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Was werden die armen Polen thun?
Si'6ciu?fe'8 Senscnlcute schlafen in der Erde nicht, Ziehen aus zum neuen Streite mitten in des Tages Licht!
Mitten durch der Russen Horden,
Die gebannt und Stein geworden!
Nikol Czaar wird's Keinem sagen, was ihm seine Ruhe stört, Nikol Czaar wird's Keinem klagen, was ec schlafend, wachend hört, Was ihm gellt in seine Ohren,
Noch ist Polen nicht verloren!
Niemand kann die Folgen der glorreichen That des französischen Volkes ermessen, in drei Stunden ein System und einen Thron auf ewig zu zernichten, an dessen Befestigung 18 Jahre mit rastlosem Fleiße geleimt und gekittet worden ist. — Der ganze Norden, die Negierungen von Hessen-Cassel, Hannover, Sachsen, Preußen, Petersburg scheinen wie niedergedonnert, denn die Pariser Ereignisse kommen wahrscheinlich ganz ungelegen. — In Hessen-Cassel ging Alles in Saus und Braus, in Hannover war man eben beschäftigt, eine geheime Polizei nach preußischem und russischem Muster zu organischen, in Sachsen war die Leipziger Mordnacht ganz vergessen, in Berlin übertäubten die jubelnden Feste das Aechzen und Winseln der verhungernden Schlesier. In Rußland war man rastlos daran, den Mord der freien Bergvölker des Kaukasus zu vollenden, wie man vor 18 Jahren und seit 18 Jahren bemüht war Polen auf ewig zu vernichten und dieses ganze Volk auszurottcn mit Stumpf und Stiel. In Dänemark hatte man alle Hoffnung die tapfern Schleswig-Holsteiner auf ewig nm ihre heiligsten Rechte zu prellen. Alle diese ruhmreichen Bestrebungen find nnn unterbrochen, und man hat in Cassel, Hannover, Dresden, Berlin, Petersburg nur noch so viel Besinnung übrig, um alle Briefe aufzuhalten, damit unsere Verwirrung von Tag zu Tag größer werde. Die Bewegung, iu der wir leben, ist keine vereinzelte, sie wird die ganze? Welt durchzucken vom Anfgang bis zum Niedergang. Noch wissen wir nicht, ob die herrliche Kunde des großen Siegs bis zu den Polen, den Böhmen re. gedrungen ist, Noch wissen wir nichts von einer Niederlage Oesterreichs in Italien! Wir leben über die wichtigsten Dinge in Nacht und Finsterniß ! Aber die Nacht und Finsterniß wird und muß verschwinden.! Es gibt für Preußen und alle deutsche Negierungen nur ein Nettungs- mittel und nur ein Wohl: Die Herstellung Polens als Mauer gegen Rußland, die Berufung eines dent- schcn Parlaments hervorgegangen aus der freien Wahl des ganzen deutschen Vol.ks, loder totaler Untergang durch Lösung aller Bande der Gesellschaft und vollkommene Anarchie!
S y d n e y.
Folgende Mittheilung entnehmen wir aus dein Frankfurter Journal 3. Beilage Nr. 64:
Officieller Artikel.
Frankfurt, den 3. März 1848,
Nachdem die Bundesversammlung sich die Aeußerungen sämmtlicher Negierungen über den unterm 9. September v. I., erstatteten ausführlichen Vortrag der Commission in Preß- angelegenheiten behufs einer möglichst gleichförmigen Bundes- Preßgesetzübung erbeten hat, so hat sie auf anderweiten Vortrag der ^Commission beschlossen:
1) Jedem Deutschen Bundesstaate wird frei gestellt, die Censur aufzuhcben und Preßfreiheit einzuführen.
2) Dies darf jedoch nur unter Garantiern geschehen, welche die andern Deutschen Bundesstaaten und den ganzen Bund gegen Mißbrauch der Preßfreiheit möglichst sicher stellen.
Amtliche Proklamationen:
' Nassauische Zeitung
Nr. 6.
Da es allgemein gewünscht wird, so gebe ich hiermit die Erklärung, daß keine Steuer im Lande bezahlt werden soll, bis die Genehmigung Sr. Hoheit des Herzogs zu der heute erfolgten Coneessson erfolgt ist. Wiesbaden, den 4. Mürz 1848.
v. Dungern. —
Liebe Mitbürgers
Was unter den gegenwärtigen Verhältnissen und bei der fortwährenden Abwesenheit des Herzogs für dicErfüllun- gen unserer Forderungen geschehen konnte, ist geschehen. Die Gewährung ist von.demStaatöministcr zugesagt, und deren Vollzug durch unsern Herzog von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Herzogin und Sr. Durchlaucht dem Prinzen Nicolaus feierlichst garantirt worden.
Die förmliche Vereidigung des Militärs auf Volkstreue und Verfassung wird sofort vorgenommen werden.
Wir vertrauen, Mitbürger, daß ihr den Werth dieser Erfolge zu würdigen wißt, versichern euch aber auch, daß wir ununterbrochen unsere Kräfte dahin richten werden, daß die erhobene Volksbewegung in immer kräftigerer Entwicklung erhalten wird, bis die vollständige Erfüllung ansercr Forderungen verwirklicht ist.
Organisation der Volksbewaffnung auf dem Lande wird das nächste Mittel sein, womit shr selbst uns unterstützen könnt und stete Aufrechthaltung der Ordnung ist die Pflicht eines Jeden.