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Zweifel, eS ist die Forderung der ganzen Natron, die Einheit will sie, die Einheit wird sie haben, sie be­festigen; sie allein wird schützen vor allen Schwieng- lciten, die von Außen kommen mögen, die im Innern drohen. Und so, Vertreter des Volkes, bitte ich Sie: für die kurze Zeit, wo ich diese Versammlung zu leiten habe, um Ihre Unterstützung und um Ihre Nachsicht, deren ich in so hohem Grade bedarf. Wäre es auf längere Zeit, daß ich diese Stelle einzunehmen hätte, fo würde ich verpflichtet sein, eine Wahl zu treffen und die getroffene Ihnen anzukündigen; denn ich fühle wohl, daß weder mit meinen Kräften, noch mit den Ansprü­chen, die das Volk an die ganz unabhängige Stellung des Führers auf dieser Stelle zu machen hat, die Bei­behaltung des Amtes, welches ich in meinem Staate bekleide, mit dieser Stelle verträglich wäre. (Die Ver­sammlung ruft mit erhobener Stimme ein dreimaliges Bravo.) i Meine Herren! Ich gehe znr Verwaltung meines Amtes über."

Ueberlingen, 16. Mai. Heute wurde von dem ersten Wahlbezirke der Abgeordnete zur deutschen Na- tionalversammlung in Frankfurt erwählt. Von 134 Wahlmännern sind 128 erschienen. Die Wahl fiel mit 77 Stimmen auf den Director der Seekreis-Negierung, Peter. Die übrigen 51 Stimmen erhielt Professor Mittermaier von Heidelberg. (Seebl.)

Lörrach, 12. Mai. Hecker und Struve sind noch immer in Muttenz unb erneuern ihre Werbungen durch Emissäre nach allen Seiten, so daß kaum zu bezweifeln ist, daß der Einfall wiederholt wird, wenn man die Truppen zurückzitht, worauf die Republikaner allein warten. Wie man hört, sind in Hüningen bereits Mckitärkommissäre zur Absteckung eines Standlagers tingeirvffen. Also dürfen wir bald französische Vor­posten dem Rhein entlang sehen. (A. Z.)

Berlin, 17. Mai. Die Minister sind geblieben und haben das Feld behauptet. Die Agitatoren der Volkspart ei sind zurückgewichen und ihr Ansehen ist bedeutend erschüttert worden. Den Herren Jung, Held und Eichler werden seitens der Radikalen die bittersten Vorwürfe gemacht, daß sie die Partei im Stich gelassen haben, , gegen welche Jung sich hinter seine Deputirtenwürde verschanzt. Dennoch ist der Aus­gang der Sache kein Sieg für das Ministerium ge­wesen. Die Gegner des politischen Clubs suchen alle Schuld der Aufregung, welche die beiden Demonstrationen und die vier großen, diese vorbereitenden Volksver­sammlungen hervorgerufen haben, diesem Club aufzn- bürden; derselbe hat jedoch als solcher nichts damit zu thun gehabt und kann dafür, daß sich seine Präsidenten Jung und Eichler an die Spitze der Demonstration stellten, nicht verantwortlich sein. Die Volksversamm- lungeu wurden von einem aus denselben hervorge­gangenen Komite von dreißig dirigirt. Der blinde Eifer einer im Dunkeln wirkenden Partei hat gestern zum driitenmal eine bezahlte Bande dem Club auf den Hals geschickt, um dessen Verhandlungen zu stören. Die Clubmitglreder suchten dieselbe mit Gründen der Ver­nunft und durch Worte zu bekämpfen; jedoch kam es zu einem Einschreiten der Bürgerwehr. Auch in die Versammlung der protcsiircndcn Landwchrmânner wur­den zu der!eiben Zeit bezahlte Ruhestörer gesandt, die jedoch hier durch kräftige Arme hinausgeworfcn wurden. Unter den Arbeitern sind es besonders die mit Erd­arbeiten seitens der Kommune beschäftigten (soge. 'nannten Rehberger) und die Eisenarbeiter in den Ma- schinenbauanstaltcn, welche durch festes Zusammenhalten und kompakte Masse Vorsorge und Vorsicht den Be­hörden gebieten. Erstere sucht man jetzt zu theilen, in­dem 400 derselben zu Chausseebauten deplaeirt werden. Für die letzteren wird durch die Regierung gesorgt, in­dem die Fabrik von Borsig den Auftrag erhalten hat, sechS-Dampfmaschinen zu ebensoviel Kriegs­schiffen zu bauen. Die Schiffe selbst sollen zu gleicher Zeit in Stettin, Danzig und Bremen tu Angriff genommen werden. Falls die Schiffe nicht mehr für den Krieg gebraucht werden sollten, haben dieselben den Zweck, als transatlantische zwischen Bre­men und New-Aork oder anderen Häfen der Union verwendet zu werden. Nachschrift. Jung hat heute in einer geschlossenen Sitzung des politischen Klubs daS Präsidium desselben niedergelegt. Held tritt heute gleichsälls vom Schauplatz der Bolksagia- tation ab, was er durch ein langes, schwülstiges Pla­kat motivirt. Er deckt seinen Rückzug durch die Wen­dung, daß, er sich in dem Berliner Volke getäuscht sehe, indem er eS politisch unreif finde, und daß er den Verleumdungen weiche, mit denen er verfolgt werde. Da Held anfängt, unmöglich zu werden, nennt er das Volk politisch unreif! (F. I.) .

Magdeburg. Man liest in der hiesigen Zeitung folgenden patriotischen Vorschlag: Ich schlage bem preu­ßischen Volke mit Rücksicht auf daö neueste Benehmen der Residenzstadt, Berlin folgenden Beschluß vor:Die Stadt Berlin wird den Prinzen von Preußen bei sei­ner Rückkehr aus dem Auslande mit allgemeinem Ju­bel, Illumination u. s. W. empfangen; wo nicht, so hört die Stadt Berlin durch den VolkSwillcn auf, Re- sidenz zu sein, und Brandenburg wird Residenz der Kö­nige von Preußen." Magdeburg, 15. Mai 1848. v. Holleufer, früher Reglerungsrath. (Welche Gegen­sätze! Auch aus der Mark und dem Bergischen enthält dieElberfelder Zeitung" eine Menge Adressen, welche in heftigen Ausdrücken gegen die Beschlüsse der Volks­versammlungen in Berling Köln, Coblenz und Düssel­dorf protestiren.) (K. Z.)

Aus der Provinz Schlesien. (DieAufhebungder Prügelstrafe.) In dem 21.Stück der Gesetzsamm­lung Nro. 2067 unter dem 6. Mai d. I. ist ein Al­lerhöchster Erlaß bekannt gemacht, betreffend die Ab­schaffung der Strafen körperlicher Züchtigung. Wenn die Menschheit für irgend einen Allerhöchsten Erlaß dankbar sein will, so mag sie es für diesen. Referent war durch beinahe 4 Jahre Seelsorger einer schlesischen Strafanstalt (Zuchthaus) und machte Erfahrung, wie folgt:Dem Director, einem angeblich gewesenen Hu- saren-Lieutenant, der weder Wissenschaft, noch psycholo­gische Menschenkenntniß besaß, galt als oberster Grund­satz : Ich bin König in diesen Mauern. Diesem Grund­sätze gemäß wurde denn demnach nicht das Recht, son­dern der Kantschuh in kannibalischer Art gehandhabt. Die Begeisterung für das Prügel-System ging so weit, daß der beregte Zuchthaus-Director selbst beim Billard- Spiel mit Bekannten und Freunden, wenn von letzteren ein guter Ball gemacht wurde, empört in die Haare griff" und halb wahnsinnig schrie:Herr Gott,'fünfund­zwanzig" d. h. nicht Reichsthaler, sondern mit obigem Instrumente «»gedeutete Liebeszeichen. Referent war Augenzeuge von vielen anderen Akten der Barbarei und will nur noch folgenden berühren: Ein junger Mann aus dem Militär, der es bis zur Zuchthausstrafe ge­bracht hatte, wurde angcschuldiget, als habe er aus fei­nem Jsolir-Gefängnisse mit der unten stehenden Wache gesprochen. Ohne genügenden Beweist läßt ihm der Director 36 Hiebe aufzählen, und da der Bestrafte und zwar in solcher Weise gemißhandelte seinen Director bei den Ohren packt, empfängt er am nächsten Tage eine Gratifikation von noch 50 Hieben durch den Kantschuh. Das Commando ist ausgestellt, der Major hat in Ge­genwart sämmtlicher Züchtlinge laden lassen, der halb todt geprügelte Mensch appelirt an die Gerechtigkeit, aber es wird getrommelt und der unglücklich Gcquälre, dem nur die Appellation an Gott übrig 14te6, in seine Zelle zurückgebracht. Glück für die Menschheit, wenn dergleichen Barbareien, von denen ein guter König nichts wissen konnte, für die Zukunft gehoben sind. Weitere Mittheilungen von noch gröberer Behandlung können auf besonderes Verlangen erfolgen, für jetzt Dank dein allvcrehrtcn Landcsvatcr für seine Liebe auch gegen Die- i jenigen, die, wenn gleich verunglückt, dennoch nicht auf- { hören, Menschen und Kinder Gottes zu sein. (A.W ) j

Myslowitz, 15. Mai. Sichere Nachrichten aus i Krakau vermeiden, daß daselbst binnen Kurzem von dem österreichischen Gouvernement werde rekrutirt werden, und erzählen von einer Verfügung des Letzteren, nach welchem eS den sich noch im Krakauschen aufhaltenden Emigranten, die bekanntlich sämmtlich entfernt werden sollten, nunmehr verstattet wird, daselbst zu verbleiben. Den Grund für die Bestimmung gibt jene Verfügung , natürlich nicht an, doch ist er unfraglich in der Wei­gerung Preußens zu suchen, auch noch die Reste der Emigration bei sich aufzunehmen. Zu berichten ist noch, daß tu. diesen Tagen einige Polen über das preu­ßische Gebiet sich nach Böhmen begeben haben, um dort der panslavistischen Propaganda ihre Kräfte zu weihen. Drucksachen zur Verbreitung unter das Volk, unter denen sich Lieder befanden, welche die edle Libussâ, so wie merkwürdigerweise Huß und Prokop zum Gegen­stände hatten, führten sie reichlich mit sich. (Schl. Z.)

Schleswig, 13. Mal. Bei der letzten Affaire am 10. vor Alsen soll von Seiten der Bundestruppen eine Anzahl von dänischen Gefangenen gemacht worden sein. Auch erzählt man, daß bei dem ersten Eintreffen unserer Vor­posten in Horseus über Tausend Cavalleriepferde ge­nommen seien, welche die dänischen Dragoner auf ihrer Flucht nach Fünen nicht haben mitnehmen können. Zu den jedenfalls noch unverbürgten Gerüchten gehört das in Jütland ziemlich allgemein verbreitete, der König ; von Dänemark habe sich in RocSkilde krönen lassen, und den Kronprinzen von Schweden adoptirt.

Lübeck, 15. Mai. Unter den heute Morgen mit derAlexandra" von St.Petersburg «»gekommenen Pas­sagieren befindet sich der Fürst Michael Obrenowitsch. , Nach einer mündlichen Mittheilung des Fürsten, hatte ! der dänische Abgesandte v. Levetzow von dem Kaiser Nicolaus, bezüglich des JntcrvcntionsgcsucheS, eine abschlägige Antwort erhalten. Der Kaiser soll sich mit großer Bestimmtheit dahin ausgesprochen haben, daß sich Rußland, so lange eS irgend möglich, neutral ver­halten werde. Das heute früh «»gekommene Dampf­schiffMalmö" hat 66 Passagiere, zur größeren Hälfte Handwerksgesellen, überbracht. Nachdem schon am Sonnabend die für die Küstenbatterie bestimmten vier großen Geschützrohren vom Walle fort nach Trave­münde gebracht worden sind, wird morgen auch die zur Bedienung der Geschütze cingrübte Mannschaft des Contingents dahin abgehem In MöIlin sind am Freitag Nachmittag Excesse vorgekommen. Ein Führer der Opposition gegen das von der Regierung in Ratze- bürg beliebte neutrale Verhalten Lauenburgs in dem Streite zwischen Deutschland und Dänemark, Kaufmann Hack, ward von einer aus Wiedereinberufenen deö lauenburgischen Jägeicorps bestehenden Rotte in seinem Hause überfallen und, nachdem dies letztere spolirt wor­den, selbst ans die Straße geschleift 'uod auf die ab­scheulichste Weise mißhandelt. Drei der Hauptthäter sind verhaftet, die übrigen durch die Flucht entrommcu.

Das Aftonblad meldet aus Carlskrona vom 2. b , daß dort Befehl eingegangen sei, die CorvetteJarams" nebst der Brigg Nordenftiold und dem Dampfschiff Thor" schleunigst auszurüsten, damit dieselben am 20. d. mit der FregatteEugenie" segelfertig sein

können. Auch der SchoonerActiv" soll schnell aus-- gerüstet werden.

Die schwedische Landmacht beträgt 140,143 Mann, mit Einschluß ber Landwehr, die norwegische 24,012 Mann; die schwedische Seemacht beträgt 28,031, die norwegische 29,325 Mann. Die schwedische Flotte führt 1841 Kanonen und 456 Karonaden. Das schwedische Landheer hat nur 128 Kanonen.

Vorgestern ist der dänische General Orholm hier kingetroffen und an demselben Tage, nebst den Mit­gliedern des geheimen Ausschusses, zur K. Tafel gezogen worden.

Am 11. b. findet hier ein großes skandinavisches Fest statt, zu welchem bereits eine ansehnliche Anzahl Studenten aus Upsala hier eingetroffen ist. Sämmt­liche hier anwesende Dänen und Norweger, wie auch General Orholm, sind dazu eingeladen.

Norwegische Nennthicr- und Bärenjäger will ein Komite in Christiania kostenfrei nach Dänemark schaffen, damit sie Deutsche schießen.

Wien, 15. Mai, Abends 10 Uhr. In diesem Augenblicke gleicht die ganze Stadt einem Feldlager. Die Nationalgarde, das Bürgermilitär, das akademische Corps halten die Hauptplätze der Stadt besetzt, letztere stehen vor der Hofburg auf dem Josephs- und Michaels-, ober wie die neue Aufschrift besagt: Constitutionsplatz; eine Deputation ist beim Ministerrath und so eben wird die Nachricht verbreitet, derselbe habe die Zu­rücknahme des gestrigen Tagsbefchls wegen Aufhebung des Ccntralcomite's der Nationalgarde, und die Annul- lirung des provisorischen Wahlgesetzes angeordnet. Künf­tig sollen alle Wachposten der inneren Stadt bloß von ber Nationalgarde besetzt werden. Morgen Abends das Nähere. Später. Eben kommt uns noch folgende Mittheilung zu:

Die Punkte der von der akademischen Legion über­reichten Sturm-Petition an die Minister, so wie ich selbe aus dem Munde des Dr. Goldmark, der sie auf dem Universitätsplatz von einem Brunnen laut ver­kündigte, und wie sie immer von andern bestätigt wur­den, sind:

1. Zurücknahme des Tagesbefehls vom 14. Mai wegen Aufhebung des politischen Central - Comite's der Nationalgarde.

II. Aufhebung des Wahlgesetzes, und Erlassung eines neuen mit Einer Kammer oder bessere 'Zusammen­setzung der ersten; daher möge sich Sc. Majestät der Ernennung von Senatsmitgliedern enthalten, so­wie auch die kaiserlichen Familienglieder ausge­schlossen sein sollen.

III. Entfernung des Militärs aus ber Stadt und Zu­ziehung desselben nur auf Verlangen der National­garde und eine festere Verbindung zwischen der Nationalgarde und den Bürgern, daher gemein­schaftliche Besetzung der Stadtthore und Wacht­posten.

VI. Rechtfertigung wegen der Allarmirung der Na- tionalgarde in der Nacht vom 14. bis 15. b. M.

Alles soll bewilligt worden sein.

Man ist entschlosscu, nicht eher auseinanderzugchen, als bis Alles bewilligt ist. 40,000 Mann sollen mit den Bürgern auf dem Platze sein.

Sofern

Posen, 14. Mai. Ueber das (schon erwähnte) bedeutende Treffen, welches General Hirschfeld den Polen geliefert, berichtet die Posener Zeitung:Gestern haben die Polen abermals eine blutige Niederlage er­litten. Ein großer Theil ber bewaffneten Hauptmacht, die, wie früher berichtet worden, scheinbar verschwunden war, tauchte plötzlich in der Gegend von Erin im brem*. berger Regierungsbezirk wieder auf. Als die Polen dort au.s einem Walde hcrvorkamcn, ließ General Hirschfeld sie durch eine kleine Abtheilung in der rechten Flanke angreifkn, während er seine Hauptmacht verdeckt hielt. Die Insurgenten ließen sich täuschen und ver­ließen immer zahlreicher den Wald, der sie deckte. Da wurden sie auch von der linken Flanke durch eine Ab­theilung angegriffen; sie wendeten sich ganz gegen diese und wurden so völlig aus dem Walde auf die Ebene herausgelockt. Nun ließ General Hirschfeld seinen gan­zen Artillerie-Park auffahren und anhaltend feuern. Durch Shrapnels wurde der Tod in die Jnsurgenten- haufen getragen, der Verlust an Todten und Verwun­deten war sehr groß. Was lebend davon kam, wurde gefangen. Die drei rogaliner Geschütze sind nicht durch die Landwehr, sondern durch die Husaren noch nachträglich genommen worden. Premier-Lieutenant v. Nostiz vom 7. Husarenregiment überfiel mit einem ein­zigen Zuge Husaren in wahrhaft Zietheu'scher Venoe- genheit einen starken Trupp bewaffneter Insurgenten, der diese Geschütze burd) einen Waid geleitete, Heb ge­waltig ein, zersprengte die überraschten ^elen und «i- oberte die Kanonen."

Warschau, 13 Mai. (Neues V erbot. Ha- diesige Verwaltungsrath, der unter dein 9%nI d?ö- die Ausfuhr von Korn, Mehl und Hafer, sowie jegliche Gattung von Pfe^en ins Ausland verbot, hat neuerdings allen Zoll- und Erpe- ditionö-Aemtern auf preußüchcr und österrcichücher Seite den Bliebt gegeben, auch kein Rindvieh in diese Länder pafferen zu lassen. Um den Bewohnern in den Gegenden des schwarzen Meeres den Absatz ihrer Feldprodukte zu erleichtern und die Industrie zu heben,