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Dresden, 11. Mai. Die Wahlen in Sachsen zum i Medaille als Ehrenzeichen für die Theilnahme am Kampf deutschen Parlamente fallen im demokratischen Sinne ausgchandigt werden. (W.-Z.)

aus eine merkwürdige nicht genug zu beachtende Er- "

(Meinung, da sie mit außerordentlicher Ruhe und Bc^ , ... . ______

sonnenhell vor sich gehen. In Um als so konservativ ; Zweifeln. Bei der noch unweit Bülck liegendenGa- vcischrieenen Dresden wurde Pfisfeffor Wigard gewählt, lathea" ist heute wieder ein Dampfschiff gewesen und in Leipzig N. Blinn, in Freiberg Dr. Joseph, radicales ! ..... ,

Mitglied des sächsischen Landtages. Wir glauben, nicht zu irren, wenn wir an nehmen, daß gerade die Haltung der Sachsen, des ruhigsten und leidenschaftslosesten deut­schen Stammes, einen Beweis von der tief begründeten demokratischen Gcfinnung im deutschen Volke liefert daß Deutschland einer vollkommen demokratischen Ent­wickelung entgtgengchk. (K. Z.)

Hamburg, 10. Mal. Nachrichten aus Kolding melden vom 8. d., Morgens von 7 bis 12 Uhr statt-

gefundene Beschießung der Festung Fridericia durch die Dänen. Was die Dänen dazu bewogen haben kann, ihre eigne Stadt zu zerstören und ob sie ernstlich die Hoffnung gehegt haben, mittelst eines Bombardements jenen Schlüssel oder Brückenkopf zum kleinen Belt dem Feinde zu entwinden, darüber und über manche Einzel­heiten werden die nächsten Bahnzüge Aufklärung brin­gen. Manche sind geneigt, die Thatsächlichkeit der gan­zen Meldung in Zweifel zu ziehen; wie vorsichtig ein­zelne sich sehr wichtig gebende Nachrichten vom Kriegs­schauplätze aufzunehmen sind, beweist die heute von der Schlesw.-Holst. Ztg." gebrachte Berichtigung, wonach die 10,000 Mann dänischer Truppen, welche von Alsen herübergekömmen sein und sich den Deutschen bis auf 1% Stunden Entfernung genähert haben sollten in ein Recognoscirungs-Corps zusammenschmelzen! Hin­gegen hat sich ein schon gestern Mittag hier verbreitetes Gerücht von der Ankunft schwedischer Hülfs - Truppen auf Seeland insoweit schon zu einem Factum umgestaltct, als die von der schwedischen Regierung dem Berliner Hofe bezeichnete Eventualität für Aufstellung einer De- sensiv-Armec in Dänemark durch die Besetzung Jütlands schon seit dem 2. Mai eingetreten ist. Die neuesten Kopenhagener Blätter reden von 20,000 Mann Schwe­den, welche erwartet wurden; die Freude hierüber scheint sehr groß gewesen zu sein. Aus Rendsburg erfährt man, daß daselbst binnen etwa 8 Tagen die verschiede­nen Freicorps nach ihrem ausgesprochenen Wunsche feierlich aufgelöst werden sollen. Die provisorische Re­gierung vertheilte schon bis jetzt gedruckte Abschiedsscheine und allen Freischärlern, die im Feuer gewesen, soll eine

Äicl, 0. Mül. Düß die Dänen eine Unternehmung Vorhaben, läßt sich nach ihren Bewegungen kaum be-

put eine Abtheilung Matrosen oder Scesvldatcn von

dort mitgenommen. Ueber einen Waffenstillstand ist auch trotz der Friedensgerüchte nichts Näheres bekannt.

(Alt. M.)

Wien, 8. Mai. Die Vorbereitungen zur Aufstel­lung der bcabstchtigten Rhein-Armee werden nun ernstlich betrieben. Die zwei Regimenter Wellington und Latour (Infanterie), welche nach Rastatt und Ulm abgegangen sind, müssen binnen einigen Tagen an ihrem Bestimmungsorte eintreffen, dicuerdings haben zwei Infanterie-Regimenter aus Böhmen, so wie sämmtliche in Böhmen stehende dritte Infanterie-Ba­taillone Marsch-Ordre nach Deutschland erhalten. Da­gegen wurde so eben die Errichtung der zweiten Land­wehr-Bataillone der sämmtlichen 35 deutschen Infan­terie-Regimenter, jedes zu 6 Kompagnieen, beschlossen. Es sind 900 Staabs- und Ober-Offiziere für diese Bataillone erforderlich, welche zusammen aus 37,000 Mann (die Kompagnie zu 180 Köpfen) bestehen

werden.

(Brest. 3.)

Die Berichte aus Posen lassen nicht mehr daran zweifeln, daß die Nachricht von der unbedingten Erge­bung Mieroslawski's und seines Heeres so entschie­den sie uns auch von mehreren unserer Berliner Cor- respondenten gemeldet und von andern Blättern bestätigt wurde nichtsdestoweniger, und wir gestehen, zu un­serem Bedauern, unbegründet oder zum mindesten vor­eilig war. (K. Z.)

Paris, 11. Mai. Am Schluffe der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wurde im Namen der Com­mission der vollziehenden Gewalt die nachstehende Liste des neuen Ministeriums mitgrtheilt, auf welcher, wie man sieht, Bethmont, L. Blanc, Albert und Pagnerre fehlen: Cremieur, Justiz; I. Bastide, Auswärtiges; J. Favre, Unter-Staatssecretär des Auswärtigen; Cha­ras, Krieg; Vice-Admiral Cazp, Marine; Recurt, In­neres; Carteret, Unter-Staatssecretär des Innern; Tre-

lat, öffentliche Arbeiten"; Flocon, Ackerbau und Handel; Carnot, öffentlicher Unterricht; Repnaud, Unter-Staats­secretär des Unterrichts; Duclerc, Finanzen; Marrast, Maire von Paris; Caussidierc, Polizeipräfect.

Straßburg, 10. Mai. Fast sämliche Recruten, welche seit acht Tagen bei uns eintreffen, um theils hier, theils in Metz oder in den östlichen Departemen- ten überhaupt den Regimentern einverleibt zu werden, erhalten alsbald die Weisung, sich nach den Städten des Südtiis zu begeben. Die außerordentlichen Ver­stärkungen, welche der Alpen-Armee täglich zugehen,

"st" freilich darauf schließen, daß cs Frankreich Ernst wird, sich w italienischen Angelegenheiten that­kräftig cmzumischrn; allein dennoch wollen noch immer sehr viele und zwar sonst wohl unterrichtete Staats­männer behaupten, daß es bei den kriegerischen Demonstrationen bleiben werde und vor der Hand kein Einmarsch zu erwarten sei. Bei uns sind zwar Verstärkungen für die Garnisonen in Aussicht gestellt, allein noch steht zu bezweifeln, daß wir eineRhein- Armee" in der Stärke erhalten, wie sie bereits von verschiedenen Blättern mit Ausnahme desMoniteur" freilich angegeben wird. Mit Deutschland werden wir jedenfalls in freundschaftlichen Beziehungen bleiben ; denn welcher Grund läge vor, daß Frankreich ein an­deres Verfahren cinschlüge, als das seither beobachtete? Wir wünschen, daß bei unseren Nachbarn das Miß­trauen in dieser Beziehung, das^von gewissen Seiten unaufhörlich angefacht wird/ schwinde; denn bei uns ist man allgemein von dem Wunsche beseelt, den Frieden aufrecht zu erhalten. Das Elsaß würde am meisten dadurch leiden, wenn das^ freundschaftliche Verhältniß mit Deutschland getrübt würde.

Das Verfahren gegen die deutschen Flüchtlinge wird bei uns allenthalben gebilligt, weil man einsieht, daß die Regierung darauf Rücksicht zu nehmen hat, hier an der Gränze keine beunruhigenden Vereinigungen zu dulden. Struve, der sich in Chalons niederzulaffen gedenkt, ist abgezogen, eben so geht Heinzen fort; Cor­vin thut dasselbe, und Herwegh, der sich mit seiner Frau seit einigen Tagen wieder bei uns aufhält, geht heute nach Paris. Jeden Tag verlassen uns deutsche Flüchtlinge, dagegen kommen andere, die der Verhaf­tung entgehen wollen, an. Ein starkes Kontingent lie­ferte in dieser Beziehung Pforzheim.

(K. 3.)

(166) Nach einem in derRhein- und Mosel­zeitung" No. 107 erschienenen Artikel erfrechen sich mehrere Bürger aus Montabaur, nicht allein den Wahlact des Bezirks Montabaur und Nassau selbst, sondern auch zwei aus die­ser Wahl hervorgegangene Landes-Dcputirte auf die niedrigste Weise zu verdächtigen. Zur Steuer der Wahrheit diene daher folgende Entgegnung:

Wenn die Urheber gedachten Aufsatzes wirk­lich so viel Gerechtigkeitsssnn befitzen (was ich ich sehr bezweifle), wofür sie sich in diesem nichtswürdigen Artikel aussprechen, so hätten sie besser diesen Gerechtigkeit! sinn schon bei der in Montabaur stattgehabten Urwahl bethätigen sollen, wenn sie etwa das Ges § an deren Be­theiligung nicht ausgeschlossen haben sollte; damit die vorgebüche Ungesetzlichkeit bei der­selben nicht vorgekommen wäre.

39as aber den weiteren Theil dieses Artikels betrifft, so weiß ich, der ich als Wahlmann selbst zugegen war, bei der eigentlichen Depu- tirtenwahl keine vorgekoinmene Gesetzwidrig­keiten, ausgenommen nur unbedeutende Formel­fehler.

Es ist unwahr, daß, wie angegeben, dem Wahlacte eine Elasfifirirung der Deputirten für Nassau, Montabaur und Höhr auf eine ungesetzliche Weise vorangegangen, sondern eS hat st»« gcinz erlaubte Berathung und Ver- ^âvdignnq flattgefunden, wie sie wohl allent­halben bei diesem wichtigen Acte geschehen sein

So viel mir bekannt, hat sich Herr Stadtrach Cron aus Niontabaur das nicht Schulden kommen lassen, dessen man ihn zu verdächtigen sich nicht entblödet; ei hat viel- , wie es in allen Fällen einem rechsichaffeucn Manne geziemt, und es ist Nie- stort wordem" Wahl gehemmt noch ge- Btan bezeichnet mich, in dem Amte Nassau als, Deputirten gewählten Kohlenlieferanten 3«ft S chm 'dt der seit 12 Jahren mit der Pobeurheinerhuse tn bedeutender und ununter­brochener Geschäftsverbindung steht, als Koh- I eie brenn er ( obgleich ich noch nie Kohlen I gebrannt habe), wahrscheinlich um mich nicht nur zu verdächtigen, sondern auch nach ihrer unvolksthümlichen Meinung unter eine niedrige Classe Menschen zu stellen.

Ich, und viele andere mit mir, ehren auch diesen Stand, denn ich habe unter den aiis- wepdig schwarzen Kohlenbrennern schon viele edle Herzen gefunden. Dagegen ist mir schon leider der umgekehrte Fall zu oft vorgekommeu, daß Leute von schöner Glasur, inerlich dem Aeuhern eines Köhlers sehr ähnlich waren, und pheint mir auch bei de» erwähnten Mân- nern aus Montabaur der Fall zu sein, sonst ^. l^L'"1^ U -. echfigkeiten. wie sie

dir Artikol in der -Rhein- und Moselzeituug" Lu Ucte.maaße darbieter, nicht schulrag machen können.

Wenn nur noch ein Funken von Ehrgefühl in ihren Herzen glömme, so hätten doch billiger- weiie diese Männer die Beuitheilung, ob und welche Blüthen bürgeifd; freier Intelligenz der Hömberger Earbonaii zwie sie ihn zu nennen unverschämt genug sind), dem Amte Nassau pflücken soll und wird, hauptsächlich den Wahl- männern der Stadt und des übrigen Amts Nassau überlassen sollen. Hömberg gehört zu dem Kirchspiele Nassau, und außerdeni hat es den sehr ehrenwerthen Wahlmännern der Stadt Nassau und Umgegend nicht an Gelegenheit gefehlt, mich, den sie fast einstimmig zu ihrem Landes-Deputirten gewählt haben, in Beziehung meiner Kenntnisse sowohl, wie auch meiner Ge- sinnttngStüchtigkeit kennen zn lernen. Mein Kohltnliefeiuiigsgeschäft bewegt sich auch viel­seitig in dem ganzen Amte Llontabaur, und es ist für gewiß anzunehmen, daß man mich daselbst genau kennt, somit die Wahlmänner aus dem Amte Montabaur und Nassau in die­ser Beziehung nur nach ihrer eigenen Ueberzeu­gung gehandelt haben, und keiner Bevormun­dung und Belehnung der anonymen Verfasser jenes Schmähartikels bedürfen.

Die Gedanken und Gesinnungen, welche Letz­tere durch Abfassung des Art kels an den Tag gelegt, treten deutlich und vollständig infonber- heit darin hervor, daß sie nicht in Zweifel stellen, welche Blüthen bürgerlich freier In­telligenz der Höhrer Rongeaner für das katho­lische Montabauer pflegen solle. Daß die un­genannten Verfasser, glimpflich gesagt, nur ir­religiöser Sinn, eitler Ehrgeiz, und Eigen­nützigkeit geleitet bat, und aller Gemcinsinn schon längst bei ihnen auSgezagen sein muß, wenn wirklich je ein solcher vorhanden ge­wesen sein sollte, leuchtet klar ein, indem sie fast ausschließlich von ihren städtischen Rechten und Interessen sprechen.

Damit Leser frei urtheilen kann, habe ich meinen Namen öffentlich genannt, fettere aber auch_ zugleich die Einsender jenes Artikels, falls sie sich weiter hören lassen wollen, hiermit auf, ihre Namen zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

Dieß zu meiner Rechtfertigung und Wahrung gegen solche schändliche und verdächtigende Angriffe.

Homberg, den 6. Mai 174R.

Jost Schmidt.

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Fräul. Lisette Leupold,

die blinde Sopransängcrin, die sich seit einer Reihe von Jahren in mehren größeren und kleineren Städten Deutschlands zuletzt in Darmstadt, hören ließ, wünscht bei ihrer Durchreise hier in Wiesbaden ein

Concert

zu geben, Eine Schülerin des in der Künstler- welt rühmlichst bekannten Professors Fröhlich zu Würzburg und angelegentlich empfohlen durch eine Reihe von Zeugnissen hoher und höchster Personen, unter denen sich sogar Se. Maj. der König von Bayern befindet, ist Li­sette Leupold auch mit den bündigsten At­testen anerkannter Tonsetzer, als der Herren Capellmeister Lachner in München, Lind- p a i n t u e r'in Stuttgart, Schlösser in Darm­stadt u. m. A. versehen; mit Attesten, die sich nicht minder warm und innig über die Kunst­fertigkeit als über die Blindheit aussprechen, mit welcher Lisette Len Polo seit ihrem zwölften Lebenslage behaftet ist. iUloge biemit die von Herzen Empfohlene auch bei dem hiesigen kunsiliebenden Publikum eben die Theil­nahme finden, durch welche ihr an so vielen andern Orten Deutschlands Blumen des Trostes und der Freude auf ihren bunfeln Lebenspfad gebreitet worden sind!

(463) In der Friedrichstraße an der Südseite sind 3 und, wenn es verlangt wird, auch 4 Piecen nebst Küche und allen sonstigen Ecfor- bernissen an eine stille Familie zu vei miethen.

Ausgeber dieses sagt wo?

(465) Bei Bauinspcctor 8 offen, Rhein­straße Ne. N, ist vom I. Juli an außer der Uten Etage nun oud die Bel - Etage mit ß Zimmern, Küche, 2 Dachkammern, Speicher, Keller, Holzstall, Waschküche, Stallung für 3 Werte, Remisen, Kutscherstuben rc. zuvermiethen.

(470) Ant 2. b. Atts, ist ein langgebauter, kräftiger, kurzhaariger, brauner Hühnerlmnd mit starkem Behang, und auf den NamenHector" hörend, entlaufen. Mit dem Versprechen der SchadloShaltnng wird der dermalige Besitzer desselben gebeten, den Hund bei bene Gastwirth Sittel in NiodorseltorS, Amts Id­stein, zu verabfolgen oder dahin Nachricht zu geben. Vor dem Ankauf wird gewarnt.

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Wiesbaden, 11. Mai 1848.

Fried. Cmmermamr.

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In Abwesenheit des Dr. Möll er verantwortlicher Redaekcnr: Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. Druck der C. Nitter'schen Buchdruckern.