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Wiesbaden. Samstag, 22. April

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Wegen des hohen ChKrfrelttnzÄfestes erscheint morgen den 23. keine Zeitung.

Schleswig-Holstein und die dänische Anttinßung.

Dänemark hat die in den Wiener Tractaten ihm preiSgegebenen deutschen Provinzen jahrelang in ihren Rechten bedrängt und endlich jetzt mit Waffengewalt überzogen. Der Bürgerkrieg wüthet in diesem natur­widrig aneinandergcschmiedeten Reiche. Schon füllt der Hülferuf der bedrängten Brüder die öffentlichen Blätter und zerreißt Ohr und Herz des dentschen Volks. Denn allerdings sind diese Provinzen gegen­über dem längst gerüsteten, durch eine Kriegsflotte un­abwehrbar unterstützten Heer ihrer Feinde dringender Gefahr ausgesetzt, haben bereits schweren Verlust er­litten und Tag für Tag an Menschen und Land noch schwerern zu besorgen.

Was thun die deutsches Regierungen gegenüber diesem für ganz Deutschland schmachvollen Angriffe?

Der ehemalige indirekte, wackelige, nicht Ja, nicht Nein sagende Bundestagserlaß sei im Schweigen be­graben! er gehört der lendenlahmen Zeit vor der Er­hebung Deutschlands an. Aber jetzt? Noch un­terscheidet der Bundestag vorsichtlich zwischen Holstein und Schleswig und begnügt sich, aus seinem Nathsaal her den Schritt Preußens gu genehmigen. Die preußi­sche Zitgierung aber hat einige tausend Mann nach Holstein -geschickt, CtTKn Kanonendonner von Schles­wig herüber vernehmen können. Auch von andern Regierungen, hört man, wird gerüstet oder schon mar- schirt.

Ist das die Haltung , die Deutschland in den Ta­gen seiner herrlichsten Erhebung gebührt? Und ist das die Weise, wie die Negierungen sich der Aufgabe und dem Aufschwung des Vaterlandes gewachsen zeigen, in den Völkern, deren Zutrauen so tief erschüttert ist, Vertrauen auf ihre Macht und ihren Muth neu er­wecken und steigern wollen?

Entweder, Oder!

Hat Deutschland Furcht vor dem Krieg, oder er­kennen die Regierungen das Recht der dänischen Aii- sprüche und nebenbei vielleicht auch die Plünderung der deutlchen Schiffahrt durch den Sundzoll an: so ziehe man alle Truppen zurück, erkläre sich unbechkiliat am Kampfe, spreche den Dänen das Recht zu! Das wäre niederschlagend und unverantwortlich nach allem bisher Behaupteten und Begonnenen, aber cs wäre doch ein ganzer und offener Entschluß.

Will man aber das Recht der deutschen Provinzen und die schmählich und tückisch angetaftete Majestät des deutschen Volks bewahren, oder vielmehr wic-

derherstellen und rächen: so führe man den Krieg mit Energie, ohne nur einen Tag Aufschub. Dann lasse man nicht ein paar tausend Mann in Rendsburg pa- radiren, sondern werfe 40,000 oder 50,000 Mann aus den Kampfplatz. Dann nachtwächwre man nicht an der Eider, sondern nehme Schleswig und ganz Däne­mark, soweit cs ohne Flotte erreichbar ist. Dann säume und zögere man nicht, so wenig wie Dänemark gezögert hat, damit die Fremden nicht spötteln: wir hätten nach der ersten Ohrfeige gefragt, ob das Ernst sei und so fortgehen solle? Wenigstens die Lehre sollten doch unsere Generale aus Napoleons Zeit behalten haben, wieviel im Kriege der Tag gilt und wie die ganze Entscheidung davon abhängt, die genügende Macht zuerst auf dem Kampfplatze zu haben.

Wohl wissen wir, daß, auch nach längerer Vcr- säumniß, und wär' auch ganz Holstein schon genommen, Deutschlands Kraft noch des Sieges gewiß sein kann. Aber gar nicht die Verluste zu erwähnen, die der Aufschub und dann die Wiederherstellung kostet wer­den die Regierungen es verantworten können, die Ehre Deutschlands und die Wohlfahrt der unterdrückten Pro­vinzen so lange, nur einen Tag länger als die Ent­fernung gebieterisch vorschreibt, angctastet zu lassen? Wird das deutsche Volk so lange zusehn? und wie wur­den die Regierungen einen vollständig sich organisiren- den Freischadumkampf mit allen seinen Gefährden und Folgen hemmen oder ungefährlich zu Ende gehen lassen? Und Preußen ! Wo könnte seine (wie man gesagt hat) unübertroffene Wehrverfassung und sein Beruf, an der Spitze der Bewegung zu gehen, besser bewährt, wie könnte der Wunsch aller wahren Freunde Preu­ßens und Deutschlands, die preußische Regierung voll­kommen versöhnt mit der Stimmung in Deutschland und hochgestellt zu sehen in der öffentlichen Meinung: wie könnte dieser Wunsch und dieses Bedürfniß eher und besser Erfüllung finden? Preußens Regierung be­darf jetzt einer solchen Versöhnung und Erhöhung eben so und noch dringender, als nach 1806; denn damals war es nicht weiter zurückgeblieben, als die andern deutschen Regierungen.

Will man also nicht Dänemarks Anmaßungen er­tragen und wie könnte man ? so sei Krieg! Krieg lieber heut als morgen! Krieg mit vollster Hecreskraft und ganzem Willen! Und als Ziel stecke man sich nicht diese dynastisch-diplomatischen Schlcichcreien der alten volksfremdcn und volksfeindlichen Politik; etwa, daß der Danenkönig lebenslang als dcutschcr Bundcsfürst die Provinzen nutznieße oder regiere u. s. w. Nein! Seine Kugeln haben ihm den Abschied gepfiffen. Als

Ziel setze man sich die Zurücknahme aller deuten Pro­vinzen vom Dänenreich und die Besetzung aller crlang- baren dänischen, bis Dänemark allen Kriegsschaden, so weit cs nur möglich, reich ersetzt hat. Auch Holland wird sich dann zweimal besinnen, Deutschlands Geduld zu mißbrauchen.

Wohl kennen wir die Bedenken des Krieges. Er wird Geld und Menschen kosten. Er kann England, Frankreich, Rußland zum Beistand Dänemarks herbei- zkchen. Er kann mit innern Unruhen Zusammentreffen. Allein diese Bedenken sind nicht entscheidend, zum Theil ganz grundlos.

Geld und Menschen zunächst, man hat für die Behauptung Italiens und bei hundert anderen Anlässen bis auf diese Tage nicht damit gegeizt, und wird es heute wo jeder in edlem Aufschwung unfähig ist zu ängstlicher Rechnung, am wenigsten nöthig haben, Geld und Menschen werden durch einen hingezogenen Krieg in größerer Masse und nutzlos aufgezehrt.

Frankreich hat zu viel mit sich zu schaffen, als daß cs den Krieg wollen könnte, wenn sich seine Re­gierung und das Volk auch nicht schon aus edleren Gründen gegen denselben ausgesprochen hätten. Wollte es aber Krieg, so würden nicht Dänemarks entlegene und ungerechtfertigte Interessen, sondern die gefährdete Selbstständigkeit deS für Frankreich so wichtigen Ita­liens, oder das alte Gelüste nach der Rheingränzc den Anlaß geben, und dann würde der Krieg doch nicht ausbleiben.

England wird bald soviel in sich selber zu wehren und zu thun haben und hat.beiläufig, ungeachtet des glänzenden Ausgangs, noch so viel an den Wunden aus seinen Interventions-Kriegen gegen Napoleon zu heilen, deren Folgen unter anderen die unnatürliche Steigerung der Industrie und die Höhe der National­schuld sind, daß cs schwerlich Beruf finden möchte, für Dänemark zurüsten. Ihm liegt es nach Interesse und Gerechtigkeit näher, sich mit Deutschland gegen Rußland zu rüsten, als mit Dänemark gegen seinen besten Kundmann, gegen das flotten- und provinzenlose Deutschland.

Rußland endlich wird uns unfehlbar den Krieg machen nämlich wenn cs kann. Aber nicht um Dänemarks, sondern um Polens und seiner deutschen Provinzen willen, und besonders: weil der Despotismus die Nachbarschaft der Freiheit um feiner eigenen Sicherheit willen nicht ertragen kann nämlich wenn er nicht muß.

Nun aber, droht uns irgendwo Krieg, so ist ja um so eher mit dem dänischen Kampf zu Ende zu eilen,

Der schwarze und der weiße Adler.

Jin Teutoburger-Walde,

Da dröhnet Schlag auf Schlag, Bis an des Berges Halde Entglimmt der Freiheit Tag.

Und feile Römerhorden, Die hat der Tod gemäht, Daß in dem deutschen Norden Die Freiheit neu ersteht.

Und was dem Tod entronnen, Von Hermann'« Racheschwert, Das hat sich nicht besonnen, Ist fliehend heimgekehrt. Da schallt durch Deutschland Anen Und tönt den Rhein entlang Ein Lied, so durch, die Gauen Germanien'« mächtig klang.

Und bei des Liedes Tönen Da galten Hand in Hand Die Väter mit den Söhnen Wohl durch das deutsche Land.

Da manches Schwert gebrochen Am Römerhügel liegt;

Es war die Schmach gerochen, Des Barus Heer besiegt.

Und sieh, was unter Eichen Erglänzet hell von fern, Umwallt von grünen Zweigen Und leuchtend, wie ein Stern. Es scheint, wie dunkle Schwingen Und wieder weiß und rein. Die Männer vorwärts dringen, Welch Kleinod mag's wohl sein?"

Von rüm'schem Gold umglänzet Zwei Adler stolz und kühn, Von deutschem Laub umständet, Im Sonnenscheine glüh'». Der eine, schwarz und dunkel, Blickt wie der Rache Geist, Ein silberhell Gefunkel Den andern licht umkrtist.

Das find die beiden Aare, So in der Römerschlacht

Zu Deutschland'S Hochaltare Der Freiheit Gott gebracht. Und im Triumphe tragen Sie heim das Zwillingspaar: Die ihr mit uns geschlagen Die Schlacht, euch werd' ein Aar l"

Väter der Jagellonen, Sie schlugen Hermann's Schlacht, Sah'n römische Legionen Wie er, versenkt in Nacht. Den treuen Siegsgenoffen Arminius drückt die Hand, Ein Bund war schnell geschlossen, Der weiße Aar das Pfand.

lind in hem Strom der Zeiten Entrauschet Jahr um Jahr: Die Schwingen aus that breiten Der deutschgeword'ne Aar. Doch, wie er recht zum Schutz« Den Fittig schwebend trägt, Da haben sie zum Trutze In Fesseln ihn gelegt.