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. Lehrern offen seine Ansichten über den Befund der Schule und die Leistungen des Lehrers mitthcilt. Freie Mittheilung seiner Ansichten und Wünsche hierbei von Seiten des Lehrers wird dem Inspektor von diesem gegeben.

Die Domänenfrage in Nassau. (Schluß.)

Wer die Abgabenverhältnisse der Nachbarstaaten kennt, weiß, daß unsere Abgaben zur Landeskaffe unter den ersteren zurückbleiben, und daß nur die unverhaltnißmäßige Belastung der Gemeinden, und die oben entwickelten Verhältnisse den Pn'vaten kaum zu erschwingende Opfer im tiefen Frieden auf­gelegt haben.

- Aber das Verwaltungssystem der Domänen wird und muß mit dem Bcsiywcchscl schwinden; es wird und muß ein anderer Geist auch bei jenen Verwaltern einkehren und der Ackerbautreibende, der Gewerbsmann und Fabrikant, sie alle werden die wohlthätigen Folgen dieser Aenderung bald und besser empfinden, als wenn eine allgemeine Theilung des Do- manial-Vermögens stattfände. Segen darum dem edlen Für­sten, der durch seine großartigen Act sich den Edlen des 4. August 1789 gleichgestellt hat, der, unbekannt mit dem Sy­stem und seinen Finessen, jetzt doppelt fühlen muß, was er seinem Volke durch die Erklärung der Domänen zum Staats- eigenthum erwiesen hat.

Was wir endlich noch als eine segensreiche Folge der Domanial-Abtretung ansehen müssen, ist das Aufhören vieler rabulistischer Prozesse.

Wenn ein Mann von dem Gehalt, wie ihn die letzte Zeit an der Spitze der Domanen-Vcrwaltimg sah^ immer die Domänen-Verwaltung gehabt hätte, so wäre sicher die ängst­liche Besorgniß dem Interesse des Herrn etwas zu vergeben, in der Verwaltung nicht aufgekommen und ein scheinbares Recht hatte auf anderem als auf dem Prozeßwege seine Erledigung gefunden.

Wenn aber ängstliche Leute mit s. g. guten Männern der Spitze verkehren, da wird schon leichter einmal neben die Scheibe geschossen, und ein Vergleich von der Hand gewiesen. Auch das ist jetzt zu Ende, da das Land ebenso wie es den Vortheil Aller im Auge hat, auf das Wohl eines einzelnen seiner Bürger bedacht sein muß.

Alle diese Vortheile sind aus der Erklärung der Domä­nen zu Staatseigenthum hervorgegangen.

Sie sind auch so wichtig, daß wir uns dabei vorerst beruhigen können.

Die Hoffnung, daß der Ertrag der Domänen eine nanr- hafte Verminderung der öffentlichen Abgaben zur Zeit be­wirken könnte, ist aber ebenso illusorisch wie die Theilung der Domänen thöricht sein würde.

Hadamar, 1. April. Die Anerkennung des freien Wor­tes, verbunden mit dem Rechte der freien Vereinigung, als Mittel zu der, den Bürgern jetzt so nothwendigen Verständi­gung und gegenseitigen Belehrung in ihren politischen und bürgerlichen Angelegenheiten, hat in unsrer Stadt, durch den Widerstand der Geistlichkeit und mehrerer Lehrer des hiesigen Gymnasiums, eine kleine Niederlage erlitten.

Es waren nämlich für obigen Zweck hier 30 40 Per­sonen zu einem Lese- und Rede-Verein zusammen getreten,

und hatten,"um auch dem unbemittelten Bürger den Eintritt möglich zu machen, den jährlichen Beitrag auf nur 3 fl. fefk gesetzt. Ein Somit« von 5 Mitgliedern, unter dem Vor­sitze deS anerkannt tüchtigen Professors Halm, der sich auf einstimmigen Wunsch der zuerst zusammengetretenen Gesellschaft hierzu bereit zeigte, wurde mit der vorläufigen Entwerfung der Statuten in diesem Sinne ernannt, und für die beftni# tive Abstimmung derselben eine General-Versammlung anbe­raumt. Mittlerweile circulirten Subscriptions-Liften in hie­siger Stadt, um die Betheiligung an dieser Gesellschaft recht auszubreiten.

Zu dieser anberaumten Generalversammlung erschienen nun, außer den Genannten, Männer, die in öffentlichen Lo­calen und in Mitte der Bürger zu sehen, man bisher nicht gewohnt war, nämlich sämmtliche Mitglieder der hiesigen ka­tholischen Geistlichkeit und mehrere Lehrer des hiesigen Gyrn- nasiums. Die entworfenen Statuten wurden hierauf mit den erforderlichen mündlichen Erläuterungen von dem Vor­sitzenden Comite-Mitglied, Professor Halm, zur Berathung vorgelesen.

Als der den Hauptzweck der Gesellschaft, die Besprechun­gen, betreffende Paragraph, welcher besagte, daß ein Abend in der Woche dazu festgesetzt werden sollte, und zwar mit Zugrundlegung rein politischer und namentlich nassauischer Blatter (religiöse und rein wissenschaftliche sollten streng aus­geschlossen sein), zur Abstimmung kam, erhob sich sofort der hiesige Stadtpfarrer Hartmann und bemerkte, daß eine solche Einrichtung nur zu Uneinigkeit und Zwietracht führen könnte. Professor Kehrein, bekannt durch seine traurigen Ansichten über Schlosser (in Heidelberg), erklärte weiter, daß, nach sei­nen Erfahrungen/ dies das sicherste Mittel sei, den Verein zu Grunde zu richten, indem hier exclusive Richtungen sich geltend machen und babylonische Verwirrungen entstehen wür­den; worauf daun, nachdem noch Conrector Meister das schlagende Beweisstück vorgebracht, daß Jeder in dcm Ver­eine hoch genug stehe und keiner Belehrung mehr bedürfe, alle Fürsprache für die Beibehaltung des Paragraphen unbe­rücksichtigt blieb und derselbe mit Majorität verworfen wurde.

Die zuerst Unterzeichneten, einen der Hauptzwecke des Vereines vereitelt sehend, machten von dem Rechte, ihre Na- mensunterschriften zurückzuziehen, Gebrauch und traten sofort zu einem Vereine mit Zugrundlegung der ursprünglichen Sta­tuten und der Redefreiheit wieder zusammen.

Dieselben könnten sich nun, trotz oem Gerüchte, daß per­sönliche Eisersucht gegen Professor Halm bei Verwerfung deS vorbemerkten und auch noch anderer Paragraphen der Sta­tuten mit im Spiele gewesen sei, bei dem Gedanken beruhi­gen, daß sie durch die vermittelst der angeführten Gründe der Majorität beigebrachten Ueberzeugung unterlegen wären, und daß es im Kampfe für das freie Wort ^ehrenvoller ist, Besiegter, als in einem Kampfe dagegen Sieger zu sein, wenn nicht einige andere Erscheinungen hiergegen Bedenken einflößten.

Nicht allein, daß mittelst Maueranschlägen die Mitgli«, der des Comito's persönlich und fälschlich alsDeutschkatho- liken", worüber man bei uns die sonderbarsten Begriffe hat, bezeichnet, das Volk zur Verwüstung ihrer Wohnungen auf­gefordert und von der Kanzel herab gegen die sogenannten Aufgeklärten" geeifert wurde, soll auch noch der durch sei­nen zelotischen Eifer hier bekannte Kaplan Hellerbach viele Bürger in ihren Häusern die letzten Tage vor der General­versammlung besucht und sie auf die Gefahr aufmerksam go-