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Beigabe zurFreien Zeitung".

â A, Sonntag, den 9. April 1848.

Berlin.

Lied derAmnestirten" im Auslande.

(Aus der Lond. deutsch. Zeitg.)

Geschrieben: Loudon, 25. März 18 48.

Zum Völkerfest, auf daS wir zieh», Zu dem die Freiheit ladet, Wie wandelst herrlich du, Berlin! Berlin, in Blut gebadet!

Du wandelst rußig und bestanbt Einher in deinen Wunden!

Du wandelst hin, das bleiche Haupt Mit Bannertuch verbunden!

Mit Tuch, von dem du jeue Nacht

Geheiligt jeden Faden!

O erste deutsche Fahnenwacht Auf deutschen Barrikaden!

Du rissest es aus langer Schmach

Empor zu neuer Schöne!

In Einer Nacht, aus Einen Schlag Rein wuschen's deine Söhne!

So helfe dir nun Gott! Tyrann!

Erstochen und erschossen!

Und abwärts durch die Straßen raun

Ihr Blnt in allen Gossen!

Arbeiterblut, Studeutenblut

Wir knirschen mit den Zähnen,

Und in die Augen treibt die Wuth

Uns seltne Männerthränen !

Sie fochten dreizehn Stunden lang, Die Erde hat gezittert!

Sie fochten ohne Sang und Klang,

Sie fochten stumm erbittert!

Da war kein Lied wie ca ira Nur Schrei und Ruf und Rocheln! Sie standen ernst und schweigend da, Im Blut bis zu den Knöcheln!

So schlaft denn wohl im kühlen Grund, Schlaft ewig unvergessen!

Wir können euch den bleichen Mund, Die starr- Hand nicht pressen!

Wir können euch zu Ehr' und Zier Mit Blumen nicht bewerfen Doch können wir und wollen wir Die Schwerter für euch schärfen!

Denn einen Kampf, der so begann, Soll kein Ermatten schänden!

Ihr strittet vor, ihr singet an: So laßt denn uns vollenden!

Wir sind bereit, wir sind geschwind, Wir treten in die Lücken!

Mit Allen, die noch übrig sind, Die Klinge woll'n wir zücken!

Denn heißen soll es nimmermehr:

Für Nichts sind sie gestorben!

Für Nichts, als was sie Tags vorher Ertrotzt schon und erworben!

Denn Keiner sage je und je: Sie waren brav im Schießen! Doch fehlt' auch ihnen die Idee, Da sie sich metzeln ließen!

Drum sollen eure Leichen nicht

Den Strom der Freiheit stauen;

Den Strom, der seine Fesseln bricht, In diesem Märzesthauen!

Drum sollen sie die Stufen sein, Die Stufen grün von Zweigen, Auf denen wir znm Dach hinein Der freien Zukunft steigen!

Was Manifest noch, was Bescheid!

Was Bitten noch und Geben!

Was Amnestie und Preßfreiheit

Tod gilt es oder Leben!

Wir rücken an in kalter Ruh',

Wir beißen die Patrone, Wir sagen kurz: Wir oder Du!

Volk heißt es oder Krone!

Daß Deutschland stark und einig sei, DaS ist auch unser Dürsten!

Doch einig wird es nur, wenn frei, Und frei nur ohne Fürsten!

O Volk, ein einiger Tag verstrich

Und schon von Vivats heiser?-" Erst gestern ließ er schlacken dich-- Und heute deutscher Kaiser?!