Freie Zeitung.
â 14, Wiesbaden. Freitag 17. Mâr; ISIS.
âeiheLL und Recht!
Die Freie Zeitung erscheint täglich in mindestens einem halben Bogen. — Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer nnd H. W. Ritter; auswärts bei den zunächst ge- legenen Postämtern. — Der Abonnements-Preis vom 1. März bis 1. Juli d. I. beträgt hier in Wiesbaden 2 Gulden; auswärts durch die Post bezogen innerhalb des ganzen Herzogtums Nassau, des Großherzogthums Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, sowie der Kurhessischen, Provinz Hanau 2 fl. 40 kr.; innerhalb aller übrigen Thurn Sf Taxis'schen Postbezirken 3 fl. —
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Alles für das Volk!
Alles durch das Volk!
Die Herrschaft der Könige ist verhaßt in den Augen Gottes.
Heil. Schrift. Buch der Könige.
. Wiesbaden, 14. März. Wenn wir auf die großen Ereignisse und die glorreichen Resultate der jüngsten Zeit blicken, Resultate, die wir Alle selbst, der eine mehr der andere weniger — jeder von seinem Standpunkte, nach stinen Kräften — mit erringen halfen, wahrlich! dann darf unser Herz stolz und freudig schlagen und es hebt sich unsre Brust im Wonnegefühl der errungenen Freiheit, der für uns und unsere Nachkommen wieder erworbenen Menschenrechte. Wenn irgend ein Stamm des großen Vaterlandes dieser Freiheit würdig war, sind es die deutschen Rheinlande. Hier hat sich das Volk in deutscher Gesinnung am entschiedensten bewährt und laut und kräftig seit Jahren schon die Wiedergeburt des Vaterlandes verkündet. Und wie „in dem Heute schon das Morgen wandelt, so „gingen den Geschicken auch die großen Geister schon voran." Doch die Propheten, welche auf der Hambacher Burg, dieser hohen Warte unserer Zeit, die däm- mernde Morgenröthe des deutschen Tages verkündeten, sic verhauchten ihr edles Leben im Kerker und in der Verbannung : von jeher das Schicksal der Seher, welche mit der strahlenden Fackel ihres himmlischen Geistes die dunkeln La- lPrinthe ihrer Gegenwart beleuchteten, und statt Verherrlichung: Verdammung, statt Ruhm und Ehre: Schmach und Tod geerntet haben.
Wenn wir dem Schicksal dieser großen Männer eine blutige Thräne weinen, wenn wir jetzt — nun endlich die Sonne des hellen Tages scheint, der sie aus dunkler Nacht der Skla- veret als freundliche Sterne voranleuchteten — wenn wir in Diesem Augenblicke voll des Schmerzes um ihren Verlust an ihren Gräbern niederknieen, dann hebt und tröstet uns der
Gedanke allein: das; nicht uns, das Volk, der Fluch dieser Märtyrer trifft, sondern dieser Fluch auf die Häupter der Tyrannen fällt, von denen diese Edelsten der Nation geächtet wurden. Und von jenen nun, die unsre großen Männer verfolgt, gekerkert und geächtet haben, von ihnen, welche dem deutschen Volk nach den blutig errungenen Siegen von Leipzig und Waterloo die Freiheit des Vaterlandes gelobten, eine Frecheit, die sie in empörende Knechtschaft verwandelten, nachdem sie ihre morschen Throne wieder mit dem Lebensblut ihrer Völker zusammengekittet hatten, von diesen, die ein großes, ernstes, würdiges Volk zum Spiclball ihrer Launen gemacht, zum Opfer ihrer Leidenschaften, zum Werkzeuge ihrer Politik, zum Spott aller Nationen herabgewürdigt, von ihnen, die nie für das Volk, nie durch das Volk für das Wohl der deutschen Nation das Geringste erstrebt haben, und durch entehrende Verträge mit den Feinden unserer Freiheit das deutsche Volk in Elend, Schmach und Vernichtung gestürzt und unzählige Millionen aus dem Schweiße des hungernden Volkes erpreßt, unwiederbringlich vergeudet und verpraßt haben, von diesen Verräthern unsrer heiligsten Rechte, unsrer Freiheit, sollen wir die Wiedergeburt unsres Vaterlandes erwarten? Ihnen, die das stolze Scepter ihres Despotismus über das gebeugte Haupt des armen seufzenden Volkes geschwungen, sollen wir das reine Banner der deutschen Freiheit in die Hände drücken? Nimmermehr!
Aus sich selbst hat das Volk sein heiligstes Gut: die Freiheit, wiedererrungen. Sollen ein König von Preußen, ein König von Bayern, die vor den Augen der Nation und der ganzen Welt mit der deutschen Freiheit ihr entehrendes Spiel getrieben, die nie diese Freiheit umarmt, sondern nur mit ihr gebuhlt haben, sollen diese sich an die Spitze einer Sache stellen dürfen, der sie die Schleppe zu wagen, sich niemals würdig bewiesen? Nimmer,«ehr! DaS preußische, das bayerische Volk erhebe sich wie ein Mann für die Ehre der