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Hanauer Wochenblatt.

Erscheint Mittwochs und Samstags.

Inserate für dieses Blatt werden außer bet der Expedition dieses Blattes auch bei der Jäger'schen Buch-, Papier- u. Landkarten-Handlung und bei der Annoneen-Expedition von Haasenstein S» Vogler zu Frankfurt a. M. entgegengenommen.

M ÄS.

Mittwoch, den 1. Dezember.

1860.

Auszug aus Dem Amtsblatt.

Die am 27. v. M. ausgegebene Nr. 68 des Amtsblattes von diesem Jahre enthält: 1) Inhalt des 37. Stücks des Bundes- Gesetzblattes des Norddeutschen Bundes; 2) Inhalt des 66. Stücks der Gesetzsammlung für die Königlich Preußischen Staaten; 3) Bekanntmachung Königlicher Regierung, Abtheilung des Innern, zu Cassel, vom 19. e. M., wonach mehrere polizeiliche Anord­nungen, welche mit den Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung für den Norddeutschen Bund nicht mehr im Einklänge stehen, auf Grund des §. 11 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltungen in den neuen Landestheilen vom 1. d. M. an außer Kraft gesetzt werden; 4) Anweisung rc. Königlichen Appellationsgerichts zu Cassel, vom 20. v. W., die Einsendung von Inseraten für das Regierungs-Amtöblatt und den Oeffentlicheu Anzeiger bezw. die Vereinnahmung und Verrechnung der Jusertions- gebühren für Zahlungspflichtige Bekanntmachungen bei den gerichtlichen Salarienkassen betr.; 5) Bekanntmachung Königlicher Re­gierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten, zu Cassel, vom 17. v - Mts., wonach die Gemeinde Rödergrund- Ezelmes, im Kreise Fulda, welche bisher der Steuerkasse II. daselbst zugewiesen war, vom 1. Januar 1870 ab der Steuerkasse I. zu Fulda zugeschlagen wird; 6) Bekanntmachung Königlicher General Commission zu Cassel, vom 17. v. M., den Durchschnitt der bei den Fruchtversteigerungen der Königlichen Steuerkasse bezw. Receptur zu Vöhl aus den letzten 24 Jahren erzielten Preise be­treffend; 7) Bekanntmachungen Königlichen Oberbergamts zu Clausthal, vom 9. und 11. v. Mts., die Ausfertigung verschiedener Bergwerk-Berleihungsurkunden an Privatunternehmer betreffend; 8) Bekanntmachung Königlicher ^Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten, zu Cassel, vom 16. v. M., das Verzeichniß der bisherigen commissarischen Steuerempfänger, welche nunmehr definitiv zu Königlichen Steuerempfängern bestellt worden sind, betreffend.

Amtlicher Theil.

Der Vaterländische Frauen-Verein bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß ihm-von Sr. Majestät dem Könige unter dem 1. Juli d. I. die C orp o r ati o n s r e ch te verliehen worden sind.

Hierdurch wird der Verein in feiner Thätigkeit wesentlich gefördert, nachdem dieser, durch Revision des Statuts vom 1. Mai 1867, im Mai d. I. bereits ein weiteres Feld eröffnet worden ist. Derselbe, zählt gegenwärtig 280 Zweigvereine innerhalb aller Provinzen der Monarchie und in einigen norddeutschen Nachbarländern. Indeß muß er, um, geben seiner Aufgabe für den Kriegesfall, auch als dauernder Mittelpunkt der Bestrebungen zur Abhülfe außergewöhnlicher Unglücksfälle oder Nothstände im Va­terlands dienen zu könneri, bemüht sein, das Netz seiner Zweigvereine immer weiter auszuvehnen und zugleich den Anschluß verwand­ter, bereits bestehender Vereine zu befördern.

Zu diesem Zwecke erbietet sich der Vereinsvorstand zur Sendung der Statuten und sonstiger Mittheilungen nach allen denjeni­gen Orten, von wo ihm dahin zielende Wünsche geäußert werden.

Seit seinem Bestehen ist es dem Vaterländischen Frauen-Vereine stets vergönnt gewesen, da helfend einzutreten, wo die Noth tief, vor Allem in Ostpreußen, dann aber auch in Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Hannover, Hessen-Nassau, im Rheinland und im Königreich Sachsen. Es galt, bet außerordentlichen Nothständen (wie in Ostpreußen), bei schweren Unglücksfällen (wie in Fritzlar und im Plauenschen Grunde), nach großen Brandschäden (wie in Berent, Festenberg, Frauenstein, Irret, Liebenau, Prausnitz, Whck, Zschopau) wirksam Hülse zu gewähren; es galt zugleich die Begründung oder Er­haltung verschiedener Anstalten für Kranke, Verwaiste und andere Nothleidende (wie in Carthaus, Elbing, Loetzen, Lhck, Ratibor, Rössel, Schippenbeil, Schmiedeberg, Schwetz, Tütz, Wartenburg) zu fördern.

Aus diesem Jahre sei beispielsweise erwähnt, daß für die Verunglückten im Plauenschen Grunde von dem Vereine 5768 Thlr. gesammelt und verwandt werden konnten, daß aber die von dem Hauptvereine selbst seit dem 1. Januar d. I. gewährten Unter­stützungen bereits 25,000 Thlr. übersteigen. Seine Zweig-Vereine haben nicht minder in ihrem Bereiche Elend und Noth zu lindern getrachtet.

Die Humanitäts-Bestrebungen unserer Zeit stets wirksam zu vertreten, vermag der Vaterländische Frauen-Verein allein durch die fortdauernde Bethätigung des allgemeinen Vertrauens, welches ihm bisher in.reichem Maße entgegengebracht worden ist. In­dem der Vorstand hierfür, im Namen Ihrer Majestät der Königin, seiner erhabenen Protektorin, wie im, eigenen Namen allen Be- theiligten den wärmsten Dank sagt, kann er die dringende Bitte nicht unterlassen, den Verein in seinen Leistungen durch nach­haltige Zuwendung von Geldbeiträgen und 'Liebesgaben zu unterstützen, durch deren Vermehrung' sein Beruf sich thatkräftig erweitern wird.

Gott segne diesen Beruf und unsern Verein!

Berlin den 9. November 1869.

Der Worstand des Vaterländischen Irauen-Wereins:

Charlotte Gräfin v. Jtzeuplitz, Vorsitzende (Wilhelmsstraße 79). Marie Nöldechen, geb. Friedheim. A. Krause, geb. Sessel,

v. Löwenfeld, geb. Schilling v. Caustadt. J. v. Pantow, geb. v. Giinderodc. E. v. Puttlitz, geb. Gräfin von Königsmark. Dr. Esse.

Feld. Jaques, Schatzmeister. (Oberwallstraße 3.) Dr. Kraetzig. Fürst B. Radziwill. R. v. Sydow. v. Trojchke.