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ßanauer Wochenblatt

Erscheint Mittwocks und Termstags.

Inserate für dieses Blatt werden außer bei der Expedition dieses Blattes auch bei der Iager'scken Buck-, Papier- u. Landkarten-Handlung und bei der Annoncen-Expedition von Haasenstein L» Vogler zu Frankfurt a. M. entgegengenommen.

M ÄS.

Mittwoch, den 1. September.

Z8KS.

Auszug uns dem Amtsblatt.

Die am 25. d. MtS. ausgegebene Nr. 50 des Amtsblattes von diesem Jahre enthält: 1) Das von Königlicher Regierung Abtheilung des Innern, zu Lasset, vom 21. d. M., in Gemäßheit eines Erlasses des Herrn Ministers der geistlichen, UnterrichtS- und Medicinal-Angelegenheiten veröffentlichte Verzeichniß der Taxe für homöopathische Arznei-Verordnungen; 2) den Lehrplan deS Königlichen landwirthschaftlichen Instituts zu Hof-Geisberg bei Wiesbaden; 3) Bekanntmachung des commissarischen Dirigenten des Hessischen Landgestüts zu Caffel, vom 12. d. M., das Resultat der in diesem Jahre in der Provinz Hessen abgehaltenen Stuten- und Stutfohlenschauen betreffend.

Amtlicher Theil.

LZekMttitmaehmrg,

das Resultat der in diesem Jahre in der Provinz Hessen avgehaltenen Stuten- und Stutfohlenschauen betreffend.

Nach Beendigung der durch meine Bekanntmachung vom 2. Juli er. zur allgemeinen Kenntniß gebrachten diesjährigen Stuten- und Stutfohlenschauen, die ich an die Orte gelegt hatte, wo ich nach vorher eingezogener Erkundigung die größte Betheiligung er­warten durfte, ist es mir eine angenehme Pflicht das Gessmmtresultat zu veröffentlichen.

Zunächst danke ich den Herren Landräthen oder deren Vertreter, den Vorständen der landwirthschaftlichen Kreisvereine und den Kreisthierärzten für ihre Unterstützung bei der Auswahl der zu prämiirenden Thiere, und nicht weniger dankbar bin ich den Züchtern, die die Unbeqeumlichkeit nicht gescheut^aben, mir ihre Pferde zu produciren.

Im Ganzen sind mir gegen 600 Stuten und Stutfohlen und 12 Hengste und Hengstfohlen, auch einige Wallache vorgeführt, viele in vorzüglicher, und fast alle in sehr guter Verfassung, und es war mir ein großes Vergnügen, die besseren Exemplare im Beistaude der bezeichneten Herren und überall unter dem sichtlichen Interesse aller Betheiligten auszuwählen.

Bei dieser Auswahl ist es natürlich nicht möglich gewesen, allen Erwartungen zu entsprechen, denn einmal reichten in mehre­ren Fällen die ausgesetzten Mittel nicht aus, und dann ist es ja immerhin- möglich, daß diese oder jene besondere Eigenschaft eines Pferdes dasselbe seinem Besitzer sehr werthvoll macht, während ein minder gute« Thier durch seine äußere Erscheinung auf einen Fremden einen viel besseren Eindruck machen kann. Wenn also die Schaucommissionen sich auch alle Mühe gegeben haben, die werthvollsten Exemplare zu prämiiren, so sind doch gewiß manche sehr gute Pferde aus den eben erwähnten Gründen unberücksich­tigt geblieben.

Die Betheiligung an den Schauen war fast an allen Orten ziemlich dieselbe, und nur aus einzelnen Kreisen, wahrscheinlich wegen der vorgerückten Erndte oder wegen der weiteren Entfernung der Züchter vom Schauorte, eine schwächere. Jedenfalls glaube ich den Mittheilungen gern, die mich versichern, daß ich namentlich in den reicheren Gegenden der Provinz gewiß die doppelte An­zahl von Pferden unter andern Umständen aus dem Platz gefunden hätte.

Ueber die Haltung der Pferde konnte ich mich an jedem Schauorte anerkennend aussprechen, nur bleibt zu wünschen, daß na­mentlich in den Gegenden, die sich durch besonderen Futterreichthum, durch große Wohlhabenheit' der Züchter und durch deren er­sichtliche Vorliebe für Pferde überhaupt auszeichnen, daß man also da, wo die Grundbedingungen für die Erzielung eines guten und schönen Pferdes in so vollem Maaße vorhanden sind, mit einem guten Beispiele vorginge, und wenigstens Tummelplätze für die Fohlen errichtete. Das versprechendste Thier muß schließlich ohne frische Luft und ohne reichliche freie Bewegung verkümmern.

Besonders dankbar muß ich dem Borstande des landwirthschaftlichen Vereines im Kreise Fulda sein, der mich an dem weniger besuchten Schauorte Neuhof darauf aufmerksam machte, daß der Grund der dortigen schwächeren Betheiligung hauptsächlich darin zu suchen sei, daß eine Anzahl Züchter in richtiger Erkenntniß einer zweckmäßigen Aufzucht ihre Fohlen auf die Biebersteiner Foh­lenweide in Wartung und Pflege gegeben. Ich ergriff die Gelegenheit diese zweckmäßige Einrichtung sofort in Begleitung der lei­tenden Verwaltungsmitglieder zu besuchen, überzeugte mich von der vorzüglichen Weide, von der ausgezeichneten Haltung der Fohlen und von der glücklichen Wahl, die man in der Person des dort angestellten Fohlenwärters und seines Gehülfen getroffen hat, und konnte mehrere Prämien vertheilen, deren Anzahl noch größer gewesen wäre, wenn nicht eine überwiegende Menge von Wallachen sie beschränkt hätte. Ich kann nur dringend anrathen, diese Fohlenweide, so weit es irgend der Platz gestattet, zu benützen. Die Bedingungen sind überdem so billig, daß das Bestehen nur durch erhebliche Staatszuschüsse ermöglicht ist.

Was die mir vorgeführten Hengste anbelangt, so kann ich mich über dieselben im Allgemeinen lobend aussprechen ich habe namentlich in Marburg, Ziegenhain, Kirchhain, Homberg und Rotenburg einige ganz gute Exemplare in Bezug auf ihre äußere Erscheinung als Gebrauchspserde gefunden; muß aber im Hinblick auf ihren Züchtungswerth das unbedingte Prinzip aufrecht er­halten, daß ein Hengst »hne ronftante Abkunft keinen besondern Züchtungswerth hat. Starke Knochen und m ssiger Körper sind nicht allein Erfordernisse für ein hier brauchbares Vaterpferd,"und ein weniger gut gemachter Hengst, dessen Voreltern durch Ge­nerationen gute Eigcnschasten vererbt haben, und der in seiner Erscheinung nicht total den Anforderungen widerstrebt, ist einem Be­schäler vorzuziehen, dessen Eltern oder Ureltern man nicht kennt, oder der aus einer groben Kreuzung (etwa Percheron mit edler Stute) hervorgegangen.