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âeiheit und Recht!"

Wiesbaden. Montag, 22. Mai

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DirFreie Zeituna" erscheint täglich in einem Bogen. Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter; auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnements - Preis vom 1. März bis 1. Juli d I. beträgt hier in Wiesbaden 2 st.; auswärts durch die Pest bc en inn erhall des ganzen HerzogtbumS Nassau, des GroßherzogthumS Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft Hessen-Humburg, sowie der Kurhesfischen Provinz Hanau 2 < ; inner­halb aller übrigen Thurn und TariS'sch-n Postbezirken 3 9 ,

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M Ueber den Einfluß der politischen Er­eignisse auf das nassauische Forstwesen.

Seit den Tagen des März ist den nassauischen Forst­leuten eine gewisse Garantie für die Verbesserung ihrer Zustande und zwar insofern geworden, als Aussichten vorhanden sind, daß der bis zur Empörung alles Ge­fühls schleppende Gang zweckwidriger und ihrer cigent-- lichen Bestimmung nicht entsprechender Formalitäten für immer abgeschafft und eine andere, mehr günstige Ge­staltung der jetzigen Verhältnisse eintreten werde.

Das nassauische Forstwesen war bisher in eine trau­rige Finsterniß, in die schreckliche Nacht des Wahns, die nur dann und wann durch einige schwache Blitze er­leuchtet wurde, eingehüllt.

Dieser bisherige und bis jetzt fortgedauerte Zustand desselben dürfte mit gutem Gewissen, mit Fug und Recht als ein schmachvoller zu bezeichnen sein, denn die systematische Durchführung veralteter Prinzipien, das schauderhafte Jagdunwesen, das wie ein verfolgender Dämon dem Forstwirth jeden geistigen Aufschwung, jedes Emporheben versagte; ferner der allein gel­tende und von oben herab mit Energie sich geltend machende adlige Privatwille, die daraus entsprin­gende feige Verketzerung und servile Anbringcrei und das Leibjäger-Regiment zerstörten die edlen Gefühle, vernichteten die besseren, als Jagd-Gesinnungen, und traten sie erbarmungslos nieder.

Die Souveränität des Forstwesens ruhte bisher nicht im gesetzgebenden Willen der Wissenschaft, sondern die ganze Machtvollkommenheit central sirte sich in einem Individuum, das, begabt mit dem seligen Glauben an die Unvergänglichkeit der irdischen Dinge, als sogenanntestechnisches Mitglied" der Regierung beigegeben, mit graziösem Anstand, mit erhabenem Gleich- muth, mit ächt büreaukratischem Ermessen die ganze au­gestellte Welt der mit H. N. J. siebenfach gestempelten Forstbediensteten regierte, leitete und lenkte, bis sie ka­men diese unvergeßlichen Märztagc und einen bessern Geist ins Volk brachten.

Auch der daniedergehaltene Gedanke der Leute des grünen Fachs keimte auf, wie die sprossende Knospe der jungen Birke in den Tagen des beginnenden Früh­lings.

Seit dieser Zeit datirt sich das Kundgcbcn einer Meinung.

War die frühere Unterhaltung der Collcgcn auf be­reits hundert Mal erzählte Jagdanecdoten oder allen­falls auf eine trübselige Konversation über die mccha- uischen Formen des Quartalerträcts beschränkt oder ge­richtet, so gewahrte man jetzt mit Erstaunen ein gewisses Rütteln und Schütteln an dem eigenen Zustand, den I

man zu erkennen anfing und auf seine Ursachen zu­rückzuführen suchte.

Mehr als zureichende Bestätigung fand das Urtheil, das sich jeder Vorurtheilpfreie bilden konnte, wenn er die Ursachen der Niederlage des ganzen Fachs der oberen Leitung mit Recht zuzuschreiben sich genöthigt sah.

Wie allenthalben, so sieht man auch hier den Reichthum und den wcrthioscn Adel der Geburt vor­gezogen, sieht man von diesen Adelskreaturen die Freiheit vernichtet, sieht man, wie sie, von dem Geiste des Despotismus geleitet, die Theilnahme an der Ge­waltausübung als perjönliches erbliches Eigenthum in Anspruch nehmen und sich aneignen, und dadurch den Staatszweck gänzlich verrücken und vergessen machen.

Wollte man dieser (wie bezeichneten) oberen Leitung nicht sämmtliche Schuld (als in deren Absicht gelegen) aufbürden, so war es doch auffallend, daß selbst die Allerdemüthigsten nicht unausgesprochen lassen konnten, daß mehr hätte gethan werden können, wenn der Wille oder die Kraft, die Entschlußfähigkeit oder gar der Verstand dazu vorhanden gewesen wäre. Setzen wir Letzteres mit dem besten Willen voraus, so läßt sich dcunvch von der subjektiven Besetzung dieser ober­sten Stelle als lediglich ein Monopol des Adels nicht gänzlich absehen; es ist dieses ein ärgerlicher Miß­griff, der schon an und für sich auf die Länge hin nicht zu ertragen wäre, der aber zu einem offenbaren Hohn, zu einer wahren Schandung des ganzen Forst- wcjens sich steigert, wenn man bedenkt, daß dieses für den Adel reservirte Aemtchen mit einem andern Aemt- chen hört! hört! mit dem Oberjägcrmcistcrämi- chkn, zwei der extremsten Gegensätze, die je zusammcn- gcsteUt werden konnten, versch m oIzcn ist.

Wer einer so componirteu Doppelstellt Vorsicht, muß eine unbegreifliche Nichtachtung der Wissenschaft an den Tag legen, oder einer unzureichenden Kenntniß derfelben sich nicht bewußt sein: denn da die Jagd, als ein ed­les Vergnügen, mit dem gehörigen Glanze aufrecht erhalten werden mußte, so ließe sich eine ehrliche Ver- fügnug über Forstculturwesen und ähnlicher nöthigen, der Pflege der Jagd nicht günstiger Verordnungen wohl kaum erwarten, und so dürfte hieraus unabweis- lich hervorgehen, daß diese Subjecte keinen d'cut- l i che n Begriff weder vom Wesen des Staates, noch von der Bestimmung der Staatsgewalt haben, daß ih­nen also auch keine Stimme fernerhin darüber Lu- stehen dürfe.

(Fortsetzung folgt.)

Deutschland.

Wiesbaden, 19. Mai. Durch den erfolgten Ab­gang unseres Ministerin!-Präsidenten Herg enhah n, sowie der provisorischen Regierungs-Direktoren He hner und Schepp zur constitnirenden National-Versammlung nach Frankfurt sind abermals einige Aenderungen in dem Personale unserer höchsten Staatsstcllen nöthig ge­worden. So erfahren wir denn eben, daß dem Re­gierungs-Präsidenten Voll Pracht die Leitung, des Staatöministeriums, dem Vce-Präsidenten Ler das Präsidium der Landes-Regierung und den Regicrungs- räthcn Giesse und von Trapp die Directorial-Ge- schäfte bei der Landes-Regierung interimistisch übertragen worden sind. Wenn gleich wir auch gegen diese Persönlichkeiten im Allgem-incn nichts einzuwenden haben, und fest überzeugt sind, baß die Staatsmafchine da­runter nicht leiden, sondern sich ganz gut im alten Gleise sortbewegen wird, ohne ins Stock n zu gerathen , so müssen wir dennoch gestehen, daß dem neuen Aufschwünge der Zeit hierbei keineswegs die nöthige Rechnung ge­tragen worden ist. Wir hatten erwartet, daß man mehr darauf sehen würde, thatkräftige junge Männer an die Spitze der Geschäfte zu stellen, die in dem alten Zopfregimente noch nicht erstarret sind und sich die jugendliche Frische bewahrt haben ausreichend' zur Be­fähigung, sich auf die Höhe der Zeit zu stellen und den Geist der neuen Umgestaltung mit Begeisterung in sich aufzunehmen So insbesondere würde es im ganzen Lande weit mehr befriedigt haben, wenn man dem Miuisterialrathe Bertram die oberste Leitung der Geschäfte der Landes-Regierung anoertraut hätte. Bertram ist ein Mann , der nicht nur seiner uner­müdlichen Thâtigteit und seiner durchaus rechtlichen und tüchtigen Gesinnung wegen allgemein Ach­tung und Vertrauen genießt, sondern den auch p;nc hohe Begabung und feine ausgezeichnete In­telligenz zu einem solchen Posten vollkomuren Be­fähigen.

Bei dieser Gelegenheit drängen sich uns noch gar manche andere beunruhigende Betrachtungen aur.

So finden wir z. B., daß man sich bis sitzt noch nicht herbeigelassen hat, durchgreifende Reformen in unserem Lande vorzunehmen, namentlich sämmtliche untaugliche und mißliebige Beamten von ihren Stellen zu entfernen und durch fähige, geachtete und der neuen Ordnung der Dinge aufrichtig ergebene Männer zu ersetzen.

Im Gegentheile müssen wir an der Regierung so­gar noch immer Leute thätig sehen, die nicht nur in ihrem früherem beschränkteren Wirkungskreise nicht segensreich wirkten, sondern sich einzig durch cmpö-

l>r. Middleton.

Von Friedr. Gerstäcker.

(Fortsetzung.)

Mit einem wilden Ausruf des Schrecks sprang der junge Preston aber zurück, als er, beim letzten Schein des scheidenden Tageslichtes, die bleichen Züge einer menschlichen Leiche erkannte.

Komm hierher Tom, rief er entsetzt aus, während er sich über den Körper bog, um wo möglich noch die Gesichtszüge des Erschlagenen zu erkennen großer Gott, es ist der alte Smithfield.

Der Deutsche war in einem Satze vom Pferde, knüpfte die Zügel beider an den herunterhängcndcn Ast einer Eiche und trat mit innerem Schauder aber festem Schritt an Prestons Seite.

WaS sollen wir jetzt thun, rief dieser aus, als sein Kamerad schweigend und ernst neben ihm stand und die bleichen Gesichtszüge des alten Mannes betrachtete, wollen wir zu meinem Hause, das nur fünf Meilen entfernt ist, oder zur Stadt zurück und die Gerichte holen?

3ch glaube, das letzte ist das beste, erwiederte Voll- heim, aber um aller Heiligen wälen, wie ist nur das Schreckliche geschehen ?

C'v wird zu dunkel, wir sönnen Nichts mehr er- keinien, rief Preston, laß uns hier dicht daneben ein Feuer anmachen, beim Schein desselben wollen wir Alles naixr untermcben und uns bereden, was wir thun sollen;

aufrichtig gesagt/ wird's mir auch ein wenig schauerlich hier im Dunkeln, und ich bin doch wahrlich sonst gerade nicht furchtsam.

Ohne ein Wort weiter zu sagen, schlugen die Män­ner jetzt Feuer, und bald loderte, von dürren Blättern und trockenem Holze genährt, eine helle Flamme empor, die durch große Stücke heruntergebrvchener trockener Aeste unterhalten, bald den ganzen Schrcckensplatz mit fast Tageshelle beleuchtete.

Die beiden Männer machten sich jetzt vereint daran, Zu untersuchen, auf welche Art der alte Mann nmgc- kommen sei.

Sich hier, Tom, sagte Preston, der neben ihm niedergekniet war und sich über ihn hin bog , die Kugel ist ihm in die rechte Seite hincingegangcn, und wahr­haftig sein eigenes Gewehr ist abgeschvssen.

Mit diesen Worten hob er die Büchse, die der Ge­mordete an John Singers hatte besorgen wollen, vom Boden auf, und betrachtete sie genau.

Ja, in der That, fiel Vvllhcim ein, der hinzuge­treten war sollte der Alte vom Pferd gestürzt sein und sich selbst erschossen haben? das wäre doch sonder­bar; er war solch ausgezeichneter Reiter.

Höre, Tom, fuhr Preston fort, das kommt mir sehr unwahrscheinlich vor; sich nur, wie seine Kleider f Unordnung sind! Ich fürchte, ich fürchte, der alte i Mann i|t schändlich ermordet und hat vielleicht Geld bei j [teb gehabt. - Der Schuß muß gleich tödtlich gewesen |

fein, und wahrhaftig die Tasche in seinen Beinklei­dern ist umgekehrt siehst Du dort, und hier und hier, rief er, sich niederbeugend, und nahe zum Feuer die ziemlich erkenntlichen Fußspuren im weichen Boden betrachtend hier hat ein Mann mit kräftigen?Tritt den Boden gestampft sie müssen doch wohl mit ein­ander gerungen haben.

Mit ängstlicher Spannung beobachtete und unter- suchte Preston jetzt die kleinsten Umstände, die er bei der schwankenden Beleuchtung erkennen konnte und sie ihn vielleicht auf eine Spur des Mörders leiten simcn; beim daß ein Mord hier geschehen sei, war dem scharf­sichtigen Mann jetzt ausser allem Zweifel, loährend der Deutsche nachdcnkenb und traurig die llewcfie des bic deren, alten Mannes, der von Allen die ip» kannten geliebt lind geachtet war, betrachtete.

Höre, Bill, brach er enblid) das lange SchwAgen, das Geschcutcstc, was wir thun können . in, i>w wir, so schnell uns unsere Pferde tragen, zmuckicircn, und den Constable und die Gerichte biuHi holen. Ev i|t ein schändlicher Mord hier verübt , und auf jeden Fall können wir bis morgen fiüh, wenn co äag wird, Spu­ren finden, die uns vielleicht zur Entdeckung des Mör­ders führen. (Fortsetzung folgt.)

' Aus dem Amte Idstein, den 17. Mai. Das gibt wieder einmal eine kleine Veränderung, bei der man