Freie Zeitung.
^N 43, Wiesbaden. Samstag, 18 April 1848.
âerhett und NerhL!
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Verhandlung der Bundesversammlung.
31. Sitzung vom 11. April 1848.
In der heutigen außerordentlichen Sitzung wurde beschlossen :
1) Die kurhèssische Gesandtschaft zu ersuchen, unverzüglich von ihrer Regierung Auskunft über die Veranlassung und den Hergang der heute bekannt gewordenen neuesten Er- eig nisse zu Kassel zu verschaffen und der Bundesversammlung mitzutheilen.
2) Auf den Antrag, welchen die k. preußische Regierung in Uebereinstimmung mit den betheiligten Provinzen gestellt hat, Ost- und Westpreußen in den deutschen Bund aufzuneh- men, diese Aufnahme mit freudiger Anerkennung der hierdurch bethätigten nationalen Gesinnungen auszusprechen, die zur Ausführung dieses Beschlusses erforderlichen Maßregeln aber bezüglich einer Abänderung der BundeSmatrikel u. s. w. vorerst von den betreffenden Ausschüssen begutachten zu lassen.
32. Sitzung der Bundesversammlung vom
12. April 1848.
In der heutigen Sitzung trat als neuer kurhessischer Gesandte der Professor Dr. Jordan ein:
Von badischer Seite wurden die aus öffentlichen Blättern schon bekannten Maßregeln wegen Weiterbeförderung der aus Frankreich kommenden Polen zur Kenntniß der Bundesversammlung gebracht, welche Anzeige einem Ausschuß überwiesen wurde, weil Baden erwartet, daß ihm die durch jene Maßregel erwachsenden bedeutenden Kosten nicht ausschließlich zur Last bleiben, und zu erwarten ist, daß auch von andern Staaten ähnliche Reklamationen erhoben werden.
Von dem Militärausschuß wurde über die Verprovianti- rung der Festung Mainz und die Ergänzung der Lazarether- fordernisse Bericht erstattet und beschlossen, für diese Ausgaben weitere 350,000 st. zu verwenden.
Auf den Antrag des Ausschusses für die Schleswig-Hol
steiner Angelegenheiten erklärt die Bundesversammlung in weiteren Verfolg des Beschlusses vom 4. dieses r
1) daß, falls von k. Dänischer Seite die Einstellung der Feindseligkeiten und die Räumung des Herzogthums Schleswig von den cingcrücktcn dänischen Truppen nicht erfolgt sein sollte, dies zu erzwingen sei, um das durch den Bund z« schützende Recht Holsteins aus die Union mit Schleswig zu wahren;
2) daß, da nach der Ueberzeugung der Versammlung die sicherste Verbürgung jener Union durch den Eintritt Schleswigs in den deutschen Bund würde erlangt werden, die preuß. Regierung zu ersuchen sei, bei dem ihr übertragenen Vermit- telungsgeschäft auf jenen Eintritt hinzuwirken;
3) daß sie die provisorische Regierung von Schleswig- Holstein, welche sich mit Vorbehalt der Rechte ihres Herzogs und Namens desselben zur nothgedrungenen Vertheidigung der Landesrechte konstituirt hat, als solche und in diesem Maß anerkenne und daher von der vermittelnden königl. Preuß. Regierung erwarte, daß sie die Mitglieder jener provisorischen Regierung und deren Anhänger schützen werden
Verhandlungen der XVII Beigeordneten am Bundestage.
Frankfurt, 12. April. — Siebente Sitzung. — Vorsitzender : v. Gagern. Dahlmann übergibt eine Petition von Danzig und eine zweite von Bromberg; beide sprechen de» lebhaften und dringenden Wunsch aus, nicht von Deutschland getrennt zu werden. Ein Mitglied der Versammlung machte darauf aufmerksam, die Nothwendigkeit der Umgestaltung der deutschen Wehrverfassung, die Gründung eines bewaffneten Schutzes der gemeinsamen Interessen Deutschlands zur See und die Umgestaltung der für die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten bestehenden Bundeseinrichtungen ins Auge z». fassen." Während der Berathung hierüber kam eine Einladung des Bundcspräsidialgcsandten, sich zu gemeinschaftlicher Berathung im Bundestagslokal einzustnden.. Man, begab sich