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G estorhne.
In der ev. Gemeinde der Marienkirche.
Den 10. Januar. Katharine Wilhelmine, Ves Beisitzers zu Kressenbach und Tag- löhners dahier Johannes Wallher, T-, alt 4 3. 5 M.
Den 10. Januar. Frau Luise Wilhelmine, des verlebten Bürgers und Bierbrauermeisters Georg Philipp Mcolah, nachgelassene Wittwe, geb. Stublmann alt 80 I. 1 M. 2 T.
Den 11. Januar, Friedrich Wilhelm Köhler, Beisitzer zu Ostheim und Eisenbahnarbeiter dahier, alt 43 3. 1 M. 4 T.
Den 12. Januar. Biktsr Hugo, des Bürgers und Rentners Johann Georg August Teghillo, S., alt 1 I. 5 M. 15 T.
Den 13. Januar. Jungfrau Anna Elisabeth, des verlebten Soldaten Johannes Münster, nachgelassene T., alt 68 I. 11 M. 27 T.
Den 16. Januar. Jungfrau Johanne Barbara, des verlebten Bürgers und Seivenstrumpfwebers Heinrich Schlatter, nachgelassene T-, alt 65 I. 4 M. 7 T-
In der ev. Gemeinde der Johanneskirche.
Den 12. Januar. Johann Simon Hoff- mann, Bürger und Rentner, alt 70 J. 8 M. 14 T.
Den 15. Januar. Anna Katharine Therese Luise, t es Bürgers und Metzgermeisters Karl Christian Leonhard Grobe, T., alt 1 I. 2 M. 28 T.
In der katholischen Gemeinde.
Den 10. Januar. Bernhard Wollstätter, Bürger und Kaufmann, alt 44 I. 8 M. 4 T.
Den 14. Januar. Johann Martin, des verlebten Schreiners Quirinus Zwier vonJlbenstadt, nachgelassener S., äst 53.
Den 18. Januar. Christian, des Silberarbeiters Elias Peter von Oberroden- bach, S., alt.2 3.
Gemeinnützige Nachrichten.
Feld und Garten-Kalender für Januar.
Die ganze Pflanzenwelt liegt in diesem Monate noch in so tiefem Schlummer, daß der Landwirth außerhalb des Hauses wenig zu thun hat. — Hopfenstangen werden frisch zugespitzt; Hopfen-Anlagen können bei offener Witterung abgedeckt, das Land umgraben mtDvDünger auf Hopfen-, Kartoffel-, Runkel- rüben- und KraulDlder geführt werden. — Garteilgeschäste: Sammle Obstkerne. Mache Baumpflaster. Versetze Bäume und putze sie aus. Lasse die Bäume umgraben 3 Schuh, wenn es nicht schon im Herbste geschehen ist — Lege Spargeltörner, wenn es nicht schon im Oktober oder November geschehen ist. Dünge die Gartenbeete. Laß die Erdmagazine umstehen. — -&äe Aurikel- und Primelsamen in hölzerne Kasten. — Fischereigeschäfte : Wenn die Kälte die Teiche mit einer Eisdecke überzogen hat, so muß man in jenen Teichen, in welchen keine Quellen find, die das Wasser offen halten, hie und da an tiefen Stellen große Löcher -• sogenannte Wuhnen — einhoueu lassen, damit den Fischen oie Luft nicht mangle. — Auch auf die Winterbe- häster, Fischhäuser untr Fischkästen muß die möglichste Aufmerksamkeit verwendet werden, damit sie nicht zufrieren. — In diesem Monat laicht die Aalraupe oder Quappe (Rappe Rutte) und kommt daher an flache Stellen. — Unter die Fische, welcke jetzt wohlschmeckend sind, rechnet man die Brasse, Flußbricke (Neunauge) Schmerle, den Hecht, Gründling und Kaulbarsch.
— Bienenzucht: In diesem Monat hat man nichts weiter zu thun, als die Bienenstöcke vor Mäusen und vor aufregenden Beunruhigungen zu schützen, bei viel Schnee aber die im Freien stehenden nicht durch denselben verstopfen zu lassen; bei warmen Sonnenbiicken muß man den Bienen Schatten geben, damit Wärme sie nicht aufrege.
(Aus Tägl. Notizbuch^für Jedermanns Gebrauch für 1869j
Der Mohnbau, überhaupt der Anbau der Handelsgewächse, wird bei Weitem noch nicht in dem Maße gewürdigt, als er es verdient und die Conjuuctur der Zeit es verlangt. Seitdem dieselbe für den Rapsbau zunehmend ungünstig gewor- deu, ist keine Frucht geeigneter, an dessen Stelle zu treten, als der Mohn. Der in Niederschlesien als ausgezeichneter Landwirth bekannte Gutspächter Jungfer zu Bunziau hat den Rapsbau schon seit Jahren aufgegeben, cultieirt an dessen Stelle und zwar auf lehmigem Sandboden Gutem Roggenboden) Mohn und erzielt dadurch Erträge, welche sich im Durchschnitt auf 50 ■tlilr. pro Morgen und Jahr belaufen. Ein anderer renommir- ter Landwirth, Herr S v m b a r t - ErmSleben bemerkt in seinem Jahresberichte pro 1868: Ich baute 1867 40 Morgen weiß en geschlossenen Mohn in abgetragener Gerstenstoppel, welche 1866—67 mit flüssigem Dünger aus ; Stalljanche und ’ Sh- rupschlempe überfahren war, erntete pro Morgen 9 Scheffel 9 Metzen und erhielt pro Mispel 120 Thir. Der Mohn war frühzeitigauf 9 Zoll Entfernung mit der Universaldrillmaschine unter Zugabe von 1-; Ctr. Superphosphal pro Morgen bestellt und wurde später auf 9 Zoll versetzt. Seine Bearbeitung' ist sehr
einfach. Bei der Ernte wurden die Köpfe abgeschnitten und auf der Dreschmaschine gedroschen, was sehr gut von statten ging." Der Mohn liebt zwar vorzugsweise kalkhaltigen Lehmboden, gedeiht aber auch auf jedem andern in gutem Düngungszustande befindlichen Boden, verträgt aber keine frische Mistdüngung, weil dieselbe den Unkrautwuchs zu sehr befördert. Er wird im zeitigen Frühjahre, wo möglich schon int März, in einer Stärke von l Pfd. pro Morgen gesäet und liefert einen Ertrag von 6—9 Scheffel pro Morgen.
Nur durch fleißiges Legen von Eiern können fich die Hühner bezahlt machen. Es ist daher von Wichtigkeit, so wird im Berliner Fremdenblatt berichtet, die Zeit zu verlängern, in welcher die Hühner Eier liefern. So wie eS ausgemacht ist, daß die Kälte die Hühner vom Legen abhält, eben so fest durch die Erfahrung begründet ist es, daß die Wärme dieses befördert. Viele Bauersleute haben aus diesem Grunde die Hühner den Winter über in der Stube. Obschon die Wärme viel bewirkt, so kann das Legen der Hühner doch noch bedeutend durch eine entsprechende Fütterung gefördert werden. Besonders werden die Hühner durch eine Fütterung mit frischem Fleische zum Legen animirt. Da dieses aber nichr zu jeder Zeit zu beschaffen ist, so ist auch folgendes Verfahren, welches stets von beachtenswerthen Erfolgen begleitet gewesen ist, zu empfehlen. /
1) Das Futter, wozu sich die Gerste am besten eignet, muß jederzeit warm gemacht und womöglich ganz braun geröstet werden.
2) Man kann auch die stark geröstete Gerste aufsieden und alsdann den Hühnern zum Fressen, und das Wasser, worin sie gesotten ist, zum Sausen geben.
3) Man sammle im Sommer junge Samennesseln, mache sie trocken, im Winter koche man sie auf und werfe sie abge« 1 trocknet den Hühnern vor.
4) Am meisten sollen die Hühner auch darnach legen, wenn man Brod klein schneidet, es stark röstet, in e'was Wein weicht ; und ihnen zum Fressen gibt.
Tintenflecke aus dem Stubenboden entfernt man durch Ausweichen der Flecke mit viel warmem Wasser und Begießm mit Salzsäure, worauf man sie mit Wasser und Sand heransscheuert.
Oelfarbenflecke bringt aus Wollen- und Leinenzeug, indem man dieselben durch Befeuchten mit reinem Terpentinöl anfweicht und dann mittelst eines Wollenlüppchens ausreilt.
Rothwcinflecke aus wollenem Zeug wäscht man mit starkem Branntwein ans. Hilft das nicht, probirt man, wie Chlorwasfer sich zu der Farbe verhält, und wäscht nach der An Wendung sofort mit reinem Wasser nach. Ist Chlorwasser nicht verwendbar, so bleibt Nichts übrig, als das ganze Zeug mit einer Abkochung von Quillaharinde zu waschen.