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Wiesbaden. Donnerstag, 8. Juni

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DieFreie Zeitung" erscheint täglich in einem Bogen. Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnements - Preis vom 1. März bis 1. Juli b. I. beträgt hier in Wiesbaden 2 fl.; auswärts durch die Post bezogen innerhalb des ganzen HerzogthumS Naffou, des GroßherzogthumS Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, sowie der Kurhesfischen Provinz Hanau 2 < 4<- ;X i ncr- halb aller übrigen Thurn und TariS'schen Postkezirkcn 3 ff. t-,,,.

Inserate werden bereitwillig ausgenommen. Die Jnserations-Gebühren betragen für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer.

Die Aufgabe der konstituirenden National- Versammlung.

IV. Artikel.

0 Vom Taunus, Anfangs Juni.Die Föderation also," so legt dieTrier'sche Zeit." (in Nr. 148 und 149) ihre Meinung weiter auseinander,die Koordi­nation der deutschen Gaue, aber auf der Grundlage des rein demokratischen Princips: wir erklären uns für den Staatenbund und gegen den Bundesstaat." Wir müssen bei der Ansicht eines so gewichtigen Or­gans der socialistischen Demokraten noch etwas länger verweilen, zumal da es sich nunmehr zeigt, daß dasselbe diedeutsche Einheit" doch nicht ffn dem Maße fahren läßt, wie wir nach den zuerst uns vorliegenden Artikeln jener Zeitung geglaubt hatten. Dieselbe sagt weiter; Unser politisches Ziel heißt: dievereinigten Staaten von Deutschland" nach dem Vorbilde dervereinigten Staaten von Nordamerikas wie nachher näher erläutert wird.Deutschland kann sich indeß nicht in 37 Spe- cialdemokratien theilen, die geographisch wie politisch ohne Sinn und Verstand sind. Hier müssen wir re­volutionär sein. Der Wiener Congreß hat aus 200 Landessouveränitäten 40 gemacht: kann das deutsche Volk nicht noch einmal mit 5 dividiren? Es blei­ben so", heißt es weiter,8 bis. 10 Souveränitäten übrig, grade die 8 bis 10 deutsch.en Kreise. Die meisten dieser 8 bis 10 Fürsten werden gradezu Sitz und Residenz behalten können, natürlich unter geo­graphischen Modifikationen und Correcturen." Den einzelnen Kreisen soll innerhalb der Demokratie der weiteste Spielraum verbleiben.Der conservativste Kreis wird seinem Fürsten die größte Initiative lassen"; aber auchdie Republik liegt in der Demokratie. Wenn die Pfalz auf beiden Seiten des Rheins die Republik will, so soll sie dieselbe haben. Die nordamerikanische Union enthält mitten in ihrer demokratischen Einheit ganz andere Steine des Anstoßes: sie beherbergt die Sklaverei."

Aber, müssen wir hierauf erwiedern, in Deutschland liegt der Stein des Anstoßes ganz wo anders. Die vereinigten Staaten Nordamerika's bestehen wirklich aus föderirbaren Gleichen"; dagegen wir haben-mitten" unter uns zweiGroßmächte", mit welchen auchnicht gut Kirschen essen ist". Sv lange wir in Deutschland Großmächte haben, wird Deutschland nie Eine Groß­macht. Der in Rede stehende Artikel meint zwar, die Präponderanz" derselben werde aufhören durch die Herstellung von810 möLlichst gleichen Bundes­kreisen" ; aber die Herstellung dieserGleichheit" ist eben nicht möglich, so lange man hier diebestehenden An­sprüche und Interessen achtet", so lange man die Groß-

Mächte nicht ingleiche", d. h. kleine Mächte ver­wandelt, so lange man sie nicht in verschiedene, von einander getrennte Bundeskreise zertheilt. Und geht nicht die ganze Tendenz der in diesen großen Territo­rienohne Sinn und Verstand" zusammengewürfelten Volksstämme auf diese Zertheilung hin? In der öster­reichischen Monarchie fällen sichtlich alle Provinzen auseinander; die Rheinprovinz will nichts von Preußen hören und sehen! Erfordert nicht grade das Princip derVolkSsouveränetät", daß hier diebestehenden An­sprüche" der Fürsten nicht berücksichtigt werden? Und dann, wenn wirklichföderirbare Gleiche" hervorgebracht wären, soll die Souveränetät der einzelnen Theile die­sesStaatenbundes" so weit ausgedehnt werden, daß dieselben nach der bisherigen Weise einzeln für sich Krieg zu führen berechtigt sind? Hierüber erklärt sich dieTrier'sche Zeitung" nicht. So lange aber dies der Fall ist und wer will die Großmächte, so lange sie wenigstens Großmächte bleiben, daran hindern? ist Deutschland nicht einmal einStaatenbund", son­dern nur eingeographischer Ausdruck". Aber der zu besorgendedreißigjährige Krieg"? Nun, ein Krieg für die Freiheit und Größe des Vaterlandes ist immer besser, als ein Krieg gegen die Freiheit, als ein Krieg, wie wir ihn jetzt in Italien haben, in wel­chem das deutsche Blut vergossen wird, ohne daß man weiß, warum, und welcher, wenn nicht bald von Frank­furt aus ein Veto eingelegt wird (da sich voraussicht­lich Frankreich hincinmischcn wird), vielleicht eher zu einemdreißigjährigen" anwachsen wird. Und wenn so ganz Deutschland mit Italien und Frankreich in einen unabsehbaren Krieg verwickelt würde, wäre das nicht das entsetzlichste Mißgeschick, nicht tausend Mal schrecklicher, als wenn unsere Nationalversammlung in die Nothwendigkeit versetzt würde,' ein paar reni- tirende Bundeskreise mit Waffengewalt zur Raison zu bringen? Uebrigens ist auch dieses Unglück (denn ein Unglück bliebe es jedenfalls) wohl nicht ernstlich zu be­sorgen, wenn die Nationalversammlung alle die großen Mittel, welche Zeiten der Revolution darbieten, anwen- det, um einen allgemeinen Aufschwung des Volksgeistes hervorzurufen. Daß sich diesesouveräne" Konstituante in der Mainzer Angelegenheit für incompetent erklärt hat, das war freilich kein gutes Omen. Indessen, wenn dieselbe ihre Competenz nicht weiter ausdehnt, dann bleiben wir ja ohnehin inRuhe und Frieden"; denn alsdann bleiben wir, was wir sind, und bringen es nicht n'nmal zu einem wahrhaftenStaatenbunde"! Doch wollen wir jene Mittel, den patriotischen Geist zu wecken, noch in einem folgenden Artikel erörtern.

Nassattischer Landtag.

VII. Sitzung.

Wiesbaden, 6. Juni. Bei Beginn der Sitzung macht der Präsident der Kammer zuerst Mittheilung über die'in großer Anzahl eingelaufenen Petitionen, die sich zumeist auf die Abschaffung der Grundlasten be­ziehen.

Die Tagesordnung führt zunächst zur Begründung des Antrags des Abgeordneten Justi, der dahin lautet:

Die Kammer möge beschließen: vor der Genchmi- gung der Büdjets, insoweit dieselben die Anforderung für die Gehalte und Pensionen betreffen, sofort eine Commission zur Entwerfung einer neuen Verwaltungs- Organisation mit besonderer Rücksicht auf die Gehalts- und Pensions-Verhältnisse niederzusetzen. Bis zu vollständiger Regulirung dieser Vcrhält- nisse aber eine provisorische Bewilligung eintreten zu lassen."

In der Rechtfertigung dieses Antrags sagt Justi: Wenn jeder vorurtheilsfreie Beobachter, der an der ewigen Verwirklichung der Vernunft in der Geschichte festhält, schon lange mit sehnsüchtigem Erwarten und inniger Freude den alten Staatskörper allmälig hin­welken sah, da dessen Princip mit der Zeit unvereinbar war, so hat der Geist des 4. März in der Form einer großen Petition dem siechen Körper plötzlich,die letzte Oelung gegeben und in -9 Punkten zugleich herrliche Organe für einen neuen lebensfrischen Staatskörper ge­bildet. Mag es möglich sein, daß Viele sich zur Täu­schung noch zu überreden suchen, der todte Körper habe noch Leben, mögen sie ihn galvanifircn und magneti- firen, selbstständiges Leben kann man ihm nicht "mehr geben.

Wir sind vom Geiste des 4. März hergesendet, um seine lebensfrischen Organe zu einem neuen Staats- körper zu vereinigen und zu wirksamster Entwicklung zu führen. Wollten wir die anatomischen Theile des al­ten Staatskörpers nochmals ins Auge fassen, so wür­den wir gar bald dasselbe Urtheil über dieselben, fällen müssen, welches bereits die Geschichte gefällt hat; wir würden einsehen, daß wir keine Form von ihm verwen­den können. Es ergibt sich für uns die Nothwendig­keit, recht schnell, von ganz neuen Grundlagen ausge­hend, eine neue Organisation ins Leben zu rufen.

Diese Nothwendigkeit tritt erst recht hervor, wenn man einen Blick in die Erigenzetats wirft, welche man uns zur Prüfung und Begutachtung, besonders in Be­zug auf-Besoldungen, Pensionen und Canzleiaufwand vorlegte, damit auf diesen Grund hin die Steueran- fordernngcn an das Volk gestellt werden könnten. Es drängte sich bei tiefem Geschäfte sogleich die Frage auf:

Eine Gerichtsscene in Arkansas.

Von Friedr. Gerstâcker.

(Schluß.)

Sonderbar? frug der Amerikaner verwundert, son­derbar? habt Ihr denn die etwa in Dcutchland nicht? dürft Ihr nicht, wenn Euch Jemand einen Lügner heißt oder gar Hand an Euch legt, was übrigens nicht schlim- - in er ist, den Schlag erwiedern?

I bewahre, entgegnete Jener, die Strafe behält sich das Gesetz vor!

Der Amerikaner schüttelte ungläubig den Kopf. Ihr dürft nicht einmal den Schlag erwiedern, den Ihr bekommt? frug er endlich halb erstaunt, halb zweifelnd.

Nein! sag' ich Euch, Mann , nein wenn wir Genugthuung haben wollen, so müssen wir den Ge­setzen nach den Beleidigenden verklagen.

Und in dem Lande leben noch Menschen! rief der Amerikaner erstaunt aus, da lob' ich mir Arkansas. Geht zum Henker mit Euren alten Ländern;, beleidigt wich hier Einer, so bin ich der Letzte, der nach Hülfe ruft laß den schreien, der angegriffen hat, er wird bald Ursache dazu haben, und schlägt mich Einer, nun so versuche ich meine Fäuste so lange an ihm, bis er' genug" ruft. Doch was geht's mich an, ich will mich nicht drüber ärgern ; ist's, Denen recht, die da wohnen, gut! aber dort landet die Fähre, unterbrach

er sich, und wenn Ihr noch heute Abend Williams Haus erreichen wollt, so müßt Ihr scharf reiten Ihr könnt übrigens nicht fehlen, 'es ist das erste zweistöckige links. Damit dem jungen Manne herzlich die Hand schüttelnd, welchem Beispiele der Deutsche folgte, kehrten sie wieder zum Städtchen zurück, während der Engländer sein Pferd und sich der Fähre, die nur aus einem schmalen Boot, von zwei Ruderern fortbcwegt, bestand, anver- traute und bald darauf am andern Ufer des Flusses, in dem dicken Schilfbruch, der sich bis ins Wasser hincin- Lrängtc, verschwand.

Es mochten acht Monate nach diesem Tage ver­stossen sein, als derselbe junge Europäer sich von New- Orleans aus, auf seinem Wege nach Texas befand, um theils in Houston alte Bekannte auf^lsuchcn, theils auch selbst einmal das vielgepriesene und gerühmte Laud ken­nen zu lernen.

Das DampfschiffEuba" flog mit zauberhafter Schnelle den breiten, augeschwollencu Strom hinab, und eben hatten sie die festen menschlichen Wohnungen an der Mündung des Mississippi, Häuser im Schlamm auf Pfählen erbaut, wie das im Wasser schwankcude Schilf, das die scheinbaren Ufer bildete, hinter sich gelassen und fuhren hinaus in den schönen blauen mexikanischen Golf, als der junge Mann, der müßig auf dem Deck umher- schlenderte und die Gesichter der vorn am Bugspriet ver­sammelten Deckpassagiere, mehr der langen 'äßeife als eines sonstigen Zweckes wegen, musterte, eine bekannte i

Physiognomie unter ihnen zu entdecken glaubte. Es war ein verschmitztes, acht amerikanisches Gesicht, dessen graue, lebhafte Augen Alles forschend beobachteten, und auch mchremale den (einigen, gerade nicht zufällig, zu begegnen schienen. Immer mehr glaubte der Engländer überzeugt zu sein, den Mann schon einmal irgendwo ge­sehen zu haben, oder ihn gar zu kennen, und ging end­lich auf ihn zu und sprach ihn, sich entschuldigend, des­halb an.

Dieser streckte ihm aber sogleich ganz freundlich und zutraulich die Hand entgegen und versicherte ihm, bau er ihn augenblicklich wieder erkannt habe.

Aber wo ich entsinne mich wahrhaftig mckt'

Mein Name ist Nctlcy, lachte der Amerikaner^ ne war in Untersuchung in Elisabeth»«»» , nfv iur durchkamcit die alberne Geschichte mir den L chwemen, Sie erinnern sich wohl noch?

Ach Mr. Nctlen rief der Engländer jene ans, s s klar und deutlich vor

dem jetzt der ganze Vorfall nnm

Augen stand, da er den Verklagten auf MelbW Bank mit seinem Advokaten hatteneu sehn. - Gefallt s ^nen denn mck- mehr in Arkansas l wollen S:e noch weiter westlich 7

gefallen hat's mir schon in Arkansas, entgeg­nete Nettem einen fluchtigen Blick umhcrwcrfcnd, ob sie âi» waren, aber die dumme Geschichte wurde noch ein Mal anfgerührt und