nover' scheu Jnfanten'sten durch mehrere Fragen über Stärke und Stellung der Truppen u. s. W. der Spionage verdächtig gezeigt hatte, wurde gestern Nachmittag hier eingebracht.' Es ergab sich, daß dieses ein Herr v. Landy war, dessen Eigenschaft als Offizier bei den dänisch-westindischen Truppen nicht eben geeignet war, den Verdacht abzuwälzen. Derselbe wurde noch gestern Abend nach Rendsburg gebracht, um vor dem Kriegsdepartement vernommen zu werden.
Der bei Flensburg verwundete Capitän von Hedemann vom Kieler Jägercorps ist in Folge seiner Verwundung gestorben.
— Die Hamburger Freischaaren sollen vorgestern statt der erwarteten Äuflösungsordre den Befehl erhalten haben, nach Kiel zu marschieren. (H. C.)
Eckernförde, 16. Mai. Das allgemeine Interesse, welches für die Bildung einer deutschen Flotte angeregt ist, hat sich in Eckernförde durch die Beschlußnahme der städtischen Collegien, der provisorischen Regierung ein Kapital von 5000 Thlr. ans der Stadtkaffe .für jene Flotte zur Verfügung zu stellen, in erfreulicher Weise bekundet. (W.-Z.)
Wien, 20. Mai. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein provisorisches Preßgesetz und zum Behufe der I Vollziehung desselben zugleich eine Verordnung über die Errichtung von Preßgerichten , bei denen das Institut der Geschworenen sofort Anwendung finden soll. Die Geschwornenlisten gehen aus der Wahl der Bürger hervor, und aus dieseu Listen werden durch das Loos die Iuries gebildet.
Wien, 20. Mai. Heute ist der Fürst Michael von Serbien, von St. Petersburg kommend, hier eingetroffen, und übermorgen verläßt Fürst Mi losch Wien, um sich nach Prag zu begeben. Vielleicht läßt er sich dort zum slavischen Kaiser ausrufen!
Wien, 21. Mai. Die Flucht des Kaisers beherrscht noch immer die Gemüther. Ueber die Ursachen dieser unerhörten Maßregel ist jetzt nur nur noch eine Stimme: die Hof-Partei des Adels hat dazu verlei- t e t, um für die Rückkehr des Kaisers Concessionen von den Wienern zu erzwingen. So z. B. schreibt man der „Deutschen Allg. Ztg.":.„Es ist nicht zu zweifeln, daß die Entführung des Kaisers ein Werk der am 15. Mai gestürzten aristokratischen Partei war, welche durch diesen Streich ihrem Reaktionsgelüste einen günstigen Spielraum zu gewinnen hoffte. Der Kaiser war und ist in seiner Residenz vollkommen frei und sicher. Nur die Camarilla und die durch ihre Niederlage bis zur Verzweiflung gereizte Aristokratie sind dem freien Oester- reicher verhaßt." Und von anderer Seite: „Die Abreise des Kaisers ist nicht der Furcht zuzuschreiben, sondern einem wohlüberdachten Plane der Aristokraten-, Beamten- und Geld-Clique, im Bewußtsein, daß man es durchsetzen werde, ihn zurückzurufen. Bedingung der Rückkehr in jedem Falle wird Schließung der Aula, Abreise der auswärtigen Studenten während der Ferien, Annahme des Zweikammer-Systems mit Senat, provisorisch das ausgegebene Preßgesetz und der bekannt gemachte Wahlmodus werden." ’ (K. Z.)
Luxemburg. Nach einem Berichte in der „Rotter- dam'scheu Courant" waren bei der Negierung Nachrichten eingelaufen von einem Conflicte zwischen den Bun
des-Truppen und den holländischen Officieren, welchen letzteren jene nicht mehr gehorchen wollten. Die Insubordination soll sich vorzüglich unter den in Luxemburg gebornen Officieren und Unteroffilieren gezeigt haben. Die Rädelsführer wurden verhaftet und vor einen Kriegsrath gestellt. In Echternach, Diekirch und Ettelbrück aber nahm das Volk Partei für dieselben, so daß es zu Kollisionen kam, welche jedoch bald unterdrückt wurden.
Posen.
Posen, 21. Mai. Wenn auch die Bestimmung des Generals don Pfuel, daß die Bedingungen der Capi- tillativn von Bardo bis zum 19. d. Gültigkeit haben sollten, Manche bewogen haben möchte, die Waffen niederzulegen, so scheinen dennoch die militärischen Ere- cutionen auf den Dörfern und in den Landstädten einem solchen Entschlusse entgegengewirkt zu haben. _ Das Land steht unter wirklicher Miliär-Dictatur, und überall redet die militärische Sprache, und die ist: Prügel; man fürchtet sich daher, nach Hause zu gehen, und bleibt lieber in den Wäldern. Als Haupt-Anführer der einzelnen Haufen wird der Bauer Palaez bezeichnet, zu dessen Aufsuchung gestern und vorgestern starke Miliär- Abtheilungen nach verschiedenen Gegenden ausgerückt sind. Ganz besonders aufgeregt hat das Volk übrigens von Neuem das bekannte Brandmarken der Gefangenen mit einer Höllenstein-Auflösung am rechten Ohre und an der linken Hand, die aber jetzt wirklich _auf Befehl des Ministeriums eingestellt worden ist. — Seit mehreren Tagen treffen fast ohne Unterbrechung Ge- fangenen-Transporte unter militärischer Bedeckung hier ein, größtentheils ans Geistlichen und Gutsbesitzern bestehend. Daß irgendwo ein Treffen Statt gefunden, hört man nicht, die insurgirten Bauern weichen viel- mehr überall aus und kommen, wenn sich Militär zeigt, nicht aus den Wäldern heraus; doch glauben wir diesen augenblicklichen Zustand nur als einen Waffenstillstand betrachten zu müssen. Die Polen haben jedenfalls die Hoffnung nach außen gerichtet, ob aber auf Hülfe von Frankreich, auf eine günstige Entscheidung zu Frankfnrt, auf'einen allgemeinen Aufstand der Slawen, oder auf eine allgemeine Anarchie in Deutschland und ein Bündniß mit Rußland — das liegt im Dunkel; doch die Hoffnungen haben sich hier sehr gesteigert. Die Nachrichten aus Paris über die Demonstration am 15. regte die Polen im ersten Augenblicke so wenig auf, als die Nachricht vom Mißglücken derselben sie später niederschlug; sie zeigen eine Zuversicht und dabei zugleich eine Resignation, daß wir heute keinen Augenblick mehr zweifeln, daß jetzt die Zeit ihrer Freiheit oder ihres Unterganges naht; sie erkennen, daß unsere Militärherrschaft ihre Vernichtung beschlossen hat, und sind entschlossen, diesen Kampf anzunehmen. Ucbrigens beginnt nicht nur in unserm „constitutionel- kn Club", in dem sich die reaktionäre Partei der alten Bureaukratie immer in den Vordergrund drängt, und in der Volks-Versammlung Uneinigkeit auszubrechen, sondern es bildet sich außerhalb beider unter den ge- werbtreibenden Bürgern überhaupt eine den Juden und Beamten, deren Egoismus man den unglücklichen Stand der Dinge hier zuschreibt, feindlich gegenübertretende Par
tei, die leicht dem ganzen Verlaufe der Ereignisse eine andere und hoffentlich bessere Richtung geben könnte. -
Kraszewski hat die Stelle des Ober-Präsidenten abgelehnt; wir heben aus seinem Schreiben besonders hervor, „daß er sich für die Ruhe der Provinz verbürge, wenn man das Militär zurückziehe und Bürgergarden aus beiden Nationalitäten bilde." Diesen Vorschlägen hat man nicht Gehör gegeben, sondern es vorgezogcn, die Ruhe mit Shrapnells Herzufte lleu. Dies wirft ein neues Licht in die Verhältnisse. Ucbrigens verbürgt sich heute noch Kraszewski unter derselben Bedingung für die Ruhe der Provinz; wird man darauf eingehend
Ungarn.
Pesth, 19. Mai. Es verbreitet sich eben das alar- mirende Gerücht, daß der Bau von Kroatien, Feld- marschall Jelachich, siegend in Neusatz eingezogen und die ihm gcgenübergcstandencn Truppen entwaffnet habe. Neusatz wird von der starken Festung Peterwardein ganz beherrscht, und scheint daher das Gerücht, welches zwar eine Estaffette einem hiesigen Handlungshause überbrachte, grundlos zu sein. So viel ist aber gewiß, daß der Ban trotz der Aufforderung des Königs dein ungarischen Ministerium sich nicht unterordnen will und bald auch die Offensive ergreifen wird. Die Unfähigkeit unserer Minister, in den gegenwärtigen sturmbewegten Zeiten das Ruder zu lenken, tritt mit jedem Tage klarer hervor.
Nachschrift. Ein eben' angelangtes Privatschreiben aus Groß-Canisa meldet, daß'25,000 Aufständische im Anzuge gegen diese Stadt seyen.^^^^ J ' (S. 3-^
Belgien.
Brüssel, 24. Mai. Der Prinz, von Preußen ist heute in Brüssel angekemmen. Der General Cruykem- burg, aide de camp des Königs, war ihm bis Ostende entgegengereist. — Ein spanischer Cabinets-Courier ist gestern durch Brüssel nach London gereift, mit dem Befehle an den spanischen Gesandten, seine Pässe zu verlangen, um auf der Stelle London zu verlassen.
(K. 3 )
Frankreich.
Paris, 23. Mai, Aus Anlaß deS CintrachtsfesteS hat die Regierungs-Commission eine Proklamation voll pathetischer Worte an die Nationalgarde, die Arbeiter und die Armee erlassen. Es heißt darin: „Es war nothwendig, der Welt zu zeigen, daß, wo jeder Bürger ein Soldat ist, alle Soloaten Brüder sind, und daß die Nationalgarde, die Arbeiter und die Armee nur Arme eines Körpers sind, dessen Seele und Leben die Demokratie ist." —Das am 21. beabsichtigte-CvnrpM^' wurdi durch Arbeiter der National-Werkstätten verrathen, die man durch Geld zu bestechen versuchte.
(K. Z.)
— Aus Toulon wird gemeldet, daß unter den Arsenal-Arbeitern große Gährung herrschte. Sie verlangen unter Anderem, als Natioualgardisteu organisirt und bewaffnet zu werden. Heute hieß es, daß sie Herren des Arsenals seien.
Bekanntmachungen.
Militärtrommeln bester Sorte.
(557) Die Kessel von Messing, im Feuer mit Schlagloch gelöthet, nebst allem Zubehör, nämlich: mit handbreitem, starkem Bandelier und Tragriemen von schwarzem Zeugleder, messingenem Brustschild und schwarzpolirten Stücken, werden durch die Unterzeichneten angefertigt und für den festen und billigen Preis von fl. 22. abgegeben.
Wiesbaden, den 26. Mai 1848. C Wörner, i
W. F. Jung, Kupferschmiede.
I. L. Meckel, |
Niederwald.
(546) Am nächsten Pfingstmontag und den darauf folgenden Sonntag ist dahier Tanzmusik anzutreffen. Der Unter-
Ë zeichnete verspricht gute Bcwirthung.
Arens
StrS* Ergebene Nachricht. ■^S
0^5) Da die ihre wohlthuende Wirksamkeit so schnell bewährenden Goldberger'schen Galvano- electrischen Vtheumatrèmus-Ketten in der kurzen Zeit, daß ich sie aufs Lager genommen, ver- grissen wurden, >o habe ich eine neue Sendung verschrieben, welche ich wiederum dem Publikum bestens empfehle mit dem Bemerken, wie in neuester Zeit dem Erfinder wieder so rühmende und schmeichelhafte Atteste wurden, daß ich nicht umhin kann, eines derselben hier folgen zu lassen:
Dem Herrn Vart Isey&naecJter, Kommissionär zu Wiesbaden, Besitzer des Depots der Goldberg ichen Galvano -elektrischen Rheumatismus-Ketten für das Herzogthum Nast au, bezeuge ich hiermit, daß eines meiner Kinder, welches den Winter über sehr an Gesichtsschmerzen gelitten hat, während sechs Wochen, als dasselbe eine solch- Kette trägt, gänzlich von diesen Schmerzen befreit geblieben ist.
Der Apparat ist recht sinnreich und die Zusammensetzung so leicht gearbeitet, daß das beständige Tragen desselben durchaus nicht belästigt.
Michelbacherhütte, am 15. Mai 1848. Lossen.
^ Wehrmänner-Caffee
ist jeden Sonntag, Morgens von 4 Uhr an, zu haben bei Bieiitrich Engel am Kranz.
Bekanntmachung.
(556) Nächsten Dienstag dem 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden auf die Dauer der diesjährigen Cur-Saison die in der Arkade der Domanial-Badeanstalt dahier sich befindlichen 10 Kaufläden, sowie mehrere Stände in der Stahlbrunnen-Colonnade, meistbietend öffentlich verpachtet, welches mit der Bemerkung bekannt gemacht wird, daß Nachgebote nicht angenommen werden.
Langenschwalbach, 25 Mai 1848.
Herzog!. Nass Bade-Commiffariat. Cäsar.
(553) Von dem Hof Adamsthal wird beste Kuhmilch per Maas zu 6 kr. ins Hans ge- lt/fert. Bestellungen beliebe man bei Herrn »Kaufmann Marburg zu machen:
H. Hildebrand.
(538) Feinstes Jagdpulver per Pfd. â 48 kr.
„ Musketenpulver a 40 kr.
„ Frendenpulver a 36 fr' " ____________bei Fried. Emmermann.
(507) In deni früher Küpp'schen Haus an der Dambach ist der erste und zweite Stock mit Garten und allen erforderlichen Räumen sogleich zu vermieden. Auskunft darüber ertheilt W. Rücker, Taunusstraße No. 29.
(558) Der Herr, welcher ungefähr vor 3 bis 4 Wochen die beiden Bände Weidig und Jordan bei mir geliehen und dessen Name mir entfallen ist, wird um deren baldige Rückgabe erinnert.
Fried. Hermann, Bäckermeister.
(463) In dec Friedrichstraße an der Südseite sind 3 und, wenn es verlangt wird, auch 4 Piecen nebst Küche und allen sonstigen Erfordernissen an eine stille Familie zu vermiethe».
Ausgeber dieses sagt wo?
K? Zur Kunst
das Schnell- und Schönschreiben in nur zwanzig Stunden zu erlernen,
lade die verehrlichen Kurgäste und Bewohner Wiesbadens ich zur Eröffnung eines Cursus zu meiner in vielen Städten mit großem Erfolg bereits ertheilten , originellen, neu erfundenen Schreibmethode ergebens! ein.
Ich enthalte mich aller persönlichen Empfehlungen und lege gerichtlich be- zeugte öffentliche Danksagungen und belobende Anerkennungen zur gefälligen Einsicht im Badhans zur ttzoldnen Krone auf.
Zeit und Ort des Unterrichts,' sowie der Beginn des Cursus werde ich Sonntag den 28. d. Mts., von 10 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags, nebst weiteren Erläuterungen persönlich Erklärung geben.
Wiesbaden, den 23. Mai 1848. G. Nehselbt,
(554) Calligraph und Lehrer der Schreibkunst.
In Abwesenheit des Dr. Möller verantwortlicher Redacteur : Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.