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nach dem sie in Examine dar zu genugsamb qualificirt und geschickt befunden werden, auch sonsten keine rechtmäßige oder erhebliche, und wichtige Bedrucken und Ursachen vorhanden, darum sie nicht uff- oder anzunehmen sehn sollen, wie sie auch derentwegen in gebührliche Pflicht und Gelübd zu nehmen, doch daß sie solche ihre beyderseits Kirchen- und Schuldiener, wie auch andere, deren Diensten sie sich in ihren Versammlungen gebrauchen, selbsten und von dem Ihrigen besolden, und ihnen nothwendigen Unterhalt geben.
Damit auch zum Dritten, so viel möglich verhütet und vorkommen werde, daß nicht Rotten und Secten in der Französischen und Flämmischen Kirchen einreissen, oder dieselbige sonsten mit ärgerlichen und ohnruhigen, oder auch wohl uffrübrischen, und deß gemeinen Friedens feindseligen Leuten, deformirt, ver- unruhet, uno beschwehret werden, soll kein Frembder, er sey auch was Nation er wolle, weder allhier in der Stadt, noch auch sonsten uff- dem Lande, sich Hänßlichen nieder zu thun, uffge- nommen, oder ihnen daselbsten zu "wohnen zugelaffen oder verstattet werden,, er habe dann se ne Religion, Leben, Thun und WanvetS, von andern Reformisten Kirchen, oder sonsten ehrlichen und glaubhafften Leuten, gute Zeugnuß, Kundsch äfften, und Urkunden verfliegen, und bcyznbrmgen, und daß sie sich unter anderm in Specie Derobligiren und verpflichten, der Kirchen- Disciplin allhier zu unterwerffen, und derselben gemäß zu verhalten.
Zum BUerbten, daß ein jeder Frembder, wann er sich allhier oder sonsten in dieser Graffschafft will nieder thun, gleich
Als wir uns etwas ausgeruht hatten, schlug ich vor, den Rest des Tages dazu zu benutzen, um den Pfad auszusuchen, von dem i Ralph noch immer mit so großer Zuversicht sprach. Kaum waren wir einige hundert Schritte weit vorgedrungen, als wir eine schmale Savanna vor uns hatten, in deren Mitte eine Reihe von Weiden- andern Unterthanen, wohlermeldtem unserm gnädigen Herrn, und bäumen den Lauf eines Gewässers anzeigte.
S. Gn. Erben gebührliche Huldigung und Pflicht thue, Ihren „Hier ist wenigstens Wasser," rief mein Begleiter, der zunächst Gn. getreu, hole, gehorsamb und gewärtig zu seyn, und sich die wichtige Entdeckung gemacht hatte. „Jetzt vor Allen;» einen derselben und ■ Ihren Räthen, SImbUeuten und Befehlshabern, guten TrunkW
rechtmäßigen Gebotten, Verbotten, Decretis oder Bescheiden,
Satzungen, Ordnungen und Gebräuchen, so dieser Capitulation und eilten zu den Weiden, wo wir nicht blos das ersehnte Ele- nicht zuwider. der Gebühr zu unterwerffen, und all dasjenige zu ment, sondern auch eine Anzahl frischer Rinderpfade fanden. Nach- tbun und zu leisten, was getreue Unterthanen, auch vermög bem wir uns in langen Zügen aus dem kleinen Bache erfrischt Göttliches Worts und Befehls, ihrer Christlichen Obrigkeit zu , hatten, schlugen wir den meist betretenen Pfad ein. Wie wir wei- erzeigen schuldig und pflichtig seyn, doch daß einem jeden Fremb- ■ (er fortschritten, wurde er immer deutlicher, und als die Sonne den, so sich andere begehen wird, frey stehe, allhie Bürger zu untergegangen war, hatte er fast das Aussehen einer Straße an- werden, oder seiner Gelegenheit nach allein ein Beysaß zu sehn, 1 genommen. Deßungeachtet aber war noch immer kein Zeichen aber nichts dawemger gleich andern Bürgern seinen Eyd und einer Wohnung sichtbar. Mit der Dunkelheit aber hatte sich auch Pflicht teilte, und alle Bürgerliche Beschwehrungen mittragen unsere Ermüdung und Erschöpfung wieder eingestellt. Ich hatte und bezahlen helffe, wie sich auch sonsten in allen Sachen, den meinen Gefährten gebeten, Halt zu machen, und" mich auf den Bo- andern Bürgern gleich, und diesem Contract gemäß verhalte, ) den niedergeworfen, als ich durch den Ausruf wieder erweckt und dargegen auch hinwieder der Bürgerlichen- und Stadt- wurde:
Privilegien ausserhalb der Beholtzung, Mästung und Weydgangs geniesse und theilhaftig werde.
«Fortsetzung folgt.)
Eine Wacht in einem mexikanischen Walde.
। offenbar aus der geöffneten Thüre eines kleinen Hauses hervo
Es war während des amerikanisch- mexikanischen Kriegs, dem braug.
ich (der Erzähler ist ein Deutschamerikaner) in der Eigenschaft
eines Feldarztes beiwohnte. Wir waren seit drei Wochen auf einem Posten bei Ceralvo gelegen und sehnten uns nach einer tüchtigen Bewegung. Man hatte uns gesagt, daß es im benachbarten Chaperal (Gehölz) Hirsche und Rehe gebe, auf die ich und mein Freund Ralph, ein amerikanischer Offizier, eine Jagd anstellen wollten. Zu diesem Behufe verließen wir au einem Hellen sonnigen Morgen, als noch der Thau auf dem Grase lag, unsere Quartiere. Da wir aber die Absicht hatten, nur einige Stunden auszubleiben, so dachten wir nicht daran, uns auch mit Lebensmitteln zu versehm. Anstatt die Richtung nach den Bergen einzuschlagen, die uns bei unserer Rückkehr als Wegweiser dienen konnten, begaben wir uns sogleich in den tiefen Chaperal der Ebene, wo das dichte Laubwerk jede Aussicht versperrte. So kam es, daß wir uns nach zweistündigem Herumstreifen so vollständig verirrt hatten, daß keiner von uns wußte, wo wir uns befanden oder welchen Weg wir einschlagen sollten.
Während dieser ganzen Zeit hatten wir nicht blos kein Wild, sondern auch keine Spur eines solchen gesehen; ja es hatte allen Anschein, als ob dieser ganze Wald eine leblose Wüste sei. In der That wurde die peinliche Stille nirgends durch einen anderen Laut als durch das eintönige Zirpen der Grillen unterbrochen.
Ueber unsern Häuptern schlössen die dichtbelaubten Schling- ' Pflanzen, welche von Zweig zu Zweig rankten, nicht nur jeden
Sonnenstrahl, sondern auch jedes frische Lüftchen aus, so daß wir ich der dicken dumpfigen Atmosphäre kaum zu athmen vermochten, während Myriaden von Dornen der zahlreichen Cactus - und Eu- pborbienarten uns derart zerstachen, daß wir an allen Theilen des Körpers bluteten. Hierzu kam noch, daß die scharfen Kieselsteine, welche den Boden bedeckten, unser Schuhwerk so zugerichtet hatten, daß unsere Füße fast nackt waren und jeder Schritt uns die heftigsten Schmerzen verursachte. Wir waren jetzt bereits 10 bis 11 Stunden herumgeirrt, von Hunger und Durst gequält und bis zum Tode ermüdet. Mit der Aussicht auf eine Nacht ohne Abendessen in dieser wilden Gegend vor uns, war unsere Lage gewiß keine beneidenswerthe zu nennen. Indeß hatte mein Freund Ralph Gib- sou noch keinen Augenblick seinen guten Humor verloren, oder die Hoffnung aufgegeben, daß wir noch vor Einbruch der Nacht einen Ausgang aus dieser Wildniß finden würden.
Nach unserer Berechnung mochte es nahe an Sonnenuntergang sein. Wir hatten uns gelagert und ein Feuer angezündet, an dem wir Cactusblätter brieten, welche v»n den Mexikanern zuweilen genossen werden. Allein trotz unseres Hungers wollte uns dieses aus Schleim und groben Fasern bestehende Gericht doch nicht recht mundend
In unserer Aufregung vergaßen wir Ermüdung und Lahmheit
„Fasse Muth, Charles, und sage nicht mehr, daß du sterben willst, denn dort ist ein Licht. Beim Himmel, ein Nancho 1"
Noch niemals hat ein müder Wanderer ein süßeres Wort als dieses vernommen. Eiligst erhob ich mich, eilte zu meinem Gefähr- ' ten und fragte begierig: „Wo, wo, Ralph?"
„Dort, gerade aus, rechts," sagte er und deutete auf einen Punkt hin, wo ein schwacher Lichtschimmur sichtbar war, welcher
Voller Begierde, endlich Nahrung mit Ruhe zu erhalten, deren wir so sehr bedurften, eilte ich in der Richtung des Lichtes Vorwärts, als der Lieutenant mich beim Arm faßte und zurnckhielt.
„Gemach, mein Junge," sagte er; „wer weiß denn, ob das Licht dort nicht aus dem Hauptquartiere von Ei Mocho oder von einem andern jener meuchlerischen Guerillas herkommt, welche in der Nachbarschaft von Ceralvo ihre Verstecke haben «sollen?.Darum laß uns vorsichtig zu Werke gehen und erst gehörig recognos- circn."
Als wir uns demgemäß so geräuschlos als möglich dem Orte genähert hatten, fanden wir einen großen Coral (eineUmzäumung, worin sich das Vieh befindet), und jenseits desselben stand eine Hütte aus welcher das Licht hervordrang. Bei weiterem Vor- schreiten konnten wir auch das Innere derselben zum Theil über- sehen. Auf dem Fußboden brannte ein Feuer, bei dessen Lichte ein halbnackter schwarzgebräunter Mexikaner der bäuerlichen Klasse sein Mahl aus Tasaja (getrocknetem Rindfleisch) und Tortillas (Maisbrod) bereitete. Der Geruch des kochenden Fleisches diente nur dazu, unsern wüthenden Hunger noch mehr aufzustacheln. Aber das ganze Aussehen des Burschen war keineswegs vertrauenerweckend und versprach nichts weniger als einen guten Empfang.
(Fortsetzung folgt.)