einandergesetzt haben, daß die schwedischen Truppen nach Jütland gehen und soll von schwedischer Seite setzt ein Ultimatum nach Berlin gesandt sein, wie von Rußland ehestens.bestimmten Eröffnungen entgegengesehen wird. — Die Fregatte „Gesion" ist vorgestern zurückgekehrt.
Kopenhagen, 20. Juni. (B.-H.) Weder über die diplomatischen' Unterhandlungen (über welche wir nach den in unjerm gestrigen Blatte mitgetheilten Nachrichten aus Schweden etwas Entscheidendes erwarten durften; allein weder aus Petersburg noch aus London scheint auf die in Folge der Malmöer Conferenz abgegangenen Depeschen schon eine Antwort eingetroffen zu sein) noch über die Kriegsoperationen melden die Blätter mit einiger Bestimmtheit irgend etwas Neueres.
Erklärung.
Wenn in Nro. 101 der „fr. Ztg." der damalige Re. bafaw derselben, Herr H. Fischer, die Mitglieder des Sicherheitskomite's und i-rtadtvorstandes zu Lim. bürg der Erbärmlichkeit und Armseligkeit bezüchtigt, so beruht diese Ansicht auf der Voraussetzung, daß die unter dem 4. Mai erlassene und in Nr. 88 der „Nass. Ztg." wiederum abgedruckte mit dem Namen der HH. Heinrich Trombetta und Stadtschultheißen Hartstein als Vorsitzende des Sicherheitskomite's und des Stadtvorstaudcs unterzeichnete Erklärung, auf welche er sich bei seiner Behauptung stützt, auch wirklich der Ausfluß eines von den beiden genannten Behörden gesüßten Beschlusses sei. Um nun sowohl den ausge- sprochenen Vorwurf des Herrn Fischer von sich abzuwenden, als auch um dein Publikum einen tieferen Blick in unsere hiesigen Zustände möglich zu machen, sehen sich die Unterzeichneten veranlaßt folgendes zu erklären:
1) Es ist nie in den Sitzungen des Sicherheits- komitc's ein Beschluß gefaßt worden, welcher darauf zielte, ein Urtheil über die Thätigkeit der freien Zeitung in der Art, daß jeder Ehrenmann dieselbe verabscheuen müsse, dem Publikum gegenüber auszusprechen und hätten sich, wäre dieß dennoch wirklich geschehen, die Unterzeichneten, wie gewöhnlich, in der Minorität befunden;
2) der einzige Beschluß, der auf die vorliegenden Umstände Bezug haben kann, ist, daß der in Nr. 55 der freien Zeitung berichteten, das Verhältniß der hiesigen Bewohner zu dem Herrn Bischof charakterisiren- den Thatsache als eine durchaus unrichtige von Seiten des S'cherhcitskomite's, und zwar völlig mit Recht öffentlich entgegen zu treten sei;
3) Herr Stadtschultheis Hartstein weiß von einer Unterzeichnung der mit seinem Namen versehenen Erklärung nicht das Mindeste und kann deßhalb von dem Vorwurfe des Herrn Redakteurs der freien Zeitung ebensowenig berührt werden, wie die übrigen Mitglieder des Stadtvorstandks, welcher niemals in Bezug auf die erwähnte Angelegenheit eine Sitzung gehalten oder sich sonst amtlich geäußeit hat;
4) müssen wir demnach den ganzen erwähnten Erlaß, soweit er den Stadtvorstaud angeht, für völlig aus der Luft gegriffen, soweit er das Sicherheitöko- mite betrifft, mit Ausnahme des sub. 2 angeführten Beschlusses, mit dessen Vollziehung Hr. Heinr. Trom
betta betraut war, lediglich als Aeußerung von dessen Privatmkinung betrachten und deßhalb die von Seiten des Herrn Fischer darauf gegründeten Prädikate „erbärmlich und armselig" für unsere Personen wenigstens zurückweißkn.
Limburg, 21. Juni 1848.
I. A. Burck hart, Mitglied des Sicherheits- kvlutte's und Stadtvorstaudes.
F. L. Walter, Mitgl. d. Sicherheitskom.
C. Thewatt, Mitgl. d. Sicherheitskom.
I A. Wahlert, Mitgl. d. Sicherheitskom.
In Beziehung auf den Artikel in Nr. 112 der „freien Zeitung" über das hiesige Leihhaus lade ich den Verfasser ein, von den bestehenden Verhältnissen bei der Verwaltung dieser Anstalt durch Einsicht der einschlagendcn Akten nähere Kenntniß zu nehmen.
Man wird sich alsdann überzeugen, daß
1) während meiner Mitwirkung bei derselben nicht wenige erhebliche Verbesserungen — nie zum Vortheile der Casse, sondern immer nur zum Besten der Pfand- geber ringkführt worden sind, und daß hinsichtlich der Taxation der Pfänder und des Verfahrens bei der Versteigerung Vorschriften bestehen, durch welche das Interesse der betheiligten Pfandgeber gesichert; —
2) über die gesammte Verwaltung namentlich auch über die Cassenüberschüsse, aus denen sich nach und nach ein mäßiger, für die Anstalt Zinsen tragender Fond gebildet hat, jedes Jahr die vollständigste Rechnung abgelegt, und von der Rechnungskammer abgeschlossen worden ist. —
Bereits vor dein Erscheinen des erwähnten Artikels ist auf meine Anregung von dem Leihhausverwalter wegen Abänderung verschiedener Bestimmungen der Leihhausordnung zu dem Zwecke Vorlage gemacht worden, um in Berücksichtigung der kingetretenen Noth- verhältnisse die Benutzung der Anstalt dem Publikum möglichst zu erleichtern.
Die in der Kürze erfolgende Bekanntmachung wird das Nähere hierüber veröffentlichen. Trapp.
9t a ch s ch r i f t,
Paris, 24. Juni. (F.J.)5^/z Uhr Mrg. Das waren zwei fürchterliche Stunden, um 3 Uhr begann der Kampf von Neuem in der Cito, an der Chapelle St. Denis und in der Faubourg St. Antoine. Von 4% bis nach 5 Uhr hörte man ein ununterbrochenes Schießen, die Nationaigarden der umliegenden Bezirke sind heute Nacht kingktrvffen; die Nationalgarde kämpft mit heroischem Muth, in einer der Straßen der Cito wurde aus einem Hause auf dieselbe gefeuert, nach langem Kampfe erstürmte man das Haus, man fand 24 Insurgenten vor, welche größtenthcils massacrirt wurden; man spricht von einer so großen Anzahl Gebliebener, daß ich es saunt wage, es Ihnen mitzutheilen, es sollen über 2000 todt oder verwundet sein; es könnte der Fall sein, denn der Kampf war erbittert; man hat in der Cito Barrikaden mit Kartätschen genommen;, die Nationalgarde, einerseits von dem so oft erprobten Muthe beseelt, andererseits ihre Familie und ihr Eigenthum bedroht sehend, anfangs mäßig auftretend, kämpfte jetzt heftiger, als die Linie, die sich, einem Abendblatte nach, hie und da lau zeigen soll; ich möchte es bezweifeln.
7 Uhr. Das insurgirte Terrain an der Chapelle St. Denis soll in den Händen der Truppen sein, dagegen findet in der Nähe der Bastille noch ein lebhafter Kampf statt; cs kommen anhaltend neue Truppenverstärkungen. Cavaignac hat das Commando nur unter der Bedingung übernommen, daß er unumschränkt, ohne irgend eine Controle seine Maßregeln treffen könne.
8 Uhr. Ich erhalte soeben über die gestrigen Vorgänge noch einige Details, die ich ihnen vor Abgang der Post mittheilen werde. Man hört kein Kanonen- feuer mehr, dagegen lebhaftes Gewchrfeuer. Die Straßen bieten einen beklagenswerthen Anblick dar; die Läden sind natürlich fortwährend geschlossen; in den von der Erneute verschonten Straßen sieht man lebhaft disputirende Gruppen; man tadelti allenthalsen1?M Benehmen des Erecntiv-Eomite's, lobt jedoch das Verfahren des Präsidenten Senard und der Truppen, mit Ausnahme eines kleinen Theils der republikanischen Garde, die „Es lebe die rothe Republik!" gerufen; mehrere Journale werden für 1 ;Fr. das Stück verkauft.
11 Hz Uhr. Die Deputation der Nationalversammlung wird auf den Boulevards mit dem Ruf: Vive la république, vive Fasscmblée nationale! begrüßt; man hört anhaltend feuern. General Thomas ist verwundet; dem Volksrepräsentanten Pierre Napoleon wurde ein Pferd unter dem Leibe getödtet; Banquier Auriot und mehrere Nationalgardisten wurden meuchlings ermordet.
Die Insurgenten haben sich überhaupt auf das Grausamste gegen die Nationalgarde benommen; an der Pforte St. Denis wurde gestern aus vielen Häusern auf sie geschossen, noch ehe sie Anstalten zum greifen machten; die erste Charge tödtete 10, die Na- tionalgarde wich einen Augenblick. Die Insurgenten machten einen mörderischen Ausfall, der ebenfalls 15 Nationalgardisten das Leben kostete, da komint die 2. Legion und Infanterie zu Hülfe, welche endlich die Barrikaden nahmen; Lamoriciüre kam mit einem Bataillon des 14. Regiments, um die andern Barrikaden im Quartier St. Denis zu nehmen; die Truppen büßten abermals 30 Tode ein. Die große Barrikade in der Faubourg Poiffonniore an den Ecken der Rue Bcllefond und Lafayette wurde von der Linie (7. Regiment), Garde mobile und Garde nationale genommen; ein Offizier der letzter» fiel; sechzig wurden verwundet, zehn bis fünfzehn sind todt; spät Abends hatte man auch das Boulevard du Temple genommen; in der Nähe der Ecole medicine und am Port St. Michel wurde die Garde republicaine entsetzlich massacrirt, es sollen nahe an 200 geblieben sein; in der Rue Ber- gere wurden 2 Offiziere meuchlings gemordet: einige Markedenterinnen, sogen. Cantunäres, find verwundet; ich sah ein junges Mädchen, fast noch Kind, an der Halle St. Denis an der Schulter schwer verwundet; an der Rue des l'Echiquier wurde eine Frau getödtet, die mit einer rothen Fahne einen Trupp Aufwiegler auführte. — Bis 5 Uhr war die Ruhe wieder ziemlich hergestellt. Das Nähere Morgen.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.
Bekanntmachungen
Bekanntmachung.
(768) Freitag den 30. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, läßt Herr Mahon aus England wegen seines Abganges von hier seine Mobilien, als: Kaunitz, Commode, Canapee's, Stuhle, Schränke, Tische, Teppiche, Bettstellen und Bettwerk, Vorhänge, und in sonstigen Haus- und Küchen- geräthen bestehend, im Kaisersaale am Geisbergweg, gegen gleich baare Zahlung versteigern. — Die Gegenstände können täglich eingesehen werden.
Wiesbaden, den 23. Juni 1848.
Im Auftrage des Stadtschultheißerei- Verwalters: Conlin.
(800) Der Herr Obrist von Habeln wird hierdurch ersucht, besser ans das Betragen seiner zwei Buben acht zu geben, da die Flegeljahre bei denselben jetzt sich schon eingefunden haben. Sollte auch diese Bitte ohne Erfolg sein, sieht man sich genöthigt, das ganze Betragen derselben zur Warnung für Eltern und Lehrer bekannt zu machen.
Versteigerung.
(,66) In Auftrag des Herrn Backworth, Pfarrer der englischen Gemeinde hier, Louifenstraße Sto. 33, läßt das Gefchäfts- Bürean von Carl Leyendecker den 29. laufenden Monats, M "gcns Uhr, und die darauf folgenden Tage öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigern: verschiedenes Hans- geräthe, als Canapee's, Stühle, Commode, Spiegel, Bettungen, Kuchengeräthe, Porzellan und Glas, Geschirre, Fenstervorhänge, Tische und Fußtepviche.
Bitte.
(789) Câ hat sich gestern ein weiß und braun gefleckter Wachtelhunv, welcher auf den Namen Tamtne hört, aus dem Gasthof zum Adler dahier verlaufen. Wer sich im Besitze desselben befindet, wird dringend gebeten, ihn gegen entsprechende Belohnung an den Portier im Adler abzugeben.—Wiesbaden, 24. Juni 1848.
W ®in® "M Sendung der so rühm- llchst bekannten Gowberger'schen (Galvano - electrischcn Rhenmatismus- Ketteu find so eben in dem Haupt-Depot Geschafts-Bureau von Carl Leyendecker in Wiesbaden angekommen, woselbst auch ganz neue Atteste über die heilkräftige Wirkung dieser Ketten Zedermann zur Einsicht offen liegen.
Lese-Borom.
(805) Mittwoch den 2 8. Juni:
Generalversammlung.
Berathung wichtiger Gegenstände.
Wiesbaden, den 20. Juni 1848.
ES er • <tr staunt.
Anzeige.
(7R9) Gebäulichkeiten für Herrschaften und Geschäftsleute geeignet, in hiesiger Stadt, Landhäuser, Mühlen, ganze Höfe und einzelne Güter sind mir unn Bei kauf, sowie auch Wohnungen für Herrschaften in hiesiger Stadt und in Landhäusern mit oder ohne Möbel, auf Monat oder Jahr zum Vermiethen übertragen.
Wiesbaden, den 26. Juni 1818.
Friedrich Schaus, Marktplatz vto. 12.
(801) Ein kupferner Waschkessel und eine große Thure mit 2 GlaSfeustern sind zu verkaufen. Bei wem? sagt die Erp. d. Bl.
Einladung.
(806) Der Apothekerverein des Herzagthums Nassau ladet die Apotheker, sowie die geprüften Candidaten der Pharmacie zu einer Generalversammlung auf den 6. Juli d. I. im Gasthause zum Nassauer Hof in Limburg ein.
Der Borstand.
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(803) Von Cölnischem Haarol von J.oh. Bapt. PaeS; von Mercadier Fahrest aromatisch-medtzinische Seife von J. G. Bernhardt in Berlin, und von Schweizer-Kräuter- Oel von Ä. Willer sind mir frische Zusendungen geworden. Hl. .
I- L. Seibert, in der Langgasse.
(808) Verflossenen Sonntag den 18. wurde in Biebrich bei dem daselbst stattgehabten Volksfeste eine goldene Armspange verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe Schustergaffe C. 93. bei Wittwe Klei n in Mainz gegen eine gute Belohnung abzugeben.
(805) Ein einzelner Herr wünscht ein kleines, reinliches Zimnier für 4 bis 5 fl. monatlich zu miethen. 'Näheres im Verlage.
(802) In dem Haus des G. Lehr in Biebrich in ter Mainzerstraße ist im mittlern Stock ein möblirtes Zimmer zu vermieden und kann sogleich bezogen werden.
(713) 10000 fl. sind gegen ge- ~ richtliche Sicherheit auf Güter ' ausznleihen.
Näheres in der Redaction dieses Blatles.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der E. Ritter'schen Bnchdruckerei.