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eine große und erfolgreiche Thätigkeit entfaltet. Warum geschieht dieß in unserem Amte nicht? Warum schreiten die Bürgergarden von Cronberg und dem noch naher an den dein Verderben ausgefetzten Waldungen gele­genen Königstein nicht ein?

Einsender dieses ermahnt daher dringend die Haupt­leute dieser Garden, alsbald eine ihrer Stellung ent­sprechende Thätigkeit zu entwickeln. Sie werden in diesem Falle das Lob des ganzen Landes, an dessen Eigenthum sich die Frevler vergreifen, ärndten.

Aus dem Lahngau, 12. Mai. Wie sie jeden Tag herrlicher anwächst, die Rückschrittspartei! wie sie sich jeden Tag freier hervor wagen, die Männer des Kreb­ses! Es ist ein sehr belehrender Anblick! Seit dem 4. März verkrochen sich die Unken und Kröten in die Höhlen, wo sie von rechtswegen hätten bleiben sollen, allein seit dein ungücklichcn Hecker'schcn Aufstand wim­meln die Straßen wieder von eklen Kröten, und die Fledermäuse und Nachteulen, welche vor dem freßen Freiheitslichte des 4. März ängstlich in ihre Löcher ge­flohen, unterfangen sich seit den badifchcn Wirren wie­der, wenigstens 'den Versuch zu machen, das junge Licht der Freiheit, wenn nicht auszulöschen, doch zu verdüstern.

Wie die Diplomaten in Berlin und Heidelberg ge­jauchzt haben mögen, als Hecker und Struve so große Fehlgriffe machten! Wie mögen sie in die Hände ge­klatscht haben, die Goldkönige und die Adelskönige?

Wie wurde der militärische Corpsgeist wieder flott! und sang nicht die Büreaukpatie (Schreibstubenh'crrschaft) wir sind noch nicht verloren."

Willst Du Belege, gutes, leichtgläubiges Volk schau um Dich, in jeder Umgebung kannst Du die Hof- und andre Räthe greifen. Herr Bunsen, der pfäffische Diplomat prâsentirt sich in Kiel zum Abgeordneten nach Frankfurt; er denkt: Schleswig bezahle mir rasch, was die Preußen am Auferstchungstage für Dich geopfert. Aber warte nur: die Professoren haben noch einen bes­sern Lohn für die Preußen in Aussicht. Der Prinz von Preußen, vor einigen Wochen seines Lebens nicht sicher in Berlin, theilt dem Fünfzigerausschuß mit: er sei kei­neswegs reaktionär, d. h. zu deutsch: ich schmeichle mir, meine Herren, einen ganz passablen Kaiser abgeben zu können.

In Bayern wählte das von der Angst vor Rcvo- lntion besessene Volk fast nur Staatsdiener nach Frank­furt. In Berlin findet man, wie in andern Städten (.auch solchen des Lahngau's) Volksversammlungen höchst auffallend und gefährlich. In Trier, Aachen/ Ratibor, Hirschberg und andern preußischen Städten stehen sich Bürger und Soldaten schroffer als je gegenüber, und in Düsseldorf reißen die guten patriotischen Preußen­soldaten den Bürgern deutsche Cocarden vom Hute.

In Baden schult man die Truppen praktisch ein und ruft in letzterem Lande Leute inS Ministerium, welche bei einem großen Theile deS Volks verachtet sind.

Im edlen Hannoverlande wagt es wieder ein Staats- hämorrhoidariirs die kaum erblühten Freiheitsschnurrbärte in Bann zu thun. Lache nicht Volk! Die feigen Schrei­berseelen, die bloß an sich ihre Besoldung und Pension, aber nicht an Vaterland denken, sic regen sich wieder.

In Hessen beliebt Volksmann. Minister von Gagern indirekte Wahl, weil er ganz besonders die Herrschaft des reinen allmächtigen Volkswillcns will.

In Nassau schlägt die sogenannte Nassauische All­gemeine (d. h. die riehlisirte, eine Wortmachcrin nach der bekannten Manier des Redakteurs) deutsche Zeitung welche letztere nebenbei bemerkt jetzt bcsser'preußische Zeitung sich nennen würde einen gewaltig hohen Ton an und dann weiß man sogleich, wie viel Uhr es ist, und bezieht sofort die Wache.

Ucberall predigt man Haß gegen Frankreich, das weit entfernt unser Feind unser Bundesgenosse sein möchte, warnt aber die deutsche Nation nicht vor ihren eigentlichen Feinden, den Engländern und Russen.

Den Fünfzigerausschuß nennt aber eine Concspon- drnz des Frankfurter Journals geradezu zum größern

Theil reaktionär, d. h. rückschrcitcnd, und wahrlich nicht wenige deutsche Männer werden das Urtheil aus voller Seele gutheißen.

Vieles tritt oder wird ans Licht treten, viel mehr aber bleibt im Schooßc des Geheimnisses vergrabcn. Dabei schleicht der Jesuitismus über unsere Gauen, die­ser heimathscheue Störenfried, und sicht sich bei uns nach einem warmen trocknen Plätzchen um. In Limburg und sonstigen Orten macht man schon die Zimmer zu­recht für die todtmüdcn Patres.

' Wache deutsches Volk, wache! Während nun einige Schlauköpfe schreien: hänget sie an die Laterne den Hecker und Struve; und das gute Volk aus lauter Furcht vor Anarchie und in Angst die Badener möchten ihm Brod und Kopf nehmen, mitruft r brennet sie, mordet sie, greifen die Bonn-Heidelberger Professoren in ihre Rocktaschen und überreichen dem deutschen Volke dm Verfassungsentwurf, indem sie als Einleitung sagen: gutes Volk greife rasch zu, sonst guillotinirt man dich. Aber das deutsche Volk betrachtet sich ver­wundert das Professorcngcbräu und schüttelt bedenklich das Haupt. O schüttle nur deutscher Aar dein jugend­lich Haupt, versuche cs nur nach der Sonne zu fliegen, deine Flügel werden dir nicht schmelzen.

Der deutsche Hauswirth betrachtet sich den Entwurf und sagt: wir haben schon 30 Fürsten, und nun noch einen Kaiser, das ist drollig! Er fragt die vcrduztcn Stubengelehrten, wenn der deutsche Kaiser eigentlich nicht regieren, sondern nur Kaiser hervorbringen soll: warum sollen wir ihm soviel Regentschaftslohn bezahlen?

Der ehrliche Deutsche kalkulirt weiter: entweder ist der deutsche Kaiser wirklicher Kaiser, hat Macht und oberste Gewalt, so sind unter ihm die bisherigen deut­schen Fürsten, ohnmächtiger und neidischer alö unter jeder andern Verfassungsform oder aber das deutsche Kaiserthum, ist eine herauögcputztc Puppe, welche die deutschen Fürsten drehen und Komplimente schneiden lassen, wie cs ihnen beliebt: so bleibt die deutsche Einheit ein leerer Wortschwall.

Gleichwol fährt der ehrliche Michel fort: wollt ihr doch die zwei Ziele erlangen: der Fürsten Ansehen un­getrübt erhalten und die Reichscinheit Herrichten. Heißt das nicht einen Theil, entweder die Fürsten, oder das Volk hinters Licht führen.

Dernicht gelehrte" deutsche Mann liest noch mehr in der Bibel als die Bonn-Heidelberger Professoren, welche ihm einen deutschen König präsentiern und da ist ihm dann auch bei ihrem Anerbieten das 8. Cap. Samuelis eingefallen, und er bittet sie, solches einmal aufmerksam zu lesen.

Laß dich nicht wieder fesseln, deutscher Aar, der du eben erst frei geworden bist: hüte dich, dich in den Preußischen Adler umzuwandeln.

Die deutschen Professoren wollen dir dein schwarz- roth-gvldcnrs Gefieder in die Tod- und Leichenfarbe Preussens tauchen.

Deutsches Volk sei wach! die Minister und Räthe, die dich 33 Jahre mit Schmach und Elend beluden, find nicht über Nacht in dich verliebt.

Ucberall schreit man dir zu Volk: fliehe diejenigen, welche dich stets aufmuntern, und dir deine liebe Ruhe nicht gönnen wollen: sic schaffen dir Nahrungslosig- kcit.

Volk sei ehrlich, wer macht dich elend, diejenigen, welche dich um jeden Preis aus dem Schlamme ziehen wollen, oder jene Reaktionäre, welche, unbekümmert um dein Elend, gleichgiltig 30 Jahre deinen Jammer täg­lich wachsen sahen?

Bedenke, daß wenn Fugen platzen, welche 1000 Jahre zusammengclöthet, in einem Tage nicht wieder der neue Kitt gefunden ist.

Dulde Volk und leide für deine Söhne und Enkel ohne Murren, du selbst wirst mehr kämpfen müssen, als behaglich die Früchte des Sieges pflücken können.

Frankfurt, 12. Mai. (Forts, der Bera­thung des Fünfziger-Ausschusses über das

Separat - Protokoll des Bundestages Loni

4. d. Mts.):

Hr. Rüder glaubt darauf aufmerksam machen zu müssen, daß nicht der regenerirte Bundestag das Separatprotokoll gemacht hahe; es hätten noch sechs der ältern Gesandten dabei mitgetvirkt, von denen seit­dem fünf ausgetreten wären. Regierungen übrigens, die mit dem Volke pazispiren wollten, befänden sich doch gewiß auf einem Standpunkte, den das Mettcr- nich'sche System niemals eingenommen habe. Indem der Ausschuß protestirte, möge er sich hüten, daß er Nicht den Fehler begehe, an die öffentliche Meinung zu appelliren. Sechs Tage vor Eröffnung der konstitui- renden Versammlung dürfe man nicht an die rohe Gewalt appelliren (Unruhe im Auditorium). Hr. Rü­der beantragt eine Erklärung, wonach der Ausschuß, unter Verwahrung der Rechte der konstituirenden Ver­sammlung, dieser die Beurtheilung des Promemoria's überlassen würde. ,/Zersplittern wir nicht," ruft er, die Kraft des Volkes in unzeitigett Kämpfen, die un­sere Entwickelung aufhalten würden." Einige starke Aeußerung des Redners gegen die Vertreter einer an­dern Ansicht veranlassen Hrn. Wiesner, die Ein- schrcitung des Präsidiums anzurufcn. Letzteres miß­billigt Persönlichkeiten, mahnt aber auch nach beiden Seiten von allzugroßer Empfindlichkeit ab.

Herr Heckscher beginnt damit, die den Worteit einzig und allein" (im Beschluß des Vorparlaments) durch Hrn. Wedemeyer gegebene Deutung zu wider­legen. Er erinnert daran, wie nach der eigenen Er­klärung des damaligen Antragstellers v. Soiron jener Ausdruck allerdings die ausschließliche Befugniß der eonstituircndcn Versammlung im Gegensatz zum Vor­parlament sowohl, als zu den Regierungen festsetzen sollte. (Präsident v. Soiron bestätigt dies.) Eine constituircndc Versammlung sei diejenige, über und ne­ben welcher keine andere Macht auf Erden stehe und die aus reinem Ur-Auftrag ihrer Committenten eine Verfassung beschließe. (Hinweisung auf die Assemblee Constituante u. f. w.) Aber die constituirende Ver­sammlung brauche darum nicht die Verfassungen der einzelnen Bundesstaaten umzugcstalkcn. Ein abschrecken­des Beispiel biete in dieser ^infid)t der alte Bundes­tag selbst dar, der nach und nach alle Freiheit in Deutschland ertödtet habe. Von der Ccntralsonnc aus würden die erwärmenden und erleuchtenden Strahlen schon von selbst sich über die einzelnen Staaten ver­breiten. Der Redner sieht in dem Separatprotokoll die klar ausgesprochene Absicht, die constituirende Ver­sammlung in eine bloß berathende zu verwandeln, und stimmt für den Commissionsantrag. Nachdem Hr. Heck­scher geendet verliest der Präsident das Schreiben deS Ministers v. Gagern, dessen Hauptinhalt wir gestern bereits mitgetheilt. Zu bemerken ist noch, daß Hr. v. Gagern aus einen Druckfehler hinwies, der sich in dem vom Ausschüsse veranstalteten Abdruck des Separat­protokolls befindet. Es soll nämlich daselbst anstatt: der berathenden Versammlung" heißen:der be­vorstehenden Versammlung."

(Schluß folgt.)

Vom untern bayerischen Main, 11. Mai. Aschaffenburg wimmelt von Truppen. Die große Ka­serne reichte für fic nicht mehr hin; eS wurden daher mehrere städtische Gebäude für ihre Aufnahme in Be­reitschaft gesetzt. Die Offiziere unb Unteroffiziere des 14. Regiments, zur Bildung des Reserve-Bataillons bestimmt, sind bereits auS der Pfalz angekommen. Auch hat die Bildung der 2. Reserve -Jäger -Divisionen be­gonnen. Vor einigen Tagen kam ferner eine Com­pagnie des 12. Regiments und eine des 4. Jäger- Bataillons von Würzburg dort an. In Würzburg hatte sich das Gerücht verbreitet, in Aschaffenburg seien große Unruhen ausgebrochen. Heute gingen wirklich 3 Compagnien Jäger unter dem Commando eines Majors und ein RegierungSrath dorthin ab. Eine Compagnie wurde schon in Lahr ausgcschifft. ' (F. I.)

Jöns. Sie wußten der Besatzung und der Bürgerschaft großen Muth einzufloßcu und beantworteten alle Auf- fordernngen der Belagerer mit höhnischem Stolz. Der Bischof war gottvergessen genug, von den Mauern herab Bußpredigten ins Lager der Schleswig-Holsteiner und Hanseaten zu schleuder» und ihnen die Strafe des Him- mcls und der Kirche zu drohen, wofern sic von der Auf­lehnung gegen die geheiligte Majestät des Königs nicht abstnnden.

Die Belagerer beschlossen dagegen, das hcrannahcnde Fest der Himmelfahrt Christi feierlich zu begehen und Tags darauf die Bestürmung zu beginnen.

Mitteln der hamburgische Rathsmann Johann Kletzeke, der die hanseatischen Landungstruppen befehligte, wich von diesem Beschlusse eigenmächtig ab. Ob lediglich aus einseitiger Ruhmbegier oder in verräterischer Absicht, ist ungewiß. Er gab am Vorabend des Festtages seinen Kriegern einen reichen Schmaus, bei welchem einige Fässer des vortrefflichen hanseatischen Bieres geleert wurden. Hierauf redete Kletzeke die erhitzten Krieger aufstachelnd an, und führte sie unter dem Rufe: Was du heute thun kannst, verschiebe nicht auf morgen! zum Sturme.

Als dies geschah, hatte sich Herzog Heinrich bereits zur Ruhe begeben. Der Waffenlärm weckte ihn, und man brachte ihm die voreilige Kunde, die Hanseaten hätten bereits die Mauern erstiegen. Zornentbrannt über diese vertragswidrige That, deren Absicht ihm verdächtig

vorkam , sprang Heinrich auf und eilte in edlem Eifer unbewaffnet zu den Stürmern, um die Ehre des SiegcS mit ihnen zu theilen. Die Hanseaten hatten bis zu diesem Augenblick noch nichts gethan, als daß sie glü­hende Pfeile in die Stadt schossen. Nun ergriff der junge Herzog eine Sturmleiter, legte sie an und stieg hinauf, ohne daß ihm jemand folgte. Inzwischen waren einige holsteinische Ritter herbeigekommen, darunter Heinrich von Ahlefeld. Als dieser den unbewaffneten Herzog die Mauer hinanklimnten sah, riß ihn ängstliche Sorge zu dem unvorsichtigen Rufe hin: Was beginnt Ihr, mein gnädiger Herzog ! Setzt Euch doch um Gottes willen nicht so sehr aus! Nicht der feurige Herzog, aber ein lauernder Däne vernahm diesen Ruf Er schlich sich heran, ergriff einen langen Spieß und stach ihn dem Herzog in die Brust. Auf den Tod getroffen, klammerte sich Heinrich krampfhaft an die Leiter und rief den Sei­nen hinunter: Tragt mich von hier weg! Ich habe gc-> nug ich kann nicht mehr! Viele Männer stürzten herbei und faßten die Leiter, aber in der Bestürzung und im Gedränge geschah das Unglück, daß die Leiter nm- fiel. Durch den schweren Fall wurde der Zustand des Herzogs unheilbar verschlimmert, und kaum war er in' sein Zelt gebracht, so hauchte er sein jugcndmuthigcs Leben aus.

Dieser Todesfall versetzte Schleswig-Holstein in tiefe schmerzlichste Trauer und drohte den siegreichen Er­folg deS deutschen Kampfes zu vereiteln.

Da Herzog Heinrich seine Leibeserben hinterließt, so trat nun der zweite Prinz, Adolf, als Herzog von Schleswig auf, dem der jüngste Bruder, Graf Gerhard, treu und unverzagt bcizustchcn gelobte. Sie forderten das vereinigte Heer zur Fortsetzung des Kampfes auf. Die Schleswig-Holsteiner brannten von Begierde, den Tod des geliebten Herzogs Heinrich zu rächen; aber die Führer der hanseatischen Kriegsvölker verweigerten ihre fernere Theilnahme am Kriege. Sie behaupteten, nur dem verstorbenen Herzog verpflichtet gewesen »« für ihr ferneres Verhalten neue Befehle cinhoten^zn müssen, lichteten die Anker und segelten heim. durch wurden die SchleSwig-Holstcincr zum Rückzug m -

zwungen.

Doch ein schweres lluglükt , welches unmittelbar darauf die Städte traf, brachte der deutschen Sache neues Glück.

Eine große hanseatische Küiuffahrtcifloktc von sechS- uutdrcißlg reich beladenen Schiffe» wurde durch den Sund erwattct. Zu ihrer Bedccfuug lanbtcti die Städte eine Kriegsflotte aus, bic von den Dänen aufgcbalten und nach einem fd>lcd)t geführten Treffen zum Rückzüge ge­zwungen wurde, .vorauf die ganze Kaufflotte den Däncik in die Hände fick. (Fortsetzung folgt.)

*) ßr Mr noch unvetmLhlt, aber mit einer bramlschwclgischen Prinzessin verlobt, bk nach fernem Tote tue Kloster 'gluz.