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*^ Se Wiesbaden. Donnerstag S März 18L8.

âeiheit und Neckt!

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Aufruf des Sicherheitscomitk'S:

Nassauer!

Es haben sich Gerüchte verbreitet, als hege man nicht in allen Theilen des Landes volles Vertrauen zu uns.

Deutschlands innere Bewegungen und die Gefahren von Außen sind noch nicht vorüber. Darum Eintracht, frHtL Zusammenhalten und Vertrauen!

Wir wiederholen die feierliche Erklärung, die wir Euch in unserm Aufruf von vorgestern gegeben haben, daß wir treu und beharrlich die Erfüllungen und Forde­rungen des Volkes mit Euch erstreben werden, und fordern Euch auf, keinem Mißtrauen, keiner Aufreizung zur Unordnung und Gewaltthat zu­gänglich zu sein, denn nur mit Kraft und Ruhe kann die Aufgabe der Reform ohne Blutvergießen gelöst werden.

Die Erfüllung der uns zugestandenen Forderungen ist in Verwirklichung begriffen. Die zweite Kammer ist lediglich zur Entwerfung des neuen Wahlgesetzes gestern von dem Herzoge unter Wiederholung der gegebenen Zusicherungen er­öffnet worden und hat bereits ihre Wirksamkeit angetreten.

Wir können sagen, die ganze Bevölkerung Nassau's hat sich der Bewegung angeschlossen, auch die Staatsbeamten, von welchen die große Mehrzahl ebenso von den vergangenen Verhältnissen bedrückt war, wie jeder andere Staatsbürger, sind mit derselben vereinigt, und ebenso sehr auch unser Mi­litär, welches durch die Vereidigung auf die Verfassung, uns Bürgern von nun an gleich steht.

Unser Herzog hält' sein Wort, dessen sind wir alle gewiß.

Gleiche Bewegungen, diebereits in den ü brigen Ländern Deutschlands geltend gemacht worden sind, verbürgen, daß uns keine fremden Einflüsse feindlich entgegen treten; darum habt Vertrauen auf die gute Sache und wachet mit Kraft und Ordnung, daß keine verwerfliche Gesetzwidrigkeit eintritt, daß daS heilige Versprechen ruhiger Haltung, welche das Volk am 4. d. M. dem Fürsten unb dem Lande gelobt hat, treu bewahrt wird, und vergeßt nicht, daß wir in Eintracht

stets bereit sein müssen, die Selbstständigkeit und Freiheit Deutschlands gegen Eingriffe fremder Nationen zu schützen.

Schon haben sich an mehreren Orten des Landes Hülfs- Comites gebildet. Wir fordern auf, wo cs noch nicht ge­schehen ist, ein Gleiches sofort zn thun, damit die Volksbe­waffnung so rasch als möglich organisirt und im Vereine mit den bestehenden Behörden jeder Störung der Ordnung durch Unwissende oder Uebelwollende kräftig begegnet werde.

Wir fordern die Hülfs - Comitvs auf, uns von ihrer Or­ganisation, ihren Bedürfnissen und sonstigen Verhältnissen ununterbrochen Nachricht zu geben, sowie wir unsererseits stets den Stand der Sache denselben bekannt machen werden.

Wir benachrichtigen Euch zugleich, daß nur diejenigen Veröffentlichungen als von uns ausgegangen zu betrachten sind, die mit der Unterschrift unsres Vorsitzenden oder von wenigstens Dreien unserer Mitglieder versehen sind.

Es lebe der Herzog und Nassau! Es lebe Deutschland!

Wiesbaden, den 7. März 1848.

Das SLcherheits - Comitv.

Der Vorsitzender

Hergenhahn,

Wie der Herzog von Nassau der erste deutsche Fürst war, der seinem Volk die Gewährung seiner gerechten For­derungen gab, so hat er unter allen auch den ersten Schritt bei den übrigen Fürsten gethan, um die deutsche National­vertretung schleunigst ins Leben zu rufen. Der Regierungs­rath von Gagern ist schon am 6. März an die Höfe von Darmstadt, Baden und Würtemberg gesandt worden, um durch deren Mitwirkung. bei allen deutschen Staaten aufs entschiedenste zur baldigen Organisation des deutschen Par­lamentes zu dringen.