das Nordcorps übernommen , wonach es wahrscheinlich scheint, daß sich im Norden die Hauptstäike der dänischen Armee concentrirt; Generalmajor Bülow soll, wie die „Dxrl. Z." vom 13. berichtet, das rechte Flanlkii- corps, welches wesentlich verstärkt worden, anstatt des Obersten Pfue) commandire».
Prag,' 19. Juni. Nach drangsalvoller Zeit kehrte Friede uh? Ordnung in unsere Stadt zurück, und wir Dcuischm können jauchzen, daß uns Fürst Windisch- grâtz vor Entsetzlichern gerettet hat. Es war auf nichts anderes abgesehen als auf ein bèchmischeS Reich mit völliger Losreißung von Oesterreich und Betreibung und Unterwerfung der Teutschen. Diese Plane sind an der Energie ued Festigkeit des Fürsten Windisch, grätz gescheitert. Und mit welcher Schonung ist dieser Mann verfahren, wie lange hat er Geduld gehabt und den Aufrührern Zeit gegeben, die Waffen zu strecken! Viele der am Aufruhr Bethkstigten sind gefangen genommen worden. So Baron Villani, bei welchem Papiere gefunden sein sollen, auS denen klar heworgeht, daß eine Verschwörung Statt gefunden. Graf Bouguoi und Palacki soll ebenfalls gefangen sein und viele Andere vom Adel. Die Geißeln, welche Windisch, grâtz verlangt, haben noch nicht alle gestellt werden können, da die meisten Rädelsführer sich durch die Flucht zu Zetten gesucht haben. — Fragen Sie mich nach der Zahl der während des Aufstandes Gebliebenen, so kann ich Ihnen darüber nichts Bestimmtes mütheilen; die gnwgsten Angaben sprechen von 300 Todten vom Militär und 150 vom Volke. ($t Z.)
Italien.
Rom, 13. Juni. Der P. Ventura läßt eine Schrift drucken, in welcher er durch zahlreiche Citate aus Kirchenvätern den Beweis führt, daß den Völkern das Recht zustehe, sich ihre Fürsten selbst zu wählen. Diese theologische Behandlung einer Frage, welche zunächst für Sicilien von praktischer Wichtigkeit ist, wird nicht verfehlen, auch anderweitig Aufsehen zu machen. Weit interessanter aber wird dies Wcrkchen durch die Mittheilungen aus den Akten der Polizei-Verwaltung von Palermo werden. Man behauptet, dort im Castell grau-. senhaste Dinge entdeckt zu haben. Von diesen sollen nicht blos die Akten zeugen, sondern auch Gerippe und andere Corpora delicti, (K. Z.)
Frankreich.
Paris, 21. Juni. Vorgestern Abend bildeten sich auf dem Stadihauoplatze zahlreiche Gruppen, größten* theils aus jenen Wühlern bestehend, deren Beruf es zu sein scheint, die Unordnung zu verewigen und das Wiederau skommcn des Handels und der Arbeit zu verhindern. Unter Vivats für Louis Napoleon und Ab- singuug der Caruiagnvle umtanzten sie den Freiheits- baum. Nachher wollten sie die vorübergehenden Bürger zwingen, in ihre Vivats einzustimmen; einer derselben, welcher mit „Es lebe die Republik!" antwortete wurde unter dem Rufe: „Ins Wasser mit dem Reactionar!" angegriffen und arg mißhandelt. Die eben ankommenden Wachter von Paris befreiten diesen Bür-
j ger und suchten die Haufen zu zerstreuen, wurden aber ihrerseits von ihnen angegriffen. Ein Wächter ward niedergeworfrn und so schlimm zugerichtet, daß man an seinem Aufkommen zweifelt.
Erst als starke Truppenpatrouillen den Wächtern zu Hülfe kamen, wurden die Schaaren zerstreut und eine Anzahl Personen verhaftet; acht davon führten versteckte Waffen und vier andere waren entlassene Sträflinge. Gestern Abend bildeten sich um 9 Uhr abermals auf dem Stadthausplatze starke Zusammenrottungen. Eine große Masse Arbeiter schrie: „Es lebe der Kaiser!" Die Mobilgarde und die Linie trieben die Haufen auseinander und auf die Quai's, so wie in die anstoßenden Straßen. Es geschahen einige Verhaftungen, da ^Lteinwürfe aus der Menge erfolgten; ernstere Ercesse fielen nicht vor. (K. Z.)
Druckfehler-Berichtigung.
Berichtigung. Zu dem Bericht der Laudtaaöverhand« langen der vorletzten Nummer sind gleich in der ersten Spalte in dem Amendement des Abgcordn. Müller il. folgende Druckfehler: Die in der 7. Zeile des Absatzes stehenden Worte- „von der Regierung angegebenen" müssen he:ßen „von dem Ausschuß angegebenen und in der 9. Zeile ist nach „Landes- krcditkasse" daS Wort „welche" einzuschiebcn.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Möller.
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
(770) Der Dünger -der Artilterie-Dienstpserde vom zweiten halben Jahre 1818, wob.i der Stand der Pferde zu 60 gerechnet wird, soll im Submissionswege an den Meistbietenden monatlich, vierteljährig oder für daS ganze halbe Jahr vergeben werden.
Zur Streu für CO Pferde werden monatlich ungefähr 9600 Pfund Reggenstroh verwendet.
Lusttragende werden hierdurch eingeladen, ihre Gebote bis zum 28. Juni d. J. verschlossen an den Verwaltungsratb der Artillerie cinzureichen, und auf der Adresse „Steigerung des Düngers" zu bemerken. Später eingehende Offerten sönnen nicht berücksichtigt werden.
Die Bedingungen liegen auf dem Bureau der Artillerie zur Einsicht offen.
W eSbaken, den 23. Juni 1848.
Der Verwaltungsrath der Artillerie.
Keine Versammlung in der Synagoge!
(787) Jener, in der gestrigen Freien Zeitung ausgesprochene Wunsch ist abermals ein Machwerk der diesigen Sondeibnudier, denen es schon lange darum zu thun ist, Rabbiner, Lehrer und Vorstand zu „rumpeln", und somit den teliebien alten Schlendrian wieder herauf zu beschwören. Wir warnen hiermit alle Gutgesinnten, von diesem frommen Wunsch gar keine Notiz zu nehmen, da ja obnedieß eine Verbesserung des Cultus in baldigste Aussicht gestellt ist.
Mehrere hiesige, der Synagoge treu gebliebene Israeliten, die ebenfalls gerne sparen möchten, und nicht nach Aemtchen streben.
Abgedrungene Erklärung.
(768) Gewisse Subjecte, auf die man eben nicht mit Fingern zu zeigen braucht, mühen sich in neuester Zeit halb verzweifelt ab, auS ihren Süudenwmkelu und Spelunken hervor alles zu begeifern, was ihrem lichtscheuen Treiben entgeg-nwsikt. So haben dieselben sich dieser Tage auch meine unbedeutende Persönlichkeit zum Gegenstand ihrer niederträchtigen Perleumkung auserlesen und mir die Mitver- anlassung bekannter Localoorfttie in Eltville mit der Beschuldigung zuge-ch,leben. daß mich ohne einen festen politischen Grundsatz nur momentaner und persönlicher Eigennutz zur Herleihung meiner Feder stets zu verleiten pflege. Weit enqernt, mein« genommene Theilnahme an irgend einer loyalen èache je zu verleugnen, halte ich eS für über* flüssig, wegen meiner polüischci Grundsätze mich zu vertheidigen: meine Consequenz hierin wie meine Uneigennützigkeit sind denjenigen Ehrenmännern in Eltoule zur Genüge bekannt, an bereit Achtung mir allein l egen kann. Richt also wegen des Publikums in Eltville, sondern weil die ehrlosen Erfinder solcher Verleumdungen durch tiren Verbreitung auswärts meine Handlungsweise als grundsatzlos verdächligeu und mir durch Schwäwung des unentbehrlichen Zutrauens schaden möchten, fühle ich mich'zu dieser Erklärung anfgefordert, überzeugt, daß jeder rechtlich Denkende nun die Nachreden derartiger Subjekte den wahren Werth beizulegen und darnach die Lauterkeit ihrer eigenen Grundsätze und Uneigennützigkeit zu beurtheilen im Stande ist. Schließlich glaube ich kühn behaupten zu dürfen, daß selbst ein Loyola, wenn ihm ein Blick in dieses Weltgetümme! gestattet wäre, sich solche Zigeuner als Proselyten verbitten und jedenfalls verleugnen würde.
Mainz, 22. Mai 1848-
Adam Anton Dasfio.
(775) Hiermit zeige ich an, daß ich einen Vorrath von Doppelflinten, Büchsflinken, einfachen Flinten und Pistolen habe, zu allen beliebigen Preise», für deren Gute ich garantire. Auch sind Kugelzieher für die NaUonalgarde bei mir zu haben. Weygandt,
Büchsenmacher in Wiesbaden.
Letzte Erwiederung und Abfertigung an den Schauspieler (dödtke- Abiersberg.
(777) Obgleich ich es unter meiner Wurde awte, mich mit einem bereits in der öffentlichen Meinung gebrandmarkten Individuum, wie Herr Gödtke-Adlersberg in weitere polemische Streitigsten eiazulaffen, so sehe ich mich dennoch geuoihigt, zur Auftlarung der in diese Angelegenheit mi der Eingeweihten nachstehendes als Erwiederung und Würdigung seines letzten, unter Titel „Auskunft" mir der Chiffre 744 in No. 108 dieses BlalteS erschienenen, mit Lugen und Gemeinheiten gepickten AufsatziS einzusenden.
Herr Gödtke-Adlersberg gibt vor, daß ich mir Injurien gegen ihn hatte zu schulden kommen lassen; dies ist eine moralische Unmöglichkeit, den» was ist eiae Injurie? „Ein Jemanden unverdienterweise angethaner Schinrpf." Welcher Schimpf in es nun, reffen sich Herr Gödtke-Ädteröberg nicht lihon langst woyloerbient gemacht hat? — Herr G. A. nennt meine Behaupiung, er laute mir spät Abends mit mehreren Helden seines Gelichters aus, UM Mich zu prügeln, eine Luge. Hier trifft der Vorwurf einer Luge ihn letlm, den» ich kaun meine Behauptung durch zahlreiche Zeugen beweisen. Auch hat bereits Herr G. A. lrch an mehreren Orten in lügenhafter bramarbafirendec Weise gerühmt, mich und meinen Freund A. Bâr schon geprügelt zu haben. — Herr G. A. sagt, er schäme sich einer Berührung mit mir, und hat vor einiger Zeit mich doch um eine Gefälligkeit angesprochen. — Daß Prügel einem Esel ein wohltyuendeS Jucken verursachen, weiß Herr G. A. ganz gewiß aus eigener passiver Erfahrung. — Herr G. A. meint, daß mit der Umgestaltung dec hiesigen Buyn.nveryatlnlsse mein hleuges Engaaement zu Ende fein werde; dies ist wohl möglich. Er irrt jedoch sehr, wenn er glaubt, daß er jemals ein Engagement an hiesiger Bühne erhalten werde; dafür bürgt t« Erfolg seines Gastspiels, der gute Gsscymack des hiesigen Publikums und dessen Abscheu vor ähnlichen ubelberüchligten Subzekteu, wie er. — Herr G. A. wünscht mir Gluck zur Wie- derkehr auf die Puszta (nicht Busta). Ich versichere Herrn G. A., daß selbst der verthlerteste und roheste Schweinehirt in der verlassensten Puszta Ungarns viel eher verdient ein Men ich genannt zu welden, als Herr Gödtke- Adlersberg summt seinem Prâdicate, feinem eingebildeten Kunstlerihtim und seinen von ihm selbU vielgeruhmien Verdiensten für Stadt und Staat. Einen spre.penden Beweis seiner alles übersteigenden Rohheit und Gemeinheit liefert fein schändliches und empörendes Betragen gegen ein allein st-yendes junges iViattyen, gegen die mir Recht hier allgemein geachtete und beliebte Sängerin Frl. Kern, deren moralischer Slaudpunkt so hoch über dem feinigen erhaben ist, daß schon die Nennung ihres Namens von seinen Lippen eine Beleidigung für sie wird. — Wahrlich, der letzte der Schweinhirte Ungarns würde sich in ähnlichen Fällen anständiger benommen haben, als Herr Gödtke v. Ädlersderg.
Ich erkläre daher (chließtich, daß dies meine letzten Worte an Herrn Gödtke-Adlersberg sind. Er mag reden und thun, was er will: ich würdige ihn fortan keiner Antwort mehr. Die allgemeine Verachtung hat ihn bereits genugenb gestraft. Mich ferner mit ihm in Etwas einzu- laffen, hieße in ren Schlamm und Kolh hinabsteige», in welchem er uch, alö seinem Elemente, bewegt und bisher stets bewegt hat. Für mich ist Herr Gödtke-Adlersberg fernerhin nichts mehr, als ein moralisch faulendes Wesen, dem ich aus dem Wege gehe, um mir den Ekel zu erspare».
Wiesbaten, 23. Juni 1848. Adels ^ecs^ Opernsänger.
g^y (784) Diejenigen Herren, welche sich das Vergnügen machten, vor meiner Wohnung meine Firma abzunehmen, ersuche ich, dieselbe mir auf irgend eine Art wieder zuzustellen, widrigenfalls ich ihre Aarnen der Oef§enliichheit übergebe, auch andere AËaasregeln ergreifen werde.
Wiesbaden, SS. «Juni 1S4S.
M. Kosensteiite
Kirchweihfest zu Neudorf.'
(748) Sonntag den 25., Montag den 26. Juni und Sonntag MW den 2. Juli fiuoet das hiesige Kirchweihfest statt und ladet Unterzeichnete hierzu seine verehrten Gönner und Frennde
Z^^^^W^höflichst ein. ' Gute Speisen, als: Wildpret, Forellen, Krebse rc., so vorzügliche 1842t und 1846t Weine werden daselbst verabreicht und ist für reelle und billige Bedienung bestens gesorgt. «FOK. Hröser,
Gastwirth z u r Krone.
(738) Gouvernante, Haushälterinnen, Bonne, Ladenmädchen, Buvetiaädcheu, Kölvinnen, Hausmädchen, Commis, Köche, Kellner, Kutscher, Bediente und Hausknechte sind in dem Geschüfts- bureau für offene Stellen eirigeftbrieten, wovon mehrere sogleich und andere auf Johanni eintreten können.
Das Nähere im Geschäfts -Bureau von
Carl Leyendecker.
(739) Kleinere und größere Capitalieu werden zu leihen gesucht, möblirtc und unmöblirte Zimmer sind zu vermiethen durch das Geschâsts- büreau von Earl Lkysudecker.
(773) Meinen Mitbürgern erkläre ich hiermit, bist ich den in No. 103 der „Freien Zeitung" enthaltenen, die hiesige Hauptmannswahl besprechenden Artikel nicht geschrieben habe. — Löbliche Redaction ersuche ich ergebend, die Wahrheit dieser Erklärung gütigst bescheinigen zu wollen *).
Holler, A. Montabaur, 21. Jun! 1848.
Wilhelm Hansen.
*) Geschieht hiermit. Die Red.
(776) Taunusstraße No. 19 ist eine freundliche HvswvhNUNg zu vermiethcii, welche sogleich ober später bezogen werden kann.
4 SR. Matthes.
(778) Mau fragt den Herrn Zustizrath Reichmann, da jetzt die Oeffentiichkeit; bei Gerichtsverfahrens zugestauden ist, ob e. »ach darauf besteht, die Akteneinsicht zu verweigern?
ESc'iM y rfe ritspée.
(786) Wiesbaden, den 20. Juni. Die Stadt- gemeinde Wiesbaden verlangt, daß der Vorstand alle geheime» Sitzungen beseitige und dieselben fortan immer öffentlich halte; denn ein jeder Bürger muß wissen, wie der Stadthaushalt beschaffen, wie er geführt, in welche» Mängeln er sich befindet, wie denselben abzuhelfen, und welche Mitglieder des Borsiandes die nöthige Befähigung und welche sie nicht haben, damit bei einer künftigen Wahl keine Mißgriffe geschehen
Trommeln.
(770) Der Unterzeichnete macht hierdurch be- kaniit, daß er Trommeln mit messingenen Kesseln mit allem Zubthör, mit Bandelier und Tragriemen von schwarzem Zeugleder und schwarz- polirten Trommelstöcken für den festen Preis von 16 Gulden «»fertigt, sind immerwährend vorräthig zu haben.
Hadamar, den 20. Juni 1818.
Mathias Geis, Sattler.
öSeteniiiühle.
(785) Jeden Sonntag ist auf der Dietenmühle große Harmonie- 8? Tanzmusik, ausgefuhrt von den ersten Wèitgliedern der K. K. Oesterr. RegimentSnrusik aus Mainz, anzutreffen, wozu höflichst eingeladen wird.
Wiesbaden, den 23. Juni 1848.
I. H. Heèmerdmger, Goldsticker, macht hiermit die ergebene Anzeige, daß sein Stickereiwaarenlager von heute an alte Co- lonnade No. 20 verlegt worden ist. Bestellungen auf alle In dieses Fach einschlagende Arbeiten, als Uniformfticfereien, Fahne» je., werden jedoch, wie bisher, Langgaffe vis-a-vis der Post im ersten Stock angenommen.
Wiesbaden, den 19. Juni 1848. (729)
(783) Bei Hofbllchsenmacher Fr. Jäger zu Biebrich a. Rh. finden noch zzvel Büchsenmacher-Gehülfen dauernde Beschäftigung.
(771) Am Ecke der Schwalbacherstraße und dem Michelsberg No. 13 .ist im untern Stock eine Wohnung, bestehend aus 6 Zimmern, 2 Mansarden, Küche, Keller, Holzstall, Mckgebrauch der Waschküche :c., an eine stille Familie zu vermiethen und kann Anfangs Juli bezogen werden. Wiesbaden, den 23. Juni 1848.
Ch. Krell.
(743) 7000 fL sind gegen gerichtliche Sicherheit auf Güter auszuleihen.
Näheres in der Redaction dieses Blattes.
Literarische Anzeige.
(782) In Commission der H. W. Nitter- schk» Buchhandlung ist erschienen:
Eine Psingstpredigt, im dcutschkatholischeu Gottesdienste zu Wiesbaden gehalten von Eduard Graf, Pfarrer.
Zum Besten bet deutschkathvlischen Gemeind« zu Wiesbaden.
Preis 6 Kreuzer.
Verlag von H Fischer und E Ritter — Dnick der C. Ritter'schen B'ichdi-uckcrei.