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Natlonalgâ ^ufammcntrcfcn sonnte, um schein Vc>- suchc acacn die vrowforisd^e Regiccung Widerstand zu leisten. Seitdem scheint Paris das Vertrauen gewon­nen zu haben, daß die Ordnung nicht gestört werden kann und daß der Negierung, sobald sie will, eine un­widerstehliche Macht zu Gebote siebt, ^ieo n,!t Wie­deraustreten der Nationalgardt hat rui du eracht dt t Republik mehr gethan als alle Einladungen zum Ver­tanen und Credit, die seit sechs Wochen ohne Ant­wort bleiben. (Köln. 3.)

_ 2llaicr hat die Ankunft des Commiffârs Cou- put ' welcher behauptet, von Hedru-Rollin mit unbe­schränkten Vollmachten zu jeder beliebigen Umgestaltung und Reform im Personal der Civil- und Militäivcr- waltuna zur Leitung der Wahlen -c. bekleidet zu sein, sehr miangenehm überrascht. Niemand will glauben, daß der Minister des Innern Vollmachten solcher Art in einem Lande ertheilen könne, das unter den unmit­telbaren Vefehlen des Kriegsministers steht. , Keine än'cidc an den Generalgouvernenr war dieser sonder­baren^ Mission verhergegangrn. Er soll darüber so entrüstet sein, daß er an die Regierung geschrieben hat, sie möge ihm einen Nachfolger senden; ein Gleiches hat ber Civis-Director gethan. Die Bevölkerung von Algier ist über das anmaßende Verfahren Ledru-Rollin's sehr aufgebracht; letzterer soll Conput ohne Wissen seiner College« abgeschickt haben. (K. Z.)

Großbritannien.

London, 24. April. Hr. Cochrane hat heute seinen Auszug gehalten. Statt der angekündigten 150,000 Mann waren kaum 1000 erschienen, sei es nun, daß sie sich durch das Verbot der Regierung oder durch den Regen znrückhalten ließen. Hr. Cochrane hatte seine Bittschrift gegen die Armengesetze auf einen großen Wagen geladen und diesen mit Gemälden verziert. Es waren darauf die Armen dargestellt, wie sie in den Arbeitshäusern zusammengepackt werden, nackt und bloß und im größten Elend. Es waren klägliche Schmiere­reien, und Niemand konnte so einfältig sein, zu glauben, daß hier die Wirklichkeit dargestellt werde. Man lachte darüber. Hr. Cochran fuhr im Schritt voran. Aber auf Trafalgar Square erlaubte die Polizei feiner Ge­mäldesammlung nicht, ihm weiter zu folgen. Er reichte seine Bittschrift mit ein paar Freunden ein und fuhr verdrießlich nach Hause. Er ist ein seltsamer Mensch, dessen Meinungen durch alle Punkte der Windrose ge­gangen sind.

In Edinburgh wurde eine Versaininlung gehalten, um sich der neuen Verbindung der fünfzig Parlaments­gliederfür bessere Vertretung, Beschränkung der öffent­lichen Ausgaben und gerechtere Vertheilung der Steuern" anzuschließen. Man trug in der Versammlung schon darauf an, das jetzige Ministerium zu entlassen und Männer in dasselbe zu berufen, welche das Vertrauen des Volkes genossen! Unter diesen steht Richard Cobden jetzt offenbar oben an. Cobden ist der Mann, welcher die Grundsätze vertritt, welche auch in England bet Herrschaft entgegengchen, und O'Connor selbst gab ihm das Zeugniß, daß er nicht bloß unter dem Mittelstände, sondern auch unter den Arbeitern großes Vertrauen genösse.

(Köln. Z.)

Briefe aus Adelaide vom 11. November v. I. melden, daß diese australische Colonie, nach welcher auch unsere deutschen Landsleute immer zahlreicher auswan­dern, auf eine beispiellose Weise aufblühe. AIs vor einiger Zeit viele Auswanderer-Sckiffe. anlangten und ihre Hunderte ans Land setzten, glaubten die Arbeiter, ihnen möchte Abbruch geschehen an ihrem Verdienste; aber nun geben die Vorsichtigsten zu, daß Tausende

nöthig sind und mit Vortheil verwandt werden können.

(Köln. Z.)

Ungarn.

Pesth, 19. April. Gestern fuhr der Erzherzog Palatin auf einem Dampfschiffe von Wien ab und langte Abends hier an. Wahrhaft großartig war sein Triumphzng in die Stadt Pesth. Schon eine halbe Meile vor derselben hatten sich auf beiden Ufern De­putationen mit Fahnen in ununterbrochenen Reihen aufgestellt. Beide Städte waren überaus glänzend illuminilt. Der Erzherzog selbst schien von den letzten Anstrengungen stark angegriffen. Auch der Finanz- minister L. Kossuth ist ebenfalls durch die übermäßigen Arbeiten der letzten Tage erkrankt. Das Admini­stratoren - Institut ist nunmehr aufgehoben. Ueber die künftige Organisation des Komitatswesens herrscht aber noch immer eine starke Meinungsverschiedenheit im Ministerium. Diese könnte leicht eine wesentliche Mo­difikation von Seiten des letzteren herbeiführeu. Die Komitate hatten bisher das abnorme Recht, gegen die Erlasse der Regierung Vorstellungen beim Könige zu machen und die Erlasse selbst vor der Hand bei Seite zn legen. Erklärte dann der König die Regierungs- Dekrete für gesetzlich, so machten die Komitate aber­mals Vorstellungen, und dies fing immer von Neuem an, so daß der Einfluß der Regierung fast gänzlich gelähmt war. Wenn aber diese Autonomie der Komi- tate unter einer absolutistischen Regierung Vertheidiger gehabt, so muß sie jetzt bei der konstitutionellen Regie­rung jeder Einsichtige verwerfen.

Die Anhänger der Demokratie im Ministerium wollen den künftigen Comttatsversammllmgeii das Recht beibehalten sehen, die Erlasse der Regierung zu verwerfen, wobei aber der Regierung freistehen soll, die Comi- tats-Versammlung aufzulösen und die Wahl einer neuen zu veranlassen. Auf diese Weise würde Ungarn so viele Parlamente als Comitatc haben. Ungarn bedarf aber vor Allem einer kräftigen Regierung.

Die Antipathie der südslawischen Nation gegen die Magyaren wächs't von Tag zu Tag, und es ist an ein längeres Verbundcnsein dieser beiden Nationen nicht mehr zu denken. Die rücksichtslose Behandlung von Seiten der Magyaren gegen alle übrigen Kationen* unter Ungarns Kronen, als: Slawen, Deutsche, Wa­lachen, wird alsbald ihre Früchte in vollem Maße Her- vorbringen. Zum Beweise diene der in den südslawi­schen Provinzen, die Militärgränzen mitbegriffen , sich überall kundgcbende entschiedene Wille der Nation. So hat auch das waraSdiner Comitat, dem zunächst auch alle übrigen Jurisdictionen der verbundenen Königreiche folgen werden, gegen das magyarische Mini­sterium protestirt, und das peterwardeiner Gränzregi­ment wird in Folge der von dem Kaiser bekannt gemachten Constitution eine Nationalversammlung des ganzen Regiments halten, wo der innigste Verband der Militärgränze mit Croatien, Slawonien und Dalmatien ausgesprochen, die Einführung der Nationalsprache als Dienst- und Geschäftssprache beschlossen, über die Be­schickung der Ablegaten zur Nationalversammlung in Agram berathen und den Magyaren zu wissen gegeben wird, eher unterzugehen als das Haupt der Gränze unter das magyarische Joch zu beugen.

(Oesterreich. Ztg.)

S oh w e i z.

Zürich, 21. April. Schon wird den Lombarden vom Innern her Schweiz aus thatsächliche Hülfe geleistet,

Der sardinische Gesandte läßt eine Menge von Geweh­ren aufkanfen, und die Regierung von Bern trat ihm sogar vier (!) alte Kanonen nebst gefüllten Munitions- Wagen käuflich ab. Täglich gehen Sendungen der Art über Luzern und den Gotthard nach Italien. Da heißt es: Wie Du mir, so ich Dir. Die sardinischen Ge­wehre, welche dem Sonderbund geschickt wurden, sind dagegen meistens nach Deutschland verkauft worden.

(Schwäb. Merk.)

Basel, 22. April. So eben, 6 Uhr Abends, sehe ich 90 deutsche unbewaffnete Arbeiter in blauen Dem- den und von ziemlich gutem Aussehen unter ini'litanscher Begleitung durch unsere Stadt ziehen. Sie werden auf die badische Gränzen gebracht und dort natürlich frei gegeben. Es sind darunter viele Würtemberger und Badener, welche in Locle und Lachaurdefonds arbeiteten. Da sich in diesem Augenblick kein Militär auf der ba­dischen Gränze befindet, so können die Leute hingehen, wohin es ihnen beliebt. Heute Nacht noch sollen Wür­temberger in Lörach einrücken. (Schw. M.)

Pole n.

Krakau, 20. April. Die Gränze, die bisher offen gewesen, ist mit einem Male, wie im Nu mit einem starken Militär-Cordon besetzt worden. Ein Reisender, der so eben aus Warschau eintrifft, versicherte, daß heute daselbst in jedem Falle etwas Bedeutendes geschehen würde. Leicht möglich, daß die Besetzung der Gränze in Folge eines Ereignisses in Warschau erfolgt ist. (Schlcs. Z).

N n ß l a « -.

Warschau, 19. April. Die Schatz-Kommission hat auf Befehl des Statthalters den an der preußischen und österreichischen Gränze liegenden Zollämtern bis auf weiteres untersagt, kaiserliches Silbergeld ins Ausland führen zu lassen; ausgenommen sind nur kleine Summen, die zur Bestreitung der Reisekosten nöthig sind und nicht über hundert Silberrubel be­tragen. (Fr. I.) '

America.

New-Aork, 8 April. Der Senat und das Haus der Repräsentanten haben beschlossen, durch den Präsi- denten dem französischen Volke Glück wünschen zu lassen zur Errichtung der Republik. In Merico find neue Zwistigkeiten zwischen den amerikanischen Befehlshabern ausgebrochen. Jedenfalls kehrt der Ober­befehlshaber, General Scott, zurück, ein großer Verlust für das Heer.

Unserer schönen Korrespondentin, demMädchen von Klein schwalb ach" müssen wie bemerken, daß Einsendungen ohne Namensnnterschiift nicht berücksich­tigt werden können. Will aber unsere liebenswür­dige Freundin die Güte haben, uns ihren Namen nachträglich mitzutheilen, und vorerst noch den Aufsatz etwas besser auszuarbeiteu, so werden wir denselben mit Vergnügen in unsere Spalten aufnehmen, selbst auf die Gefahr hin, daß einige unserer verehelichen Leser und Leserinnenblutige Thränen weinen" oder gar rasend werden möchten."

Die Redaktion.

Beka « ntmachunge n.

Wohnnngsvevaudernttg.

(312) Das Handschuhe- und Pelz-Geschäft von Jacob GeiH befindet sich in seinem Hause, Ecke der Lang- und Oberwebergasse No. 17, dem Herrn M. Berl« gegenüber.

Wiesbaden, den 26. April 1848. Jacob Geis.

-------w:g --

\ Die Wehrmannsöhaft der Sten Compagnie

(316) Mehrere Hundert Körbe Kohl- St Kruchtspreu werden billig abgegeben bei

Carl Müller

in Massenh eim.

An meinem Landbanse am Mühlwoge i r e Parterrewohnung auf den 1. Juli, aus Verlangen auch gleich zu vormiothen.

Wilhelm Rücker.

i wird zu einer Versammlung im ülemienbof auf nächsten Samstag den 20. v. Mts., Abends 8 Uhr, zu einer Berathung eingeladen. .

(317) Die Hauptleute.

(319) Zwei junge Leute (Schüler) können gegen äußerst billige Vergütung Kost und Logt« erhalten bei Louis Brenner, Wagner- meister, Hochstâtte No. 3, nahe beim Criminal in Wiesbaden.

Abfertigung!

(314) In derFreien Zeitung" No. 53 be­findet sich ein Inserat, nach welchem der ortho- dore Theil der hiefigen Israeliten einen Vor­sänger durch Gebrüder Loyola suchen soll.

Folgendes zur Abfertigung:

Zwar hat das orthodoxe Judenthum geistige Kräfte genug, um zu beweisen, daß eS keine Loyola'schen Grundsätze hat; allein da jenes Inserat blos Spott ohne Grnnd enthält und nur die Absicht hat, die jüdische Orthodoxie zu verhöhnen, so halten ihre Bekenner eS unter ihrer Würde, mehr als folgende Worte darüber zu verschwenden:

Vivat, 4. März!

An die Wnhlmänner des XIII. Wahlbezirks in Rüdetzheim und Eltville.

(313) Da sich in den obigen Aemtern der all­gemeine Wunsch dahin ausgesprochen, ihre De-

putirten zur Stâudekammer aus ihrem Wahl­distrikt gewählt zu sehen, so glauben wir im Allgemeiueit Interesse auf den Herrn Carl Thomas TraverS in Lorch umsoniehr auf­merksam machen zu müssen, als er unsere An­sicht nach alle die Befähigung und Garantie in sich vereinigt, die das Rheingau an seine Deputirte stellen dürfte.

Freisinnig, unabhängig, intelligent, mit den Hoffnungen, Wünschen, Ansprüchen, Forderun­gen und J'itereffen der Bewohner dieses Di­strikts genau bekannt, dürfte unseres Dafür­haltens derselbe alle Berücksichtigungen für dies, Stelle verdienen, zu der wir ihn hierdurch em­pfehlen zu dürfen glauben.

Mehrere seiner Freunde.

(315) Bei Metzger HeeS in der Nerostraße sind möblirte Zimmer zu vermiethen, welche sich für junge Herren eignen, die das Gymnasium besuche».

$ Auch ist daselbst eine Grube Dung billig zn

Verantwortlicher Redacteur: Dr. Möller.

Verlag von H. Uscher SC C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.