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Stimmenmehrheit ans folgenden Personen zusammcugesetztwurde: Amts-Accessist Oppermann, Hofrath Vogler, Wilhelm Deul, ' Kaplan Creutz, Carl Lorenz, August Pilgrim, Gust. Dünkelberg, Philiop Scher, Aler Hoffmann, J. G. Heß, Jean Heck, G. Ph. Baltzer, Aug. Chelius, Georg Schmidt, Real- lehrer Schübler, Siegmund Seckel, Carl Meininger, Ober- lieutenant Schreiner.
Die sechs letztgenannten Personen sind als Ersatzmänner bestimmt, im Fall einige der Ersten verhindert sein sollten.
Das Wahlcomite wird nach Kräften dahin wirken, daß nur freisinnige Männer und besonders keine Anhänger der Jesuitenpartei in die Kammer kommen.
Karlsruhe, 12. April. Der Großherzog von Baden hat eine Erklärung über die Bestimmung der erwarteten hessischen, bayerischen und würtembergischen Truppen erlassen, um die ausseizenden Gerüchte, als seien sic zur Unterdrückung der neuen Freiheit bestimmt, zu widerlegen. Er macht auch den Aufwieglern Vorwürfe darüber, daß sie diese freundnach- barlichen deutschen Truppenabtheilungen als Fremde darstellten und hierdurch zur Gewalt gegen sie auffvrdcrten. Die Truppen seien nur bestimmt, um bewaffnete Arbcüerschaaren aus Frankreich vom Eindringen in Baden abzuhalten. Ueber diese Freischaaren gibt ein Brief des Obmanns der ersten Compagnie, Fischer, in der deutschen Zeitung genügende Auskunft. Von einzelnen schlechten Menschen und durch Briefe sind sie über den Zustand Deutschlands getäuscht worden; man hatte ihnen gesagt, Friedrich Wilhelm IV. sei strangulirt, die bayerischen und preußischen Rheinlande hätten sich mit Baden rc. als eine Republik konstituirt, cs sei die deutsche Aciheit in Gefahr, wieder unterdrückt zu werden; kurz man hatte es ihnen als eine heilige Pflicht hingestellt ihren bedrängten Brüdern in Deutschland bewaffnet zu Hülfe zu eilen. Verblendet und irre geleitet sammelten sie sich in Straßburg, wo sie Waffen und Geld erhalten sollten, aber natürlich nicht erhielten. Dort erfuhren sie den wahren Zustand unseres Vaterlandes und erklären, daß sie weit entfernt sind, ihre Hände zum Vergießen von Bürgerblut zu bieten. Sie hielten ihre Hülfe für nöthig und es war eine reine und edle Absicht, wenn sie nicht säumen wollten, im vermeintlichen Kampfe für die deutsche Freiheit mitzuwirken. Sie sind belehrt, daß diese bewaffnete Hülfe überflüssig ist und stehen mit Freuden davon ab, indem sie nun diejenigen verwünschen, welche ihnen die falschen Vorspiegelungen machten. Was einzelne Aufwiegler verschuldet haben, darf man daher nicht dem ganzen deutschen Arbeiterstande in Frankreich zur Last legen.
Berlin, 9. April. Wie ich mit Bestimmtheit erfahren, haben die Vertteter der Provinz Westfalen zum deutschen Reichstage folgende Personen gewählt: 1) den Landrath Freiherrn von Vincke, 2) Justizeommissar Plange, 3) Landrath von Dolffs, 4) Krause (Lehrer in Iserlohn), 5) Landrath v. Holzbrink, 6) Geh. Rath Hüffer (Oberbürgermeister in Münster), 7) Landrath von Borries, 8) Justizeommissar Baare in Paderborn, 9) C. Schneider in Siegen, 10) Gras v. Boch- holj, 11) Berger, 12) Gierse (Justizeommissar in Münster), 13) Linuenbrink, 14) Amtmann von Zurmühlen. Die unter
4, 6, 8, 9 und 12 angeführten gehören den Provinzialständen nicht an. (Düsseld. Z.)
Köln, 11. April, 5% Uhr Nachm. Soeben sind die Gefangenen des hiesigen Arresthauses, mehrere Hundert an der Zahl, mit Gewalt ausgebrochen. Der Generalappell ruft die Bürgerwache zu den Waffen und Alles ist in unruhiger Bewegung, da unter diesen Gefangenen viele gefährliche und kühne Verbrecher sind. Heute Mittag wurden an hiesige Handwerker, die Arbeiter beschäftigen, Drohbriefe geschrieben, worin sie unter Todesdrohung zur Wegschickung aller nicht- kölnischen Arbeiter aufgefordert werden. An den Dombau- meister Zwirner stellte eine Rotte, die sich gestern Abend vor seinem Hause sammelte, die nämliche Forderung. (F. I.)
— (Stimme aus England über die Schleswig- Holsteinische Frage.) Bei der Wichtigkeit, welche die Stellung Englands zur Schleswig-Holsteinischen Frage hat, wird man folgende Stelle aus dem Briefe eines englischen Correspondenten des Morning - Chroniele in Hambnrg mit Interesse lesen. Nachdem er die dortige Aufregung in dieser Beziehung geschildert, fährt er fort: „Auch müssen wir die Folgen, die für unsern Handel entspringen könnten, in Betracht ziehen. Sobald Holstein (!) und Schleswig beutle Provinzen werden, sind Hamburg und Bremen für England verloren, denn das Ganze wird dann in den Zollverein auf- ,genommen werden, und der noch bestehende Handel (Englands) hört damit auf. Schon ist dieser Handel in Gesahr, schon sieht man Hunderte von Fabriken für die Versorgung des Innern arbeiten, da englische Manufacturen nicht gebraucht oder durch den Zoll prohibirt werden. Wir dürfen also diesen Gesichtspunkt nicht aus den Augen verlieren, unsere Regierung darf nicht glauben, daß das Freihandelssystem in diesem Lande durchdringen wird, oder daß Hamburg und Bremen in ihrem gegenwärtigen Zustande bleiben können. Es ist besser, man läßt sich die SuiidMe so gefallen, wie sie sind, als daß man die Zoll-Linie bis auf Hclsingoer verschieben läßt." Deutlicher kann der englische Egoismus nicht ausgesprochen werden!
Wien, 6. April. Aus Zara vom 29. März schreibt man dem Journal des österreichischen Lloyd: Wir leben hier in der größten Besorgniß. 20,000 Türken sollen im Anmarsche nach der Grenze sein und einen Einfall in unsere Provinz beabsichtigen. Eine Rotte von Croaten, Licanern und Albanesen wollte die Stadt überrumpeln; aber noch zeitig genug unterrichtet, verschlossen wir die Thore und befestigten uns, so gut rs in der Eile möglich war, und dieselbe hat sich dann unverrichteter Sache zurückgezogen. — Cattaro ist von den Montenegrinern bedrängt, welche dort viele Häuser zerstörten und 80,000 fl. raubten. — Rach Pago sind aus die Nachricht von einem dort ausgebrochenen Aufruhr Truppen von Cattaro abgesendet worden. (Oestr. Z.)
Frankfurt, 13. April. Die von Würzburg heute Abend spät hier cintreffende freiwillige Mainfchaar, welche über Köln mittelst der Eisenbahn nach dem Norden Deutschlands, nach Schleswig-Holstein, sich begibt, wird Freitag den 14. d., Morgens 10 Uhr, im „Gasthaus zum Donnersberg" (in der Nähe des Fahrthors am Main) versammelt sein.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. Möller.
Verlag von H. Fischer Lt C. Ritter. — Druck der C. Ritter'fcheu Buchdrucker«.
(Hierzu eine Beilage.)