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sich in diesen Gewässern blos zu dein Zweck befindet, um unseren Handel gegen eine österreichische Kriegs­macht sicher zu stellen, die als eine meiner Regierung feindliche zu bekämpfen, meine Pflicht erfordert. Ich habe die Ehre rc. Der Contreadmiral, Kommandant des Geschwaders. Albini." (A. 3)

Triest, 24. Mai. Es ist noch kein Angriff erfolgt. Der Befehlshaber der sardiiufchen Kriegsschiffe hat |0- gar eine Erklärung geschickt, daß er bloß zum Schutz des sardinischen Handels gegen die österreichi'che Kriegs­macht in diesen Gemässem erschienen sei. Trotz dessen haben in dem nahen Fischerdorfe St. Bartolo ,eind- liche Barken eine Landung versucht, und in Triest dauern die Rüstungen fort. Die deutschen und der amerikanische Consul protestiren gegen einen Angriff auf Triest, als auf eine deutsche Stadt. Von Istrien hat man keine Nachricht. Man hofft, daß es treu geblieben. Aber welche Waffenbürgschaft hat man da­für? Welche Hülflosigkeit der zum deutschen Reiche ge­hörigen'Küstengebiete auch hier! (A. Z.)

Triest, 25. Mai. Die Gefahr ist vorüber: die feindliche Flotte hat sich entfernt und ist völlig aus dem Gesichtskreise der Stadt verschwunden. Die Deputation der Consuln hatte der feindliche Ad­miral mit den beruhigendsten Versicherungen ausgenom­men. Abends ertönten Signalschüsse; man hatte be­merkt^ daß die Flotte sich in Bewegung setze; Alles rüstete sich zum Kampfe; aber die feindlichen Segel gingen in die hohe See hinaus, statt dem Hafen zuzu­steuern. (F. I.)

Italien.

Neapel, 21. Mai. Heute wird es eine Woche, daß die fürchterlichsten aller Katastrophen hereingebrochen. Die öffentliche Ruhe in der Stadt wurde zwar nicht weiter gestört, noch aber sind Bestürzung und Trauer auf allen Gesichtern zu lesen; der Belagerungs­zustand mit all seinem drohenden kriegerischen Appa­rat, mit seinen strengen despotischen Verfügungen aller Art lastet schon auf allen Klassen der Gesellschaft, der raubgesättigte Pöbel vielleicht ausgerommen und wohl werden noch Tage und Wochen vergehen, ehe dieser Kriegszustand, der freilich den Gesinnungen in gewissen Kreisen nur allzusehr zusehen mag, wieder aufgehoben wird. Der Schilderung all der unglaublichen, grän­zenlosen Gräuel 'denen des verhängnißvollen Tages widerstrebt meiner Feder; die blinde, wüthende Mord- lust der Schweizer, die blinde Naubsucht der Neapoli­taner mögen in allen Ländern Europas aus nur all­zureichlichen Zeugnissen wiederhallen! Sollte es möglich sein, sich eines auf solche Art erkämpften Sieges zu freuen? Die Zahl der umgekommenen Bürgerlichen

wird allgemein auf wohl 1800 angegeben, worunter auch Weiber und Kinder.

Die ersten 20 Gefangenen, zum Theil gänzlich un­schuldige, wurden im Graben des Castel nvovo hinter der Hauptwache ohne Weiteres nievergeschoffen. Gegen 700 Personen, worunter Köche, Thürsteher, Knaben, Leute jeder Art, schleppten die Truppen fort, wo sie eindrangen.

9t ad) fdir ist.

# Frankfurt, 31. Mai. (Zehnte öffentliche Sitz, der Nationalversammlung.) Dahlmann berichtet über den Mareck'schen Antrag Namens des Verfassungsaus- schuffes; der Antrag des Abgeordneten Mareck lautet: Deutschland erklärt hiermit durch seine Vertreter feierlich :

1) daß es zur Unterdrückung irgend einer Nationali­tät nie die Hand bieten werde;

2) daß allen jenen Staatsbürgern eines mit Deutsch­land verbundenen Staates, welche nicht zum deut­schen Volksstamme gehören, alle Rechte der deut­schen Staatsbürger zukoinmen und daß ihnen die Aufrechthaltung und Achtung ihrer Nationalität garantirt feit

3) die deutsche Sprache ist zwar Staatssprache, jedoch soll in jenen Kreisen, wo der größere Theil eine andere Sprache, als die deutsche, spricht, diese an­dere Sprache sowohl in Commuual-Angelkgenheiten, im Unterrichtswesen als auch als Gerichtssprache eingeführt werden.

Schließlich wird beantragt:

Vorstehender Antrag werde einem aus den 15 Ab­theilungen zu erwählenden Ausschüsse dahin übewiesen, daß selber obigen Antrag in Form einer Proklamation zur weiteren Diocusston vorlege.

Der Ausschuß glaubt dem Sinne des Mareck'schen Antrags mehr zu entsprechen, wenn er demselben als ProtoUcrklärung folgende Fassung gibt.

Die verfassunggebende deutsche Nationalverlammlung erklärt feierlich: daß sie im vollen Maße das Recht anerkenne, welches die nicht deutschen Volksstämme auf deutschem Bundeöboden haben, den Weg ihrer volls- thümlichen Entwickelung ungehindert zu gehen und in Hinsicht aus das Kirchenwesen, den Unterricht, die Li­teratur und die innere Verwaltung und Rechtspflege sich der Gleichberechtigung ihrer Sprache, so weit deren Gebiete reichen, zu erfreuen, wie es sich denn auch von selbst verstehe, daß jedes der Rechte, welche die im Bau begriffene Gesammtverfaffung dem deutschen Volke ge­währleisten wird, ihnen gleichmäßig zusteht.

Das fortan einige und freie Deutschland ist groß und mächtig genug, um den in seinem Schooßc er­

wachsenen andersredenden Stämmen eiftrsuchtslos in vollem Maaße gewähren zu können, was Natur und Geschichte ihnen zuspricht; und niemals soll auf seinem Boden weder der Slave, noch der dänisch redende Nordschleswiger, noch der italienisch redende Bewohner Süddeutschlands, noch wer sonst, uns angehöiig, in fremder Zunge spricht, zu klagen haben, daß ihm seine Staminesart verkümmert werde oder die deutsche Bru­derhand sich ihm entziehe, wo es gilt."

Verbindet aber damit den Antrag : diese Angelegenheit als dringend anzusrhen und nach §. 32 deren sofortige Berathung und Erledigung zu beschließen. Die Frage: ob die Versammlung den Antrag ohne weitere Discus- sion annehmen joUe, wird mit großer Mehrheit bejaht. Es wird zur Präsidentenwahl geschritten. Gagern er­hielt 490, Blum 12, Soiron 5, Scheller und Zitz jeder 2 Stimmen. Der Beifallssturm bei Verkündi­gung dlkser Wahl ist nicht zu beschreiben, besonders . als Gagern noch am Schluffe einer ergreifenden kurzen Rede erklärte, daß, wie er schon früher angedentet, seine Kräfte von heute an nur seiner jetzigen Stellung gehörten. Bei der Wahl des Ersten Vieepräsidenten erhielt v. Soiron 408, Blum 84, AndrianV, Möhring 4, Mathy 1, Blumröder 1, Raveaur 1, Rotenhan 1, Arndt 1. (Stimmende 513.)

Als zweiter Vicepräsident erhielt v. Andrian aus Wien 310, Blum 116, Möhring 66, Auersperg 2, Mittermaier 2, Wiesner 1, Scheller 1, Heckscher 3, Simon 1, Rotenhan 1. (Stimmende 505.) Präsident Gagern hielt folgende Rede: Meine Herren! Nicht das Gefühl des Stolzes, sondern der Demuth ist es, das mich erfüllt. Von einer solchen Versammlung zu ihrem Vorsteher und mit dieser Stimmeuzahl getragen zu werden, konnte ich nimmermehr erwarten. Ich danke für die Anerkennung, die Sie mir nach so kurzer PrvW^ bezeugten. Ich werde alle meine Kracke der großen Aufgabe widmen, für die wir gemeinschaftlich hier zu- sammtnsiehcn. Ich will, wie ichäschon früher erklärte, meine Kräfte von heute an und meine Stellung ledig­lich dieser Versammlung widmen. Wiederholt stürmisch anhaltender Beifall.

Erklärung.

Die verehrliche Redaktion der freien Zeitung wird ersucht zu erklären, daß ich weder der Verfasser > noch der Einsender des Artikels vom 18. April von der Weil bin.

Weilmünster, den 27. Mai 1848.

W. Schumann.

Wird hiermit der Wahrheit gemäß bescheinigt.

Die Redaction.

Bekanntmachungen.

Limburg

Nachtrag zum Aufruf der in Js 78 der ,Freien Zeitung" auf den 4. Juni d. J. eingeladenen Ausschußmitglieder der Gewerbe treibenden Städte des Herzogthums Nassau.

Unser Gewerbeverein hatte dahier sich constituirt, ehe zur Stiftung eines Centralvereins ebenhierselbst geschritten wurde. Um jedoch, bevor man an eine Festsetzung des Termins zur Einladung und Berathung mit unseren Gewerbe treibenden städtischen Mitbrüdern des ganzen Herzogthums denken durfte, gehörig motivirte Vorarbeiten liefern zu können, setzten wir erst auf den 4. Juni unsere Einladung fest.

Inzwischen beeilte sich das Centralvereins-Comite, eine Einladung auf acht Tage früher, nämlich auf gestern, ergehen zu lassen, wo nun durch Vermitte­lung mehrerer Herren Deputaten eine Vereinbarung und Verschmelzung der bei­den Vereine zu Stande kam, und beschlossen wurde, in dem von uns auf den 4. Juui festgesetzten Termine zur Hauptsache, nämlich zur Prüfung der Vorschläge und Beschwerden des Handwerkerstandes, überzugehen.

Die Einladung dieses gesammten verehrlichen Standes unseres Herzogthums und resp, deren Herren Deputirten auf Sonntag den 4. Juni, Mittags 1 Uhr, in das Wirthschaftsloeal des Herrn Wilhelm Koch dahier bleibt daher fest, und wiederholen wir solche hiermit umsomehr, als uns von vielen Seiten glück­wünschende Adressen und teilnehmende Aufmunterungen zugegangen und unsere Verhandlungen schon so weit gediehen sind, daß wir solche veröffentlichen und erforderlichen Falles mit dem 4. Juni schließen können.

. Dieses zur Beseitigung eines etwa entstandenen Irrthums wegen der dahier aus geilern veranstaltet gewesenen Bildung eines Centralvereins.

Limburg, den 29. Mai 1848.

Für die Ausschussmitglieder des Gewerbevereins zu Limburg,

Der Vorsitzer: Christian Brükmann.

Wallau, 29. Mai 1848.

(588) Unsere Forstbehörde will noch nichts von der Gemeindeverfaffung wissen. Sie fährt noch in ihren alten Schranken sort. Sie haben uns unser Holz wieder abgemessen , welches wir im künftigen Jahre bekommen sollen. Unser gnä­diger Herzog hat uns die Selbstständigkeit ge­geben und wir werden sie nicht mißbrauchen. Die Forsthörde wirb nun freilich sagen, wir wollen haushalten und haben hausgehalten. Wir wollen sehen, was für Haushalter sie waren. Unser alter Bauwald ist schon 10 Jahre überständig, also hätte er vor tu Jahren schon' abgetrieben werden können. Welchen Schaden hat nun dadurch die Gemeinde?

1) Vor 10 Jahren hätte der Holzpreis uni 8000 Gulden höher gestanden;

2) die Lohrinden hätten um 8000 st. höher verkauft werden können, indem uberstândige Rinden nur den halben Werth haben;

3) und die Zinsen von 18000 fl. Capital, aufgebürdet von derHessen-Darmstädtischen Landesschiild, machen in 10 Jahren unge­fähr 8^00 st.

Also die Forstbehörde hat übel hausgehalten. Hätte man nicht der Gemeinde dieses Holz vor 10 Jahren geben können, wir wären dann schul­denfrei und unser Walb wäre wieder schön an­gewachsen, jetzt muffen wir befürchten, daß er nicht mehr so schön ausschlägt. Unsere Ge- meindeverfaffung lassen wir uns indessen nicht rauben, welche uns unser Herzog gegeben. Die Behörden werden doch gewiß den zukünftigen Schaden uns nicht zumülheu.

Im Namen der Gemeinde Wallau der Ortsvorstand.

Literarische Anzeige.

(597) In der H. W. SHtterWn Buch­handlung ist vorräthig:

Parlaments ^ Fragen.

Erstes Heft:

Entwurf einer deutschen Reichsverfassung. Der constituirenden Versammlung in Frauk- furt gewidmet von C. H. Schellwitz. 12fr.

Zweites Heft:

Entwurf des deutschen Reichsgrundgese- tzes Bearbeitet von den dem deutschen Bun­destage beigeordneten Vertrauensmäonern.

Die Erblichkeit der deutschen Kaiserwürde.

Von E. H. Schellwitz. 12 fr.

Drittes Heft:

Kritische Beleuchtung des vom Siebzehner­ausschuß vorgelegten Reichsgrundgesetz- entwurfs. Von C. H Schellwitz. 15^'.

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(589) Aus der Fabrik der Herrn Gebrüder Knödchen zu Ransbach liegen bei Bauauf­seher Martin dahier 200 laufende Fuß stei­nerne Brunnenröhren, in Stücken 3^ Fuß Länge t^Zoll Durchmesser, gegen den Fabrikpreis zur ständigen Abgabe bereit.

(593) Sämmtliche Mitglieder der Fechtschule, sowie diejenigen Herren, welche sich bei dieser Gesellschaft zum Zwecke der Ausbildung in Hieb- und Stoßwaffen, besonders Bajonnetfechten, betheiligen wollen werden hierdurch zu einer Zusammenkunft auf Montag den 5. Jyni ' Abends 8 Uhr, in die Stadt Frankfurt eingeladen.

Wiesbaden, deu 31. Mai 1848. Der Vorstand.

(581) Ein Zimmer mit Cabinet, möblirt, ist (594) In ein auswärtige« Gasthays wird eine zu vernuethen. x. Levy, perfecte, gefegte Köchin gesucht.

der Post gegenüber. Näheres in der Expedition.

(592) Am Dienstag Abend bei dem Schießen aus dem Cxercierplatz hat sich ein kleines Wachtelhündchen, weiß und gelb gefleckt, verlaufen. Wem dasselbe zugelaufen ist, wird höflichst gebeten, ès in der Äirchgasse No. 3 gegen eine gute Belohnung abzugeben.

(596) Ein gewandte, brave Personen, mit guten Zeugnissen versehen, sucht baldigst eine Stelle bei einer englischen Herrschaft.

Näheres in der Expedition zu erfragen.

(590) Dem Verfasser des Artikels vom We- sterwalde d. d. 10. Mai d. I. in No. 76 derFreien Zeitung" (dieses Blatt wurde mir zufällig vorgelegt) welcher zwar für gut be­funden hat, feinen Namen nicht zu nennen, der aber doch einem Theile des Publikums wenig­stens nicht ganz unbekannt ist, bescheinige ich hiermit, daß ich sein mühsames Machwerk in jenem Artikel gelesen habe, daß es aber so wenig Eindruck auf mich gemacht hat, als wenn man einen Ochsen ins Horn pezt, damit er schön tanze, weil die Person des Verfassers je­nes Artikels und die Beweggründe dazu mir und einem großen Theil des Publikums bekannt sind.

Sollten wohl mehrere Personen an jenem schweren Werke gearbeitet haben, so gilt auch für die Konsorten diese meine Bescheinigung.

Weilburg, den 20. Mai 1848.

Knisel.

In Abwesenheit des Dr. Möller verantwortlicher Redacteur : Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. Druck der C. Ritter'schcu Buchdruckerei.