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Ein Recenscnt der zweiten Auflage spricht sich unter Andern dahin aus:daß das Goldene Familienbuch für jede Haus­haltung ein wahrer Hausschatz genannt zu werden verdiene, und soviel uns bekannt geworden, wurde dasselbe von Landw. Vereinen und Gesellschaften zur Verbreitung nützlicher Bücher in größeren Parthien zur allgemeinen Verbreitung angekauft."

Wir empfehlen somit dieses Buch in dieser neuen, noch vermehrten und, wo cs ging, verbesserten Auflage wiederum der freundlichen Aufnahme des Publikums und halten uns überzeugt, daß es wohl überall von Niemand unbefriedigt aus der Hand gelegt werden wird.

(39) An die Concursmaffe der Ph. Schnei­ders Wittwe von Kemel find persönliche und dingliche Ansprüche Montag den 17. April 1848 Morgens 8 Uhr hier anzumelden, bei Meldung des Ausschlusses.

Langenschwalbach den 9. März 1848.

Herzog!. Nass. Amt

Th. Wißmann.

Oeffentliche Danksagung.

(38) Dem wackern unbekannten Freunde der Wahrheit und des gesetzmäßigen Rechts, welcher ohne mein Vorwissen aus eignem Antriebe auf die uneigennützigste Weise in der heutigen Bei­lage zur hiesigen Freien Zeitung Nro. 14 (23) eine mir so sehr schmerzlich rechts- und gesetz­widrig unlängst von den genannten hiesigen bei­den Stadtpolizeiamts-Angestellten bei den, Stadt- polizei-Amt dahier auf die schonungsloseste Art zugesügten dienstwidrigen Übeln Behandlung unter Ehrenkränkungeu öffentlich im Ganzen der Wahrheit gemäß zur Sprache gebracht hat; wollte ich nicht verfehlen, hiermit öffentlich so­gleich meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.

Alle Angaben dieses unbekannten Ehren­mannes kann ich hier nur als wahr, unter dem weitern Ansügen bekräftigen, daß die frag­lich erlittene dienstwidrige Behandlungen mit Ehrenkränkungen, nur noch mit gelinden Wor­ten dargestellt worden und eigentlich in ihrem Verlauf noch stärker in Worten, unter Arrest- androhung und barschem Ton, geschehen find.

Wiesbaden, den 17. März 1848.

Der Bürger Georg Thon,

Mitglied des hiesigen Sicherheitscomitös.

(40) Rambach, 9. März. Die frohe Stunde hat endlich geschlagen, welche uns aus der Knechtschaft unseres Schultheißen Simon be­freite. Oftmals wurde Herzogliches Amt auf manche Vergehungen des Schultheißen aufmerk­sam gemacht aber. Unser hochzuverehren­des Comite hat daS Gesuch des hiesigen Vor­standes nicht nur angehört, sondern auch so­gleich Hohe Landesregierung ersucht, unsern Wunsch zu befriedigen; und ohne Verzug wurde der Schultheiß seines Dienstes entlassen uud ein Schultheißen-Verwalter ernannt. Der Vorstand und mehrere rechtliche Bürger ließen noch des Nachts eine Freiheitsfahne verfertigen, um des Morgens frühe auf eine feierliche Art die Macht des Schultheißen zu nehmen. Des Morgens

7 Uhr versammelte sich der Vorstand und viele der rechtlichsten Bürger. Nun begann der Zug in geregelter Ordnung, woran sich allmählich die ganze Gemeinde anschloß, an das Haus des Schultheißen. Der Ortsvorstand und Feld- gerichtschüffen übernahmen alle zur Schulthei- ßerei gehörigen Acten, und nun folgte der groß­artige Zug aller Einwohner, nach dem Rath­haus, wo die Akten in gute Verwahrung ge­bracht wurden. Mit Gesang und Jubel zog der sehr große Haufe Volkes durch alle Gaffen des Dorfes und der Fahnenträger, ein Bruder der Frau Schultheiß, Philipp Schwein, ver­stand die Fahne gut zu halten. Bum Beschluß wurde am Rathhaus , das hierher paffende Lied: Danket dem Herrn re. vom Sängerchor gesungen, uud von unserm geachteten Lehrer und Kirchenvorstand Kolb einige paffende Worte ausgesprochen, in welchen er den Dank gegen die aussprach, welche uns befreieten von dem sehr drückenden Joch, daß mit Liebe und Eintracht sich die Einwohner begegnen sollten, und dem den größten Dank bringen möchten, ohne dessen Macht und Liebe nichts von Men­schen vollbracht könnte werden re. Die Fahne wurde an das Rathhaus befestigt und wird zur Erinnerung eines so frohen Tages gut verwahrt. In der Wahl eines Schultheißen werden die Einwohner gewiß vorsichtig sein, und mehr auf inneren als äußeren Reichthum sehen. Der fest­liche Tag wurde in der schönsten Eintracht ver­lebt, und unser gut gemachter Aepfelwein schmeckte uns viel besser als vor acht Tagen.

Philipp Schwein.

(41) Bei Chr. Martin, Schulgaffe Nro. 2, ist im 2ten Stocke eine vollständige Wohnung zu vermiethen; auch kann auf Verlangen statt dessen die größere erste Etage abgegeben werden.

(42) Ein gußeiserner Sparheerd mit Holz zu heizen, beinah noch neu, ist billig abzugeben. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.

(43) Es wird ein Lehrling in ein Hutmacher­geschäft gesucht. Wo? sagt die Redaction.

(44) Privat-Unterricht im Exercieren wird er­theilt. Durch wen? sagt die Redaction.

(45) Ich mache die ergebenste Anzeige, daß von heute an jede Woche zweimal Strohhüte

bei mir gewaschen und verändert werden und empfehle mich hierzu Jeiuem vorehelichen Publi­kum auf das Beste. Jacob Weigle,

Langgaffe neben dem Bären.

(46) Bei der bevorstehenden Saison erlaube ich mir einem verehrten Publikum mein wohl- affortirtes Lager von neuen Strohhüten zu em­pfehlen. Zngleich zeige ich hierbei an, daß ich nächster Tage wieder eine Parthie Strohhüte zur Wasche abschicken und die mir zu Theil werdenden Bestellungen auf das prompteste effec- tuiren wurde.

Elise Höser, obere Luisenfiraße.

(47) In der Langgaffe Nro. 12 werden möb- lirte Zimmer drei Stiegen hoch jahrweise ab­gegeben.

(8) Ich mache hiermit der hiesigen Bürger­garde die Anzeige, daß ich Privatstunden im Exercieren zu geben bereit bin, und verspreche in kurzer Zeit einen jeden Mann gut zu unter­richten , da dieß 19 Jahre lang mein Geschäft war; hemerke aber, daß ich zu Jedem in seine Behausung kommen will.

I. Becker, Heidenberg Nro. 49.

(48) Hattersheim, 12. März 184«. "Der Schultheiß Werle von hier hat am 6. Mär; Nachmittags im Gasthaus zumFrankfurter Hof" den Ortsvorstand und andere Bürger mit Bretzeln und Aepfelwein regalirt, um seine Stelle als Schultheiß sicher zu stellen, was hiermit öffentlich bekannt gemacht wird.

(16) Ich mache meinen Freunden und Gönnern die ergebenste Anzeige, daß mein Lager in allen Sorten Strohhüten wieder aufs beste affortirt ist, und bin durch billige Einkäufe in den Stand gesetzt, die schönsten Borden- und Patent-Hüte per Stück 2 bis 3 fl. abgeben zu können.

Auch übernehme ich alte Strohhüte zu wa­schen und neu zu faponniren, und bitte daher um geneigten Zuspruch.

Fanny Gerson, in der Langgaffe, vis-a-vis dem Schützenhof.

Um weiteren Anfragen, Beschwerden tc. über die Inserate zuvorkommen, müssen wir darauf aufmerk­sam machen, daß wir für diefe durchaus nicht verantwortlich sind, es uns auch nicht zusteht, nach eigenem Gutdünken einem Inserat die Aufnahme zu verweigern oder etwas daran zu ändern, wenn sich der Ein­sender nennt. Wir bitten deßhalb, künftig alle Inserate an die Expedition und nicht an die Redaction der Freien Zeitung" zu richten. Die Redaction.