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Adressen, Collecten für die Hmtn bliebeiieii der Republik oder für die Unterstützung der deutschen Republikaner vervielfältigen sich mit jedem Tage. In Cincinnati ist ein Aufruf an alle hochgesinnten Frauen und Jung­frauen deutschen Namens erschienen, welcher um An­fertigung einer schwarz-roth-goldenen Fahne für das erste Republikanercorps in Deutschland ersucht. Die Sympathien für Frankreich sind hier so groß, daß im Congreffe neulich Hr. Ingersoll den Antrag stellte, daß man um Frankreich in seiner Freiheitskrlsis zu Hülfe zu kommen, den Eingangszoll auf französische Einfuhren zeitweilig von 40 auf 15 pCt. herabsepen solle. Tas Haus lehnte indeß mit 99 gegen 85 Stimmen ein der­artiges Ansinnen ab. Eine pennsylvanische Volksver- sammlung beschloß neulich, jedem gekrönten Haupte, welches nach Amerika einwandere, 90 Acker Landes zu bewilligen, vorausgesetzt, daß es sich verbindlich mache, sich als guter Bürger aufzuführen. Die europäischen Fürsten müssen stark herhalten; man kann sich hier nichts anders denken, als daß drüben alle Monarchien sich ohne Weiteres in Republiken verwandeln werden. Von hier aus gesehen bietet jetzt die alte Welt das großartigste und erhabenste Schauspiel.

Die Abfahrt desWashington" ist diesmal ein ; Freudenfest für unsere deutschen Bürger. Sie geschieht unter deutscher Flagge, und unter ihr soll dies schöne Schiff dem geliebten alten Vatcriande die Adresse und

Sammlung zu führen, welche die Mehrzahl unserer tüch­tigsten Bürger an den Nationalverein deutscher Män­ner des öffentlichen Vertrauens in Frankfurt a. M. durch nuferen dortigen Consul übergeben läßt.

Auch ein Wort über die Petition der Gymnasiasten zu Wiesbaden.

In Nr. 58 derNassauischen Zeit." wird dieVer­wegenheit" der Gymnasiasten, eine Petition eingereicht zu haben, auf eine Weise verhöhnt, welche Jeden, der es mit der Erziehung und Bildung des Volkes ernstlich meint, unangenehm berühren muß. Der Artikel ist allerdings witzig und zum Lachen, scheint aber auch le­diglich darauf berechnet zu sein, die Lacher auf Seite des Verfassers zu bringen, ein gewöhnliches Mittel Der­jenigen, welche ihre Gegner nicht durch Gründe wider­legen können. Die Petition geht in ihren Forderungen zu weit, das ist klar; indessen enthält sie Manches, was bei der Umgestaltung unseres Schulwesens durchaus be­rücksichtigt werden muß und schon längst von der Schule selbst hätte gewährt werden sollen. Traurig ist es aller­dings, daß es so weit hat koinmen müssen; traurig, daß Diejenigen, denen es obliegt, die Gymnasiasten, wenn man sic nun einmal noch als Kinder betrachtet wissen will, zu vertreten, nicht dahin gewirkt haben,

gewisse Mißstände der Schule abzubringen. Da dies nicht geschehen ist, so lag es in den gegenwärtigen Zeit- verhältnissen für die Gymnasiasten der obern Klassen sehr nahe, so zu handeln, wie sie gethan haben. Zwar hätten sie auch einen andern Weg einschlagen können; allein wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jun­gen. Hat nicht auch das ganze Volk, das man bis zum 4. März doch auch für unmündig hielt, einen neuen Weg eingeschlagen, um seine Forderungen durch­zusetzen?

Ich weiß nicht, ob das hohe Staats-Ministerium die Petition angenommen hat. Ist das aber geschehen, so dürfte dadurch der Schritt der Gymnasiasten einiger­maßen gerechtfertigt erscheinen, denn das wird sich doch nicht mitKindereien", wie dieNass. Zeit." die Sache nennt, abgeben wollen.

Die Anspielung auf die Nationalgarde muß ebenfalls als höchst ungeeignet bezeichnet werden, da sich gerade die Gymnasiasten am 4. März durch ihren Eifer und ihre Standhaftigkeit ausgezeichnet und dadurch bewiesen haben, daß sie keine Knaben mehr sind, sondern Jünglinge, die manchen Mann beschämen könnten.^

Aus unserer Jugend soll ein freies, selbstständiges Geschlecht erstehen; aber aus einer pedantischen, willkür­lichen und despotischen Erziehung geht nimmer ein tüch­tiges Volk hervor.

Bekanntmachungen.

Taunus-

Eisenbahn.

Vom J 6. Mai bis 30. September finden die Fahrten auf der Taunus-Eisenbahn

(475)

folgendermaßen statt:

A b f a h r t ft « n - e n.

von Frankfurt

von Castel (Mainz)

von Wiesbaden

von Biebrich

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nach Wiesbaden

nach Frankfurt

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"ach Wiesbaden

nach Biebrich

nach Castel

nach Frankfurt

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1 8z

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95

95

8

8

8

8

8

95

Außer vorstehenden Fahrten finden noch folgende Cxtra-Fahrten statt:

Täglich: Von Castel (Mainz) nach Biebrich und Wiesbaden. . . ......um 2 Uhr Nachmittags.

Von Biebrich nach Wiesbaden..... . . . 2 .

An Sonn- und Festtagen:

Von Frankfurt nach Höchst . ......1 j Uhr Nachm.

Von Castel (Mainz) nach Wiesbaden . . . 3|

Von Höchst nach Frankfurt . . . . . . 85 , Abends.

Von Wiesbaden nach Biebrich u. Castel (Mainz) 7 z

Von Biebrich nach Castel < Mainz) . -. . . 7|

Jeden Freitag bis zum 31. August:

Von Wiesbaden nach Biebrich u. Castel (Mainz) 3| Uhr Nachm.

Von Biebrich nach Castel (Mainz) . . . . 3^

Von Castel (Mainz) nach Biebrich u. Wiesbaden 8J Abends.

Von Biebrich nach Wiesbaden . . . . . 8K ,^.

Weiter nothwendig erscheinende Ertra-Fahrten werden besonders angekündigt.

gSs^ An Sonn- und Festtagen findet die letzte Abfahrt auf allen Stationen eine halbe Stunde spater statt, demnach:

Von Frankfurt nach Castel (Mainz), Biebrich und Wiesbaden . . um 9 Uhr Abends.

Von Castel (Mainz) nach Frankfurt.......... 9

Von Wiesbaden nach Biebrich, Castel (Mainz) und Frankfurt . 8z .

Von Biebrich nach Castel (Mainz) und Frankfurt ...... 8z

Von Castel (Mainz) nach Biebrich und Wiesbaden. . . . . . 10|

Von Biebrich nach Wiesbaden.......... . . . 10^

Frankfurt a. M., den 11. Mai 1848.

Der VerrvaÜrmgsrath

der Tannus-Gisenbahn-GeseHf d>aft»

Nachtrag zn dem Artikel aus Idstein, vom 6. Mai in Nro. 64 der

Freien Zeitung.

(476) Zeugniß.

Auf hohen Befehl Herzoglich Nastaulscher Santesregierung wurde der Elementarlehrer Ruhl zu Limburg am 21., 22. und 23. September 1*41 an hiesigem Schullehrersemiuanum als Reallehrer geprüft.

Es wird demselben nunmehr bezeuget, daß das Ergebniß der schriftlichen Prüfung im Durch­schnitt ziemlich gut und gut ausgefallen ist. Beim mündlichen und praktischen Gramen in den

Gegenständen des Realunterrichts zeigte der Leh­rer Rühl gute Kenntnisse und eine gute Unter- richtsgab«, wornach iu erwarten steht, daß er einbrauchbarer Reallehrer sein wird.

Idstein, am 6. November 1841.

Herzoglich Nassauisches SchuUehrerseminarium. Schellenberg.

Das

(480) 14000 ft. Gegen Unterpfand von Gemeinde-Gü­tern, bestehend in Waldungen und Ackerland werden zu leihen ge­sucht. 4

Nähere im Geschäftsbureau von

Carl Leyendecker.

(479) Das Waaren - Lager von A. Jung befindet sich von heute an in der alten Colonade in» Pavillon.

Wiesbaden, 17. Mai 1848.

(465) Bei Bauinspector 8 offen, Rhein - straße No. 9, ist vom 1. Juli au außer der 3ten Etage uun auch die Bel-Etage mit 6 I Zimmern, Küche, 2 Dachkammern, Speicher, Keller, Holzstall, Waschküche, Stallung für 3 Pferde, Remisen, Kutscherstilden re. zu vermiethen.

(477) Brief mit Vergißmeinnicht enu psangen. Sehnsüchtig suche ich die schöne Hand, aus welcher es gekommen. JF'. R.

(478) Eine gute Bürschbüchse und Flinte, beide ohne Fehler, sind zu verkaufen Sottisen-' straße No. 26.

I Stück sehr gut gehaltener 1846r,

2 " " ." 1847t Weine,

2 Kühe und ein zweijähriges schönes Rind .st zu verkaufen bei Pfarrer Schellenberg in Wall an, Amts Hochheim. (274)

In Abwesenheit des Dr. Möller verantwortlicher Redacteur: Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. Druck der C. Ritter 'schen Buchdruckern.