Einzelbild herunterladen
 

! gekleidet und gewaffnet wie zu Ziska's Zeiten. Sie heißen Swornoszt und warten nur der Befehle, des Winkes des Nativnal-AuSschusscs zum Schlage. Ihr Sammel­platz ist das Museum; hundert sind stets in Permanenz. Sie sind da, jede deutsche Regung zu überwachen und nieder zu drücken. In Tabor, Neuhaus rc. sind ähn­liche Corps; im Ezechenlande sollen weit über 20,000 solcher Ziska-Kriegcr stehen. In Prag werden die Wah­len "zum deutschen Reichstage mit Waffengewalt zurück- gehaltku werden; Die Deutschen furchten den Hussiten- trlcg, und cs wird daher in unserer Stadt wohl nicht zur Wahl kommen können. Die deutschen Kreise Böh- ; mens, voll strenger Abneigung gegen die Czechen- Be­wegung, werden wählen; der Leitmeritzer Kreis wird 8 Abgeordnete stellen, der Saatzer 6, der Egerkreis 8, der Elnbogncr 6, der Budweiser 34, der Königgrätzer 23; in Den beiden letzteren werden die Czechen sich rühren. Deutschland sei auf der Wacht! Das Böhmische Parlament wird aus 574 Mitgliedern be­stehen , von denen die alten Stände 196 geben.

(K. Z.)

Ungarn. ,

Pesth, 5. Mai. Die Regierung hat einen Verhasts- befehl gegen alle aufwiegelndcn Priester erlassen. Der General Hrabovsky soll zum General des Königsreichs ernannt und eine halbe Million Streiter sofort unter die Waffen gerufen werden. Die Begeisterung ist um so größer und allgemeiner, als das Bündniß der Wie­ner Reaction mit Rußland immer klarer sich herauö- stellt. (Bröl. Ztg.)

Schweiz.

. Zürich, 3. Mai. Das Volk des Kantons Neuen­burg hat den republikanischen Verfassungseutwurf an­genommen. Von ohngefahr 11000 stimmfähigen Biir- gern haben 5813 für und 4395 gegen den Entwurf gestimmt. Die Ropalisten haben sich zwar tapfer ge- i halten, allein sie sind besiegt, wahrscheinlich für immer.

Italien.

Mailand, 4. Mai. Dasofficiclle Blatt" von heute bringt über den Krieg nichts Besonderes. Ver- miglio ist voa den Tirolern besetzt; die Pässe bei Ponte

> di Lcgiio so verschneit, daß kaum ein Fußgänger herüber kann. Am 1. Mai verjagte die piemontessifche Vorhut bei Ponton (an dem Etsch) 2000 Oesterreicher,

I machte viele Gefangene und sich zu Herren wichtiger Stellungen bis Sandra. Auf piemoutcsischer Seite blieben 3 Todte, 20 Verwundete. Das Mailän­der officiclle Blatt" vom 5. enthält nichts vom Kriegs- * schauplatzc. (A. A. Z.)

Fr ankreich.

Paris, 7. Mai. Das allgemeine Landes-Verthei- digungs-Comite, das im Kriegsministerium seine Sitzun- ! gen Halt, hat dem Vernehmen nach die Wiedcrbefcstigung Höningens angeordnkt. -

Die Nationalversammlung zählt seit gestern zwei Napoleoniden in ihrer Mitte. Peter Bona- i parte, Sohn Lueians, und Peter Napoleon Bo­naparte, Sohn Jeromes, ehemaligen Königs von Westfalen. Beide sind Repräsentanten ihrer Mutter­insel Corsika. DerMoniteur" erklärt die Behaup­tung eines gestrigen Blattes, wornach der Alpen- Armee der Befehl zugcgangen sei, in Piemont einzu- rücken, als ungegründet.

RaspailsAmi dn Peuple" sagt:In einem der Pariser Clubs hat ein Bürger angezeigt, daß er aus guter Quelle in Erfahrung gebracht, man habe in der berüchtigten rothen Mappe eine Quittung über

heute früh 7 Uhr bis 12 Uhr von den Dänen mit 24 bewaffneten Schiffen hart beschossen worden und dabei die Stadt an zwei Stellen in Brand ge­rathen ist. Die preußische Artillerie mit 8 Geschützen hat kräftia geantwortet und ein großes Geichnß-Schiff (nach einer späteren Mittheilung drei Kanonen-Boote) in Grund geschossen.

Wien 7 Mai. Lächerlicheres ist noch kaum ge­schehen als die pfiffige» Maßregeln des Wiener Zopf- Magistrates sich die Arbeiter vom Halle zu schassen, und die etwaigen feindlichen Demonstrationen derselben gegen die rakuale Partei zu richten. Dreihundert Ar­beitern welche sich tu gut gemüthlicher Wiener Bcichtt- denhkit gestern an den Magistrat um Arbeit wendeten, gab man die höhnische Weisung:Gehet zur Universstat, die Studenten, die jetzt Alles leiten wollen, werden euch auch Arbeit zu verschaffen wissen." Die ehrlichen Leute brachten auch wirklich ihr Anliegen vor die Studenten, mit der Bemerkung, sie seken vom Magistrate geschickt. Hier erhielten sie nun freilich einen gründlichen Cem- meiitar zu der perfiden Handlungsweise des Magistrates ; aber ist es nicht empörend, wenn man sieht, daß die dringendsten Interessen der Menschheit auf solch eine kleinliche, schamlose Weise verhandelt werden? Weil der Spießbürger sein Huhn in Ruhe braten will, ver­dächtigt er tagtäglich eine Partei, die daS Wohl des bis jetzt hklotenmäßig gedrückten Arbeiters und nicht die Behaglichkeit des Einzeliun im Auge hat! Die Partei der Reaction ist einzig die Partei des Besitzes, und nachdem der Student, der Arbeiter für sie gekämpft und geblutet, stolziren dieehrlichen" Bürgersleute in ihrer Rationalgarden-Umfvrm einher, versehen Straßenpolizei- Ditnste und rufen:bis hierher und nicht weiter!" Was aber hat der Arbeiter bis jent für Errungenschaf­ten mit den Andern zu theilen? Preßfreiheit, Redefrei­heit, ein verantwortliches Ministerium, eine schlechte, octropirte Constitution, das Dokument eines kaiserlichen Meineides, und damit soll er sich begnügen und hun­gern? Schafft ihm Arbeit, aber schenkt ihm nicht arm­seligen Tagelohn, laßt die Klöster beisteuern, die in Oesterreich über 40 Millionen jährlicher Einkünfte ver- schmausen.

Vor wenig Wochen schrieb ich Ihnen: Bis Heurc gibt cs noch kein Proletariat in Wien, wie Sie es in Berlin haben mögen, wie es in Paris und Frankreich verkümmert. Heute haben wir in schönster Blüthe und die Scharren der Arbeitslosen mehren sich täglich fürchterlich. Hier aber fürchtet man sich vor Katzen­musiken, als wären diese das Marini um aller Calami- täten, hier hetzt man die Nationalgarde gegen die Stu­denten, und jagt diese zu den Arbeitern. Wehe euch, wenn die Studenten ihre Macht mißbrauchen, und sich an die Spitze der Proletarier stellen wollten, statt Tag und Na. t den Geist des Friedens und der Dul­dung unter ihnen zu predigen. Aber so verblendet sind die Eonscrvatlven und mit ihnen die Regierung, daß sie es werden zum Aeußersten kommen lassen. Ge­stern versprach man uns ein Ministerium der Arbeit, heute kündigt uns ein. Plakat vom Minister des In­nern die Bildung eines Comitr's zu diesem Zwecke an; da ist keine Rede mehr von Schwäche, da ist eher böser Wille im Spiele, welcher mit ewigen Reactionsgclüsten eine Partei gegen die andere hetzt, um uns auf den früheren Standpunkt zurückzuführen. Aber der Mensch kann den Geist der Zeit vorwärts bringen durch That­kraft und Genie, zurück niemals. (B. Z.-H.)

Prag, 8. Mai. Der Terrorismus der Czechen hat begonnen; 300 junge Fanatiker bilden hier ein Corps,

100,000 Franken gesunden, die dem A. Marrast für drei Monate seiner Redaction des National zu Gun­sten der Pariser Befestigung gezahlt worden seien. Diese Anzeige hat das betreffende Mltglled zum Proto­koll erklärt. Wir verlangen, daß man diese Thatsache widerlege oder vielmehr eine strenge Untersuchung bet# selben" DerNational" antwortet darauf: Auf obige infame Vcrläumdung haben wir nur die formellste Verneinung (démenti) und die tiefste Ver­achtung zu antworten." (W. - Z.)

Zu Besaneon ist der Befehl angelangt, den Plaß auf den Kriegsfuß' zu bringen. Man schickte sich an, die Redouten und Forts mit Kanonen zu besetzen. Aus Grenoble schreibt man, daß Alles zu einer Con. ccntrations-Bcwegung gegen die Alpen hin vorbereitet werde. Alle Generale sind dort und harren nur der Befehle; täglich treffen Kriegsmunition und Mund- vorrath ein. Neue Bataillone, aus dem Innern kom­mend, ziehen nach Macon; eine Masse Pferde werden angckauft.

An sämmtliche Departements ist der Befehl er­gangen, je einen Gesandten zum Fest am 14. Mai zu schicken. Derselbe hat mit einer Fahne zu erscheinen, aus welcher mit Goldschrift der Name seines Departe­ments befindlich. Die Relsekost-n muß er ebenfalls selbst tragen, dennoch wird die Konkurrenz groß sein.

Großbritannien.

Irland. (Zustände des La.ndes.) Es heißt, Lord Clarendon werde von seinem Posten als Lord- Lieutenant zurücktreten und Lord Hardinge, der vor Kurzem aus Ostindien zurückgekehrt ist, ihn ersetzen. Im Ganzen lauten die Nachrichten aus Irland gün­stiger, die Gefahr eines Aufstandes scheint weniger dro­hend, wie bisher, und die Regierung erhält fortwährend von allen Punkten der Insel zahlreiche Ergebenheits- Adressen. Indessen ist die Proklamation des Lord- Lieutenants, welche Wahlen zu dem Rathe der Drei- hundert und die Bildung einer Nationalgarde unter­sagt, von der irischen Conföderation mit einer Gegen- proclamation beantwortet worden, die sich außerordent­lich entschieden ausspricht. Es wird in derselben er­klärt, daß nichts Ungesetzliches darin liege, wenn die Dclegirten des Volkes in Dublin zujammentreten, um die Rechte der Nation bei der Regierung geltend zu machen; eben so wenig sei die Organisation einer zur Abwehr innerer und auswärtiger Feinde bestimmte» Nationalgarde illegal. Demzufolge fordert die Confö­deration die Bevölkerung Irlands auf, sich an die Pro- clamation des Lord-Lieutenants nicht zu kehren, Theil an der Wahl der Delegirten zu nehmen und sich als Nationalgarde zu organisiren; sie verbietet den Sheriffs, Magistratspersonen, Constablerö und allen andern Agen­ten der Behörden, die Bürger an der Ausübung ihrer Rechte zu stören und kündigt ihnen schließlich an, daß, wenn sie sich dennoch dergleichen unterfingen, sie cssauf ihre eigene Gefahr thun werden. Sie verfügt ferner, daß ihre Proclamativn im ganzen Umfang Irlands an­geschlagen werden soll; wenn die Polizei es sich, wie sie es früher mit andern von der Confoderation ver­öffentlichten Schriften gethan, beigehen lasse, die ange­hefteten Exemplare abzureißen, so solle das Volk sei­nerseits mit den Proklamationen des General-Gouver­neurs ein Gleiches thun. Nachdem diese Proklamation in einer Versammlung der Conföderation vorgelcjen worden war, wurden mehrere Reden von äußerster Heftigkeit gehalten, in denenBarricaden" als das ein­zige Mittel bezeichnet wurden, von England Gercchiig- keit zu erhalten. (Z.-H.)

Bekanntmachungen.

(46h) Wiesbaden. Wir flatkn hiermit unsern Mitbürgern ans dein Ilten Viertel unsern herzlichen Dank ab für die Nichtaner­kennung der Wahl unserer Stadtvorsteher, da diese Wahl für unsere Stadt von eben so großer Wichtigkeit als die Wahl der Landes- deputirten für Nassau und die der Abgeord­neten in das Parlament für ganz Deutschland

Mehrere Bürger.

(458j Nassau. Der Herr Geheime-Regie- j runs^aib v on Sachs dahier, bekanntlich der âlteNe Amtmann im Laude, hat nach beinahe üOjâhriger Dienstzeit seinen Abschied genommen. Er hat 13 Jahre lang unter unserer Mitte zu aller Zufriedenheit gewirkt und wird daher den Amtseinwohnern noch lange im besten Anden­ken verbleiben. Unermüdlich hat er in seinen alten Tagen gearbeitet, möge ihn Gott dafür segnen und sein ferneres Leben beglücken. Noch in den letzten Tagen hat er sein Wohlwollen zu seinen Amtseiiiwohnern zu erkennen gegeben, indem er die Herzoglichen Schultheißen auf­forderte, für die aus hiesigem Amte nach Baden ausgerückten Soldaten eine Eollecte zu eröffnen, die dann ein recht günstiges Resultat geliefert haben soll und dem Vernehmen nach 271 fl. betragen hat.

Sein Dienstnachfolger ist noch nicht bekannt. Heur Amtssecretär Heye dahier besitzt, wenn kitsch erst einige Ntonate an hiesigen« Amte, viel Vertrauen bei den Einwohnern, und würde es gerne gesehen werden, wenn diesem die Ver­waltung des Amts übertragen würde.

Auch Herr Landoberschultheiß Steuding dahier ist für die Verwaltung des Amts ge­eignet, genießt das Vertrauen der Einwohner, er ist als diensteifriger Mann bekannt, kennt die Verhältnisse der Einzelnen als wie der Gemeinden, und wird wohl den jetzigen Zeit- verhältnissen ebenwohl entsprechen. Durch die für die H. Landoberschultheißen sehr lästige und Feindschaft zuziehende Gebührenbeitreibung mögen hier und da einzelne Stimmen Haß gegen diesen Mann tragen, obwohl er immer mit Schonung gegen die H. Schultheißen ver­fahren hat; es wird aber Jedem einleuchten, daß seine jetzige Stellung dies nicht anders bringen konnte.

Gröffnung der âüller'jclien Gartenwirtssschaft zu

(453) Ein Landhaus, an der Schwalbacher Ehaussee gelegen, ist im Ganzen oder auch ge­theilt, gleich oder später, zu vermicthen. DaS Nähere bei Ant. Sieglet in der Stadt Frankfurt hier.

(431) Eine kinderlose Familie sucht gegen guten Lohn ein braves Mädchen, welches in häuslichen Arbeiten, vorzüglich im Bügeln, gut erfahre» ist, und kann gleich oder in kurzer Zeit eintreten. Zu erfragen in der Erpcdition.

(414) Der von jdem Unterzeichnetem in dem hiesigen Wochenblatte angekündigte Schreib-, Rechneu- und Orthographie-Unterricht hat mit dem 1. Mai bereits begonnen.

Wiesbaden, den 13. Mai 1848.

Heinrich Metzler.

An Sonn- und Festtagen Harmouiemnsik, ans- geführt durch die Hornisten des Biebricher Militärs.

Unter Zusicherung reeller und billiger Bedienung bittet um geneigten Besuch

Mosbach, den 10. Mai 1848.

c53) ^hU. Mittler Ei. Wittwe.

(462) Berlins - fL Kh Loose.

Ziehung am 13. Mai a. « ., mit Treffer von ff. 23,000, fl. 3000 fl. 1300 u. s. w. sind billigst zu erhalte» bei

liaphael Biers tèohn,

Tannnsstraße Nrv. 3«.

In Abwcsenhei't dcs Dr. Möller vcrantwprllichcr Redacteur : Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.