Freie Zeitung.
e^<? 4» Wiesbaden. Montag 6 März 18â8.
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Freiheit und Recht!
Der Abonnementspreiß von heute bis L Juli beträgt hier in Wiesbaden 2 Gulden; Bestellungen beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von H. Fischer 8» H. W. Ritter. Auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern.
Die freie Zeitung an ihre Leser.
E8ir benutzen den ersten freien Augenblick der eingctretcnen Ordnung dazu, um dem Volke Rechenschaft abzulegen über die Stiftung uud Tendenz dieser Zeitung, sowie über die Mittel und Kräfte, welche uns zu Gebote stehen.
Unser Blatt ist ein Deutsches und dieses nicht nur der Sprache nach. Das Wohl Deutschlands, die nothwendige Um, gestaltung seiner bisherigen gedrückten inneren Verhältnisse, die Verschmelzung aller Emzelintercssen zu einer einigen deutschen Volkösache, die würdige und kräftige Vertretung unseres Vaterlandes nach Außen, dazu noch die vollständigste Gleichstellung aller Deutschen, ohne Unterschied auf Stand, Religion und Geld sind die Grundsätze, welche alle unseren Arbeiten zu Grunde gelegt werden. Wir werden nicht dabei stehen bleiben, einfach zu fordern, was in dieser Hinsicht geschehen muß, wir wollen auch das Wie berathen und darum schon in kürzester Zeit eine Reihe von Artikeln beginnen, deren Inhalt die Ueberführung dieser Grundsätze in die Wirklichkeit zum Gegenstand hat.
Gerade zur Besprechung dieser Punkte fordern wir aus dem gesammten Vaterlande Männer von Kopf und Herz zur Theilnahme anf, wenn sie auch nicht namentlich von uns dazu angegangen werden; wir wollen reiflich und besonnen nach allen Richtungen hin überlegen, ehe wir in bestimmter Weise zur Errichtung von Instituten beitragen, welche in der Zukunft bindend für uns bleiben.
Dieser erste Theil wird für alle Deutsche, mögen sie am Rhein oder an der Donau, am Fuße der Alpen oder an den Küsten der Nord- und Ostsee wohnen, von gleicher Wichtigkeit sein, sic gehen darum mit Recht den übrigen voran.
Da aber unser Vaterland bisher so unendlich zersplittert war und außer den allgemeinen deutschen auch jedes einzelne Land seine besonderen neuen Einrichtungen zu treffen hat, so wird eine zweite Reihe von Artikeln ausführlich die Berathung nassauischer Verhältnisse, sowie der unserer Nachbarstaaten, soweit sie sich selbst hierin betheiligen wollen, zum Gegenstände haben und namentlich auch den lokalen Mißständen die gebührende Berücksichtigung widmen. Gesinnungstüchtige Männer aus jeder Gegend von Nassau sind hierzu schon theils aufgefordert, theils werden sie cs in dcn ersten Tagen, und ihre Mitwirkung versagen sie uns gewiß nicht, dafür bürgt uns ihr Eifer für die gute Sache.
Hier finden auch die Verhandlungen unserer Landstände in gewissenhafter und wahrer- Mittheilung ihre Stelle, sie werden immer so schnell wie möglich ausgegeben werden.
Zur Besprechung der besonderen Angelegenheiten unserer Nachbarstaaten, namentlich von Frankfurt, den beiden Hessen, Baden, Homburg und Preußen, werden wir ebenfalls unverzüglich Schritte thun, und uns bei der Wahl der dortigen Corres« pvndcntcn durch Männer von deutschem Namen leiten lassen.