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Der Militärausschuß erstattete über viele Milstar- augelegenheitcn Berichte, namentlich dw Unmiungs- kosten dcr Festung Mainz, die Anschaffung von Pon­tons für dieselbe, die Bestreitung mehren- Ausgaben der Festung Luxemburg "- 5 w- /^ ^ianlaffung eines Berichts der Militär- Commission wurde die aroßherzogl. Hess. Regierung ersucht, unverzüglich zu bewirken, daß nicht im Widerspruch mit den M 14 und 15 des Fesinngsreglements die Burgerbewaynung in Mainz unabhängig vom Festungsgouvernement aus- geführt werde, sondern die Bestimmungen jener §§. genau beachtet würden.

^ic Hingabe vieler Einwohner von Lauenburg, die Erfüll»na der Bundespflichten von Seiten des Für- sienthums Lauenburg betreffend, wurde einer Conmnl- sion zur Begutachtung überwiesen, ebenso eine Anzeige der Hannöverschen Regierung, M sie aus Requisition der Lauenbnrger Regierung Truppen zu deren Dwpo- siffo» gestellt^abt, zum Schutze des Landes gegen innere Unruhen. . ,

Der Hannöverische Gesandte zeigte ferner an, daß seine Regierung die erforderlichen Vorkehrungen zum Schutz ihrer Küsten getroffen habe, dicserhalb auch mit den Hansestädten in Benehmen getreten sei.

Der Luremhurgische und der Meklenburgische Ge­sandte zeigten an, daß ihre Regierungen, der-Anfforde- rung des Bundes gemäß, die Ausfuhr der Pferde ver­boten hätten.

Der Badische Gesandte beantragte eine, wenn auch nur provisorische Festsetzung angemessener Bestimmungen bezüglich der für die Verpflegung von Bundestruppen in andern Bundesstaaten zu leistenden Vergütungen, welcher Antrag einer Commission zur Begutachtung überwiesen wurde.

Dasselbe wurde hinsichtlich einer Eingabe des Aus­schusses des Vereins für die Leitung der Auswande­rung beschlossen, worin dieser Ausschuß bat, die Bun­des-Versammlung möge sich mit ihm wegen Beförderung der nationalen Zwecke des Vereins in Benehmen setzen.

Eine gleiche Beschlußnahme erfolgte auf einen An­trag der Bayerischen Regierung, wegen Verschaffung der erforderlichen Räume zur Casernirung der Be- saßlingstruppen in Ulm auf Kosten des Bunkes. (F. I.)

Deutschland.

Wiesbaden, 27. April. Heute-Nacht wurden wir kurz vor Mitternacht auf eine sehr beunruhigende Weise aus dem Schlafe 'aufgeschreckt. Unter dem Rufe, die republikanische Partei wolle das Pulvermagazin erstür­men , eilten eine Masse Bürger bewaffnet durch die Straßen, und gleich darauf wurde der Generalmarsch geschlagen. Die Nationalgarde sammelte sich aus den verschiedenen Allarmplätzen, und hier erfuhr man denn, daß von mehreren Personen ein Angriff auf das Pulvermagazin gemacht, und daß zwei Flintenschüsse auf die Wachtmannschaft labgefeuert worden seien. Der Wachtkommandant soll einen Schuß durch den Tschakko erhalten Habens ohne jedochIfelbst verletzt wor­den zu sein. Die Nationalgarde hatte sich in kurzer Zeit versammelt, und patrouillirte bis gegen 1 Uhr Nachts durch und um die Stadt, nachdem zuvor eine Abtheilung derselben, sowie das noch hier liegende Militär der Wachtmannschaft am Pulvermagazin zu Hülfe geeilt war. Nirgends wurde jedoch ein Feind entdeckt. Wir können der ganzen Sache keine be­sondere Wichtigkeit beilegen. Wir sind geneigt, den Vorfall für das Werk einiger wenigen schlechten Sub­jekte zu halten, und glauben, daß man schr^Unrecht dhut, die Schuld davon einer ganzen Partei aufbürden zu wollen.

Wiesbaden, 27. April. Heute ist eine Deputation der Stadt Limburg hierher gekommen, um die Negierung ö? Kuchen, den Bischof möglichst bald von dort zu ent­fernen, da sonst leicht Unruhen entstehen könnten.

So eben, Nachmittags 2 Uhr, ging der Nest unserer Artillerie, bestehend auS 4 Stücken Geschütz, nebst der nöthigen Mannschaft, so wie die Pionier- Compagnie von hier nach Baden db. Drei Com­pagnien der Nationalgarde mit Musik an der Spitze gaben der abziehenden Mannschaft das Geleit bis gegen Erbenheim.

Dillenburg, 26. April. Gestern wurde im ersten Wahlbezirke Prokurator Schenk dahier zum Abgeord­neten für die deutsche National-Versammlung mit großer Stimmenmehrheit gewählt.

Hadamar, 26. April. Hier wurde Geheime Lc- gativusrath Mar von Gagern in das Parlament erwählt.

Langenschwalbach, 26. April. Im 4ten Wahl­bezirke wurden dahier Regierungsrath Schepp in Wiesbaden zum Abgeordneten nach Frankfurt gewählt.

Von der Lahn. Das in Nr. 49 über Braunfels Gesagte ist nicht ganz richtig; eS wurde zwar ein Bür­ger/ auö dessen Haus zwei Bauern erschossen worden sind, stark mißhandelt und das Innere seines Hauses zerstört. Derselbe, mit Namen Weiß, ist aber heute noch am Leben; auch ist kein Beamter von den Bauern erschlagen, wohl aber wurden und zwar größtenthcilö von den Jägern des Fürsten 9 Bauern auf dem Rückzug erschossen. Die Sache wird von einem Beam­ten des Coblenzer Justizscnatcs untersucht. ES scheint, die beste Zeit der Braunfelser Angestellten ist vorbei, daher der Zorn derselben gegen die Bauern. Entweder sehen diese Leute den Lauf der Zeiten nicht, oder die Ohnmächtigen vermessen sich, ihn hemmen zu wollen. Jedenfalls war cs eine große Niederträchtigkeit, die Bauern auf der Flucht, wie gehetztes Wild zu er­schießen. Muß das nicht Erbitterung Hervorrufen? Fordert diese Schandthat nicht die ganze Strenge des Gesetzes? Schließlich möchten wir dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels noch einen Rath geben:

Da nämlich trotz der Soldaten und Förster das durchlauchtige Hoch- und Reh-Wild nicht mehr zu er­halten ist, weil die armen ausgesaugten Bauern ihre Selbsterhaltung zu dessen Vertilgung treibt, so möchten wir dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels rathen, alle seine Besitzungen zu verkaufen, nach Amerika über- zusiedeln mit Allen, welche Lust dazu haben, und in den Urwäldern mit seinen geübten Büchsenschützen die Düffelochsen zu jagen.

Mainz, 27. April. Unsere politischen Angelegen­heiten haben in den letzten Tagen eine überraschende Wendung genommen. Den Stand derselben, so wie der Parteien unserer Stadt, dürften Sie ziemlich klar aus den nachfolgenden Proklamationen entnehmen. Die­selben lauten wörtlich:

Erklärung.

Die Unterzeichneten, durch das Vertrauen ihrer Mit­bürger in das Bürger-Comite berufen, haben die Wahl in der Voraussetzung angenommen, daß sie im Stande sein würden, diesem Vertrauen in dem ihren Grundsätzen gemäßen Sinne zu entsprechen.

Sie haben sich getäuscht. In der gestrigen Sitzung des Comitc's hat dasselbe mit einer Mehrheit von 16 gegen 11, resp. 15 gegen 12 Stimmen folgende Be­schlüsse gefaßt:

1) Rücksichtlich des Wirkungskreises deS Comite S:

Das Comite erklärt, eS erachte sich befugt und ver­pflichtet, in Zukunft in allen Fällen beschließend einzu- schreiten, wo es eine solche Maßregel im Interesse deS öffentlichen Wohles für geeignet hält.

2) Rücksichtlich der bevorstehenden Wahlen für die konstituirende Nationalversammlung:

Das Comite erklärt, daß cs die dircctcn Wahlen als die einzig vcrnunftrcchtlichen und mit den Beschlüssen des Vorparlaments übereinstimmenden ansicht, und sich gemäß der vom Vorparlament ausgesprochenen Volks- souveränität für berechtigt hält, directc Wahlen für die

Nationalversaulmlung zu veranlassen, was es hiermit beschließt.

Die aus der Mitte der Unterzeichneten gestellten Anträge rücksichtlich dieser beiden Verhältnisse, welche somit theils durch das Annehmen der obigen Beschlüsse, theils direct verworfen wurden, sind folgende:

1) Daß das Comite erkläre, daß es hauptsächlich die Leitung der politischen Bewegüng für Mainz über­nehme, im Uebrigen aber zur Erhaltung der Ordnung die gesetzlichen Autoritäten zu stützen beabsichtige.

2) Daß das Comite aus Veranlassung des Gesetzes über inbircctc Wahlen, welches eben so sehr der Stimme J des Landes als dem Ausspruch des Vorparlaments zu- widerlaufe, das Ministerium auffordern solle, uuver- "^ 4 züglich die jetzt bestehende Kammer aufzulösen, vorerst jedenfalls, ehe über die Wahlen ein bestimmter Beschluß gefaßt werde, die übrigen Comite's des Wahlbezirks in kürzester Frist zu einer gemeinsamen Besprechung und Beschlußfassung einzuladcn.

Durch den ersten der oben angeführten Beschlüsse, hat die Mehrheit sich eine Macht bcigclegt, welche über allen bestehenden Gesetzen und Autoritäten steht, und hat als alleinige Richtschnur ihres Handelns ihre eigne Ansicht erkannt, und trotz der Gesetze durchzuführett erklärt.

Durch den zweiten Beschluß hat die Mehrheit den ersten bereits in diesem Sinne angewcndct, indem sie sich Kraft der Volkssouveränität berechtigt erklärt, das von der jetzt bestehenden gesetzgebenden Gewalt ausge- gangene Gesetz über die indirekten Wahlen aufzuheben und seinerseits direkte zu veranlassen, d. h. anzuordnen. )

Die Unterzeichneten können zur Ausführung dieser Beschlüsse nicht mitwirken; können und wollen nicht da­durch, daß sic fortfahrcn, dem Comite anzugehören, die Verantwortlichkeit der Folgen eines solchen Verfahrens auf sich nehmen.

Sie haben demnach ihren Austritt erklärt und über­lassen ihren Mitbürgern das Urtheil über diesen Schritt, welchen sie sich bewußt sind, nur nach reiflichster Erwä­gung nach Ueberzeugung und Gewissen gethan zu haben. Mainz, den 26. April 1848.

Aleitcr. Bartel. F. Bittong. L. Goldschmitt. J. Görz. Herns- heim. Knußmann. Lorch. C.

Michel. Scholz. Strigler.

Der Stadtvorstand von Mainz an seine Mitbürger.

Das in den letzten Tagen neugebildete Dürgercomite in Mainz hat in einer gestern abgehaltenen Sitzung durch Stimmenmehrheit Beschlüsse gefaßt, worin sich dasselbe nicht nur als Vertreter der gesammten Bürger- imb Einwohnerschaft von Mainz darstettt, sondern auch seinen Willen und seine Ansicht geradezu an die Stelle der Gesetze setzt und dadurch unter dem Scheine friedlichen Fortschrittes auf der Bahn der Freiheit gerade die Grund­pfeiler wahrer Freiheit, Gesetz und öffentliche Ordnung untergräbt.

Schon hat ein großer Theil der Mitglieder btcfeS Comitc's sich aus demselben zurückgezogen, Männer, welche gerne bereit waren, nach allen Kräften das wahre Wohl ihrer Mitbürger zu fördern. Schon lasten die unvermeidlichen Folgen bewegter Zeiten schwer auf uns, nur öffentliches Vertrauen kann uns vor gänzlichem Verderben bewahren, nur durch Festhalten an Gesetz u. Ordnung können wir die sociale Reform in allen Bezie­hungen zu einem erwünschten dauernden Resultate führen.

Der Stadtvorstand erachtet es daher für heilige Pflicht, diesen ungesetzlichen, Alles gefährdenden Dcstre- bungen entgegen zu treten, das Verfahren dieser Weni­gen Namens der größten Mehrheit seiner Mitbürger öffentlich zu mißbilligen und vor den Gefahren zu warnen, welche von einem gesetzlosen Zustande stets unzertrenn- lich sind.

Mainz, den 26. April 1848. V

Für den Stadtvorstand. » Der Bürgermeister, Nack.

abgetanst worden auf die Bühne, welche die Welt ist t|t somit vom politischen ZwinglianismuS zum Luther­thum ubergetreten, daß die Direktion alle Segel aufspannt, um nur noch einigen Wind zur Fortbewegung der tragen -ujeatermafdnne zu erhaschen. Wir wollen uidcsffn ganz zufrieden sein, wenn durch dieses Streben uns öfter solche Stücke vorgeführt werden, als der Eg- mont ist, den wir am zweiten Osterfeiertage sahen. Die Ruffi!Hrung war im Ganzen eine gelungene, und daS ____________ o. .........., .... ____,

war eine wahre Erholung nach der sehr schwächlichen mödicspielcn, die Kunst zum Handwerk wird.

DatMung desWilhelm Tell." Die Seele des Gan­zen, der Egmont selbst, fand durch Herrn Stölzel einen würdigen Vertreter. Es wird dieser Held mehr alS irgend ein anderer, nach Göthe's Art, in den ver­schiedensten Verhältnissen des Lebens vvrgefnbrt, nnd es ist daher für den Künstler keine leichte Aufgabe, ihn in allen diesen Lagen gleich vollkommen darzustellen. Als Mann deS Volkes, als Liebhaber, als Geschäftsmann

zu Hause, als 'für seine Ueberzeugung kämpfender und als sterbender Held, hat uns Herr Stölzel den Egmont gleich vortrefflich gegeben, und wir möchten diese Rolle nach demAcosta" undHamlet" zu den besten deS Hrn. Stölzel zählen. Leider kann man Fräul. Deny mit demClärchen" nicht dieselbe Anerkennung zu Theil

werden lassen, und sie hat um so weniger den Anfor­derungen genügt, als daS Publikum an dieses so be­rühmte Clärchen größere Ansprüche macht, als an irgend eine andere Heldin. Fräul. Deny ist fleißig das zeigt sich in den meisten bedeutenderen Rollen, aber bei ein wenig genauerer Beobachtung bemerkt man leicht, das; sie von frühester Kindheit an auf deu Brettern zu Hause ist, was fast stets die uuaugenehme Folge l at, daß das Streben zur Manier, das Darstellen zum Co-

Wenn

wir auch zugeben, daß Fräul. Deny ih einigen, nament­

lich mehr lyrischen Rollen recht hübsch ist, so ist cs doch gewiß und ausgemacht, daß das Fach der tragischen Hel­dinnen durch Fräul.'Deny nicht ansgcfüttt wird. Hr. Meyer hat die schöne Scene, in welcherTramen" vorkommt, vortrefflich gesprochen und erhielt mit Recht den vollen Beifall des Publikums. Hr. Deny hat durch die Darstellung desAlba" ein bedeutendes Ver­dienst weniger für das Publikum, als für eingekeilte Darsteller derartiger Rollen, indem er bis in die klein­sten Nuancen hinein gezeigt hat, wie man den Alba nicht darstcllcn soll. Dieses Dehnen der Worte, diese heroischen Stellungen der Füße, dieses Zurückwerfcn des KopfcS mit obligater Öffnung des Mundes, macht noch

keinen Alba, und eS ist zwar die Sitte der weniger be­gabten Schauspieler, bei der Darstellung intriguantcr und grausamer Charaktere die natürliche Stimme um einige Töne in die Tiefe hinabzuzwingen, eS ist indessen damit noch nicht erreicht, was ein gebildetes Publikum von einem Schauspieler zu fordern hat. Der Sohn war größer als der Vater; Hr. G re mm er alsAlba's Sohn" befriedigte alle Ansprüche, und wir hätten ihm nur in der letzten Scene etwas mehr wenn auch nicht Feuer, doch Antheil und Wärme gewünscht. Mackeuburg (Hr. Fischbach) war recht gut, Clärchen^ Mutter (Fräul. Stephani) genügte. Die ^.otts- scenen waren im Ganzen recht gelungen, wozu der Nansen" deS Hrn. Wollrabe das Meiste beigctrageu hat. Mit vollem Rechte gerügt werden muß aber, das; Hr. Heckmanns für den armseligen Preis deS Bei­falls der Kindermädchen und Lehrburschen denJettcr" zu einer Karrikatnr macht, die der Würde deS Stückes nur Eintrag thun kann. Das Publikum war auS- nahmsweise zahlreich versammelt lind zeigte seinen An­theil durch den lebhaften Beifall, der dem Helden und Hrn. Meyer zu Theil wurde.