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Freie Zeitung

Wiesbaden. Dienstag 7. März 18^8.

âeiheit und NeehL!

Der Abonnementspreiß von heute bis L Juli beträgt hier in Wiesbaden 2 Gulden; Bestellungen beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer SC H. W. Ritter. Auswärts bei den zunächst^ gelegenen Postämtern.

Wiesbaden, 6. März. Die Kölnische Zeitung vom 5. März bringt eine amtliche Bekanntmachung der dortigen Regierung. Der Regierungs-Präsident von Raumer scheint sich nicht mit denForderungen" des Volks versöhnen zu können. Das Volk soll bitten, meint er. Ob ein Volk einem einzelnen Machthaber gegenüberfordern" dürfe, um so mehr dann fordern dürfe, wenn alle Bitten Nichts ge­fruchtet haben, wollen wir hier nicht weiter beleuchten. Die Vorgänge in Frankreich, die Ereignisse dieser letzten Tage in Wiesbaden, Darmstadt, Karlsruhe und Stuttgart werden eine preußische Negierung heute überzeugt haben, daß sie, um ihr ferneres Bestehen zu sichern, von heute an eine andere Bahn einzuschlagcn gezwungen ist.

Die Machtvollkommenheit der Preußischen Regierung hat durch das kräftige Auftreten des Volkes in Baden, Nassau, Hessen und Würtemberg einen Stoß erlitten, der das tyrannische System, welches sie bisher, trotz der öffent­lichen Meinung, aufrecht zu erhalten strebte, über'n Haufen werfen muß. Sie, die Regierung, welche seit Jahren kaum ein anderes Streben gekannt zu haben scheint, als: die öffent­liche Meinung zu knechten, steht nunmehr vor den Schranken des Volkes, um ihr Urtheil zu empfangen, und seine Stimme, wir zweifeln nicht daran, wird binnen Kurzem dasSchul­dig" über sic aussprechen.

Dies wird einer der größten Triumphe sein, welche unsere Zeit erringen kann. Je stärker, je unantastbarer der Feind, desto glorreicher der Sieg.

Wir bitten die Organe der öffentlichen Meinung in Rheinpreußen und Westphalen, uns über die jetzige Stim­mung der dortigen Bevölkerung Kunde zu geben.

Unsere Brüder, die tapfern Preußen, werden in dieser ernsten Zeit das Vertrauen rechtfertigen, welches wir in sie stellen. In keinem Lande, Frankreich ausgenommen, stanv und steht dem Volk eine solche Macht zur Seite, wie in Preußen, eine Macht, die aus dem besten, kernigsten Marke des Volkes genommen, und allein schon im Stande ist, den Willen des Volkes durchzusetzen trotz aller Gewalt.

Diese Macht ist die Preußische Landwehr.

Das Berliner Kabinet wird weise handeln, zu erwägen, wie weit es in seinem Vertrauen auf die Linientruppen in der Unterstützung Rußlands zur Unterdrückung der deutschen Freiheit und in seinen eigenen Sympathieen für die verruchte Metternich'sche Politik gehen dürfe. Die preußische Land­wehr aber wird sich nicht zum Werkzeug der Tyrannei miß­brauchen lassen, und wenn der hochweise König (!) nicht end­lich die Augen öffnen sollte über das, was namentlich in Preußen noth thut, so wäre es leicht möglich, daß (den Gedanken wird das Volk selbst aussprechen).

Bewohner von Nassau!

Die großen Ereignisse vom 2. und 4. d. M. find Euch bekannt.

Der kräftigen Haltung, dem glücklichen Zusammenwirken des Volkes mit dem edlen Sinne unseres Herzogs haben wir es zu verdanken, daß der Freiheit ohne Gewaltthätigkeit eine neue Bahn eröffnet worden ist, die nicht nur für Nas­sau, sondern auch für ganz Deutschland Heil bringen wird.

Die Erfüllung der ersten und dringendsten Forderungen welche die dringende Zeit für die Sicherheit der deutschen Nation und ihre freie Entwickelung erheischt hat,List durch