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Hanauer Wochenblatt.

Erscheint Mittwochs und Samstags.

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Mittwoch, den 5. Mai.

1869.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 1. d. Mts. ausgegebene Nr. 25 des Amtsblattes von diesem Jahre enthält: 1) Inhalt des 31., 32. und 33. Stücks der Gesetzsammlung für die Königlich Preußischen Staaten; 2) Inhalt des Gesetzes vom 22. v. Mts., die Beschränkungen der Zahlungsleistung mittelst fremden Papiergeldes und ähnlicher Werthzeichen in den neu erworbenen Landestheilen betreffend; 3) Inhalt der Allerhöchsten Verordnung vom 23. v. Mts., dieselbe Sache betreffend; 4) Bekanntmachung Königlichen Appellations- gerichts zu Cassel vom 13. v. Mts., die Zurückgabe der von dem vorhinnigen ersten Depositar des Amtsgerichts zu Orb, dem an das Amtsgericht zu Oberkausungen versetzten Amtsrichter Knatz eingelegten Kaution betreffend; 5) Bekanntmachung derselben Behörde vom 17. März d. I., die Zurückgabe der von dem vorhinnigen ersten Depositar des Amtsgerichts zu Marburg, Rent- meister Craß daselbst, eingelegten Kaution betreffend; 6) Bekanntmachung des Ober-Präsidenten zu Cassel vom 21. v. Mts., die Eisenbahn-Commissariate betreffend; 7) Ministerial-Erlaß vom 24. November 1848, Bestimmungen Betreffs der Eisenbahnunter­nehmungen betreffend; 8) Bekanntmachung des General-Postamts zu Berlin vom 21. v Mts., die Sendung recommandirter Briefe nach Frankreich betreffend; 9) Bekanntmachung der Ober-Post-Direktion zu Cassel vom 24. v. Mts., wonach die zweite Personenpost zwischen Marburg und Laasphe vom 1. d. Mts. ab um 8 Uhr Abends aus Marburg abgefertigt wird; 10) Personal-Chronik.

Personal-Chronik.

(Aus Nr. 25 des Amtslattes.)

Dem zeitigen Pfarrei-Verweser zu Dillich Heinrich Wilhelm Gerhold ist die erledigte Pfarrstelle zu Rambach, in der Klaffe Eschwege, übertragen worden. — Die Thierärzte 1r Klasse Johann Richter und Erban Ferdinand Baldewein sind zu Kreisthierärzten für den Kreis Gersfeld, ersterer mit dem Wohnsitze in Gersfeld, letzterer mit dem Wohnsitze in Hilders, ernannt worden. Der praktische Thierarzt C öfter zu Fronhausen ist zum Kreisthierarzt in Wetzlar bestellt worden. — Der Thierarzt G. W. Stamm ist von Amöneburg nach Schweinsberg übergegangen. — Der Thierarzt Dokter in Schweinsberg ist gestorben. — Der seitherige Aufseher bei der Strafanstalt zu Ziegenhain Daniel Hesse ist zum Hausvater bei dieser Anstalt vom 1. Mai d. J. ab ernannt.________ ______________________

Amtlich^^Theil.

Die gegen die diesjährige Klassensteuer-Veranlagung eingegangenen Reklamationen des diesseitigen Kreises sind heute den Stadt-, resp. Gemeindevorständen, Behufs deren Prüfung und Begutachtung in Gemeinschaft mit den bestehenden Klassensteuer- EinschätzungS-Kommissionen, per Couvert übersandt und zwar:

Hanau 62, Bockenheim 37, Bergen 8, Hüttengesäß 6, Kilianstädten 3, Großauheim 13, Wachenbuchen 6, Roß- dorf 3, Ginnheim 5, Dörnigheim 1, Niederissigheim 2, Großkrotzenburg 9, Windecken 6, Langendiebach 4, Praunheim 1, Bischofsheim 1, Gronau 4, Mainkur 2, Rüdigheim 2, Eschersheim 4, Oberdorselden 1, Lan- genfelbold 1, Rückingen 1, Berkersheim 1, Oberissigheim 1, Niederdorfelden 1 u. Bruchköbel 1 Reklamation.

Die Herren Stadt-, resp Gemeindevorstände, ersuche ich, die Klassensteuer-Einschätzungs-Kommission nach Eingang der vor­gedachten Reklamationen zusammen zu berufen und das Geschäft nach Maßgabe der nachstehenden Anleitung und unter Beachtung des Gesetzes über die Einführung der Klassensteuer vom 1. Mai 1851, republicirt im Amtsblatt pro 1867 pag. 111, zu bewirken.

Die Nummern der Veranlagungsrolle pro S8«S unter welchen die Reklamanten aufaeführt stehen, find auf die Vorderseite des Gesuchs mit deutlichen Zahlen niederzuschreiben.

In dem Gutachten ist anzugeben, wie viel Land Reklamant besitzt, in welchem Kulturzustande sich dasselbe befindet, wie stark der Viehstand ist, ob der Besitzer nachgewiesene oder verzinsliche Schulden oder ausstehende Forderungen, resp. Kapital­vermögen hat, wie viel an Abgaben, als Grund- und Gebäudesteuer rc. gezahlt wird, und wie stark die Familie des Reklamanten ist, welche derselbe zu ernähren hat; sowie, falls er Gewerbetreibender oder Handwerker ist, in welchem Umfange das Gewerbe betriebe« wird. In dem Gutachten sind aller Umstände, die auf die Vermögens- und Einkommens-Berhältnisse des Petenten und die darauf begründete Besteuerung Bezug haben, Erwähnung zu thun.

Das Gutachten ist auf das Bittgesuch, oder falls auf demselben kein Raum ist, auf einen, demselben anzuheftenden Bogen niederzuschreiben und von sämmtlichen zur EinschätzungS-Kommission gehörigen Mitgliedern zu vollziehen.

Die noch bis zum Abläufe der Reklamationsfrist hier eingehenden Gesuche werde ich den betreffenden Stadt-, resp. Gemeinde­vorständen nachträglich zusenden und ersuche ich, mit denselben in gleicher Weise zu verfahren.

Ich ersuche, dieses Geschäft nach Möglichkeit zu fördern und mir die begutachteten Reklamationen möglichst bald wieder einzureichen. Hanau am 3. Mai 1869.

Um Entlassung aus dem Königlichen Staatsverbande haben dahier nachgesucht: Wilhelm Ludwig Pötz, Joh. Wilhelm Theo­dor Walther, Karl Fr. Wilhelm Wörner, sämmtlich von Hanau.

Hanau am 30. April 1869.