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Freit Zeitung.

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âeißeit und Recht! ^^

JVg. Wresbaden Freitag, 28. April L8â8.

DieFreie Zeitung" erscheint täglich in einem Bogen. Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter; auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnements-Preis vom 1. März bis 1. Juli d. I. beträgt hier in Wiesbaden 2 st.; auswärts durch die Post bezogen innerhalb des ganzen Herzogthums Nassau, des Großherzogthums Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, sowie der Kurhesfischen Provinz Hanau 2 fl. 4u tr. inner­halb aller übrigen Thurn und Tarissschen Postbezirkm

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Ueber naffanische Eisenindustrie.

(Forts. des in Nr. 37 enthaltenen Artikels )

Ich überlasse cs jeden: unbefangenen Beurtheilet', die Vortheile solcher Anlagen mit den bisherigen Zu­ständen unserer Industrie in Vergleich zu bringen, und bemerke zum Nachweise des Obigen nur noch Folgen­des: Nach dem früher Gesagten sollen 2 3 des Hoh- ofenproductes in Eisen Nr. 1 (Common kon), ^r. 2 (best-kon) und Nr. 3 (best-best-kon) verarbeitet werden. Das jährliche Gußciscuproduct eines Hohofens habe ich zu 126,000 Ctr. angciiominen. Um dieselben in Eisen Nr. 1 zu verarbeiten, sind ungefähr 226,800 Ctr. Braunkohlen, um aus Eisen Nr. 1 das von Nr. 2 zu verfertigen, 180,000 Ctr., und um aus Nr. 2 das Eisen Nr. 3 zu gewinnen, 150,000 Str., also in Summa 566,800 Ctr. Braunkohlen erforderlich. Nehmen wir hiervon % weg, da ja nur % des Hohofenproduetes so verarbeitet werden sollen, und multipliciren das Uebriae nach der Zahl der projectirten Hohofen mit 6, so erhalten wir im Ganzen 2,267,000 Ctr. Braun­kohlen als nöthiges Brennmaterial, womit die obige Angabe von 750,000 fl. als circulirendem Capital in Ucbereinstiminung steht, wenn der Ctr. Braunkohlen auf den Halden zu 7 Kr. verwerthet und dazu die Fracht in Anschlag gebracht wird.

Fassen wir nun das Bisherige zusammen, um an diesem Beispiele zu zeigen, wie groß der Vortheil ist, den uns die vorgeschlagene Verarbeitung in Vergleich zunl bloßen Eisensteinhandel bringt. Es beträgt das ctrcuHrcnbc Capital, welches hervorgebracht wird

a) durch Handel allein: 500,000 560,000

Summa 1,060,000 Gulden;

b) durch Handel und Arbeit: 1,060,000 400,000 750,000 und

1,000,000 [=] als Gewinn.

Summa 3,210,000 Gulden, wobei noch gar nicht diejenigen Summen in Rechnung gebracht sind, welche der Walzwerkbetrieb selbst in Um« lauf setzen würde.

Schließlich noch Einiges über die dritte Frage, welche die Aufbringung der bedeutenden Kapitalien be­trifft, die zur Ausführung des Unternehmens nothwen­dig sind.

Es konnte dies geschehen

t) durch fremde Kapitalisten, die sich im Herzogs thume niederließen,

2) von Seiten des Staates allein,

3) dadurch, daß der Staat mit feinen Bürgern sich affociirt,

4) endlich so, daß Staatsbürger sich dazu in eine Gesellschaft vereinigen, und zwar unter dem Schutz der Negierung.

Der erste Vorschlag empffchlt sich wenigstens da­durch, daß er fremde Kapitalien einführt; aber es darf nicht übersehen werden, daß dieselben durch Zinsen, Til- guugszinscn ii", schon nach Verlauf weniger Jahre wie­der auSwaudcrn, sowie daß dabei die Arbeit selbst nicht so gesichert erscheint, als cs bei einheimischen Kapitalisten der Fall ist Dagegen empfehlen sich mehr der zweite und dritte Vorschlag, weil mit denselben auch der Ge­winn im Lande bleibt ; und insbesondere ist es der dritte, dem ich vor allen den Vorzug einräumen möchte, weil er den Forderungen der Zeit am meisten entspricht, sofern cs jedem Staatsbürger und jedem Arbeiter mög­lich gemacht werden kann, an dem Gewinne des Un­ternehmens, für welches er arbeitet, Theil zu haben. Nur in dem Falle, daß sich der dritte Vorschlag wegen besonderer Hindernisse nicht verwirklichen ließe, würde ich zu dem letzten rathen.

Meine Ansicht geht demnach dahin, daß der Staat etwa die Hälfte des erforderlichen Kapitals gebe und der Rest durch Actien von nur zehn Gulden gedeckt werde.

Es ist von unendlicher Wichtigkeit, daß dem alten Wucherregimente, bei welchein nur der Reiche sich an vvrthcilhafteu Geschäften betheiligen konnte, endlich ein­mal der Garaus gemacht werde, und daß der minder Bemittelte auch für sich die Wege geebnet sieht, bei Fleiß und Sparsamkeit zu einer besseren Lebenslage zu gelangen. Das ist der Grund, warum ich Actien von so geringem Werthe in Vorschlag bringe. Auch der Aermste soll an großen Unternehmungen Gewinn und Freude haben können; damit hebt sich die Lust am Le­ben und die Liebe zum Vaterland. Wer die bisheri­gen Nichtswürdigkeiten in dieser Beziehung, die in Frankreich und andern Ländern vorgekommcn sind, kennt, wird es verstehen, warum ich gerade darauf ein bedeu­tendes Gewicht lege. Ich füge noch hinzu, daß ich da­bei die Leitung des Staates für durchaus förderlich halte, und daß es mir äußerst.wichtig erscheint, den Eisensteinhandel mit dem Auslande bald gänzlich zu be­seitigen und die in fremden Händen befindlichen Gru­ben so viel als möglich anzukaufen oder die Eigenthü­mer in geeigneter Weise dahin zu bestimmen, den von

ihnen geförderten Eisenstein ganz oder theilweise unsrer Industrie für einen contractiichen Preis zu überlassen.

Die Zeit ist groß. Die Bahnen, die wir einzu- schlagcn haben, sind neu. Was geschehn: muß, drängt. Wer etwas Versäumtes nachzuholen hat, eile! Die nassauische Industrie bedarf vor Allein kräftiger Unter­stützung und Hebung. Darum rasch voran, damit wir nichts verschlafen!

Deutschland.

Wiesbaden, 26. April. Durch den früheren Obrist- licutenant von Breidbach-Bürresheim, welcher gestern Abend spät hier eingetroffen und die Affaire von Freiburg persönlich mitgemacht hat, erhalten wir folgenden ausführlichen Bericht: Das 1 ste Bataillon des 2ten Regiments unserer Truppen, dem sich unser Berichterstatter angeschloffen hatte, traf am 24. d. bei Tagesanbruch mit der Eisenbahn vor Freiburg ein. Daselbst angekommcn, nahm es vorerst Position dicht am Bahnhöfe, später auf dem Felde vor der Stadt. Sofort wurde ins Hauptpuartier nach St. Georgen die Meldung übermacht, daß das Bataillon angekommen sei. Gleich darauf traf der commandirende badische General von Hoffmann ein, und etwa eine Stunde später 2 Bataillone Hessen, 2 Baitaillone Badener, 1 Schwadron badische Dragoner und 2 Batterien Artil­lerie. General von Rossmann traf nun ungc- säumt seine Dispositionen, denen zufolge 2 Compagnien Nassauer und 2 Compagnien Badener als Ti- railleurs in die Weingärten vor der Stadt und mehrere Compagnien Hessen auf die andere Seite der Stadt entsendet wurde, während die Artillerie Position nahm, um die Barrikaden , die an allen Zugängen zur Stadt errichtet waren, zusammen zu schießen. General v. Hoffmann ließ nun die Stadt nochmals zur Ueber« gäbe auffordern, dann aber, als diese Aufforderung er­folglos geblieben, ließ er sofort das Artillericfeuer er­öffnen. Nachdem etwa 50 Schüsse erfolgt, waren die Barricadcn dcmolirt, worauf der Befehl zum Sturm ertheilt wurde. Ein halbes Bataillon Badener, ge­folgt von einem halben Bataillon Nassauer mit v. Holbachs Compagnie an der Spitze auf bem rechten Flügel, rückten im Sturmschritt vor und drangen mir gefälltem Bajonnet in die Stadt ein, während die Frei­schärler sich dllrch das Schwabenthor in die nmliegen- Berge zerstreuten. Beidieser Affaire ecobcrtentdieNassauer 2 Canonen u. 2 Fahnen. Um 2* 2 Uhr Nachmittags war Freiburg besetzt und die Bewohner der Stadt, früher von unbeschreiblicher Angst erschreckt und unthätig, kamen den cinzichcudcn Truppen freudigst entgegen, um Quar-

Ein Herz für Schleswig.

(Fortsetzung.)

2lls die Dänen den slavischen Fürsten Wratislaw, der in Fricdensgeschäftcn mit freiem Geleite auf ein dänisches Schiff kam, gefangen halten wollten, erklärte Knut, er werde sich von dem durch solche Treulosigkeit beschimpften Dä­nemark auf immer loosagcn. Dies wurde ihm abermals als eine feindliche Abneigung gegen Dänemark, als eine gefährliche Begünstigung der Fremden zum Vorwurf gemacht; man ging so weit, zu behaupten, Knut fei blos aus persönlichem Interesse für den Slaven ausge­treten.

Als zu Ripcn das Beilage:- des Prinzen Magnus, der mit königlichem Titel Südgothland beherrschte, gc- mert wurde, erschien Herzog Knut in prächtiger deut- 'cher Hoftracht. Da gingen die dänischen Prinzen so weit, bem Helden ins Angesicht zu sagen, feine weich- ' 'c". Gewänder würden ihn schlecht gegen die Streiche u feindliche,, Schwerter schützen. Zornentbrannt cnt- gtgin e Knut: Scht zu, daß ihr unter euern Schafspel- ze» nicht zu Cchafn, werbet!

~ höchsten Grad erreichte die Feindschaft gegen

Knut, als im Jahre 1126 der Wcndcnkönig Heinrich starb uiib Knut Laward sich zum deutschen Kaiser Lothar begab, um von ihm den königlichen Titel und die Wcn- benfrone als Lehen zu empfangen. Lothar krönte den Herzog von Schleswig zum König der Wenden und erhielt dafür reiche Geschenke, unter andern: ein präch­tiges Roß mit goldenen Hufbcseblägcn.

Als König heimgekehrt, befestigte Knut den At- berg, das heutige Scgebcrg, und rüstete ein großes Heer aus, um seine neue Würde gegen einige hcidmsä'c Neben­buhler zu behaupten. Sein Ansehen war so groß, daß sich dänische Große an ihn wandten, um ihre Streitig­keiten zu schlichten und sich das Recht zu verschaffen, welches sie bei dem schwachen und tragen König tztièlü vergebens suchten. Selbst in der königlichen Familie war Knut mächtiger als der König. Die Prinzen Erich und Harald bedrohten das Reich mit einem Bürgerkrieg. Niels war nicht im Stande, ihren Zwist beizulegen. Da rief Knut Laward die Prinzen vor sein Gericht nach Schleswig. Sie gehorchten dem mächtigen königlichen Herzog, und dieser legte ihnen den Frieden auf und vertheilte die Güter unter sie, um welche sie gestritten.

Nun glaubten die Feinde Kunt's nicht länger zögern zu dürfen. Sie klagten ihu beim König dticlo des Hoch-

vcrrathes an, indem er sich bereits die königliche Gewalt anmaße imb offenbar damit umginge, die Krone Däne­marks an sich zu reißen und sie dem deutschen Reiche untertänig zu machen. Niels entsetzte sich über die Ge­fahr , die ihm angeblich bevorstânde , und forderte den Angeklagten unverzüglich vor das Gericht der dänischen Rcichöversammlung

Knut gehorchte. 9Kv Herzog von Schleswig ritt er dem König entgegen, sprang ab und half dem Leliens- berru ehrerbietig vom Pferde. Als aber darauf in der Rtichsversammluug König Niels, mit der Krone gc- schmückt, einen prächtigen Thron bestieg, ließ Knut für sich einen ähnlichen dem dänischen gegenüber aufseiten und erschien als König der Weiiden, umgeben von uti Großen seines Hofes.

Hierauf trug König Niels selber die .u läge vor. Sie lautete dahin , Knur sei von Dänemark abgefa cn, maße sich ungebührlich den königlichen ritcl au um wolle dem König Nielö die bliebe Krone rauben.

Knut hörte diese schweren Be,chuldigungen mit stolzer Gelassenheit an. Als der König geenbet, stand Knut auf, stützte h* auf sein Schwert und hielt mit lauter, weithin schattender Stimme folgende Vcrtheidi- gim^rcbe i