt sei, aber erst rin halbes Jahr nach der Kündigung vertragsgemäß aufhöre.
Müller II.: Diese Beaufsichtigung der Studiren- den beruht auf den Carlsbader Beschlüssen, wenn Verträge hier vorliegen, so halte ich Verträge auf einem solchen Fundament für null und nichtig. Es kommt mir sonderbar vor, daß man von uns die Unterstützung eines Göttinger Polizeiinstituts verlangt.
Reg.-Com. Werren: Wir konnten aber doch bestehende Verträge nicht anfechten. .
Müller II.: Solche Verträge hätten doch der Kammer müssen vorgelegt werden, und die frühere Kammer hat ihre Genehmigung mit deren Inhalt noch nicht dadurch anerkannt, daß sie für ein Jahr die Besoldung verwilligt bat.
Keim: Der Gehalt ist schon zu % ausbezahlt, eS
ist also von 500 fl. nicht mehr die Rede, sondern nur vom letzten Viertel.
Hehn er: Dann schlage ich vor, sofort den Prorektor in Göttingen dieser Funktion zu entbinden und ihm dann zu überlassen, ob er den G-halt für einen Dienst, den er nicht thut, fortbeziehen will.
Wimpf: Die 500 fl. sind weniger schädlich, als die verd.... Lenmundsberichte. (Man lacht.)
Die Kammer tritt dem Vorschlag HehnerS bei.
Justi wünscht die schleunige Entfernung des in ganz Nassau mißliebigen und den schädlichsten Einfluß ausübenden Regierungsreferenten Seebode und will diesen Wunsch ins Protokoll niedergelegt haben.
Hiergegen bemerkt der Vorsitzende Wirth, daß in der Geschäftsordnung keine Bestimmung, wie es mit solchen Wünschen gehalten werden sollte, getroffen sei.
M ütter II. und Lang wollen, daß solche Wünsche, wie früher und wie es auch in der jetzigen Kammer schon geschehen sei, behandelt würden. Man solle nämlich die Kammer fragen, ob sie dem Wunsch des Abgeordneten bethete, und ihn dann als Wunsch der Kammer der Regierung mitlheilen. — Durch dieses Verfahren würde im Allgemeinen eine bedeutende Erspar- mß bezweckt, indem Gegenstände, in denen man nicht sehr verschiedener Meinung sei, ohne Diskussion und ohne den gewöhnlichen Geschäftsweg zu gehen erledigt würden, denn es sei zu erwarten, daß jetzt die Regierung mehr auch die Wünsche der Kammer geben würde, wie früher.
Präsidium bemerkt über den Justi'schen Wunsch, daß er ja protokollirt sei; eine Anfrage an die Kammer, wegen ihrer Zustimmung zu denselben wird nicht gestellt.
Im Verlauf der Diskussion wurde gewünscht, daß eine Specifikation, welche in dem SpecialauSschuß gegeben war, in der Sitzung wiederholt würde; hierbei äußert sich Siebert dahin, daß die - Abgeordneten, welche sich für die Sache iuteressirten, in die Ausschüsse gehen sollten. Lang erwiedert, das Publikum interes- sire sich auch dafür und wolle fite auch hören, die Kammer habe vor demselben keine Heimlichkeiten.
Bei den Anforderungen für 3 Gymnasien sagt Wimpf, daß die Anforderungen zwar bewilligt werden müßten, daß aber die Zahl der Gymnasien zu groß und daher bei der neuen Organisation Rücksicht darauf zu nehmen sei, daß diese künftig ver-rignert würde.
Bellinger. Im Jahr 1817 war freilich nur 1 Gymnasium mit 4 Klaffen, aber mit den übrigen Anstalten zusammen waren 20 Klassen vorhanden, jetzt sind nur 3 Gymnasien mit 24 Klassen da, also hat sich die Zahl nur um ein halbes Gymnasium vermehrt.
Unsere Bevölkerung ist dagegen von 300,000 auf 400,000 gestiegen; bei uns kommt ein Gymnasium auf 140,000 Einwohner, bei den Nachbarstaaten auf 120,000
— 136,000; also haben wir noch ein geringeres Verhältniß wie sie.
Creutz spricht gegen den Plan, irgendwie eine Verringerung der Gymnasien eintreten zu lassen, die überfüllten Klassen gäben den besten Beweis ab, daß keinS zuviel da sei.
In demselben Sinne sprechen Bellinger und Justi. Der letztere hebt besonders hervor, wie wir stets durch wissenschaftliche Bildung groß und geachtet dagestanden hätten und jetzt darin nicht zurück schreiten dürften. Auch eine phrasenreiche Rede Bellinger's vertheidigt die bisherige Zahl und spricht gegen eine Verringerung. Ihm entgegnet Wimpf, daß der Abgeordnete von Hadamar zu glauben scheine, man könne Bildung nur auf einem Gelehrten-Gymnasium erlangen, er sei ganz anderer Ansicht. Lang: Umgekehrt! — K e i m und Hehn er tragen endlich auf Schluß der hier ganz überflüssigen Debatte an. Wimpf rügt, daß unter dem Regiment des Ministers Walderndorf ein Schulreferent deßhalb angestellt worden sei, weil man einen Katholiken hätte haben wollen, die Religion habe mit dem Schulreferat nichts zu schaffen.
Bellinger corrigirt Wimpf hinsichtlich der Zeit, wo eS geschehen sei, nicht unter dem Regiment Walderndorf. Uebrigens seien die religiösen Verschiedenheiten einmal da, man könne sie nicht plötzlich aufheben, es seien die Interessen des Volkes in dieser Sache verschieden, diese verschiedenen Interessen des Volkes müßten gewahrt werden rc. Man sieht sehr deutlich, wo der Herr Abgeordnete von Hadamar hinaus will. Ihm entgegnet Justi: So wenig wir eine katholische oder protestantische Wissenschaft haben, so wenig wollen wir eine katholische oder protestantische Schulbildung.
Nachdem noch mehreres Unerhebliche wegen den Re-^ ferenten gesprochen worden ist, wird dieser Gegenstand auf Anregen Hehners verlassen.
.FreseninS fragt an wegen der doppelten Stellung des Gymnasialdirektors und Regierungsreferenten Kretz- ner. Bei solcher doppelten Stellung, wofür nup der Gehalt für eine derselben ausbezahlt würden, könne eS sich ereignen, daß ein solcher Angestellter plötzlich sage, er wolle diese oder die andere Stelle niederlegen, da er doch nichts dafür bekomme. Dieser Möglichkeit könne man dadurch vorbeugen, daß man ihm für jede Stelle die Hälfte der ganzen Besoldung dafür anweise, er könne dann nicht ohne Schaden die eine oder andere niederlegen.
(Fortsetzung folgt.)
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.
Bekanntmachungen.
An die Demokraten Nassau s.
(878) Bei dem in Frankfurt abgehaltenen Congreß deutscher Demokraten wurde beschlossen, daß am 9. Juli eine Versammlung der nassauischen Demokraten in Limburg stattfinden solle. Wir fordern deshalb alle Demokraten und alle Vereine, deren Zweck die Erstrebung der Demokratie ist, auf, diese Versammlung zu besuchen oder durch Deputirte zu beschicken. Die Sitzung beginnt um 9 Uhr am Morgen des benannten Tages im Naffauerhof zu Limburg. — Am Nachmittage findet eine Volksversammlung zu Oranienstein statt.
Wiesbaden, den 4. Juli 1848. Dr. Grase.
Ox wallt Diel«.
(«re» Fahnenweihe
der Wehrmannschaft zu Langenschwalbach am 9. Juli 1848, Vormittags um 10 Uhr, mit Volksfest am Nachmittage; wozu die Bewohner der Umgegend freundlichst eingeladen werden. Bei ganz ungünstiger Witterung findet das Fest den darauf folgenden Sonntag statt.
Anzeige.
(830) Uniformknöpfe vorschriftsmäßig für Wehrmannschaft, im Inland gefertigt, von gelbem Tombak, welche nicht nur schön von Farbe, sondern sich auch sowohl wegen ihres Stoffes, al« schöner Politur leicht blank erhalten; die Oesen mit Schlagloth eingelöthet, ba§ keine derselben losgehen kann, werden verkauft : die Garnitur — 18 große und 6 kleine ■— zu 19 kr.; im Gross noch billiger bei
. •*• ^.Seibert,
in der Langgaffe in Wiesbaden.
R. S. Auch feine Uniformf növfe, schön, gut und billig, find vorrâthig.
. Unverantwortlich ist es, daß, trotz des sich dieser Tage am Kochbrunnen ereigneten Unglückfalls, der Brunnenwärterin Frau Kuhn, die doch die meiste Schuld trägt, noch länger dieser wichtige Posten bclassen wird.
Zur Verhütung ähnlicher UuglückSfâlle erscheint es nothwendig, die Frau Kuhn ohne Weiteres zu entfernen und die Stelle einem passenden Manne zu übertragen. (855)
(87«) 1000 fl. find gegen gerichtliche Sicherheit auf Güter auszuleihen.
Nähere« in der Redaction diese« Blattes.
Verpachtung der Petersan bei Mainz.
(840) Die bei Mainz gelegene Rheininsel, benannt Petersaue resp, deren oberer und mittlerer Theil, von circa 114 Morgen, gehörig zur Verlassenschaft des Herrn Reinhard Genth und dessen Ehefrau Dorothea, geborne Halb ei, bei Leben Gutsbesitzer allda, wird mit den dazu gehörigen großen Oeconomiegebäuden und allen dermalen darauf befindlichen Crescenzien und Früchten, unter sehr günstigen Bedingungen Dienstag den 1L Juli 1848,
Vormittags 11 Uhr,
auf der Au selbst in einem 8jährigen Pacht öffentlich versteigert werden.
Die Liegenschaft selbst kann täglich eingesehen werden.
Mosbach, den 30. Juni 1848. Der Vormund
Christian Genth.
Literarische Anzeige.
(860) Jni Verlage von I. P. Diehl in Darmstadt ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten, in Wiesbaden vorräthig bei Heinrich Fischer t
Die Lehre vom deutschen Style,
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Anleitung zum richtigen deutschen Gedankenausdrucke
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Volksschulen und einzelne Classen der Realanstalten und Gymnasien, wie zum Privatgebrauche,
von
Crnst Ludwig Ritsert,
Riten tickten der Theologie, Schulinspector, Freiprediger und Lehrer an der ersten höheren Mädchenschule zu Darmstadt.
Vierte verbesserte Auflage. Brosch. 18 ggr. oder 1 fl. 21 kr. netto.
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Für Gymnasien, Realschulen und zum Selbstunterricht
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Dr. Georg LautesrH lager.
Dritte Auflage. Brosch. 6 ggr. oder 28 fr.
Antwort.
(875) Biebrich, den 2. Juli 1848.
Auf die in No. 115 der „Freien Zeitung" vom 30. Juli gestellte Anfrage erwiedern wir, daß das darin erwähnte Holz seiner Zeit an die hiestge Polizeibehörde überliefert und von dieser, im Einverständniß mit dem Gemeinde- vorstand, dem armen und blinden Philipp Schmitt in MoSbach geschenkt worden ist.
Die Mitglieder des Sicherheits- Comite's.
(874) Bei A. M. Strauß, Langgasse No. 1, sind 2 Zimmer im ersten Stock zu vermiethen, mit oder ohne Möbel.
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(857) Bei Heinrich Jacobi in Heidelberg ist soeben in dritter (unveränderter) Auflage erschienen und in den Buchhandlungen von
H. Fischer St H. W. Ritter in Wiesbaden
ist vorrâthig:
Blicke
in das
Labyrinth der Zukunft,
in
merkwürdigen Weissagungen des
IoH. Girant Müller, weiland Bauersmann auf dem Maisbacher Hofe bei Heidelberg.
geh. Preis 18 Kr.
I. A. Müller war eine der merkwürdigsten Erscheinungen seiner Zeit, und eS ist Thatsache, daß viele ausgezeichnete Personen ihn vor sich kommen ließen, um die Aussprüche seines prophetischen Geistes zn hören. Die Schrift hat denn auch ein so lebhaftes Interesse erweckt daß die ersten beiden Auflagen, mehrte Tausend Exemplare stark, binnen wenigen Wochen vergriffen wurden.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Rttter'schen Buchdruckerei.