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National-Versammlung spricht das Jagdrccht dem Grund- eigenthümer zu, auch wir haben das gethan, aber nur nicht jedem einzelnen Ginlidbcsitztr, weil das <?ru»N eigenthun, zu sehr zerstückelt ist sondern der Gesammt­heit der Gemeinde. Also widerspricht unser Gesetz den von der National-Versammlung aufgestellten Prmzlp.cn nicht W impf: In Frankfurt ist noch kein Beschluß aefaßt sondern nur ein Vorschlag gemacht worden.

Lana Wir berathen beständig Gegenstände, welche vielleicht später durch die National-Versammlung ihre Erledigung finden werden; wenn die Beschlüsse bei­der Versammlungen später nicht im Einklang stehen, kön­nen wir die unsrigen ändern. Wir müssen aber da­rauf bestehen, daß das von uns berathene Gesetz pu- biizirt werde.

Wimpf. Ein gleiches Jagdgesetz für alle Gegen­den Deutschlands ist nicht wohl möglich, weil die Ver- »Heilung der Ländereien in verschiedenen Gegenden zu ungleich ist.

Werren. Nach dem Beschluß der Kammer, die Gegenstände, welche durch die Nat.-Versammlung erle­digt würden, hier nicht vorzunehmen, kann die Publi­kation des Jagdgesetzes, wie es hier berathen worden ist, nicht wohl vorgenommen werden.

Wimpf. Wir haben dasselbe Princip, wie der Entwurf der Nat.-Versammlung, nur haben wir es anders ausgedrückt.

Hehn er. Selbst wenn später die Nat.-Versamm- lung diesen Gegenstand erledigen wird, können wir nicht darauf warten. Er dringt auf schleunigste Ver­öffentlichung des Gesetzes.

Jung. Es ist noch kein Beschluß der National­versammlung vorhanden, sondern nur eiu Entwurf.

Siebert ist für sofortige Publikation und provi­sorische Geltung des Gesetzes. Der Jagd-Nnfug wäre zu arg und ihm müsse unverzüglich gesteuert werden.

Werren. Die Regierung ist in ihrem Rechte,

wenn sie das Gesetz noch in Betracht nimmt, ehe sie eS veröffentlicht.

Zoll mann will vor Publikation des Jagdgesetzes erst die Bedingungen der Pacht und ein Jagdstrafge- setz veröffentlicht wissen.

Lang: die Regierung erkennt selbst die Dringlichkeit des Gesetzes an, dies Gesetz ist aber schon seit 4 Wochen fertig berathen, es hätte schon längst in der Sache von der Regierung etwas geschehen sein können, da es noch nicht geschehen ist, so hoffen wir, daß es selbst nm so rascher erfolgt.

Müller II. Der Publikation des Gesetzes kann die Instruktion auch erst später nachfolgen. Das Ge­setz hätte schon längst bekannt gemacht sein können.

Reg.-Comm. Werren beendet diese Debatte durch die Erklärung, daß in den nächsten Tagen die Regie­rung eine bestimmte Entscheidung über das Gesetz treffen würde.___________________(Fortsetzung folgt).

Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.

Bekanntmachungen.

SchützenGesellschaft zu Wiesbaden.

(865) Die Statuten dieser Gesellschaft sind erneuert und abgeändert worden:

§. 1. spricht den Zweck der Gesellschaft dahin aus, das Büchsen­schießen volksthümlich zu machen. Nach §. 2 kann jeder unbescholtene Einwohner der Stadt Wiesbaden Mitglied werden.

Wir bitten jeden Waffenfähigen, der, unter den weiter in den Statuten enthaltenen Bestimmungen, in die Gesellschaft eintreten will, von denselben Kennt­niß nehmen zu wollen. Der Vorstand,

Die Statuten liegen zur Einsicht bei

Dreher Barth, Kirchgasse.

Kaufmann Hermann, Langgasse.

PH. Freinsheim, im Ritter.

Steinkohlen«

(869) Meinen verehrten Kunden mache ich die Anzeige, daß ich von Freitag den 7. d. Mts. an 12 Tage mit Ausladen von Ruhrer Ofen-, Schmiede- und Stückkohlen beschäftigt bin und dieselbe zu den billigsten Preisen gegen comptante Zahlung abgebe.

Bestellungen bitte direct oder auf der Düsseldorfer Agentur, Marktplatz in Wiesbaden, zu machen.

Biebrich, den 4. Juni 1848. J. Ä. Lembach,

------- ' -------------------- ' - - - - ' '^ -------------------------------------- Versteigerung.

(863) Mittwoch den 3 Juni, Vormittags 9 Uhr, wird in dem .Hause der Ritter'schen Buchhandlung verschiedenes Ha«s- und Knchengerathe aus dem Rachlaß der Frau Registrator Möller meistbietend versteigert. Wiesbaden, 1. Juli 1848.

(871) Empörend ist es, wenn man mit anseheN muß, wie wahrhaft Markt gehalten wird mit dem Vermiethen der Privatwohnungen an die wenigen hier verweilenden Fremden, und wie die Gasthof- und Pad- Haus-Besitzer mit besorgten Gesichtern dies Nachsehen haben und doch den oft überaus hohen Pacht und Steuern zahlen müssen. So manches Unrecht wird gerügt, so Manches zu ändern und zu verbessern gesucht, weßwegen wird diesem wirklich zu weit getriebenen Unfuge mit nichts entgegengewirkt?

(872) Bei Schneidermeister Zorn in Biebrich in der Mainzerstraße ist ein Logis zn vermiethen, »«stehend in 3 Zimmern, Küche, Dachzimmer, Keller und Holzstall.

(870) In der Nerostraße No. 32 sind zwei Wohnungen im obern Stock auf den 1. October zu vermiethen.

Literarische Anzeige.

(859) Im Verlage von J. P. Diehl in Darmstadt ist erschienen und durch alle Buchhand­lungen zu erhalten, in ^Wiesbaden vorrâthig bei Heinrich Fischer:

Das Vaterland.

Ein

Lesebuch für die oberen Klassen der Volksschule von Dr. D. A. G. Curtman, Director des Schullehrer-Seminars zu Friedberg.

Zweite, verbesserte Auflage. 12 ggr. 15 sgr. = 54 kr.

ParthiepreiS: 2 t Erempl. Rthlr. 10 oder 17 fl. 30 kr. und 1 Freierempl. für dm Lehrer.

Nicht allein der rasche Absatz der sehr starken ersten Auflage dieses Buches ist ein Bewei­seiner Tüchtigkeit, sondern auch die darüber erschienenen Beurtheilungen, von denen hier eine abge­druckt ist:

Aus Pädag. Monatsblättern 1. 2. (Aschersleben bei Laue.)

Einsam steht Curtmann da mit seinem treu vaterländisch gesinnten Herzen, einsam steht er da, wie ein Wegweiser in eine große Zukunft des deutschen Schulwesens, wo der Lehrer nicht blos Schulmann, sondern Volkserzieher, Volksbildner im großen Sinne des Wortes wird. Er hatseine Feder dem allgemeinen deutschen Vaterlande gewidmet", er hat nicht nur einen wirklich deutschen Lehrstoff in die Schule gebracht, sondern diesen auch mit großer Umsicht und pädago­gischem Freisinn geschaffen. Er hat wenig moralische Erzählungen,um die Religion und was damit zusammenhängt, nicht trivial zu machen, wenig poetische Stücke gegeben, und der stylistischen Aufgaben höher als die grammatischen gestellt", weßhalb in seinem Buche, das er bis auf Weniges selbst so geschrieben hat,alle stylistischen Formen von Bedeutung reprâsentirt find, damit diese gelesen, nmardeitel, nachgeahmt it. s. w. werden."

Uno in der That durchlaufen seine Aufsätze die ganze Scala der Stylistik, spiegeln alle Farbentön« sprachlicher Darstellungen ab, berühren alle Seiten des menschlichen Herzens. Aber das Schönste am Buche ist der süße Heimathsklang, das treue Herz, der einfache große Sinn der Be­trachtung, die Frische der Auffassung unv der Pulsschlag einer begeisterten Vaterlandsliebe, die nicht nur in, CurtmanS Darstellungen, sondern auch an das Herz deS Lesers klopft. Deutschland ist der Inhalt seines Lesebuchs, deutscher Geist weht wie Mailuft durch jede Zeile deS Buchs, aus jedem Wort blickt das fromme, reine, tiefgeistige Blauauge deS deutschen Volkes, jauchzend rufe lch allen deutschen Lehrern zu: hier ist die Goldgrube deutscher Jugendbildung, in diesen Boden pflanzt den jungen Baum, daß er wachse, Knospen, Blüthen und Früchte treibe!

An deutschen Lehrstoffen soll man die deutsche Jugend bilden und erziehen. CurtmanS Buch enthält: 1) Die Natur des Vaterlandes, 2) Land und Volk, 3) Poesie der Deutschen, 4) Blicke über das Vaterland hinaus. Mögen alle deutschen Lehrer dem Banner folgen, welches Curtman erhoben hat, um unserm Volke eine große Zukunft in seiner Jugend zu erobern!

Wohnungs-Veränderung.

(866) Der Unterzeichnete zeigt hiermit dem verehrlichen Publikum an, daß er seine bisherige Wohnung verlassen und in das Haus deS Hrn. Kaufmann Marburg in die Neugaffe gezogen ist, und bringt zugleich sein Kurzwaaren- und Schreibmaterialien-Geschäft in empfehlende Er­innerung. Wiesbaden, den 3. Juli 1818.

Carl Hüttner,

(864) Unterzeichneter empfiehlt sich den hiesigen Einwohnern »c. und der Ümgegend im Färben und Waschen aller Arten Stoffe, so anch im Drucken der gefärbten Wollenzeuge, unter der Versicherung prompter und billiger Bedienung. Wiesbaden, den 3. Juli 1848.

______________C. Müller, Nerothal No. 2. (868) Ein möblirteS Zimmer ist zu vermielhen auf dem Michelsberg No. 9.

(861) Ohne viel Geschwätz erwiedere ich, ob­gleich nicht der Einsender der früheren Bekannt­machungen, dem Unterzeichner deS Inserats No 769 vom 25. Juni, daß die Erklärung bezüglich der Abstimmung der Landstände am 29. Mai l. Js. über Volkssouveränität k., welche ich, mit 2000 Unterschriften bedeckt, einem der gesinnungstüchtigen Deputirten über­gab, hinlänglicher Beweis über die Stimmung des hiesigen Wahlbezirks, betreffend der Wirk­samkeit der Abgeordneten, ist. Es steht bei Hrn. Müller und-seine» 3College», die Probe über das Rechenerempel ihrer Wahl zu machen, und hätten die Herren Ehrgefühl, sie hätten es schon gethan, sich nämlich einer neuen Wahl unterzogen.^ Der Herr von Eschborn scheint nicht zu winen, daß er Volksvertreter und nickt Wahlmännervertreter ist, welch Letztere er über­dies schlecht repräsentrirt, indem er seine Ver­muthung begründet, daß die Schmäher nicht einmal Wahlmänner gewesen sein mögen

Höchst, den 2. Juli 1848.

Peter Jckstadl, Wahlmann.

(867) Vielfach wird «»»"Freiheit" geredet und geschrieben, allein in manchen Orten scheint man noch einen ganz komischen Begriff davon zu haben. So ging auf einer Reise durch Kirberg mein Pferd ganz instinktmäßig an «inen Wasserbehälter daselbst, um seinen Durst zu stillen, bei welcher Gelegenheit mir Bender erklärte, daß dieser Trunk 30 ft. koste. In Kirberg scheint demnach dasTrinkwaffer" nicht frei zu sein.

Dauborn-Eufingen, 3. Juli 1848.

Wilhelm Wagner 2t.

(765) Aus bem Louisenplatz No. 6 steht der zweite oder dritte Stock, bestehend aus SZimmern, Küche, Speise- und Magdkammer, Dackkammer, ver­schlossenen .Kellern» Bleichplatz, Regen- und Pumpwaffer, zu vermiethen.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. 1 Uhr.

Den 3. Juli 1848.

«Et.

Papier

Geld II

Den 3. Juli 1848.

pCtZ

Papier

(Selb

Oesterreich

Preußen

Bayern

Würtenib.

Baden

Darmstadt

-Metalliques Obligationen ....

Wiener Bank-Actien .....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prämicn-Scheiue . . . StaalS-SchnId-Scheiue n l05 . .. Obligationen........ Ludwig-Kanal-Actien incL b. v. C. Bexbacher Eisènbahn-Acticn . . . Obligationen ........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen ä 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen ........

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3%

4% 3%

3%

65% 51

39 33%

98 .63

51

59

86

-70%

56 74% 89% 71%

40

24%

64% 50

38 1

33 1 1135 1

97

62

50

58

85 69% 72

55% 73% 88% 70% 39% 24% 74

Darmstadt

Kurhesieu

Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . .

25 fl. Loose........

Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . j

ditto 25 fl. Loose , . . Obligationen ........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 . . . .

Taunus-Cisenbahn-Actien â 250 fl..

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syndikats......... Innere «schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36^Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

79

55

19 35% 23%r 76 19% 79% 92

86

264

17%

60 22%

78

5 4 h 2 1b1/®

35

22%

74

18%

77

91

85

261

43%

16%

59

21%

Cours der Wechsel.

. Den 3. Juli.

Kurze Briese

Sicht

Geld

Zwei Briese

Monat

Geld

Gold- und Silber-Sorten.

Holländische 10 fl. Stücke.......

Englische Souverains..........

Laubthaler .............

Hochhaltiges Silber Gering-mittelhaltigeS Silber........

^

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

KN

5 56 36

40

5

2 43% 45 24 18

Amsterdam, UX) fl. lin Augsburg, 10) st. (irr Berlin, 60 Thlr.

Bremen, 50 Rthlr. in Louisdor Hamburg, lOO Mrk. Bco. . ' 1

Leipzig, 60 Thlr. . . . . '

in der Messe .... London, 10 Livr. St. . . . .

Lyon, 200 Fr. . . . . . /

Paris, 200 Fr. . . . .- Z ^

Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . .

1 Disconto . .......

101 119%

1 120% 9-, 91%

100%

104% 98% 87%

104%

M 1 101 : 102%

120%

100%

87

2

Verlag von H. Fischer und E. Ritter. Druck der C. Ritter'schen vuchdruckeret.