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den, und daß das Vermögen, was zum U» berfluß dient, ' höher besteuert werden muß, wie das, was zum Lebens­unterhalt unumgänglich nothwendig ist, muß des Be­merkens unnöthl'g sein. Dann wird diese Classe Steuer alle Vorurtheile, von dein weniger oder gar nichts Be­sitzenden beseitigt werden.

Daß es all den Correspondenten, welche so entschie­den gegen den Zehnten sprechen, nur um die Wohlfahrt der arbeitenden Klasse zu thun ist, bezweifeln wir sehr, und sind eher berechtigt, zu glauben, daß persönliche Interessen obwalten, wo man zu seinem Vortheil ent- weder der einen Parthie Sand in die Augen streut, oder der andern Parthie Zuckerbrod und goldene Nüsse verspricht, um sie zu seinem Werkzeug zu gebrauchen.

Im Namen der Hofheimer Burger: Joh. B. Nathan.

Die deutsche Flotte.

Sämmtliche Komitees und Privatvereine, die sich bisher gebildet haben oder noch bilden sollten, um die Herstellung einer deutschen Kriegsflotte fördern zu hel­fen, werden hierdurch aufgefordert, dem unterzeichneten Ausschuß baldmöglichst Mittheilung zu machen über die ihnen zur Verfügung oder in Aussicht gestellten Gelder und Materialien. Geldsendungen sind an den Rech- nungSführer des Ausschusses, anderweitige Mittheilun­gen "entweder an den Ausschuß selbst, oder an eines feiner Mitglieder zu adressiren. Um mehrfachen Miß­verständnissen und Colliflonkn vorzubeugen, wird aus­drücklich bemerkt, daß bis zur demnächst zu erwarten, den Ernennung eines Marine-Ministeriums durch den Reichsverweser der Ausschuß als der einzige mit der

Besorgung der Angelegenheiten der deutschen Kriegs­flotte betraute Centralkörper anzusehen ist.

Derselbe besteht ans folgenden Mitgliedern: v. Bruck aus Triest, 1rVorsitzender, Roß aus Ham­burg 2r Vorsitzender, W. Jordan auS Berlin, Schrift­führer, Kerst aus Meseritz, Rechn uugsführer. Teichert ans Berlin. Deetz a. Wittenberg. Graf Caronini- Cronberg auS Görz. Röben aus Dornum. Gövc- koht aus Bremen. Francke aus Schleswig. Brons ans Emden, v. Radowitz aus Berlin. Burger aus Triest, v. Hagenow aus Langenfelde. Jenny aus Triest.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.

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Bekanntmachungen.

Versteigerung von Pferden.

(850) Montag den 10. Juli d. I., Morgens 8 Uhr anfangend, werden in dem Hofe der hiesigen Artilleric-Caserne 73 sehr brauchbare Artillerie- und Train- Zug- und 7 Reitpferde, und

Donnerstag den 13. Juli d. I, Morgens 8 Uhr, in Hadamar eben­falls 73 Zug - und 5 Reitpferde öffentlich und nur an Inländer versteigert wer­den, und zwar unter der Bedingung, daß die Käufer sich verbindlich machen, die Pferde auf Verlangen der Militärverwaltung binnen der ersten vier Monate nach dem Versteigerungstage um den Steigpreis zu jeder Zeit zurückzugeben und zwischen­zeitlich bu? Pferde ohne Genehmigung des Herzoglichen General-Commando's nicht an andere Personen zu verkaufen.

Die weiteren, hierauf Bezug habenden Bedingungen können bei den Her­zoglichen Aemtern, wo sie offen liegen, eingcsehcn werden.

Wiesbaden den 28. Juni 1848.

Herzoglich Nassauisches General-Commando.

Alefeld.

An die Verehrteste Ständeversammlung

zu Wiesbaden.

Abschaffung der Zehnte« betreffend.

(844) Ueber das Entfernen der Zehntabgabe ist zwar schon viel gesprochen, aber noch weniger gethan worden; wir erlauben uns deshalb, über diese Frage noch eine Erklärung anzuführen.

In Deutschland, soweit man seine Grenze und politische Lage kennt, war von der Urzeit an der Grund und Boden frei, und dieses erstreckt sich nicht in ein so graues Alterthum, daß man das nicht wissen sollte. Erst im 4ten Jahrhundert, wo das Ehristenthuni sein segenbringendes Gedeihen über Deutschland verbreitete, findet man von Lehensystem und Naturalabgabe die erste Svur, und kann mit Gewißheit annehmen, daß der größte Theil, ja sogar alle Ratural» abgaben, welche bis dato noch bestehen, Vermächtnisse und Schenkungen an fromme Stiftungen dieser alten Zeit so wohlthuende Anstalten waren; es mögen nun durch Vermächtnisse, Schenkungen oder auch durch Ankauf der Stiftungen selbst diese Gefalle erworberr worden sein, so hatten sie doch gewiß zu deren Zeit einen besseren Zweck tum Dorwand , als daß vielleicht 1000 Jahre später diese Gefälle der rohen Gewalt oder dem Wucher preisqegebeu werden konnten; denn durch die so mannichfaltige Umgestaltung seit dieser Zeit hatte nur Jeder das Recht nach seiner Gewalt geübt, und alle diese Grundlasten und Naturalabgaben mußten durch die Gewalt ganz von der Bestimmung, wozu fie gestiftet wurde», gegen alles Menschenrecht, abwrichen, und was die Be­herrscher nicht für Hd; behalten wollten, wurde an den Meistbietenden wie eine Waare verkauft (wodurch die Privatberechtigungen entstanden) So wurden Stiftungen,^welche für das Heiligste gestiftet wurden, nicht selten in wuchernde Hände gegeben.

Wir hoffen, daß die Herren Landesdèputirten doch mit uns begreiflich finden, daß die Ent­stehung w'e die Erhaltung der Zehnten nach Angabe gegründet find. Denn die Beweise davon brauchen wir nicht in alten Geschichten aufzusuchen, sondern bei unsern Lebzeiten find derartige Ungerechtigkeiten schon vielfältig vorgekommen. Es mußten also, wenn nach Recht und Gerechtigkeit gehandelt werden sollte, schon lange vor dem 4. März, bei Entfernung dieser Stiftungen, die Naturalgefälle an Grund und Boden zurückgegeben werden, und fein anderer Mensch konnte gerechte Ansprüche an diese Abgabe machen, und glauben deßhalb, daß die Gewalt, womit man den Zehnten verweigern will, noch nicht so groß ist, wie die Ungerechtigkeit war, womit man sich mit, demselben bereichert hat. Hofheim, den 1. Juli 1848.

Im Namen der Hofheimer Bürger:

Wollstadt, Stadtschultheiß.

Joh. B. Nathan.

(849) Die Herren Principale aller Handwerke hier werden ersucht: ihren Ge­hülfen an den zwei VersammlungsabendenDienstag- und Freitag-" bis 12 Uhr spätestens den Eintritt in ihre Wohnung, entweder dllrch Auslassen der Thüre oder durch einen Hausschlüssel, möglich zu macheu. Denjenigen, welche den Ver­handlungen beiwohnen wollen, steht es frei, sich durch ein Mitglied einführen zu Iafffm Der Arbeiterverein in Wiesbaden.

Fortschritt Juni 1848!

(862ff Als nach der Rückkehr der Herzoglich nass. Truppen aus Baden den Herren Offizieren Diners bei Hofe gegeben wurden, verfehlte man nicht, von den Freiwilligen, welche alsgemeine Soldaten" den Feldzug mitgemacht hatten, die dem Adelsstände Angehörigen herauszufischen und zur Herzoglichen Tafel zu- zuziehen. Dem Verdienste seine Kronen.

(852) Um die vielen falschen Anfichten und unwahren Nachrichten, welche in Deutschland über TeraS verbreitet sind, zu berichtigen und zu widerlegen, erklären die unterzeichneten Bewohner und Bürger von TeraS;

1) TeraS hat fein tropisches, unerträglich heißes Klima, sondern ein gemäßigte», mit einer durch­schnittlichen JahreSwärme von 15° R. Das Thermometer fällt nie unter 6° R. und erhebt sich nur selten um die Mittagszeit bis 30° N. 'Die Sommerwärme wird durch die täglich wehenden Seewinde sehr gemildert.

2) Die Gesundheit des ganzen westlichen TeraS, w» sich die meisten deutschen Ansiedlungen befinden, ist außer allem Zweifel.

3) Jede Furcht vor Indianern wird hier nur verlacht, und niemals ist eine deutsche Ansiedlung oder Farm von ihnen angegriffen worden. .

4) Alle deutsche Getreidearten und Gartenfrüchte können hier gebaut werden und gedeihen zum Theil vortrefflich, auch ist die Virbzucht außerordnitlich lohnend.

5) Die Sicherheit der Person und des Eigenthums ist hier ebenso groß, als in irgend einem Theile von Deutschland.

6) Die Preise des Landes sind in TeraS billiger als in irgend einem andern derVeei». Staaten.

Bei der Unmöglichkeit, die Emigration zu hemmen, muß «S Jedem von Wichtigkeit sei», seine auswandernden Landsleute in dem Laude zu wissen, welches die günstigsten Verhältnisse für ihr gutes Fortkommen bietet, und dieß ist unserer festen Ueberzeugung nach der Westen von TeraS, wo die Deuischen in einer Gegend tonten tritt sind und jeder Landwirth mit einigem Capital, jeder ge­schickte Handwerker (mit Ausnahme derjenigen, die LurnSartikel fabriciren) und überhaupt jeder fleißige Handarbeiter, auf sicheres Fortkommen und Erwerb für die Zukunft rechnen kann.

Deßhalb ersuchen die Unterzeichneten alle Redactionen deutscher Zeitungen, obige Erklärung mit den NamenSuuterschriften mitzutheilen. - .

Neu-Braunfels, den 18. April 1848.

C. D. v. Schütz aus Nassau. I. L. Müller, Speier. Oscar v. Behr, Köthen. Gustav Dresel, Geisenheim. Gustav Schleicher, Darmstadt. Ferd. V. Herff, Dr. uk-iL, Sarmftabt. Joh. Schneider, Rheinbeffen. Heßler, Stuktaart. Arnold Graf Henkel von Donnersmark, Sachsen.. Basel, Bremen. H. Lührs, Bremen. Joseph Hück, Baden. F. Lindheimer, Frankfurt a. M. Dr.jiii. H. Cattman», Frankfurt a. M. W. Thomä, Nassau. Dr. med. A. Schlögmann, Weüpbaleu. Dr. med. W. Renier, Breslau. A. Degener, Braunschweig. G. Hoffmann, Westpreuße». Arnold, Ostpreußen, V. Bracht, Düsseldorf. Julius Wagtrer, Baden. Wilke, Berlin. Ransleben, Berlin. Th. Stertzing, Wiesbaden. Ch. Hesse, Darmstadt. C. v. Westphalen, Trier. Adolph Neuber, Kassel. Rudolph Dammann, Quedlinburg.

Versteigerung.

(863) Mittwoch den 3. Juni, Vormittags 9 Uhr, wird in der Nitter'schen Buchhandlung verschiedenes Haus- und Küchen- geräthe aus dem Nachlaß der Frau Registrator Möller meist­bietend versteigert. Wiesbaden, 1. Jnli 1848.

Verpachtung der Petersan bei Mainz.

(840) Die bei Mainz gelegene Rheininsel, benannt Petersaue resp, deren oberer und mittlerer Theil, von circa 114 Morgen, gehörig zur Verlayenschaft des Herrn Reinhard Genth und dessen Ehefrau Dorothea, geborne Halb ei, bei Leben Gutsbesitzer allda, wird mit den dazu gehörigen großen Oeconomiegebäuden und allen dermalen darauf befindlichen Creseenzien und Früchten, unter sehr günstigen Bedingungen Dienst», den 11. Juli 1848,

Vormittags 11 Uhr,

uns der Au selbst in einem 8jährigen Pacht öffentlich versteigert weiden.

-Die Liegenschaft selbst kann täglich eingesehen werden.

Mosbach, den 30. Juni 1848. Der Vormund

Christian Genth.

Bekanntmachung.

(818) Ich mache hierdurch bekannt, daß ich von heute (Donnerstag) an die Wirthschaftzum Karpfen" tu der Metzgergaffe angetreten habe, und bemerke zugleich, daß ich die imBayrischen Hof" vorderhand gleichzeitig noch betreibe, bis ich Näheres darüber veröffentliche. r . ch

Ich bin wie bisher mit sehr gutein Kasteler Bier (den Schoppen zu 3, die Flasche zu 6 kr.), sowie fortwährend mit ächt Bayrischem Bier (die Flasche zu 9 kr.) versehen. Auch sind verschiedene gute Weine, kalte und warme Speisen stets bei mir zu haben; ebenfalls kann bei mir logirt werden.

Ich bitte meine verehrten Gönnern und Freunde, mir ihr Wohlwollen auch in der neuen Wirthschaft zu Theil werden zu lassen, und bitte um zahlreichen Besuch. Wiesbaden, den 30. Juni 1848.

J. Reck, zum Karpfen.

Bitte und Warnung.

(851) Die Unterzeichneten wissen auf das Be­stimmteste, daß von Mainz her noch nach wie vor Möbelsendungen nach Wiesbaden stattfinden, und zwar nicht nur an Kurfremde, sondern auch an hiefige Bürger.

Wir ersuchen nun Diejenigen, auf welche daS Gesagte seine Anwendung findet, höflichst und dringend, doch bedenke» zu wollen, daß in den hiesigen Schreinerwerkstätten der grüßte Siebenmalige! herrscht, und daß die Industrie- Halle beständig mit Möbeln aller Gattung über­füllt ist, welche gewiß mit den Arbeite» aus­wärtiger Lleister oeu Vergleich aushalten sönnen. Die verehrlichen Kurfremdei» mötfytm wir darauf aufmerksam machen, daß fle uns durch die Ein­führung fremder Möbel doppelten Schaden zu- fügen, indem- sie meistens genöthigt sind, diesel­ben bei ihrer Abreise wieder zu verkaufen, und unS auf tiefe Weise zweimal unsre Arbeit ent­ziehen. Die obige Bitte an die hiesigen Bür­ger soll zugleich auch eine Warnung enthalten, beim wir können leider nicht dafür stehen, daß eS bei Auslieferungen fremder Möbel nicht ein­mal zu schlimmen Auftritte» kommt.

Wiesbaden, 1. Juli 1818.

Sämmtliche Schreinermeister von Wiesbaden.

Für übelwollende Subjekte.

(853) Löbliche Redaction möge gefälligst be­scheinigen, daß ich nicht der Verfasser des In­seratsDurchgereiste" in No. 115 d. Bl. bin.

Wiesbaden, i. Juli 1848.

Salomon Jgstädter, G. Geschieht hiermit. Die Red.

(833) Die Versammlung der Baim- und Erbleihmüller, welche auf Dienstag den 4. Juli tu Limburg bestimmt war, findet, nach weiterer Besprechung, Don­nerstag den 6. Juli, Nachmittags 2 Uhr, in Wiesbaden im Hotel Düringer statt.

(854) Man wünscht, daß.bei der Wehrmann­schaft alle sichtbar Gebrechlichen entfernt wür­den, indem bis jetzt bei bem 4. Bataillon eine Charge sich befindet, welche cinen solchen sicht­baren Fehler hat.

Mehrere Wehrmânner.

Scheibenschießen.

(858) Sonutag den 9. Juli ist ein Scheiben­schießen mit Büchsen und eine Scheibe mit Flinten von mir veranstaltet, wozu ich alle Scheibenschützen in der Nähe einlade.

Langheckè, den 2». Juni 1848.

Aflatn Hensler.

(839) In einer der belebtesten Straßen Wies­badens, Kirchgaffe No. 3, ist ein im guten Zu­stande befindliches zweistöckiges Wohnhaus, nebst einer noch ganz neu und zweckmäßig eingerich­teten Bäckerei, Hofrauin, Keller und Holzbe­hälter, gegen annehmbare Bedingungen ans freier Hand zu verkaufen. Dasselbe ist auch zu einem andern Geschäftsbetrieb geeignet. Lieb­haber wollen stch an den Eigenthümer selbst wenden.

(837) In der Taunusstraße No. 14 find zwei Familienwohnungen mit ober ohne Möbel auch jahrweise zu vermieden.

(743) 10000 fl. find gegen ge­richtliche Sicherheit auf Güter auszuleihen.

Näheres in der Redaction die­ses Blattes.

Literarische Anzeige.

In beii Buchhandlungen von H. Fischer

H. W. Ritter in Wiesbaden ist vorräthig:

Gedanken über das Grundgesetz der deutschen Nation von Dr. Zais. Preis 6 kr.

Der Erlös ist zum Besten der deutschen Flotte bestimmt. .

Verlag von H. Fischer und E. Ritter. Druck der «. Rittrr'scheil Buchdruckeret.